Gegenstand der vorliegenden Arbeit ist die bilanzpolitische Abbildung von Vorräten gemäß IAS 2. Zunächst wird eine grundlegende Problemstellung definiert, wobei die Fragestellung nach bilanzpolitischen Möglichkeiten für ein Unternehmen aufkommt. Anschließend werden ein kurzer Überblick, sowie die Zielsetzung von IAS 2 aufge-zeigt. Hierbei wird auch der Anwendungsbereich dieses Standards erläutert.
Im Hauptteil wird aufgezeigt, wie Vorräte zu bilanzieren sind, um anschließend eine der möglichen bilanzpolitischen Gestaltungsspielräume darzulegen. Hierbei werden Anschaffungskosten, Herstellungskosten, Folgebewertung und die Bewertungsver-einfachungsverfahren schwerpunktmäßig thematisiert.
Es zeichnet sich ab, dass sich gerade bei den Anschaffungs- und Herstellungskosten enorme Potentiale ergeben. Besonders bei Unternehmen mit hohem Vorratsbestand die kann bilanzpolitische Einflussnahme eine zentrale Rolle einnehmen, welche hauptsächlich durch auslegbare Begriffsdefinitionen hervorgerufen wird. Die Ver-gleichbarkeit von IFRS-Jahresabschlüssen lässt sich somit nur bedingt erreichen.
Inhaltsverzeichnis
1. Problemstellung
2. IAS 2 als Bewertungsvorschrift für Vorräte
2.1 Überblick und Zielsetzung von IAS 2
2.2 Anwendungsbereich von IAS 2
3. Vorratsbewertung nach IAS 2
3.1 Bewertung von Vorräten
3.2 Anschaffungskosten
3.3 Herstellungskosten
3.4 Folgebewertung und Nettoveräußerungswert
3.5 Bewertungsvereinfachungsverfahren
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die bilanzpolitischen Gestaltungsmöglichkeiten bei der Bewertung von Vorräten gemäß IAS 2 im IFRS-Jahresabschluss, um aufzuzeigen, inwieweit Unternehmen durch die Auslegung von Bewertungsregeln Einfluss auf ihre Vermögens- und Ertragslage nehmen können.
- Analyse der Bilanzierung von Anschaffungs- und Herstellungskosten nach IAS 2.
- Untersuchung von Spielräumen bei der Bewertung von Vorräten in Abhängigkeit von Unternehmenseigenschaften.
- Bewertung der Auswirkungen von Bewertungsvereinfachungsverfahren auf den Jahresabschluss.
- Diskussion der Vergleichbarkeit von IFRS-Abschlüssen unter Berücksichtigung bilanzpolitischer Spielräume.
Auszug aus dem Buch
3.2 Anschaffungskosten
Wie bereits erwähnt, findet eine Bewertung zu Anschaffungskosten immer dann Anwendung, wenn Vorräte von Dritten bezogen werden und nicht selbst erstellt sind. Gemäß IAS 2.11, 2.15 und 2.17 setzen sich die Anschaffungskosten wie folgt zusammen und wird auch als progressive Methode definiert:
Anschaffungspreis + Anschaffungsnebenkosten IAS 2.11 ./. Anschaffungspreisminderungen IAS 2.11 + sonstige Kosten IAS 2.15 + Fremdkapitalkosten (Wahlbestandteil) IAS 2.17 = Anschaffungskosten
Der Anschaffungspreis beinhaltet den Nettokaufpreis, sofern der Erwerber vorsteuerabzugsberechtigt ist. Alle anderen Bestandteile der Anschaffungskosten werden ebenfalls ohne Umsatzsteuer berücksichtigt. Liegt ein zinsloser oder begünstigter Lieferantenkredit vor, findet eine Abzinsung des Kaufpreises statt, um das Barpreisäquivalent als Anschaffungspreis anzusetzen. Zu den Anschaffungsnebenkosten gehören Einfuhrzölle, nicht erstattungsfähige Steuern, sowie alle direkt zurechenbaren Kosten (z.B. Transport- und Montagekosten, Transportversicherung, Kommissionskosten) die anfallen, um einen Vermögenswert in einen betriebsbereiten Zustand zu versetzen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Problemstellung: Dieses Kapitel erläutert die Relevanz des Vorratsvermögens für das Working Capital und führt in die Kernproblematik der Bewertung und der damit verbundenen bilanzpolitischen Spielräume ein.
2. IAS 2 als Bewertungsvorschrift für Vorräte: Hier werden die historischen Hintergründe, die Zielsetzung sowie der Anwendungsbereich des Standards IAS 2 definiert und von anderen Regelungen abgegrenzt.
3. Vorratsbewertung nach IAS 2: Dieses Hauptkapitel analysiert detailliert die Bewertungsgrundsätze für Anschaffungs- und Herstellungskosten, die Folgebewertung und die zulässigen Bewertungsvereinfachungsverfahren.
4. Fazit: Das Kapitel fasst die Untersuchungsergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die Vergleichbarkeit von IFRS-Jahresabschlüssen aufgrund der identifizierten bilanzpolitischen Gestaltungsspielräume nur bedingt erreicht wird.
Schlüsselwörter
IAS 2, Vorratsbewertung, Bilanzpolitik, Anschaffungskosten, Herstellungskosten, IFRS, Jahresabschluss, Nettoveräußerungswert, Bewertungsvereinfachungsverfahren, Vorratsvermögen, Bilanzierung, Standardkostenmethode, FIFO-Verfahren, Durchschnittsmethode, Kapazitätsauslastung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Studienarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den bilanzpolitischen Gestaltungsmöglichkeiten bei der Abbildung von Vorräten im Rahmen der internationalen Rechnungslegung nach IAS 2.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Felder umfassen die Ermittlung von Anschaffungs- und Herstellungskosten, die Folgebewertung inklusive Nettoveräußerungswert sowie die Anwendung von Bewertungsvereinfachungsverfahren wie FIFO und der Durchschnittsmethode.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Unternehmen durch die Auslegung von Begriffsdefinitionen innerhalb des IAS 2 bilanzpolitischen Einfluss auf ihren Jahresabschluss nehmen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse der geltenden IAS 2-Standards sowie auf theoretische Beispielrechnungen, um die Auswirkungen von Wahlrechten zu verdeutlichen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Bewertung von Vorräten, die Analyse von Anschaffungs- und Herstellkosten, die Ermittlung des Nettoveräußerungswertes und die Anwendung von Vereinfachungsverfahren.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Schlüsselwörter wie Vorratsbewertung, Bilanzpolitik, IAS 2, Herstellungskosten, Anschaffungskosten und IFRS definieren den inhaltlichen Schwerpunkt der Arbeit.
Wie wirkt sich eine Änderung der Normalkapazität auf die Herstellungskosten aus?
Wie im Anhang 3 anhand des Unternehmensbeispiels verdeutlicht, führt die Wahl einer niedrigeren Normalkapazität dazu, dass höhere Herstellkosten aktiviert werden können, was den Gesamtwarenwert des Vorratsbestands erhöht.
Warum ist das FIFO-Verfahren aus bilanzpolitischer Sicht relevant?
Das FIFO-Verfahren kann bei Preisveränderungen dazu genutzt werden, die Bildung stiller Reserven zu steuern oder Scheingewinne zu vermeiden, wobei die Wirkung durch den Nettoveräußerungswert begrenzt wird.
- Arbeit zitieren
- Andreas Müller (Autor:in), 2011, Bilanzpolitische Möglichkeiten bei der Abbildung von Vorräten im IFRS-Jahresabschluss nach IAS 2, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/198567