"Alle Gegenstände des Deutschunterrichts sind Medien: Bücher, Zeitschriften, Zeitungen (Printmedien), Hefte (Handschriften), verbale und nonverbale Äußerungen, Hörspiele, Filme (audiovisuelle Medien)"
[Abraham, Ulf / Kepser, Matthis: Literaturdidaktik Deutsch. Eine Einführung. Berlin: Schmidt 2009, S. 185]
Medien spielen wohl zweifelsohne 'die' zentrale Rolle im Deutschunterricht. Folglich drängt sich geradezu die Frage auf, wie sich selbige produktiv für den Deutschunterricht allgemein und insbesondere für den modernen Ansatz der 'prozessorientierten Schreibdidaktik' nutzbar machen lassen.
Die vorliegende studentische Hausarbeit versucht sich dieser Frage zu nähern, indem Medienkonzepte betrachtet, Möglichkeiten und Potentiale, wie sich Medien in oben genannten Ansatz integrieren lassen, aufgezeigt und beispielhafte Unterrichtsreihen vorgestellt werden.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Prozessorientierte Schreibdidaktik – Theorie
a. Historische Entwicklung
b. Verständnis des Schreibprozesses in der prozessorientierten Schreibdidaktik
c. Grundvorgehen der SchülerInnen in der prozessorientierten Schreibdidaktik
III. Prozessorientierte Schreibdidaktik in der Praxis
a. Bedingungsfaktoren
b. Differenzierung
c. Planung von Unterricht
d. Durchführung von Unterricht
IV. Medien – Definitionen und Konzepte
a. Einleitende Worte
b. Shannon: Medien als neutrale Mittler
c. McLuhan: Das Medium ist die Botschaft
d. Pross: Primäre, sekundäre und tertiäre Medien
e. Sandbothe: Medien im weiten, engen und engsten Sinn
f. Schmidt: Medium als Kompaktbegriff
g. Zu berücksichtigende Punkte der dargestellten Konzepte
V. Möglichkeiten des Einsatzes von Medien in einer prozessorientierten Schreibdidaktik
a. Einleitung und Einschränkung
b. Schreiben zu einzelnen Worten
c. Schreiben zu literarischen Texten
d. Schreiben zu auditiven Medien
e. Schreiben zu visuellen Medien
f. Schreiben zu audiovisuellen Medien
g. Symmedien in der prozessorientierten Schreibdidaktik
h. Schreiben zu sonstigen Medien
VI. Beispielhafte Unterrichtsreihen
a. Unheimliche Geschichten – Darstellung von Medieneinsatz in der Sekundarstufe I
i. Planung
ii. Durchführung der Unterrichtsreihe
b. Barocklyrik – Darstellung von Medieneinsatz in der Sekundarstufe II
i. Planung
ii. Durchführung der Unterrichtsreihe
VII. Resümee der Möglichkeiten des Medieneinsatzes
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht, wie verschiedene Medien gezielt in den modernen Ansatz der prozessorientierten Schreibdidaktik integriert werden können, um den Schreibunterricht fruchtbarer zu gestalten und Lernprozesse zu unterstützen.
- Theoretische Fundierung der prozessorientierten Schreibdidaktik
- Analyse verschiedener Medientheorien und -konzepte (u.a. Shannon, McLuhan, Pross)
- Möglichkeiten und Potenziale des Medieneinsatzes für verschiedene Schreibanlässe
- Praktische Illustration durch Unterrichtsreihen für die Sekundarstufe I und II
Auszug aus dem Buch
IV.b. SHANNON: MEDIEN ALS NEUTRALE MITTLER
Im Gegensatz zu anderen Ansätzen, die in dieser Hausarbeit vorgestellt werden, versucht Shannons Ansatz den Terminus tatsächlich zu definieren.
Er geht davon aus, dass ein Medium ein „neutraler Übertragungskanal“ sei. Als ein solcher Kanal steht das Medium zwischen dem Sender und dem Empfänger und bildet eine Art Mitte zwischen den Kommunikationspartnern, über welche die Kommunikation abläuft.
Mit Dieter Mersch lässt sich dieser Gedanke verdeutlichen, nämlich dann, wenn er schreibt, dass „Medien buchstäblich »dazwischen« treten und Instanzen der Übermittlung, Darstellung, Verbreitung, des Austausches und der Wiederholung bilden“, wenngleich bei dem Konzept Shannons die Dimension des Interpretierens keine Rolle spielt. Noch weiter verdeutlichen lässt sich Shannons Konzept, wenn das Organon-Modell von Karl Bühler, sowie Shannons eigenes Modell ins Auge gefasst wird und die Mediendefinition an Bühlers Modell erläutert wird.
