Hausarbeiten logo
Shop
Shop
Tutorials
De En
Shop
Tutorials
  • How to find your topic
  • How to research effectively
  • How to structure an academic paper
  • How to cite correctly
  • How to format in Word
Trends
FAQ
Go to shop › Psychology - Biological Psychology

Tausche Sex gegen Nahrung: Eine Untersuchung über das gleichgeschlechtliche soziosexuelle Verhalten weiblicher Bonobos (Pan paniscus) bei der Nahrungsaufnahme

Title: Tausche Sex gegen Nahrung: Eine Untersuchung über das gleichgeschlechtliche soziosexuelle Verhalten weiblicher Bonobos (Pan paniscus) bei der Nahrungsaufnahme

Examination Thesis , 2010 , 55 Pages

Autor:in: Katharina Reichert (Author)

Psychology - Biological Psychology

Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Das Teilen von Nahrung ist kein seltenes Phänomen unter Primaten. Meist kann dieses Verhalten auf Basis der Verwandtschaftsselektion erklärt werden. Betrachtet man jedoch das Teilen von Nahrung bei Bonobos, fallen zwei Besonderheiten auf. Erstens teilen am häufigsten die aufgrund der patrilinearen Gruppenstruktur nicht oder nur entfernt verwandten Weibchen die Nahrung miteinander (Kano, 1980), was die Frage aufkommen lässt, welche Faktoren dieses Verhalten zwischen nicht-verwandten Tieren begünstigen. Zweitens tritt das Teilen von Nahrung oft zeitnah zu sexueller Interaktion auf (Kuroda;1984 zit. nach Blount, 1990; de Waal, 1991). De Waal (1998) beschreibt Situationen, in denen die Bereitschaft eines Männchens zum Teilen von Nahrung mit einem Weibchen durch eine vorangegangene Kopulation positiv beeinflusst zu sein schien. Sowohl Weibchen als auch Männchen forderten dabei zur Kopulation auf, wobei Weibchen anschließend stets von der Nahrung des Männchens fressen konnten. Seine Beobachtungen interpretierte de Waal (1998) dahingehend, dass Männchen Nahrung gezielt dazu einsetzen, um mit Weibchen zu kopulieren und Weibchen ihrerseits die sexuelle Attraktion der Männchen nutzen, um Zugang zu Nahrung zu erhalten. In heterosexuellen Paarkonstellation kann dieses Verhalten durch die Begrenzungsfaktoren des reproduktiven Erfolges beider Geschlechter erklärt werden, welche für Weibchen durch den Zugang zu hochwertiger Nahrung und für Männchen durch den Zugang zu fruchtbaren Weibchen bestimmt sind. Parish (1994) beobachtete ein ähnliches Verhalten zwischen Weibchen untereinander. Wenn Weibchen die Nahrung miteinander teilten, kam es dabei ebenfalls häufig zur sexuellen Interaktion in Form des für Bonobo-Weibchen typischen Genito-Genital-Reibens (GG-rubbing). Parish (1994) vermutete einen engen Zusammenhang zwischen dem Teilen von Nahrung und dem Auftreten von Genital-Kontakt entsprechend eines Austausches von sexueller Interaktion und Nahrung zwischen den beteiligten Tieren .Sie konnte in einer experimentellen Studie an in Gefangenschaft lebenden Bonobos zeigen, dass dieser "Sex-for-Food-Exchange" regelmäßig unter Weibchen vorkommt. Bisher wurden jedoch keine Daten über den zeitlich direkten Zusammenhang von sexueller Interaktion und Nahrungsteilen zwischen weiblichen Bonobos erhoben. Ziel dieser Arbeit ist es deshalb, weitere Erkenntnisse über die Funktion von GG-rubbing im Sinne eines "Sex-for-Food-Exchange" zwischen Bonobo-Weibchen zu erlangen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Biologie und Lebensweise von Pan paniscus

