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Demonstrativer Konsum und demonstrative Verschwendung

Eine kritische Betrachtung der "Theorie der feinen Leute" von Thorstein Bunde Veblen hinsichtlich ihrer Aktualität

Titel: Demonstrativer Konsum und demonstrative Verschwendung

Hausarbeit , 2006 , 27 Seiten

Autor:in: M.A. Anna Lietz (Autor:in)

Soziologie - Konsum und Werbung

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Thorstein Bunde Veblen war ein US-amerikanischer Ökonom und Soziologe norwegischer Abstammung. Er ist einer der Gründerväter des amerikanischen Institutionalismus in der Nationalökonomie (Lerner 1948: 1). In der Ökonomie spielte Veblen eine duale Rolle, denn „he was a theorist, and a catalyst of reform“ (Dorfman 1958: 3). Als brillanter, facettenreicher und oft auch schwieriger Intellektueller hatte Veblen einen enormen Einfluss auf das nationalökonomische und sozialwissenschaftliche Denken in den USA, insbesondere in den 1930er Jahren. In dieser Arbeit werde ich mich nun mit Veblens sehr bekanntem Buch Theorie der feinen Leute. Eine ökonomische Untersuchung der Institutionen beschäftigen. Dabei werde ich das Buch einer kritischen Analyse hinsichtlich seiner heutigen Aktualität unterziehen. Hierbei werde ich folgendermaßen vorgehen: als erstes werde ich die Bedeutung von Veblen für die Soziologie darlegen. Eines von Veblens Zielen bestand darin, die Ökonomie mit anderen Wissenschaften zu verbinden. Daher werde ich im Folgenden auf seine Verbindung zwischen der Ökonomie und der Soziologie eingehen, die entscheidend ist für die Theorie der feinen Leute. Folgend werde ich mich mit dem sarkastischen Schreibstil der Theorie der feinen Leute und Veblens Menschenbild beschäftigen, um anschließend die Entwicklungsstufen des Menschen darzulegen. Nach dieser Abhandlung werde ich mich in Kapitel 4 der Muße und dem Konsum widmen. Dabei werde ich die Kriterien einer mit Muße verbrachten Zeit aufzeigen, die Manieren als die neue Waffe der leisure class erklären, sowie Veblens Definition der müßigen Klasse wiedergeben. Anschließend werde ich mich dem demonstrativen Konsum zuwenden, der neben der Muße ein Merkmal der leisure class darstellt. Veblen ging in seiner Theorie der feinen Leute auch auf die stellvertretende Muße und den stellvertretenden Konsum ein, weshalb ich auch diesen Aspekt in meiner Arbeit beleuchten möchte. Nach diesem Exkurs werde ich den Zweck der Theorie der feinen Leute erläutern, um mich in Kapitel 6 der Frage zu widmen, inwieweit die Theorie der feinen Leute heute noch zutrifft. Damit werde ich die Frage nach der Aktualität dieser Theorie beantwortet haben.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung: Thorstein Veblen als Sozialkritiker und Nationalökonom

1.1 Die Bedeutung von Veblen für die Soziologie: Verdienst und Anliegen

1.2 Veblens Verknüpfung von Soziologie und Ökonomie

2. Veblens Theorie der feinen Leute: Gesellschaftstheorie des Luxus und Prestiges

3. Die Entwicklungsstufen der Menschheit anhand Veblens Theorie der feinen Leute

3.1 Voraussetzungen für die Herausbildung der müßigen Klasse

3.2 Wie kommt es in der kulturellen Entwicklung zum System des Eigentums?

3.3 Der Wettlauf um das Geld – Die Anhäufung von Gütern

3.4 Von einer friedlichen Einstellung zu einer räuberischen Einstellung

3.5 Der Aspekt des Neids und der Aspekt der Gewalt

3.6 Lösung des Konflikts liegt in der Maschine

4. Muße und Verschwendung als Beweise des Reichtums

4.1 Definition einer müßigen Klasse

4.2 Veblens Ansicht des demonstrativen Konsums

4.3 Der Aspekt der stellvertretenden Muße und des stellvertretenden Konsums

5. Der Zweck der Theorie der feinen Leute

6. Trifft die Theorie der feinen Leute heute noch zu?

7. Schlussbemerkungen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht Thorstein Veblens Werk "Theorie der feinen Leute" auf seine soziologische Relevanz und Aktualität hin, indem sie die Entwicklung von Eigentum, Konsumverhalten und den Statusbegriff im historischen und gesellschaftlichen Kontext analysiert.

