"Neue Kriege" beschäftigen Politik und Forschung. Hier wird versucht, die Frage zu beantworten, was eigentlich neu an ihnen ist; die Entstaatlichung des Krieges wird als zentrales Merkmal herausgearbeitet. Vor diesem Hintergrund werden sodann diskutiert: der Begriff des Krieges, der Wandel des Krieges, die operationale Definition von Krieg sowie seine Typologisierung. Die Ansätze vierer internationaler und deutscher Forschungsprojekte werden unter die Lupe genommen; sie bieten noch genug Raum für Anpassung an die "neuen" Kriege.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Die Neuen Kriege
- Der Begriff des Krieges
- Dimensionen des Wandels
- Der schwache Staat als Vorbedingung
- Die Dominanz privater Akteure
- Die Ökonomisierung und Verstetigung des Krieges
- Die (ökonomische) Transnationalisierung der Konflikte
- Die Entregelung und Brutalität des Kriegsgeschehens
- Nichts Neues unter der Sonne? – Der moderne nichtstaatliche Krieg
- Die Klassifikation von Kriegen
- Staatlichkeit als Maßstab?
- Operationale Typologien
- Die operationale Definition von Krieg
- Fazit
- Literatur
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit befasst sich mit dem Wandel des Krieges im internationalen System und untersucht die neuartigen Erscheinungsformen von Konflikten, die als „neue Kriege“ bezeichnet werden. Die Arbeit beleuchtet die Herausforderungen, die diese Entwicklungen für die Kriegsursachenforschung mit sich bringen, insbesondere in Bezug auf die Klassifikation und Definition von Krieg. Sie analysiert, inwieweit bestehende Konzepte und Forschungspraktiken in der Lage sind, die Besonderheiten der neuen Kriege zu erfassen und zu erklären.
- Die Charakteristika der „Neuen Kriege“
- Die Herausforderungen für die Kriegsursachenforschung
- Die Relevanz von Klassifikationen und Definitionen von Krieg
- Die Rolle des Staates in den neuen Konflikten
- Die Bedeutung ökonomischer Faktoren im Krieg
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt die These auf, dass der Krieg im Wandel begriffen ist und dass die „Neuen Kriege“ neue Herausforderungen für die Kriegsursachenforschung darstellen. Kapitel 2 erläutert den Begriff des Krieges und analysiert die Dimensionen des Wandels, die mit den „Neuen Kriegen“ einhergehen, darunter die Dominanz privater Akteure, die Ökonomisierung und Transnationalisierung von Konflikten sowie die Entregelung und Brutalität des Kriegsgeschehens. Kapitel 3 befasst sich mit der Klassifikation von Kriegen und hinterfragt die Relevanz von Staatlichkeit als Ordnungsgröße. Kapitel 4 widmet sich der operativen Definition von Krieg und deren Relevanz für die empirische Erfassung von Kriegen.
Schlüsselwörter
Neue Kriege, Kriegsursachenforschung, Staatlichkeit, Klassifikation, operationale Definition, transnationale Konflikte, Ökonomisierung des Krieges, private Akteure, Gewalt, Kriegstheorie.
Häufig gestellte Fragen
Was kennzeichnet "Neue Kriege" im Gegensatz zu klassischen Kriegen?
Zentrale Merkmale sind die Entstaatlichung der Gewalt, die Dominanz privater Akteure (Warlords, Söldner) und eine starke Ökonomisierung der Konflikte.
Welche Rolle spielen ökonomische Interessen in modernen Konflikten?
In neuen Kriegen geht es oft weniger um politische Ziele als vielmehr um die Kontrolle über Ressourcen und die Aufrechterhaltung einer profitablen Gewaltökonomie.
Warum ist die klassische Definition von Krieg heute oft unzureichend?
Frühere Definitionen setzten Staaten als Hauptakteure voraus. Neue Kriege finden jedoch oft innerhalb zerfallender Staaten und unter Beteiligung nicht-staatlicher Gruppen statt.
Was bedeutet "Entregelung des Kriegsgeschehens"?
Damit ist gemeint, dass völkerrechtliche Standards und die Trennung zwischen Kombattanten und Zivilisten zunehmend missachtet werden, was zu extremer Brutalität führt.
Welche Herausforderungen ergeben sich für die Kriegsforschung?
Die Forschung muss ihre Kategorien und Datensätze anpassen, da traditionelle Zählweisen von Opfern oder die Bedingung einer Kriegserklärung die Realität nicht mehr abbilden.
- Quote paper
- Frank Stadelmaier (Author), 2003, Neue Kriege und die Kriegsforschung. Zur Notwendigkeit einiger Anpassungsleistungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/19932