In dieser Hausarbeit wird neben der Entstehung der Rechtsordnung und ihr Bezug zum Eigentum, auch das Wohlwollen (Sympathie) und die Selbstsucht (Egoismus) untersucht.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der Rechtssinn – eine natürliche oder künstliche Tugend
2.1 Die natürlichen Tugenden
2.2 Die künstlichen Tugenden
2.3 Der Rechtssinn als künstliche Tugend
3. Die Rechtsordnung
3.1 Die Entstehung der Rechtsordnung
3.1.1 Der Ursprung der Gesellschaft
3.1.2 Das Eigentum
3.1.3 Egoismus vs. Sympathie
3.1.4 Ein kurzer Rückblick an Hand von drei Sätzen
3.1.5 Unterscheidung von sittlich schönen und sittlichen Seite hässlichen Normen
4. Fazit: Der Mensch und die Gesellschaft
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Zustandekommen der Rechtsordnung im Rahmen der Philosophie von David Hume. Im Fokus steht dabei die zentrale Frage, wie aus dem Zusammenspiel von menschlichem Egoismus, Knappheit der Güter und dem Prinzip der Sympathie künstliche Normen entstehen, die das gesellschaftliche Zusammenleben ermöglichen.
- Unterscheidung zwischen natürlichen und künstlichen Tugenden bei Hume.
- Die Entstehung der Gesellschaft aus dem Selbsterhaltungstrieb des Menschen.
- Die zentrale Bedeutung des Begriffs Eigentum für die Rechtsordnung.
- Das Spannungsfeld zwischen egoistischen Trieben und dem öffentlichen Interesse.
- Die Rolle der Sympathie als Grundlage für die Anerkennung moralischer Normen.
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Der Ursprung der Gesellschaft
Nach dieser Fragestellung führt Hume im Treatise an, dass der Mensch ein Mängelwesen ist. „Die Natur [scheint] auf den ersten Blick grausam verfahren zu sein“ (Hume 1978, S. 228), da der Mensch von Natur aus wenige Mittel zur Befriedigung seiner Bedürfnisse und Ansprüche erhalten zu haben scheint. Nach Hume bedarf der Mensch der Gesellschaft um zu überleben:
„Nur durch Vergesellschaftung kann er diesen Mängeln abhelfen und sich zur Gleichheit mit seinen Nebengeschöpfen erheben, ja sogar eine Überlegenheit über dieselben gewinnen. Durch die Gesellschaft wird seine Schwäche ausgeglichen, […]. So wird er in jeder Beziehung glücklicher und zufriedener, als er es im Zustand der Wildheit und Vereinsamung jemals hätte werden können.“ (Hume 1978, S. 228)
Den ursprünglichen, gesellschaftslosen Zustand entwirft Hume nicht als goldenes Zeitalter wie Rousseau, aber auch nicht als bellum omnium contra omnes wie Hobbes. Er sieht im Menschen ein Mischwesen aus Egoismus und Altruismus. Schon im Naturzustand bestand ein Ausgleich zwischen den selbstsüchtigen und sozialen Neigungen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Philosophie David Humes ein und legt den theoretischen Grundstein für die Untersuchung der Anthropologie und der experimentellen Begründungsmethode in seinem Werk Treatise of Human Nature.
2. Der Rechtssinn – eine natürliche oder künstliche Tugend: Hier wird analysiert, warum der Rechtssinn bei Hume nicht als angeborene Eigenschaft, sondern als künstlich geschaffene Tugend zu verstehen ist, die erst durch Konventionen entsteht.
3. Die Rechtsordnung: Dieses Kapitel erläutert die Genese der Rechtsordnung durch die Analyse von menschlichen Defiziten, dem Entstehen von Eigentum und der notwendigen Kanalisierung von Egoismus durch gesellschaftliche Übereinkünfte.
4. Fazit: Der Mensch und die Gesellschaft: Das Fazit fasst zusammen, dass der Mensch ein geselliges Wesen in einer Pluralität ist, das seine eigene Identität und Moral erst durch die Einbindung in eine gesellschaftliche Ordnung entwickelt.
Schlüsselwörter
David Hume, Rechtsordnung, Gesellschaftstheorie, künstliche Tugend, Eigentum, Egoismus, Sympathie, Anthropologie, Sittenregeln, Empirismus, Gemeinwohl, soziale Institution, moralische Urteile, Mensch als Mängelwesen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die Entstehung der Rechtsordnung in der Philosophie von David Hume und untersucht dabei, wie moralische Normen aus menschlichen Bedürfnissen und Vernunft abgeleitet werden.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zu den Schwerpunkten gehören das Verhältnis von natürlichem Egoismus und gesellschaftlicher Kooperation, die Bedeutung des Eigentumsbegriffs sowie die Unterscheidung zwischen natürlichen und künstlich erzeugten Tugenden.
Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?
Das Ziel besteht darin, aufzuzeigen, dass die Rechtsordnung keine natürliche Gegebenheit ist, sondern eine notwendige menschliche Erfindung, um das Überleben und Zusammenleben in einer Gesellschaft bei knappen Gütern zu sichern.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Die Arbeit stützt sich primär auf die Interpretation des Werkes "A Treatise of Human Nature" von David Hume sowie auf ergänzende Auslegungen bekannter Hume-Forscher.
Was wird im umfangreichen Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil widmet sich detailliert der psychologischen und soziologischen Begründung der Rechtsordnung, beginnend beim Naturzustand des Menschen bis hin zur Etablierung bürgerlicher Pflichten.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die wesentlichen Begriffe sind Egoismus, Sympathie, künstliche Tugend, Rechtsordnung, Eigentum und das Konzept des Menschen als Mängelwesen.
Wie unterscheidet Hume zwischen natürlichen und künstlichen Tugenden?
Während natürliche Tugenden wie das Wohlwollen angeboren sind und affektiv motiviert werden, sind künstliche Tugenden wie der Rechtssinn zweckorientierte Konventionen, die erst durch soziale Interaktion und Erziehung entstehen.
Warum ist das Eigentum laut Hume essenziell für die Rechtsordnung?
Das Eigentum bildet den zentralen Ankerpunkt, da die Unsicherheit hinsichtlich des Besitzes das größte Hindernis für ein friedliches gesellschaftliches Zusammenleben darstellt und somit den Anstoß für die vertragliche Festlegung von Rechtsnormen gibt.
Welche Rolle spielt die Sympathie im Prozess der moralischen Bewertung?
Die Sympathie fungiert als das dem Egoismus entgegenwirkende Einfühlungsvermögen, das es dem Individuum ermöglicht, den Nutzen für die Allgemeinheit zu erkennen und damit die sittliche Anerkennung der Rechtsordnung zu begründen.
- Arbeit zitieren
- M.A. Miriam Bauer (Autor:in), 2008, Die Entstehung der Rechtsordnung in David Humes "A Treatise of Human Nature: Being an Attempt to Introduce the Experimantal Method of Reasoning into Moral Subjects", München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/199032