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Die Bauernfrage unter Katharina II.

Grenzen des aufgeklärten Absolutismus

Title: Die Bauernfrage unter Katharina II.

Term Paper , 2011 , 13 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Christoph Kehl (Author)

History of Europe - Modern Times, Absolutism, Industrialization

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Summary Excerpt Details

Einleitung:
Katharina II. von Russland gilt als Repräsentantin des aufgeklärten Reformabsolutismus (Erich Donnert, in: Der aufgeklärte Absolutismus im europäischen Vergleich, S. 201, 203; Karl Otmar von Aretin, in: Rußland zur Zeit Katharinas II. Absolutismus - Aufklärung - Pragmatismus, S. 33.), ihre Politik als fortschrittlich, ja als „das mit Abstand eindrucksvollste [...] theoretische Konzept für die Umsetzung von 'Aufklärung' in Staat und Gesellschaft“ (Heinz Duchhardt: Barock und Aufklärung, S. 146.). Gleichzeitig stellt ihre Regierungszeit jedoch auch einen Höhepunkt der Leibeigenschaft dar.(Vgl. David Moon: The Russian Peasantry, S. 370; Roger Bartlett, in: Katharina II., Russland und Europa, S. 403.) Eine Herrscherin „mit dem selbstgewählten Anspruch […], ihren Untertanen Wohlfahrt, Glück und Freiheit zu bringen“ (Erich Donnert, in: Der aufgeklärte Absolutismus im europäischen Vergleich, S. 200.) forciert Abhängigkeiten und Ausbeutung der Bauern. Wie lässt sich dieser auf den ersten Blick paradox erscheinende Widerspruch erklären? Warum stagniert die Aufklärung vor den untersten Schichten? Wieso konnten oder sollten die progressiven Gedanken nicht auch in die Bauernfrage eingehen?
Um diesen Fragen nachgehen zu können, ist es zunächst einmal notwendig, einen Blick auf die damaligen bäuerlichen Verhältnisse zu werfen.

Russland ein prototypischer Bauernstaat:
Im Russland des 18. Jahrhundert machten die Bauern circa 90% der Gesamtbevölkerung aus und sicherten „durch Steuern, Zinsgelder, Arbeits- und Wehrdienst [...] fast alle Staatseinkünfte und Arbeitskräfte, die den Herrscher und seine militärische beziehungsweise bürokratische Elite [unterhielten]“(Edgar Melton, in: Katharina II., Russland und Europa, S. 396.), kurz das Fundament des Staates bildeten. Edgar Melton bezeichnet es daher in Anlehnung an Gerd Spittlers Definition als prototypischen Bauernstaat.(Edgar Melton, in: Katharina II., Russland und Europa, S. 396; vgl. Gerd Spittler: Verwaltung in einem afrikanischen Bauernstaat, S. 13-37.)
Die Lebensbedingungen der Bauern waren zu dieser Zeit durch zwei Kernelemente bestimmt. Zum einen das Feudalsystem, das für den Großteil die Leibeigenschaft bedeutete und zum anderen die staatlich verordnete Selbstverwaltung.(Jörg Baberowski: ZfG 44, 1996, S. 209.)

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Russland ein prototypischer Bauernstaat

3. Katharinas Bauernpolitik

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit analysiert die ambivalente Bauernpolitik unter Katharina II. und untersucht die strukturellen Grenzen des aufgeklärten Absolutismus in Russland, wobei insbesondere das Spannungsfeld zwischen aufklärerischem Diskurs und realpolitischer Notwendigkeit der Erhaltung feudaler Machtverhältnisse beleuchtet wird.

  • Strukturen des russischen Bauernstaates im 18. Jahrhundert
  • Die Rolle der Leibeigenschaft als ökonomisches Fundament
  • Aufklärerische Reformansätze vs. realpolitische konservative Herrschaftspraxis
  • Soziales Konfliktpotential und bäuerliche Aufstände
  • Die Bedeutung der Stabilität für den absolutistischen Staatsapparat

Auszug aus dem Buch

2. Russland ein prototypischer Bauernstaat

Im Russland des 18. Jahrhundert machten die Bauern circa 90% der Gesamtbevölkerung aus und sicherten „durch Steuern, Zinsgelder, Arbeits- und Wehrdienst [...] fast alle Staatseinkünfte und Arbeitskräfte, die den Herrscher und seine militärische beziehungsweise bürokratische Elite [unterhielten]“6, kurz das Fundament des Staates bildeten. Edgar Melton bezeichnet es daher in Anlehnung an Gerd Spittlers Definition als prototypischen Bauernstaat.1

Die Lebensbedingungen der Bauern waren zu dieser Zeit durch zwei Kernelemente bestimmt. Zum einen das Feudalsystem, das für den Großteil die Leibeigenschaft bedeutete und zum anderen die staatlich verordnete Selbstverwaltung.2

Leibeigenschaft, die krepostnoe pravo, bedeutete ein soziales und rechtliches Abhängigkeitsverhältnis, das den Bauern an das Land des Grundherren, sei dieser Angehöriger des Adel, Beauftragter des Staats oder der Kirche, band und ihn zu Frondiensten und/oder Abgaben verpflichtete. Dieses Verhältnis existierte seit seiner Ausprägung im Moskauer Reich vom Ende des 15. Jhs. über die rechtliche Fixierung 1649 im Gesetzbuch von 1649 Ulozenie, bis zu seiner Aufhebung 1861 mit den Reformen Alexanders II. 3

