Lange stand Outsourcing für die Übertragung von Leistungsfunktionen, die bisher im eigenen Unternehmen erstellt wurden, an fremde Unternehmen. Diese übernehmen, für die Abwicklung der Funktionen, die dauerhafte unternehmerische Verantwortung. Hinzugekommen sind mittlerweile auch Leistungsfunktionen, die vorher nicht zwangsläufig vollständig selbst erstellt wurden. Bislang wurde Outsourcing, insbesondere von Dienstleistungen, vornehmlich als Instrument der Kostensenkung begriffen. Heutzutage steht Outsourcing im zunehmenden Maße für einen Hebel zur Restrukturierung von Geschäftsprozessen, sowie zur Neupositionierung von Unternehmen am Markt. In Programmen, die die Fitness und Flexibilität eines Unternehmens verbessern sollen, gehört Outsourcing mittlerweile zu einem festen Bestandteil.
Das Schlagwort in der Informationstechnologie-Branche (IT-Branche) ist derzeit Cloud Computing. „Was viele Beobachter für eine Revolution der Informationstechnologie halten, vergleicht der amerikanische Autor Nicholas Carr [in seinem Buch „The Big Switch“] gerne mit dem Übergang zu einer zentralisierten, flächendeckenden Stromversorgung um die Wende zum 20. Jahrhundert. Während es seit Beginn der industriellen Revolution üblich geworden war, Strom dort zu erzeugen, wo der Bedarf entstand, begannen sich nun … ausgedehnte Netze über das ganze Land zu erstrecken, die von wenigen Großkraftwerken gespeist wurden.“
Die IT zählt heute zum Kernbestand eines Unternehmens und wird oft auch als eigene Unternehmensfunktion angesehen. Den gleichen Stellenwert hatte Ende des 19. Jahrhunderts die Elektrizität. Nun deutet einiges darauf hin, dass der IT das Gleiche wiederfährt. Schon in der Vergangenheit hat es Versuche gegeben eine solche Infrastruktur aufzubauen. In den 60er Jahren konnten Unternehmen Rechenleistung aus Großrechnern über den eigenen Telefonanschluss beziehen. Gescheitert sind solche Versuche allerdings immer an der mangelnden Bandbreite der Datenübertragung zum Großrechner. Die Dezentralisierung der IT war die Folge.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Definitionen
2.1 Spezifizierung von Outsourcing
2.2 Formen von Outsourcing
2.2.1 Grad externen Leistungsbezuges
2.2.2 Zeitliche Ordnung
2.2.3 Standort
2.2.4 Strategische Aspekte
2.2.5 Finanzielle Abhängigkeit
2.2.6 Anzahl der Leistungsersteller
2.3 Spezifizierung von Cloud Computing
2.3.1 Techniken beim Cloud Computing
2.3.2 Die drei Ebenen von Cloud Computing
2.4 Formen der Clouds
2.4.1 Private Cloud
2.4.2 Public Cloud
3 Umsetzung
3.1 Mögliche Sourcing Optionen beim Cloud Computing
3.2 Gründe für IT-Outsourcing mit Cloud Computing
3.3 Gründe gegen IT-Outsourcing mit Cloud Computing
3.4 Handlungsempfehlung für Cloud Computing
3.5 Der Outsourcing-Prozess
3.6 Pflege der Partnerschaft
4 Ausblick
5 Resümee
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht das Potenzial und die Herausforderungen von Cloud Computing als moderne Form des IT-Outsourcings. Das zentrale Ziel ist es, den Transformationsprozess hin zu Cloud-basierten Modellen zu analysieren und Handlungsempfehlungen für Unternehmen aufzuzeigen, um IT-Leistungen flexibler und effizienter zu gestalten.
- Grundlagen und Definitionen von Outsourcing und Cloud Computing
- Systematisierung der verschiedenen Sourcing-Optionen
- Analyse der Chancen und Risiken von Cloud-Modellen
- Prozessmodell zur Implementierung von Cloud-Computing-Strategien
- Bedeutung von Service Level Agreements und Partnerschaftsmanagement
Auszug aus dem Buch
2.3 Spezifizierung von Cloud Computing
Der Begriff Cloud Computing erlaubt viele Interpretationen, da es keine standardisierte, einheitliche Definition gibt. Cloud Computing erlaubt die Bereitstellung und Nutzung von IT-Infrastruktur, IT-Plattformen und Software aller Art im Internet als elektronisch verfügbare Dienste. Der Teilbegriff Cloud (engl. für Wolke) deutet an, dass ein Provider seine Dienstleistung im Internet erbringt. Bei großen Unternehmen, kann dies auch im Intranet geschehen. Kunden von Cloud Computing können ihre Dienstleistung dann wiederum im Internet bzw. Intranet weiteren Unternehmen anbieten.