  • Veblens soziologische Theoriebildung und der Zusammenhang zwischen Ökonomie und Gesellschaft.
  • Die Entstehung und Definition der "müßigen Klasse" sowie deren demonstratives Verhalten.
  • Die Rolle von Neid, Gewalt und dem "Wettlauf um das Geld" in der menschlichen Entwicklungsgeschichte.
  • Die Bedeutung von Muße und demonstrativem Konsum als Statussymbole.
  • Eine kritische Überprüfung der Anwendbarkeit von Veblens Thesen auf moderne Konsumgesellschaften.

Auszug aus dem Buch

3.1 Voraussetzungen für die Herausbildung der müßigen Klasse

Die müßige Klasse ist nach Veblen (1986: 26) „allmählich, im Übergang von der primitiven zur barbarischen Stufe, entstanden“. Voraussetzungen für das Entstehen einer müßigen Klasse lauten:

1. Der Lebensstil der Gesellschaft muss räuberisch sein, das heißt, er muss in Krieg, Jagd, oder beidem zusammen bestehen, mit anderen Worten müssen die Männer, die in diesem Falle die im Entstehen begriffene müßige Klasse bilden, daran gewöhnt sein, anderen Wesen durch Gewalt oder List Schaden zuzufügen. 2. das zum Leben Notwendige muss so leicht zu beschaffen sein, dass ein ansehnlicher Teil der Gesellschaft von der täglichen Arbeit befreit werden kann (Veblen 1986: 26).

Daher wirkt „die Arbeitsteilung im Sinne einer Aufgliederung komplexer Arbeitsprozesse und Funktionen und deren Zuordnung an einzelne Individuen oder Gruppen“ (Scheuringer 2000: 25) gesellschaftstrukturierend und differenzierend. Damit ist die Institution einer vornehmen Klasse „das Ergebnis einer frühen Unterscheidung zwischen verschiedenen Tätigkeiten, einer Unterscheidung, der gemäß die einen Tätigkeiten wertvoll, die anderen unwürdig sind“ (Veblen 1986: 27). Diese Unterscheidung der Tätigkeiten richtet sich nach der Kultur, „denn die Motive, nach denen unterschieden, und die Norm, nach der beim Klassifizieren der Fakten vorgegangen wird, verändern sich (...) in dem Maß, in dem sich die Kultur entwickelt“ (Veblen 1986: 28).

Produktive Arbeit ist nach Veblen (1986: 31) „das Bemühen, aus dem passiven "rohen" Stoff etwas Neues mit einem neuen Zweck zu schaffen, der ihm durch die bildende Hand des Menschen verliehen wird“. Die Heldentat besteht dazu im Gegensatz, „insofern, als sie ein für den Handelnden nützliches Ergebnis zeigt, (...) in der Verwandlung von Kräften – die ursprünglich von einem anderen Agens für andere Zwecke bestimmt waren – und in deren Lenkung für die eigenen Zwecke“ (Veblen 1986: 31).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Thorstein Veblen als Sozialkritiker und Nationalökonom: Einführung in die Biografie Veblens und die Zielsetzung der Arbeit, Veblens Bedeutung für die Verbindung von Soziologie und Ökonomie kritisch zu beleuchten.

2. Veblens Theorie der feinen Leute: Gesellschaftstheorie des Luxus und Prestiges: Darstellung des theoretischen Rahmens, des sarkastischen Schreibstils und der Menschenbilder in Veblens Hauptwerk.

3. Die Entwicklungsstufen der Menschheit anhand Veblens Theorie der feinen Leute: Analyse der evolutionären Entwicklung von Gesellschaften von friedlichen, primitiven Stadien hin zu räuberischen Kulturen, in denen Arbeitsteilung und Eigentum entstehen.