Im Organon-Modell nutzt der Sender sprachliche Zeichen, welche nach dem Verständnis Shannons als Medium aufgegriffen werden müssen, die einen Gegenstand oder einen Sachverhalt darstellen, um eben durch das Darstellen des Sachverhaltes an den Empfänger zu appellieren. Im Gegensatz jedoch zu später thematisierten Ansätzen tragen die genutzten Zeichen bei Shannon keinerlei Bedeutung, wie ersichtlich wird, wenn seine eigene Darstellung betrachtet wird. Sprachliche Besonderheiten, wie non-, bzw. paraverbale Signale, etwa die Prosodie, werden in diesem Ansatz vollständig ausgeklammert und finden keinerlei Berücksichtigung. Allerdings ist dies nicht als Manko des Modells aufzufassen, da es Shannon nur um die technischen Probleme der Signalübertragung geht und die „semantisch-pragmatischen Aspekte […] zwischenmenschlicher Rede“ nicht behandelt werden.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Die Arbeit erläutert die Bedeutung von Medien im Deutschunterricht und führt in das Ziel ein, deren Einsatzmöglichkeiten innerhalb der prozessorientierten Schreibdidaktik aufzuzeigen.
II. Prozessorientierte Schreibdidaktik – Theorie: Dieses Kapitel skizziert die historische Entwicklung der Schreibdidaktik und definiert das Verständnis des Schreibprozesses als aktiven Konstruktionsprozess.
III. Prozessorientierte Schreibdidaktik in der Praxis: Hier werden die Rollen der Lehrenden, inklusive Bedingungsfaktoren, Differenzierung und Unterrichtsplanung, innerhalb des prozessorientierten Ansatzes beleuchtet.
IV. Medien – Definitionen und Konzepte: Es werden verschiedene theoretische Ansätze zur Definition von Medien vorgestellt, um eine Basis für den Medieneinsatz zu schaffen.
V. Möglichkeiten des Einsatzes von Medien in einer prozessorientierten Schreibdidaktik: Dieser Teil konkretisiert verschiedene Medienarten wie Wort, literarische Texte, auditive und visuelle Medien als Impulsgeber für Schreibanlässe.
VI. Beispielhafte Unterrichtsreihen: Die Theorie wird durch zwei konkrete Unterrichtskonzepte zu „Unheimliche Geschichten“ und „Barocklyrik“ in die Praxis transferiert.
VII. Resümee der Möglichkeiten des Medieneinsatzes: Das Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und betont die zentrale Rolle von Medien für Erkenntnis und Wahrnehmung.
Schlüsselwörter
Prozessorientierte Schreibdidaktik, Deutschunterricht, Medienkonzepte, Schreibanlässe, Medien im Unterricht, Medientheorie, Unterrichtsplanung, Differenzierung, Schreibprozess, Literaturdidaktik, Kreatives Schreiben, Medieneinsatz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie verschiedene Medien in den modernen Ansatz der prozessorientierten Schreibdidaktik integriert werden können, um das Schreiben als Prozess bei Schülerinnen und Schülern zu fördern.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Themen sind die theoretischen Grundlagen des Schreibens als Prozess, verschiedene wissenschaftliche Mediendefinitionen und deren Anwendung sowie die praktische Umsetzung in Unterrichtsreihen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, Möglichkeiten und Potenziale aufzuzeigen, wie unterschiedliche Medien genutzt werden können, um Schreibanlässe zu schaffen und den Schreibprozess im Unterricht zu unterstützen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse verschiedener schreibdidaktischer Konzepte sowie Medientheorien, die in konkrete unterrichtspraktische Szenarien überführt werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung zur Schreibdidaktik, eine Analyse verschiedener Medientheorien und eine detaillierte Darstellung von Möglichkeiten des Medieneinsatzes für verschiedene Medienarten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind prozessorientierte Schreibdidaktik, Medieneinsatz, Schreibprozess, Schreibanlässe, Literaturdidaktik und Medientheorien.
Wie unterscheidet sich das prozessorientierte Schreiben vom traditionellen Aufsatzschreiben?
Im Gegensatz zur alten Aufsatzerziehung, die sich auf die Reproduktion von Mustern konzentrierte, rückt der prozessorientierte Ansatz den individuellen Schreibprozess mit den Schritten Planen, Formulieren und Überarbeiten in den Mittelpunkt.
Welche Rolle spielen Unterrichtsreihen in dieser Arbeit?
Die Unterrichtsreihen dienen dazu, den Transfer von der Theorie zur Praxis zu illustrieren, indem sie exemplarisch zeigen, wie Lehrer Medien in den Unterricht für die Sekundarstufe I und II integrieren können.
- Quote paper
- Benjamin Thimm (Author), 2011, Möglichkeiten des Einsatzes von Medien in einer prozessorientierten Schreibdidaktik, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/198671