Seit eh und je beschäftigte sich die Menschheit mit der Frage, wie sie satt wird. In vielen Ländern der Erde ist die Antwort darauf noch lang nicht gefunden, die Frage nach genügend Nahrungsmitteln wirft sich täglich neu auf. Anders in den als Industriestaaten bezeichneten Ländern. Kaum jemand muss sich hier noch Gedanken machen, wie er an sein Essen kommt, es ist vielmehr so, dass die Nahrungsaufnahme ein selbstverständliches und oft beiläufiges Geschehen ist, bedingt hauptsächlich dadurch, dass Lebensmittel immer, überall und in jeder Form angeboten werden. Zum großen Teil für dieses Phänomen verantwortlich ist die so genannte Globalisierung, in welcher sich unsere Welt heutzutage befindet.
Wie brisant und bedeutsam dieser Globalisierungsprozesses ist, soll im folgenden Text am Beispiel der Nahrungsmittelindustrie und ihrer Entwicklung verdeutlicht, diskutiert und anhand von Fallbeispielen erkennbar gemacht werden.
Dazu wird eingangs auf die Entstehung von Nahrungsproduktion und –handel Bezug genommen und werden weiterhin deren Entwicklungen als Exempel für die Globalisierung dargestellt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Entstehung von Nahrungsmittelproduktion und Handel
3 Gesichter der Globalisierung
4 Zusammenfassung
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht den Prozess der Globalisierung am Beispiel der Nahrungsmittelindustrie. Ziel ist es, die historische Entwicklung der Nahrungsmittelproduktion und des Handels nachzuzeichnen und aufzuzeigen, wie technologische Fortschritte und gesellschaftliche Wandlungsprozesse zu einer weltweiten Verflechtung geführt haben, die heute unseren Alltag und unsere Konsumgewohnheiten prägt.
- Historische Evolution der Nahrungsmittelbeschaffung (vom Jagen/Sammeln zur industriellen Produktion)
- Einfluss der Industrialisierung und moderner Transporttechnologien auf den Welthandel
- Strukturwandel von regionalen Produktionsketten hin zu globalen Wertschöpfungssystemen
- Soziale und ökonomische Auswirkungen, wie etwa die Homogenisierung des Konsums und die Benachteiligung ärmerer Regionen
Auszug aus dem Buch
2 Entstehung von Nahrungsmittelproduktion und Handel
Wie viele Bereiche des „wirtschaftlichen, kulturellen und politischen“ (KNOX & MARSTON 2001:17) Geschehens ist auch die Nahrungsmittelindustrie erfasst worden von und involviert worden in die Globalisierung, welche KNOX & MARSTON (2001:17) als „Zunahme weltweiter Verflechtungen infolge der globalen Reichweite und Wirksamkeit ökonomischer, ökologischer, politischer und kultureller Prozesse“ definieren. Technische Fortschritte und finanzielle Wandlungen im Transportwesen begünstigen eine besser funktionierende und mit geringeren Mühen erreichbare Überwindung der Entfernungen zwischen Produktionsstätten und Verkaufsstätten der Güter (BÖGE 1993:351) und damit eine enorme Vielfalt und Vorrätigkeit von Lebensmitteln. Dieser Wandel, der in der Branche Nahrungsmittel stattfand und immer noch stattfindet, ist geeignet, um allgemeine Merkmale und Wirkungen der Globalisierung zu demonstrieren. Um ihn erkennbar zu machen, ist zuallererst erforderlich, in die Anfänge des Nahrungsmittelgewerbes zu schauen.