4. Muße und Verschwendung als Beweise des Reichtums: Untersuchung der Begriffe Muße und demonstrativer Konsum als Mittel zur Distinktion und Demonstration von sozialem Status.

5. Der Zweck der Theorie der feinen Leute: Reflexion über Veblens Intention, die Rolle von Neid und Konkurrenz als treibende Kräfte menschlichen Strebens freizulegen.

6. Trifft die Theorie der feinen Leute heute noch zu?: Kritische Diskussion über die Gültigkeit von Veblens Thesen in der modernen, durch Konsum geprägten Industriegesellschaft.

7. Schlussbemerkungen: Zusammenfassende Bewertung der Relevanz Veblens für das Verständnis heutiger Konsummuster und Statusstrukturen.

Schlüsselwörter

Thorstein Veblen, Theorie der feinen Leute, müßige Klasse, demonstrativer Konsum, soziale Differenzierung, Eigentum, Statussymbol, Muße, Soziologie, Ökonomie, Kapitalismuskritik, räuberische Kultur, Distinktion, Wettbewerb, Konsumverhalten

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit einer kritischen soziologischen Analyse von Thorstein Veblens bekanntestem Werk, der "Theorie der feinen Leute", und untersucht dessen theoretische Ansätze zur Entstehung von Luxus, Prestige und Klassendifferenzierung.

Welche zentralen Themenfelder behandelt die Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der Schnittstelle zwischen Soziologie und Ökonomie, der Entstehung der "müßigen Klasse", der Bedeutung von Konsum als Ausdruck von Status sowie dem Einfluss von Neid und Gewalt auf die gesellschaftliche Entwicklung.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Hauptziel besteht darin, die Aktualität von Veblens Thesen zu überprüfen und aufzuzeigen, wie seine soziologischen Konzepte zur Analyse der Konsumgesellschaft des 21. Jahrhunderts beitragen können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse, bei der Veblens Primärquelle sowie ergänzende soziologische und ökonomische Fachliteratur herangezogen werden, um die Theorie kritisch zu hinterfragen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Evolutionsstufen der Gesellschaft, die Definition von Muße und demonstrativem Konsum sowie die Frage nach der zeitgenössischen Gültigkeit dieser Konzepte.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die zentralen Schlagworte sind neben dem Autor selbst: müßige Klasse, demonstrativer Konsum, soziale Distinktion, Eigentum und die wechselseitige Durchdringung von ökonomischem Handeln und sozialem Status.

Wie unterscheidet Veblen zwischen produktiver Arbeit und der "Heldentat"?

Veblen definiert produktive Arbeit als die Schaffung von etwas Neuem mit einem neuen Zweck, während die "Heldentat" – typisch für die müßige Klasse – auf Gewalt oder List basiert, um sich Güter anzueignen, was als ehrenhafter angesehen wird.

Warum spielt der Begriff "Neid" eine zentrale Rolle in Veblens Theorie?

Neid dient laut Veblen als treibende Kraft im gesellschaftlichen Wettbewerb, da er den Vergleich mit Mitmenschen erzwingt und das Bestreben antreibt, den eigenen Wohlstand und Status durch demonstrativen Konsum zu übertreffen.

Inwiefern hat sich die Rolle des Handys als Statussymbol laut der Arbeit verändert?

Das Handy wird als ein modernes Beispiel für Veblens Theorie angeführt, da es für den Geschäftsmann ein notwendiges Arbeitswerkzeug darstellt, während es für Jugendliche oft als Lifestyle-Produkt zur Statusdemonstration fungiert.

Ende der Leseprobe aus 27 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Demonstrativer Konsum und demonstrative Verschwendung
Untertitel
Eine kritische Betrachtung der "Theorie der feinen Leute" von Thorstein Bunde Veblen hinsichtlich ihrer Aktualität
Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Autor
M.A. Anna Lietz (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2006
Seiten
27
Katalognummer
V199856
ISBN (eBook)
9783656263036
ISBN (Buch)
9783656263401
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Geld Veblen Theorie Konsum Veblen Theorie Konsum Verschwendung leisure class
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
M.A. Anna Lietz (Autor:in), 2006, Demonstrativer Konsum und demonstrative Verschwendung, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/199856
Blick ins Buch
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