Bibliographische Angaben zu lateinamerikanischem Spanisch, mexikanischem Spanisch sowie dem Problem des andalucismo des amerikanischen Spanisch sowie Zusammenfassung von linguistischen Aufsätzen zu diesen Themen.
Inhaltsverzeichnis
1. Mexikanisches Spanisch: Analyse der Regionalvarietät des Spanischen auf der Halbinsel Yucatán
1.1 Einfluss des Yucatekischen Maya auf Wortschatz und Aussprache
1.2 Soziolinguistische Aspekte: Bilingualismus und Prestige
1.3 Phonetik und Phonologie: Merkmale des yucatekischen Spanisch
1.4 Prosodische Besonderheiten und Intonationsmuster
2. Das Problem des 'Andalucismo' des amerikanischen Spanisch
2.1 Die Andalucismo-These vs. Antiandalucismo-These
2.2 Historische Ursprünge und Einwanderungstheorien
2.3 Sprachliche Parallelen: Seseo, Yeísmo und Konsonantenreduktion
2.4 Morphosyntaktische Besonderheiten: Voseo und Diminutivbildung
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die Arbeit untersucht linguistische Variationen innerhalb des lateinamerikanischen Spanisch, wobei ein besonderer Fokus auf den Auswirkungen von Sprachkontakt und historischen Entwicklungsprozessen liegt. Die zentrale Forschungsfrage beschäftigt sich damit, wie indigene Einflüsse und historische Siedlungsmuster die Ausprägung regionaler Varietäten, wie des yucatekischen Spanisch, sowie die Debatte um den sogenannten Andalucismo im amerikanischen Spanisch maßgeblich beeinflusst haben.
- Sprachkontakt zwischen dem Spanischen und indigenen Sprachen (Maya).
- Soziolinguistische Faktoren und das Prestige regionaler Sprachformen.
- Phonologische und prosodische Besonderheiten des yucatekischen Spanisch.
- Die wissenschaftliche Kontroverse um den Einfluss des andalusischen Spanisch in Amerika.
- Morphosyntaktische Phänomene des amerikanischen Spanisch (z.B. Voseo, Leísmo/Loísmo).
Auszug aus dem Buch
Eigenschaften bzw. Besonderheiten des yucatekischen Spanisch
Im yucatekischen Spanisch gibt es Längungen der Vokale sowie Akzentverschiebungen, so resultieren aus Monophtongierungen Akzentverschiebungen, dabei werden Lexeme wie z.B. ie zu e: /tierra/ wird zu /terra/ und ue zu o: /fuerte/ wird zu /forte/, die erste Silbe ist dann betont. Die Akzentverschiebungen kommen aber auch durch Diphtongierungen zu Stande, z.B. wenn ahí /ái/ realisiert wird anstatt von /aí/ oder auch durch den Verlust des Mittelkonsonanten -d- und den Enkonsonanten -s-. Auch werden Wörter, in denen die Vokalsequenz -ua- vorkommt anders akzentuiert, da diese in den Mayasprachen nicht existiert, casualemente wird dann folgendermaßen artikuliert: /káswalmente/. Es gibt natürlich nicht nur Unterschiede zwischen der spanischen Norm und der Regionalvarietät Yucatáns, sondern auch Gemeinsamkeiten, denn in absoluten Fragesätzen entspricht die yucateksiche Variante im allgemeinen der Regel des Spanischen, also wenn die Endsilbe betont ist, endet die Frage mit einem steigenden Ton.
Ist die Endsilbe allerdings unbetont, ist im Spanischen Yucatáns der Grundton der letzten betonten Silbe höher und die Frage endet in einem fallenden Ton. Beginnen Fragesätze mit einem Pronomen ist die Betonung anders als im Normspanischen, jedoch nicht allzu stark abweichend. Bei den Aussagesätzen findet sich eine parallele Abweichung wie bei den absoluten Frangesätzen, denn auch hier wird im yucatekischen Spanisch wenn die Endsilbe der Aussgage unbetont ist, die letzte betonte Silbe mit einer steigenden Tonhöhe versehen und danach fällt die Betonung.
Im Unterschied zu der Regel des Normspanischen ist es im Spanisch Yucatáns bei der Betonung in Aufzählungen so, dass diese steigende Tonhöhe auf die betonte Silbe fällt. Somit kann man als besonderes Merkmal festhalten, dass im yucatekischen Spanisch in der Endstellung tendenziell die Betonung mit der betonten Silbe zusammenfällt und diese dadurch eine zusätzliche Intensität erhält.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Mexikanisches Spanisch: Analyse der Regionalvarietät des Spanischen auf der Halbinsel Yucatán: Dieses Kapitel beleuchtet den tiefgreifenden Einfluss des Yucatekischen Maya auf das Spanische in Yucatán, insbesondere in phonetischer und prosodischer Hinsicht. Dabei wird aufgezeigt, wie Bilingualismus und soziales Prestige die Normschwächung des Spanischen in dieser Region bedingen.
2. Das Problem des 'Andalucismo' des amerikanischen Spanisch: Hier wird die linguistische Debatte zwischen der Andalucismo-These und der Antiandalucismo-These kritisch untersucht. Es werden zentrale Merkmale wie Seseo, Yeísmo und voseo analysiert, um die Frage nach der historischen Genese der amerikanischen Varietäten zu klären.
Schlüsselwörter
Spanisch, Lateinamerika, Mexiko, Yucatán, Maya, Sprachkontakt, Soziolinguistik, Andalucismo, Phonetik, Prosodie, Voseo, Dialektologie, Sprachvarietät, Mehrsprachigkeit, Sprachwandel
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der linguistischen Analyse des lateinamerikanischen Spanisch, insbesondere mit den regionalen Besonderheiten und deren Ursprüngen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themenfelder umfassen den Sprachkontakt zwischen dem Spanischen und indigenen Sprachen sowie die historische Diskussion über den Einfluss des südspanischen Spanisch auf die amerikanischen Varietäten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die strukturellen Besonderheiten, wie phonetische Längungen oder grammatikalische Eigenheiten, in ihrem jeweiligen soziolinguistischen und historischen Kontext zu erklären.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es wird eine deskriptive linguistische Analyse durchgeführt, die auf der Auswertung bestehender wissenschaftlicher Aufsätze und linguistischer Daten basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Fallstudie zum yucatekischen Spanisch und eine kritische Auseinandersetzung mit der Andalucismo-Debatte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Schlagworte sind Sprachkontakt, Maya-Einfluss, Andalucismo, phonetische Variation und soziolinguistisches Prestige.
Wie unterscheidet sich die Betonung in yucatekischen Fragesätzen vom Normspanischen?
Im yucatekischen Spanisch weicht die Intonation bei unbetonten Endsilben ab, indem der Grundton der letzten betonten Silbe höher liegt und die Frage auf einen fallenden Ton endet.
Was besagt die 'meridionalismo occidental'-Theorie?
Diese Theorie schlägt vor, die Ähnlichkeiten zwischen dem andalusischen und amerikanischen Spanisch eher als parallele phonetische Entwicklungen zu betrachten, statt sie rein historisch auf die Herkunft der Siedler zurückzuführen.
- Quote paper
- Christina Müller (Author), 2006, Bibliographische Angaben sowie Zusammenfassungen , Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/199055