In meiner Hausarbeit zu dem Thema "Zur Rolle der audiovisuellen Medien in Jean Echenoz'
'Les grandes blondes' " möchte ich nach einer kurzen Zusammenfassung des Inhalts zunächst
die Eigenschaften des postavantgardistischen Romans im allgemeinen erläutern und
anschließend den Roman von Echenoz als Beispiel anbringen. Danach werde ich auf die
filmische Schreibweise eingehen, wobei zunächst theoretische und allgemeine Erklärungen
als Erläuterung gegeben werden sollen, bevor ich die filmische Schreibweise auf den Roman
von Echenoz anwende. Durch die Präsentation der filmischen Schreibweise sollen die
unterschiedlichen Rollen der audiovisuellen Medien im Roman dargestellt und herausgestellt
werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Kurze Zusammenfassung des Romaninhalts
3. Der postavantgardistische Roman
3.1. Charakteristika/Hintergründe
3.2. "Les grandes blondes" als Beispiel
4. Filmische Schreibweise
4.1. Kennzeichen
4.2. Präzisierung durch "Les grandes blondes"
5. Schluss
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle audiovisueller Medien, insbesondere des Films und des Fernsehens, im Roman "Les grandes blondes" von Jean Echenoz. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie sich filmische Erzählweisen und mediale Bezüge als "filmisches Schreiben" in der zeitgenössischen französischen Literatur manifestieren und welche Funktionen diese für die narrative Struktur des Romans einnehmen.
- Charakteristika des postavantgardistischen Romans in Frankreich.
- Theoretische Grundlagen des Konzepts "filmisches Schreiben".
- Intermediale Beziehungen zwischen Literatur, Film und Fernsehen.
- Analyse der filmischen Techniken und Hitchcock-Bezüge in "Les grandes blondes".
- Die kritische Darstellung der Fernsehwelt in Echenoz' Werk.
Auszug aus dem Buch
4.2. Präzisierung durch den Roman "Les grandes blondes"
Der Roman "Les grandes blondes" von Jean Echenoz gehört zu dem Genre "Abenteuergeschichte" beziehungsweise "Kriminalroman" und enthält zahlreiche Anspielungen auf den Film. So findet man Szenen wie die Folgende, die fast schon wie im Zeitraffer abläuft, nämlich als sich Donatienne und ein Mann aus Höflichkeit den Weg versperren, was wie eine traditionelle Slapstickszene gestaltet ist: "L'une sortant de la pièce comme l'autre allait entrer, ils reculèrent d'abord en s'effaçant puis, vieux malentendu, chacun s'engouffrant simultanément dans l'espace libéré par son vis-à-vis, ils se bousculèrent à peine dans l'axe de la porte".
Das "Filmische" in Echenoz' Roman besteht außerdem in einem "klischeehaften Figurenarsenal", dem "außergewöhnlich hohen Erzähltempo", den "Zeitsprüngen" und den "abrupten Ortswechseln". Die Ortswechsel gehen sogar über Kontinente hinweg, denn Gloria wechselt von Frankreich nach Australien und nach Indien ohne dass der Leser diese Wechsel genauestens angekündigt bekommt, denn die Schnitte, die man zum Beispiel beim Medium Film hat, entfallen hier und erfordern die Phantasie eines aufmerksamen Lesers, der dadurch gezwungen ist, sich das Fehlende aus dem Kontext zu erschließen. Solch einen abrupten Ortswechsel findet man in Echenoz Roman nicht nur zwischen Kapiteln oder Absätzen, sondern sogar zwischen Sätzen: "On survolait alors l'Arabie Séouite. Aéroport de Paris-Charles-de-Gaulle, donc, trois heures plus tard".
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung skizziert das Thema der audiovisuellen Medien bei Jean Echenoz und erläutert den Aufbau der Arbeit sowie die methodische Herangehensweise.
