Die vorliegende Hausarbeit hat die Planung einer einzelnen Unterrichtsstunde mit dem zeitlichen Rahmen von 90 Minuten zum Gegenstand. In diesem Zeitraum sollen Auszubildende des ersten Lehrjahres in den Ausbildungsberufen Verkäufer und Verkäuferin sowie Kaufmann bzw. Kauffrau im Einzelhandel Vor- und Nachteile der betrieblichen Mitbestimmung diskutieren sowie eine eigene Position bezüglich der betrieblichen Mitbestimmung entwickeln.
Diese Ausarbeitung trägt der Struktur der dualen Ausbildung mit den Partnern Berufsschule und Ausbildungsbetrieb Rechnung. Beide Lernorte verfolgen einen gemeinsamen Bildungsauftrag. Die Berufsschule vermittelt den Schülern berufliche und allgemeine Lerninhalte unter jeweiliger Berücksichtigung der Anforderungen des Ausbildungsberufs. Ziel ist eine berufliche Grund- und Fachbildung sowie die Erweiterung der allgemeinen Bildung. Dabei hat die Berufsschule bzw. die zuständige Lehrkraft die Aufgabe, im Rahmen des Unterrichts beruflich bedeutsame Handlungssituationen als didaktische Bezugspunkte zu verwenden. Die aus diesen Handlungssituationen abgeleiteten Handlungsabläufe und Prozesse sollen von den Lernenden möglichst selbst ausgeführt oder aktiv gedanklich nachvollzogen werden. Um diese Zielsetzungen erreichen zu können, wurden die bestehenden Fächerstrukturen im berufsbezogenen Lernbereich abgeschafft und sogenannte Lernfelder als Gliederungseinheiten eingeführt. Die Beschreibung dieser Lernfelder im Lehrplan erfolgt tätigkeits- bzw. kompetenzorientiert und richtet sich somit nicht mehr nach einer Wissenswiedergabe. Die Beschreibung der Unterrichtsinhalte erfolgt lediglich als grober Orientierungsrahmen nach dem Prinzip Offenheit und Gestaltungsfreiheit, welches den Lehrkräften mehr Einfluss auf die inhaltliche Gestaltung des Unterrichts einräumt. Somit entsteht für den Lehrenden die Aufgabe, im Rahmen des Unterrichts Lernsituationen zu schaffen, welche die gewünschte Handlungsorientierung in Form von komplexen und problembasierten Lehr- und Lernarrangements vermitteln.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Planung des Unterrichts
2.1 Analyse des Bedingungsfeldes
2.2 Legitimation des Themas vor dem Hintergrund der curricularen Vorgaben
2.3 Beschreibung der Makrosequenz
2.4 Didaktische und methodische Entscheidungungen zur Unterrichtsstunde
2.4.1 Auswahl- und Reduktionsentscheidungen
2.4.2 Intention der Unterrichtsstunde und Lernziele
2.4.3 Methodische Gestaltung, Medieneinsatz und geplanter Unterrichtsverlauf
3. Persönliches Fazit und Reflektion
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit plant eine 90-minütige Unterrichtsstunde für Auszubildende im ersten Lehrjahr des Einzelhandels. Das primäre Ziel ist es, die Lernenden dazu zu befähigen, Vor- und Nachteile der betrieblichen Mitbestimmung zu erörtern und auf dieser Grundlage eine eigene, begründete Position gegenüber betrieblichen Interessenvertretungen wie Betriebsrat und Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV) zu entwickeln.
- Analyse des Bedingungsfeldes einer Berufsschulklasse
- Curriculare Legitimation im Rahmen der dualen Ausbildung
- Konstruktion eines handlungsorientierten Lernarrangements
- Einsatz methodischer Verfahren wie Fishbowl-Diskussion und Placemat-Methode
- Förderung der Urteilsbildung und Argumentationsfähigkeit bei Auszubildenden
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Die vorliegende Hausarbeit hat die Planung einer einzelnen Unterrichtsstunde mit dem zeitlichen Rahmen von 90 Minuten zum Gegenstand. In diesem Zeitraum sollen Auszubildende des ersten Lehrjahres in den Ausbildungsberufen Verkäufer und Verkäuferin sowie Kaufmann bzw. Kauffrau im Einzelhandel Vor- und Nachteile der betrieblichen Mitbestimmung diskutieren sowie eine eigene Position bezüglich der betrieblichen Mitbestimmung entwickeln.