Für die weiteren Untersuchungen lassen sich zwei sinnvolle Kategorisierungen ausmachen. Zunächst waren im Grunde genommen alle Bauern Leibeigene, unabhängig davon, ob sie im Dienste eines Adeligen, des Staates, der Krone oder der Kirche standen. Dennoch ergeben sich bei genauerer Betrachtung teilweise große Unterschiede in der sozialen und rechtlichen Stellung. So waren Staatsbauern zwar ebenso wie alle anderen an die Scholle gebunden, besaßen aber keinen unmittelbaren Leibherren und zahlten erheblich niedriger Abgaben als die Bauern auf adeligen Gütern. Erich Donnert spricht sogar von einer „besonderen gesellschaftlichen Gruppe.“4 Gegen Ende des 18. Jahrhundert gehörten 45% der Bauern dem Staat oder der Krone.5 Die Gutsbauern, das heißt die Bauern, die einem adeligen Gutsherren unterstellt waren, hatten hingegen die meisten ihrer gesetzlichen Rechte verloren. „Verboten war nur noch, sie zu töten“6, so Roger Bartlett.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Ambivalenz von Katharinas II. Politik ein, die einerseits aufgeklärt-progressive Ansprüche erhob, andererseits die Leibeigenschaft manifestierte.

2. Russland ein prototypischer Bauernstaat: Das Kapitel erläutert die ökonomische und soziale Abhängigkeit des russischen Staates von der bäuerlichen Bevölkerung und beschreibt die verschiedenen Formen der Leibeigenschaft und Selbstverwaltung.

3. Katharinas Bauernpolitik: Dieser Teil analysiert die inkonsequente Reformpolitik der Zarin, die trotz theoretischer Debatten aus Stabilitätsgründen an feudalen Strukturen festhielt.

4. Fazit: Das Fazit stellt fest, dass eine wirkliche Reform an den konservativen Eigeninteressen des Adels und der absolutistischen Staatsform scheiterte und Aufklärung im Russland der damaligen Zeit lediglich ein ideologisches Konstrukt blieb.

Schlüsselwörter

Katharina II., Russland, Leibeigenschaft, Aufgeklärter Absolutismus, Bauern, Feudalsystem, Reformpolitik, Staatsbauern, Gutsbauern, Soziale Stabilität, Aufstand, Pugatschow, Agrargesellschaft, Bauernstaat, Innenpolitik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Regierungszeit Katharinas II. im Hinblick auf ihre Bauernpolitik und beleuchtet die paradoxe Kluft zwischen den Idealen der Aufklärung und der realen politischen Praxis.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die ökonomische Bedeutung der Leibeigenschaft, die soziale Struktur des russischen Bauernstaates im 18. Jahrhundert und die daraus resultierenden Grenzen für politisches Handeln.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es zu erklären, warum sich trotz des selbstgewählten Anspruchs der Zarin auf Wohlfahrt und Fortschritt die Situation der Bauern unter Katharina II. teilweise verschlechterte, anstatt durch aufgeklärte Reformen verbessert zu werden.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?

Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse historischer Sekundärliteratur und zeitgenössischer Quellen, um die politischen Motive und sozioökonomischen Rahmenbedingungen im Russland des 18. Jahrhunderts zu bewerten.

Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die Kategorisierung der bäuerlichen Lebensverhältnisse, die Versuche Katharinas II., durch Diskurs und Gesetze Einfluss auf die Bauernfrage zu nehmen, sowie die ökonomischen Zwänge, die zu einer konservativen Festigung der Herrschaft führten.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Leibeigenschaft, aufgeklärter Absolutismus, feudale Machtstrukturen und politische Ambivalenz charakterisiert.

Warum war der Adel für die russische Staatsführung so entscheidend?

Der Adel war das primäre Instrument der Verwaltung und des Militärs. Da es kein mündiges Bürgertum gab, war der absolutistische Staat zur Machterhaltung auf die Loyalität und die Ressourcen des Adels angewiesen.

Welche Rolle spielten die bäuerlichen Aufstände für die Politik der Kaiserin?

Die ständigen Unruhen und besonders der Pugatschow-Aufstand zwangen die Regierung zwar zu Reaktionen, führten jedoch primär zu einer Festigung der staatlichen Zwangsmittel und nicht zu einer Abschaffung der leibeigenschaftlichen Unterdrückung.

Inwieweit lässt sich die "Free Economic Society" als Beispiel für Katharinas Politik anführen?

Sie illustriert Katharinas Vorliebe für einen theoretischen, aufgeklärten Diskurs, der zwar intellektuell anregend war, aber in der realen Gesetzgebung kaum zu konkreten, nachhaltigen Verbesserungen für die Bauern führte.

Was verhinderte schlussendlich eine konsequente Reform der Leibeigenschaft?

Eine Reform hätte die soziale Hierarchie und damit die Stabilität des absolutistischen Staates gefährdet, für die der Zwang über die Bauern und die Kooperation mit dem grundbesitzenden Adel unerlässlich waren.

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Details

Title
Die Bauernfrage unter Katharina II.
Subtitle
Grenzen des aufgeklärten Absolutismus
College
http://www.uni-jena.de/  (Frühe Neuzeit)
Course
Kontinentale Imperien im 18. Jahrhundert: Russland, Habsburg und das Osmanische Reich im Vergleich
Grade
1,0
Author
Christoph Kehl (Author)
Publication Year
2011
Pages
13
Catalog Number
V200428
ISBN (eBook)
9783656265436
ISBN (Book)
9783656265665
Language
German
Tags
bauernfrage katharina grenzen absolutismus Russland
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christoph Kehl (Author), 2011, Die Bauernfrage unter Katharina II., Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/200428
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