2.1 Systematik

2.2 Geografische Verbreitung und Lebensraum

2.3 Gefährdung und Artenschutz

2.4 Merkmale

2.5 Ernährung

2.6 Werkzeuggebrauch

2.7 Sozialverhalten

2.7.1 Soziale Organisation

2.7.2 Soziale Hierarchie

2.7.3 Aggressionsverhalten

2.7.4 Komfortverhalten

2.8 Sexualverhalten

2.8.1 Kopulation

2.8.2 Genito-Genital-Reiben (GG-rubbing) zwischen Weibchen

2.8.3 Sexuelle Kontakte zwischen Männchen

2.9 Soziosexuelles Verhalten

2.9.1 Soziosexuelles Verhalten im Kontext „Aggression“

2.9.2 Soziosexuelles Verhalten im Kontext „Nahrung“

2.9.3 Soziosexuelles Verhalten im Kontext „Ausbildung sozialer Bindung“

3 Hypothesen und Prognosen

3.1 Häufigkeit von GG-rubbing in An- und Abwesenheit von Nahrung

3.2 Aufforderung zum GG-rubbing

3.3 Cofeeding

4 Material und Methoden

4.1 Versuchstiere

4.2 Haltung der Versuchstiere

4.2.1 Gehege

4.2.2 Reguläre Fütterungen

4.3 Versuchsmaterialien

4.4 Methoden

4.4.1 Prognose 1 a: Häufigkeit von GG-rubbing

4.4.2 Prognose 1b: Häufigkeit von Owner-Bystander-Kontakt

4.4.3 Prognose 2: Aufforderung zum Owner-Bystander-Kontakt

4.4.4 Prognose 3: Cofeeding

5 Ergebnisse

5.1 Allgemeine Beschreibung

5.2 Prognose 1a: Häufigkeit von GG-rubbing

5.3 Prognose 1b: Häufigkeit von Owner-Bystander-Kontakt

5.4 Prognose 2: Aufforderung zum Owner-Bystander-Kontakt

5.5 Prognose 3: Cofeeding

6 Diskussion der Ergebnisse

6.1 Prognose 1a: Häufigkeit von GG-rubbing

6.2 Prognose 1b: Häufigkeit von Owner-Bystander-Kontakt

6.3 Prognose 2: Aufforderung zum Owner-Bystander-Kontakt

6.4 Prognose 3: Cofeeding

7 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das soziosexuelle Verhalten von Bonobos (Pan paniscus), insbesondere das Genito-Genital-Reiben (GG-rubbing) und das Teilen von Nahrung, um die "Sex-for-Food-Exchange-Hypothese" zu überprüfen. Ziel ist es, den zeitlichen Zusammenhang zwischen sexueller Interaktion und Nahrungsaufnahme bei weiblichen Bonobos in einer Zoohaltung empirisch zu erfassen und die funktionale Bedeutung dieses Verhaltens zu analysieren.

  • Soziosexuelles Verhalten bei Bonobos als Mittel zur Spannungsregulation.
  • Experimentelle Überprüfung der "Sex-for-Food-Exchange-Hypothese" unter Gefangenschaftsbedingungen.
  • Analyse der Häufigkeit von GG-rubbing in Abhängigkeit von Nahrungsverfügbarkeit und sozialer Konstellation (Owner vs. Bystander).
  • Untersuchung des Zusammenhangs zwischen GG-rubbing und anschließendem Cofeeding.