Zu Beginn und für lange Zeit ihrer Evolution war die Menschheit auf das Jagen und Sammeln ihrer Nahrung ausgerichtet und auch angewiesen (MOLLENHAUER 1995:2, OESTERDIEKHOFF 2005:54). Dabei war jeder mehr der weniger für sich selbst zuständig, man teilte sich höchstens innerhalb einer Sippe oder Familie die Aufgaben der Nahrungsbeschaffung. Eine erste große Umwälzung in der Praxis dieses wilden und unregelmäßig erfolgreichen Sammelns und Jagens brachte „die Einführung der Landwirtschaft, von Pflanzenbau und Tierzucht“ (OESTERDIEKHOFF 2005:54) im Zeitalter „der Jungsteinzeit“ (MOLLENHAUER 1995:2). Die angewandten Verfahren der Feldbestellung blieben über Jahrtausende erhalten, abgesehen von kleinen Neuerungen und Änderungen von Zeit zu Zeit. Diese agrarische Lebensform breitete sich von ihren Ursprungsländern über weite Erdteile aus und führte so auch zum Entstehen des Tauschs und Handels mit Nahrungsmitteln, was den Menschen viele Vorteile brachte (MOLLENHAUER 1995:7-12). Bald entstanden große „Märkte und Messen, […] und der grenzüberschreitende Fernhandel [konnte] sich zum Welthandel ausweiten“ (MOLLENHAUER 1995:13)).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik ein, wie die Globalisierung unsere heutige Nahrungsversorgung beeinflusst und welche Bedeutung diese Entwicklung für das Verständnis moderner Gesellschaften hat.
2 Entstehung von Nahrungsmittelproduktion und Handel: Dieses Kapitel skizziert die historische Entwicklung von der steinzeitlichen Selbstversorgung bis hin zur modernen industriellen Nahrungsmittelherstellung unter dem Einfluss technischer Neuerungen.
3 Gesichter der Globalisierung: Hier werden aktuelle Erscheinungsformen der Globalisierung in der Lebensmittelbranche diskutiert, insbesondere die weltweiten Produktionsketten, Fast-Food-Ketten und die Folgen für lokale Märkte sowie ärmere Länder.
4 Zusammenfassung: Das abschließende Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse über die weltweiten Verflechtungen in der Nahrungsmittelindustrie zusammen und mahnt die soziale Verantwortung gegenüber benachteiligten Regionen an.
Schlüsselwörter
Globalisierung, Nahrungsmittelindustrie, Welthandel, Strukturwandel, Industrialisierung, Konsumgewohnheiten, Transportwesen, Produktionsketten, McDonaldisierung, Agrarwirtschaft, Warenströme, Ernährung, Weltmarkt, Warenlogistik, Sozioökonomie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Auswirkungen der Globalisierung auf die Nahrungsmittelindustrie und zeigt den historischen sowie aktuellen Wandel der Produktions- und Handelsstrukturen auf.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zu den Schwerpunkten zählen die Entwicklung von der bäuerlichen Selbstversorgung zur globalisierten Industrie, der Einfluss moderner Logistik sowie die kulturellen und wirtschaftlichen Folgen der "McDonaldisierung".
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, anhand der Nahrungsmittelbranche zu demonstrieren, wie der Globalisierungsprozess funktioniert und welche weitreichenden, teils problematischen Auswirkungen dieser auf unsere tägliche Ernährung hat.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die verschiedene geographische und wirtschaftswissenschaftliche Quellen nutzt, um Strukturwandlungen und Transportbeziehungen theoretisch zu fundieren und anhand von Beispielen zu veranschaulichen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Herleitung der Nahrungsmittelproduktion und eine detaillierte Analyse aktueller globaler Verflechtungen und der damit verbundenen gesellschaftlichen Folgen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Globalisierung, Nahrungsmittelindustrie, Welthandel, Strukturwandel, Konsumgewohnheiten und Warenlogistik.
Welche Rolle spielt die Industrialisierung für die Nahrungsmittelbranche?
Die Industrialisierung wird als zweite große Revolution beschrieben, da erst durch Erfindungen wie Dampfschiffe, Eisenbahnen und Kühlverfahren der globale Handel mit verderblichen Waren in großem Stil ermöglicht wurde.
Wie bewertet die Autorin die soziale Komponente der Globalisierung?
Es wird kritisch angemerkt, dass die Globalisierung zwar Luxus und Vielfalt in Industriestaaten fördert, aber gleichzeitig zu Hunger und Ausbeutung in ärmeren Ländern führen kann, da der globale Markt diese Regionen oft benachteiligt.
- Arbeit zitieren
- B.Sc. Veit Trübenbach (Autor:in), 2007, Der Prozess der Globalisierung, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/200498