Im Mittelpunkt der folgenden Untersuchung sollen die germanischen Fürstengräber vom Typ Lübsow stehen.
H.J. Eggers stellte 1953 eine Reihe älterkaiserzeitlicher Grabfunde zusammen. Diese Gräbergruppe und dessen Abgrenzung gegen die gleichzeitigen normalen Bestattungen sollen im Rahmen dieser Arbeit kommentiert werden.
Es wird in dieser Arbeit erläutert was ein Lübsow Grab ist, nach den Kriterien römische Importe, Beigabenreichtum, Waffenlosigkeit, Körperbestattung, der aufwendige Grabbau, die Lage der Gräber, sowie eine Geschlechtsbestimmung der Gräber.
Inhaltsverzeichnis
Aufgabenstellung
Geschichtliches
Was ist ein Lübsow- Grab?
Die Lübsow- Gräber
Die einzelnen Lübsow-Grab-Kriterien
römischer Import als Grabbeigabe
weitere besondere Beigaben und Beigabenreichtum
Waffenlosigkeit
Körperbestattung
besonders aufwendiger Grabbau
Lager der Gräber abseits der großen Friedhöfe
Geschlechtsbestimmung in den Lübsow- Gräbern
Zusammenfassung
Literatur
Karten
Tabelle: Lübsow- Gräber
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die germanischen Fürstengräber des Typs Lübsow, um deren Charakteristika im Vergleich zu zeitgenössischen Standardbestattungen zu definieren und kritisch zu hinterfragen.
- Historische Einordnung der Funde in Mittelpommern
- Analyse der klassischen Kriterien nach H.J. Eggers
- Kritische Überprüfung der Grabkriterien durch M. Gebühr
- Untersuchung von Beigabenkombinationen und Sozialstrukturen
- Diskussion zur Problematik der Geschlechtsbestimmung in Gräbern
Auszug aus dem Buch
Was ist ein Lübsow Grab?
In der bisher erschienenen Literatur gibt es keine genaue Definition eines Lübsow- Grabes. Lediglich eine Beschreibung der Gemeinsamkeiten gibt eine Vorstellung eines Lübsow Grabes, an dieser Stelle möchte ich direkt H.J. Eggers zitieren und anhand dessen Zitate weiterarbeiten.
Eggers sagt: „Ob es sich um Polen oder Hannover, um Norwegen oder Schlesien handelt, stets treffen wir in diesen Gräbern Bronzeeimer, Becken, Kannen und Kasserollen, Silberbecher und Glasgefäße, Fibeln, Nadeln, Goldberlocks, Goldfingerringe, Schnallen und Riemenzungen, Spielsteine und Würfel, Trinkhörner und Tongefäße. Natürlich sind nicht alle Gräber gleich reich, auch sind sicherlich zahlreiche Inventare durch unsachgemäße Bergung stark verstümmelt. Trotzdem bleibt die einheitliche Gruppe erstaunlich.“
Weiter heißt es an anderer Stelle: „... auch die Beigabenkombination ist sehr konstant. Und stets pflegen sich diese Gräber sehr stark von dem zu unterscheiden, was sonst in der betreffenden Gegend üblich ist. Nur die Keramik und die eine oder andere sonstige Beigabe erscheint landschaftsgebunden."
Zusammenfassung der Kapitel
Aufgabenstellung: Einführung in die Thematik der germanischen Fürstengräber und die Zielsetzung der Arbeit.
Geschichtliches: Darstellung der Entdeckungsgeschichte der Lübsow-Gräber in Mittelpommern.
Was ist ein Lübsow- Grab?: Diskussion und Zitate zur Definition des Grabtyps nach H.J. Eggers.
Die Lübsow- Gräber: Identifikation und Selektion der für die Arbeit als aussagekräftig geltenden Gräber.
Die einzelnen Lübsow-Grab-Kriterien: Detaillierte Untersuchung der sechs Hauptmerkmale von der Importware bis zur Lage der Gräber.
Geschlechtsbestimmung in den Lübsow- Gräbern: Problematisierung der traditionellen Geschlechtszuschreibungen anhand von Grabbeigaben.
Zusammenfassung: Fazit über die Rolle der Lübsow-Gräber als Ausdruck einer germanischen Führungselite.
Schlüsselwörter
Lübsow-Gruppe, Germanische Fürstengräber, Römischer Import, Grabbeigaben, Ältere Kaiserzeit, Körperbestattung, Sozialgeschichte, Bestattungsritus, Trinkgeschirr, Elite, Siedlungsgeschichte, Archäologie, Bestattungssitten, Goldbeigaben, Waffenlosigkeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der archäologischen Analyse der germanischen Fürstengräber des Typs Lübsow, die für ihren besonderen Reichtum und ihre römischen Importbeigaben bekannt sind.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Definition und Abgrenzung der Lübsow-Gruppe, die Analyse des Grabbaus, die Auswertung spezifischer Grabbeigaben sowie die soziologische Interpretation des germanischen Hochadels.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die Kriterien für ein „Lübsow-Grab“ kritisch zu hinterfragen und zu prüfen, ob diese Merkmale tatsächlich exklusiv für diese Elitegräber sind oder auch in anderen Bestattungsformen vorkommen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich primär auf eine komparative Analyse bestehender Literatur und publizierter Grabungsbefunde (insbesondere von H.J. Eggers und M. Gebühr), ergänzt um eine eigene kritische Auswertung von Tabellen und Daten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von sechs spezifischen Kriterien, darunter der Import von Metall- und Glasgefäßen, die Waffenlosigkeit, die Bestattungsweise sowie die soziologische Einordnung der Bestatteten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem die Lübsow-Gruppe, römischer Import, Elitegräber der Älteren Kaiserzeit und die Problematik der archäologischen Geschlechtsbestimmung.
Warum ist die Bestimmung des Geschlechts in den Gräbern so schwierig?
Die Geschlechtsbestimmung ist aufgrund der schlechten Erhaltungsbedingungen der Skelette sowie der Tatsache, dass viele typische Beigaben (wie Schmuck oder Sportzubehör) nicht eindeutig einem Geschlecht zugeordnet werden können, sehr unsicher.
Welche Rolle spielt das Trinkgeschirr in den Gräbern?
Das Trinkgeschirr (häufig römischer Import) stellt ein zentrales Prestigeelement dar, das den gehobenen sozialen Status und die Teilhabe an einem spezifischen Trinkritus der Führungsschicht symbolisiert.
- Arbeit zitieren
- Steffen Kobes (Autor:in), 2003, Die germanischen Fürstengräber der Lübsow Gruppe, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/19934