Auszug aus dem Buch

1 Einleitung

Das Teilen von Nahrung ist kein seltenes Phänomen unter Primaten. Es wurde unter anderem bei Kleideraffen (Kavanagh, 1972), Gibbons (Nash & Schessler, 1977), Schimpansen (McGrew, 1996) und auch bei den in dieser Arbeit behandelten Bonobos beobachtet. Meist kann dieses Verhalten auf Basis der Verwandtschaftsselektion erklärt werden. Betrachtet man jedoch das Teilen von Nahrung bei Bonobos, fallen zwei Besonderheiten auf. Erstens teilen am häufigsten die aufgrund der patrilinearen Gruppenstruktur nicht oder nur entfernt verwandten Weibchen die Nahrung miteinander (Kano, 1980), was die Frage aufkommen lässt, welche Faktoren dieses Verhalten zwischen nicht-verwandten Tieren begünstigen. Zweitens tritt das Teilen von Nahrung oft zeitnah zu sexueller Interaktion auf (Kuroda;1984 zit. nach Blount, 1990; de Waal, 1991).

De Waal (1998) beschreibt Situationen, in denen die Bereitschaft eines Männchens zum Teilen von Nahrung mit einem Weibchen durch eine vorangegangene Kopulation positiv beeinflusst zu sein schien. Sowohl Weibchen als auch Männchen forderten dabei zur Kopulation auf, wobei Weibchen anschließend stets von der Nahrung des Männchens fressen konnten. Seine Beobachtungen interpretierte de Waal (1998) dahingehend, dass Männchen Nahrung gezielt dazu einsetzen, um mit Weibchen zu kopulieren und Weibchen ihrerseits die sexuelle Attraktion der Männchen nutzen, um Zugang zu einer begehrten Nahrung für sich beanspruchen zu können. In heterosexuellen Paarkonstellation kann dieses Verhalten durch die Begrenzungsfaktoren des reproduktiven Erfolges beider Geschlechter erklärt werden, welche für Weibchen durch den Zugang zu hochwertiger Nahrung und für Männchen durch den Zugang zu fruchtbaren Weibchen bestimmt sind.

Parish (1994) beobachtete jedoch ein ähnliches Verhalten zwischen Weibchen untereinander. Wenn Weibchen die Nahrung miteinander teilten, kam es dabei ebenfalls häufig zur sexuellen Interaktion in Form des für Bonobo-Weibchen typischen Genito-Genital-Reibens (GG-rubbing). Auch Parish (1994) vermutete einen engen Zusammenhang zwischen dem Teilen von Nahrung und dem Auftreten von Genital-Kontakt entsprechend eines Austausches von sexueller Interaktion und Nahrung zwischen den beteiligten Tieren ("Sex-for-Food-Exchange"). Sie konnte in einer experimentellen Studie an in Gefangenschaft lebenden Bonobos zeigen, dass dieser "Sex-for-Food-Exchange" regelmäßig unter Weibchen vorkommt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die wissenschaftliche Fragestellung ein und diskutiert das Phänomen des Teilens von Nahrung bei Primaten sowie die spezifische "Sex-for-Food-Exchange-Hypothese" bei Bonobos.

2 Biologie und Lebensweise von Pan paniscus: Dieses Kapitel liefert eine grundlegende Übersicht über Systematik, Verbreitung, Merkmale, Ernährung sowie das komplexe Sozial- und Sexualverhalten von Bonobos.

3 Hypothesen und Prognosen: Hier werden die zentralen Forschungsfragen abgeleitet und die spezifischen Prognosen zum GG-rubbing, zur Aufforderung zu diesem Verhalten sowie zum Cofeeding formuliert.

4 Material und Methoden: Dieser Abschnitt beschreibt das Studiendesign, die Versuchsgruppe im Zoo Frankfurt, die Haltung der Tiere, die Versuchsmaterialien sowie das methodische Vorgehen bei der Datenerhebung.

5 Ergebnisse: Die Ergebnisse präsentieren die statistische Auswertung der Beobachtungsdaten bezüglich der Häufigkeit von GG-rubbing und Cofeeding in verschiedenen sozialen und Fütterungskontexten.

6 Diskussion der Ergebnisse: Hier werden die Ergebnisse im Kontext der aufgestellten Prognosen interpretiert und mit bestehender Fachliteratur verglichen sowie soziale Einflussfaktoren diskutiert.