Ein Unternehmen kann durch Nutzung von Cloud Computing die Personaldecke der IT-Abteilung entsprechend dünner auslegen. Die Beweglichkeit der IT-Abteilung wird erhöht, die in der Realität oft nicht flexibel genug auf neue Technologien reagieren kann. So soll auch der Umstieg auf neue Technologien einfacher zu realisieren sein.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Wandel von Outsourcing als reines Kostensenkungsinstrument hin zu einem strategischen Hebel für Geschäftsprozesse und führt in die Relevanz von Cloud Computing ein.
2 Definitionen: Dieses Kapitel definiert die Begriffe Outsourcing und Cloud Computing präzise, kategorisiert verschiedene Sourcing-Formen und erläutert die technischen Ebenen des Cloud Computings.
3 Umsetzung: Hier werden praxisnahe Sourcing-Optionen, Vor- und Nachteile sowie ein Phasenmodell für den Outsourcing-Prozess und die Bedeutung der Partnerpflege behandelt.
4 Ausblick: Der Ausblick diskutiert die zukünftige Marktentwicklung, den Trend zum bedarfsgerechten IT-Bezug und die erwarteten Wachstumspotenziale von Cloud Computing.
5 Resümee: Das Resümee fasst die Ergebnisse zusammen und betont, dass Cloud Computing die IT-Landschaft industrialisiert, während Unternehmen jedoch individuelle Wirtschaftlichkeitsberechnungen durchführen sollten.
Schlüsselwörter
Cloud Computing, IT-Outsourcing, Service Level Agreement, SaaS, PaaS, IaaS, Strategisches Outsourcing, Wirtschaftlichkeit, IT-Infrastruktur, Virtualisierung, Outsourcing-Prozess, Vendor-Management, Kostensenkung, Flexibilität, IT-Dienstleistungen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der Integration von Cloud Computing in die Outsourcing-Strategien von Unternehmen und untersucht, wie IT-Infrastruktur und Services effizienter durch externe Provider bezogen werden können.
Welche Themenfelder sind zentral?
Zentrale Themen sind die Begriffsdefinitionen, die verschiedenen Cloud-Modelle (Private, Public, Hybrid), das Sourcing-Prozessmodell sowie die strategischen Vorteile und Risiken beim Einsatz von Cloud Computing.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, Unternehmen aufzuzeigen, wie sie durch Cloud Computing flexibler auf Marktveränderungen reagieren und ihre IT-Kosten durch bedarfsgerechte Abrechnungsmodelle optimieren können.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung aktueller Studien und Fachbeiträge zur Einordnung von Cloud Computing in bestehende Outsourcing-Strukturen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in Definitionen, die Analyse der Sourcing-Optionen, eine Gegenüberstellung von Pro- und Contra-Argumenten sowie eine konkrete Handlungsempfehlung und Prozessbeschreibung für das Outsourcing.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Cloud Computing, Outsourcing, Service Level Agreements (SLAs), IaaS, PaaS, SaaS, IT-Strategie und Vendor-Management.
Warum wird Cloud Computing mit der Stromversorgung zu Beginn des 20. Jahrhunderts verglichen?
Der Vergleich verdeutlicht den Übergang von dezentraler, selbst erzeugter Infrastruktur hin zu einer zentralisierten, bedarfsgerechten und flächendeckenden Bereitstellung von IT-Leistungen.
Welche Rolle spielt die Vendor-Management-Organisation (VMO) bei der Pflege der Partnerschaft?
Eine VMO dient als zentraler, dedizierter Bereich, um bei Multi-Sourcing-Strategien mit mehreren Dienstleistern die Übersicht zu behalten und eine effiziente Kooperation sicherzustellen.
- Quote paper
- Alexander Schaaf (Author), 2010, IT-Outsourcing mit Cloud Computing, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/200297