2. Kurze Zusammenfassung des Romaninhalts: Es wird eine prägnante Inhaltsangabe des Romans "Les grandes blondes" gegeben, wobei die Flucht der Protagonistin Gloria vor einem TV-Produzenten und verschiedenen Detektiven im Fokus steht.
3. Der postavantgardistische Roman: Dieses Kapitel definiert den postavantgardistischen Roman, seine Abkehr von klassischen Konventionen und seine Hinwendung zu intermedialen Verfahren.
3.1. Charakteristika/Hintergründe: Hier werden die theoretischen Hintergründe dieser Strömung beleuchtet, einschließlich der ludischen Attitüde und der Verwendung heterogener Erzählebenen.
3.2. "Les grandes blondes" als Beispiel: Es wird dargelegt, wie Echenoz' Roman die postavantgardistischen Merkmale durch einen ludisch-ironischen Schreibstil und mediale Bezüge illustriert.
4. Filmische Schreibweise: Das Kapitel thematisiert die theoretischen Aspekte der wechselseitigen Beziehung von Film und Literatur im modernen Kontext.
4.1. Kennzeichen: Hier werden die Merkmale des "filmischen Schreibens" sowie die mediale Bedeutung von Film und Fernsehen im kulturellen System erörtert.
4.2. Präzisierung durch den Roman "Les grandes blondes": Dieses Kapitel analysiert konkrete filmische Techniken wie Schnitte, Zeitsprünge und Anspielungen auf Alfred Hitchcocks Filme in Echenoz' Roman.
5. Schluss: Der Schluss fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert über die Schwierigkeiten und Möglichkeiten der Identifizierung intermedialer Bezüge in literarischen Texten.
Schlüsselwörter
Jean Echenoz, Les grandes blondes, Filmische Schreibweise, Intermedialität, Postavantgardistischer Roman, Literatur, Film, Fernsehen, Alfred Hitchcock, Erzählstruktur, Medienästhetik, Metaphorik, Medialer Wandel, Narration, Frankreich.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht, wie Jean Echenoz in seinem Roman "Les grandes blondes" filmische Erzähltechniken und mediale Referenzen integriert, um ein spezifisches "filmisches Schreiben" zu erzeugen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themen sind das Verhältnis von Literatur und Film, die Ästhetik des postavantgardistischen Romans sowie die Rolle des Fernsehens als kritisches oder konstitutives Element in der Literatur.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Arbeit fragt danach, wie sich das "Filmische" in einem literarischen Text durch spezifische Mittel markieren lässt und welche Funktion diese medienübergreifenden Verfahren innerhalb des Romans einnehmen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Autorin nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, die theoretische Konzepte zur Intermedialität auf den konkreten Text von Jean Echenoz anwendet und dabei Sekundärliteratur zur Interpretation heranzieht.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil wird zunächst der theoretische Rahmen des postavantgardistischen Romans abgesteckt, gefolgt von einer detaillierten Analyse der filmischen Schreibweise, wobei insbesondere Hitchcocks Einfluss und die Darstellung des Fernsehens untersucht werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Intermedialität, filmisches Schreiben, Postavantgarde, Jean Echenoz, mediale Transformation und die spezifische Analyse von "Les grandes blondes".
Wie spielt das Werk von Alfred Hitchcock eine Rolle in dem Roman?
Echenoz bezieht sich explizit auf Hitchcock-Filme wie "Vertigo" und "Psycho", um seine Protagonistin als Kinomythos zu stilisieren und filmische Spannungsmomente in die Erzählung zu übertragen.
Warum wird das Fernsehen im Roman oft negativ dargestellt?
Das Fernsehen wird häufig mit der Entfremdung der Charaktere von der Realität verknüpft; die Protagonisten verfallen in eine Abhängigkeit von medialen Inhalten, was ihre psychische Isolation und ihr Scheitern im "echten" Leben spiegelt.
- Arbeit zitieren
- Christina Müller (Autor:in), 2007, Zur Rolle der audiovisuellen Medien in Jean Echenoz' "Les grandes blondes", München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/199040