7 Fazit: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und schlussfolgert, dass die "Sex-for-Food-Exchange-Hypothese" bei weiblichen Bonobos in der untersuchten Gruppe nur eingeschränkt belegt werden kann.

Schlüsselwörter

Bonobo, Pan paniscus, Sozialverhalten, Sexualverhalten, GG-rubbing, Sex-for-Food-Exchange, Cofeeding, Nahrungsteilen, Zoohaltung, Primaten, Verhaltensforschung, soziale Organisation, Dominanz, Aggressionsabbau, Kommunikation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit untersucht das soziosexuelle Verhalten von Bonobos in Gefangenschaft, um zu verstehen, ob und wie sexuelle Interaktionen, insbesondere das GG-rubbing, mit der Nahrungsaufnahme und dem Teilen von Nahrung in Verbindung stehen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen umfassen die Biologie des Bonobos, die soziale Organisation und Hierarchie, das detaillierte Repertoire an Sexualverhalten sowie die Untersuchung von sozialen Tauschmechanismen (Sex-for-Food).

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Hauptziel ist die empirische Überprüfung der sogenannten "Sex-for-Food-Exchange-Hypothese" bei weiblichen Bonobos, um herauszufinden, ob sexuelle Kontakte gezielt zum Erhalt von Zugang zu Nahrung eingesetzt werden.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wurde eine verhaltensbiologische Feldstudie in einer Zoohaltung durchgeführt, bei der über 70 Stunden Videodaten und Kontrolldaten mittels All-Occurrence-Sampling gesammelt und anschließend statistisch ausgewertet wurden.

Was bildet den Schwerpunkt des Hauptteils?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der allgemeinen Biologie der Spezies, die Ableitung der Forschungsfragen, die methodische Beschreibung der Versuchsreihen sowie die detaillierte Auswertung und Diskussion der beobachteten Ereignisse.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die wesentlichen Begriffe sind Bonobo, GG-rubbing, Cofeeding, soziale Bindung, Nahrungskonkurrenz und die "Sex-for-Food-Exchange"-Hypothese.

Spielt der soziale Rang der Weibchen eine Rolle bei den Ergebnissen?

Die Diskussion deutet darauf hin, dass die Rangordnung, obwohl sie nicht primär erhoben wurde, einen signifikanten Einfluss auf die beobachteten Cofeeding-Raten und die sozialen Interaktionen zwischen den Weibchen haben könnte.

Wird die "Sex-for-Food-Exchange-Hypothese" durch die Daten bestätigt?

Die Ergebnisse zeigen, dass GG-rubbing zwar in Anwesenheit von Nahrung häufiger auftritt, der direkte Austausch von sexueller Interaktion gegen Nahrung jedoch seltener stattfand als erwartet, was auf komplexere soziale Mechanismen hinweist.

Excerpt out of 55 pages  - scroll top

Details

Title
Tausche Sex gegen Nahrung: Eine Untersuchung über das gleichgeschlechtliche soziosexuelle Verhalten weiblicher Bonobos (Pan paniscus) bei der Nahrungsaufnahme
Author
Katharina Reichert (Author)
Publication Year
2010
Pages
55
Catalog Number
V198526
ISBN (eBook)
9783656247722
ISBN (Book)
9783656251187
Language
German
Tags
Bonobos Pan paniscus GG-rubbing Soziosexuelles Verhalten Sozialverhalten Verhaltensbiologie bei Primaten Menschenaffen Teilen von Nahrung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katharina Reichert (Author), 2010, Tausche Sex gegen Nahrung: Eine Untersuchung über das gleichgeschlechtliche soziosexuelle Verhalten weiblicher Bonobos (Pan paniscus) bei der Nahrungsaufnahme, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/198526
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  55  pages
Hausarbeiten logo
  • Facebook
  • Instagram
  • TikTok
  • Shop
  • Tutorials
  • FAQ
  • Payment & Shipping
  • About us
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint