Ein altes Sprichwort sagt: "Der Wurm muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler!" Im Neuromarketing wird versucht herauszufinden, was die wahren Bedürfnisse eines Kunden sind, wie, wann und warum er entscheidet. Kurz zusammengefasst, es geht darum in den Kopf des Kunden zu schauen, um herauszubekommen wie er tatsächlich funktioniert. Händler und Hersteller träumen schon Ewigkeiten davon, das Gehirn des Konsumenten zu untersuchen und dabei seine intimsten Wünsche zu erfahren, um diesen dann passende Produkte anzubieten und hohe Gewinne zu erzielen.
Den zum Unternehmen passenden Mitarbeiter zu bekommen ist wahrscheinlich genau so schwierig, wie für ein Produkt einen zahlungswilligen Konsumenten zu finden, der bereit ist den gewünschten Preis zu bezahlen. Inwieweit hier Übereinstimmungen gegeben sind, soll diese Arbeit aufzeigen. Sie dient dazu, einen kurzen Überblick über das Thema Neuromarketing zu geben und über verschiedene Quellen eine mögliche Verbindung zu dem Employer Branding herzustellen. Hierfür werden Publikationen verwendet, die sich mit dieser Thematik auseinandersetzen.
Der Abschnitt 2 dient zur Vorstellung des Neuromarketings als Zweig der Neuroökonomie und der Erkenntnisse aus der Hirnforschung. Hauptsächlich zeigt die vorliegende Arbeit die Erkenntnisse im Kontext des Umgangs mit Marken auf. Abschnitt 3 geht auf das Employer Branding ein. Er zeigt auf, inwieweit die Erkenntnisse aus dem Neuromarketing bzw. generell aus der Neuroökonomie auf das Employer Branding übertragen werden können.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Erkenntnisse des Neuromarketings
2.1 Was ist Neuromarketing
2.2 Emotionssysteme im Gehirn
2.3 Warum das Gehirn Geschichten liebt?
2.4 Geheimnis starker Marken
2.5 Entstehung der Anziehungskraft von starken Marken
3 Übertragung der Erkenntnisse auf das Employer Branding
3.1 Employer Branding
3.2 Nutzung von Erkenntnissen
3.3 Aufbau einer Arbeitgebermarke
3.4 Kommunikation der Arbeitgebermarke
4 Schlussbetrachtungen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Seminararbeit verfolgt das Ziel, die Übertragbarkeit neurowissenschaftlicher Erkenntnisse aus dem Bereich des Neuromarketings auf das Employer Branding zu untersuchen, um die Personalgewinnung und -bindung durch ein tiefgreifendes Verständnis unbewusster Entscheidungsprozesse zu optimieren.
- Neurowissenschaftliche Grundlagen des menschlichen Entscheidungsverhaltens
- Die Rolle von Emotionen und Geschichten bei der Markenbildung
- Grundprinzipien der Limbic Map zur Analyse von Motivstrukturen
- Analyse der Schnittstellen zwischen Produktmarketing und Personalmarketing
- Strategien zur gehirngerechten Positionierung von Arbeitgebermarken
Auszug aus dem Buch
2.3 Warum das Gehirn Geschichten liebt?
Wir Menschen möchten sehr häufig Geschichten hören, in denen das Gute über das Böse gewinnt (in Märchen ist dies nachzulesen), in denen die Liebe vorkommt und diese über den Hass siegt. Zahlreiche Kinofilme zeigen das eindrucksvoll (z.B. König der Löwen, Avatar u.v.a.). In den Geschichten möchten sich die Menschen wiederfinden und sie sollen möglichst mit einem Happy End aufhören. Die Menschen möchten diese dann als Vorlage für Lösungen ihrer alltäglichen Probleme ansehen. Storys von sehr erfolgreichen Kinofilmen erfüllen genau diese Anforderung gepaart mit technischen Finessen.
Warum wir gerade immer wieder Geschichten hören wollen, beruht darauf wie unser Gedächtnis Informationen speichert. Unser Gedächtnis entspricht leider keiner riesigen Bibliothek, in der wie in einem Bücherregal alle unseren gesehenen, erfunden, erlebten oder gehörten Geschichten eingelagert sind. Dies wäre in Bezug auf die Speicherkapazität, die Logistik der Speicherung und des Abrufes ineffizient. Unser Gehirn erstellt lediglich von den immer wiederkommenden und wichtigsten Ereignissen Mustervorlagen. Diese lassen sich dann für den jeweiligen Verwendungszweck variieren. Zudem sind diese noch hierarchisch geordnet. Erst dadurch wird es möglich, uns an die kulturelle und soziale Umwelt anzupassen. Für uns sind die Geschichten, die uns Antworten zu dem, wer ich bin, wer der andere ist und wo gehöre ich in dieser Welt hin, existenziell. Sie wurden und werden in der Welt von jedem Individuum immer wieder gestellt, um das Überleben, das Anpassen und die Fortpflanzung zu erleichtern.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Problemstellung ein, warum die Anwendung von Neuromarketing-Erkenntnissen für die komplexe Aufgabe des Employer Brandings sinnvoll sein kann.
2 Erkenntnisse des Neuromarketings: Dieses Kapitel erläutert die Funktionsweise menschlicher Entscheidungen, die Rolle von Emotionssystemen und die Bedeutung von Geschichten für das menschliche Gehirn.
3 Übertragung der Erkenntnisse auf das Employer Branding: Hier wird der Transfer der theoretischen Erkenntnisse aus der Hirnforschung auf die praktische Ausgestaltung und Kommunikation von Arbeitgebermarken analysiert.
4 Schlussbetrachtungen: Das Fazit resümiert das Potenzial der neurowissenschaftlichen Methoden für das Personalmanagement und identifiziert Forschungsbedarfe für die Zukunft.
Schlüsselwörter
Neuromarketing, Employer Branding, Hirnforschung, Limbic Map, Markenidentität, Entscheidungsprozesse, Arbeitgebermarke, Personalmarketing, Emotionen, Kundenverhalten, Zielerreichung, Konsumentenpsychologie, Motivstruktur, Gehirnaktivität, Markenführung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Seminararbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie Erkenntnisse aus der Neuroökonomie und dem Neuromarketing genutzt werden können, um das Employer Branding effektiver zu gestalten und die Anziehungskraft für potenzielle Mitarbeiter zu steigern.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Arbeit beleuchtet die neurowissenschaftliche Grundlagenforschung zu Entscheidungen, das limbische System, die Bedeutung von Markengeschichten sowie die methodische Übertragung dieser Konzepte auf die Arbeitgebermarke.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie Unternehmen die Erkenntnisse über unbewusste Motiv- und Emotionsmuster nutzen können, um als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen zu werden.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die vorhandene neuroökonomische Studien und Literatur aus dem Markenmanagement auswertet und auf den Kontext des Personalmarketings überträgt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der neurobiologischen Grundlagen von Konsumentscheidungen und die daraus abgeleitete Übertragung auf das Employer Branding inklusive Thesen für die Praxis.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Neuromarketing, Employer Branding, Emotionen, limbische Systeme, Markenpsychologie und Arbeitgeberattraktivität.
Was besagt die Limbic Map in diesem Kontext?
Die Limbic Map strukturiert den Motiv- und Emotionsraum des Menschen und hilft dabei zu verstehen, wie Produkte oder Marken verschiedene emotionale Bedürfnisse adressieren können.
Warum spielt die objektorientierte Sprache eine Rolle?
Da das Gehirn Marken wie Objekte und nicht wie Personen verarbeitet, empfiehlt die Arbeit, in der Kommunikation des Arbeitgebers eine objektorientierte Sprache zu wählen, um neuronale Verknüpfungen zu stärken.
- Quote paper
- Marko Filler (Author), 2012, Nutzung von Erkenntnissen aus dem Neuromarketing für das Employer Branding, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/198476