Diese Ausarbeitung trägt der Struktur der dualen Ausbildung mit den Partnern Berufsschule und Ausbildungsbetrieb Rechnung. Beide Lernorte verfolgen einen gemeinsamen Bildungsauftrag. Die Berufsschule vermittelt den Schülern berufliche und allgemeine Lerninhalte unter jeweiliger Berücksichtigung der Anforderungen des Ausbildungsberufs. Ziel ist eine berufliche Grund- und Fachbildung sowie die Erweiterung der allgemeinen Bildung. Dabei hat die Berufsschule bzw. die zuständige Lehrkraft die Aufgabe, im Rahmen des Unterrichts beruflich bedeutsame Handlungssituationen als didaktische Bezugspunkte zu verwenden. Die aus diesen Handlungssituationen abgeleiteten Handlungsabläufe und Prozesse sollen von den Lernenden möglichst selbst ausgeführt oder aktiv gedanklich nachvollzogen werden. Um diese Zielsetzungen erreichen zu können, wurden die bestehenden Fächerstrukturen im berufsbezogenen Lernbereich abgeschafft und sogenannte Lernfelder als Gliederungseinheiten eingeführt. Die Beschreibung dieser Lernfelder im Lehrplan erfolgt tätigkeits- bzw. kompetenzorientiert und richtet sich somit nicht mehr nach einer Wissenswiedergabe. Die Beschreibung der Unterrichtsinhalte erfolgt lediglich als grober Orientierungsrahmen nach dem Prinzip Offenheit und Gestaltungsfreiheit, welches den Lehrkräften mehr Einfluss auf die inhaltliche Gestaltung des Unterrichts einräumt. Somit entsteht für den Lehrenden die Aufgabe, im Rahmen des Unterrichts Lernsituationen zu schaffen, welche die gewünschte Handlungsorientierung in Form von komplexen und problembasierten Lehr- und Lernarrangements vermitteln.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung umreißt das Ziel, eine 90-minütige Unterrichtsstunde zur betrieblichen Mitbestimmung für Auszubildende im Einzelhandel zu planen und den Kontext der dualen Ausbildung sowie die Bedeutung handlungsorientierter Lernarrangements darzustellen.
2. Planung des Unterrichts: Dieses Kapitel analysiert das Bedingungsfeld der Zielgruppe, legitimiert das Thema durch den Rahmenlehrplan, beschreibt die Einbettung in eine Makrosequenz und erläutert die methodisch-didaktischen Entscheidungen sowie den konkreten Unterrichtsverlauf.
2.1 Analyse des Bedingungsfeldes: Hier werden die demografischen Daten, die bisherigen schulischen Voraussetzungen, das Lernverhalten und die Einstellung der Klasse 10VE a zur juristischen Thematik detailliert untersucht.
2.2 Legitimation des Themas vor dem Hintergrund der curricularen Vorgaben: Das Kapitel verortet das Thema im ersten Lernfeld des Rahmenlehrplans für Einzelhandelsberufe und erläutert, wie fachwissenschaftliche sowie berufspraktische Lernziele miteinander verknüpft werden.
2.3 Beschreibung der Makrosequenz: Es wird die didaktische Konzeption einer achtstündigen Unterrichtssequenz beschrieben, die mittels einer Fallstudie über die Auszubildenden Jasmin und Alexander einen kontinuierlichen Handlungsleitfaden zur Praxisnähe schafft.
2.4 Didaktische und methodische Entscheidungungen zur Unterrichtsstunde: Dieses Kapitel begründet die Auswahl der Lernziele, die Reduktion von Inhalten zugunsten kommunikativer Phasen und die Wahl spezifischer Unterrichtsmethoden.
2.4.1 Auswahl- und Reduktionsentscheidungen: Hier wird dargelegt, warum eine Konzentration auf die reflektierte Meinungsbildung erfolgt und auf umfangreiche wissenschaftliche Exkurse zugunsten der Lernkapazität der Gruppe verzichtet wird.
2.4.2 Intention der Unterrichtsstunde und Lernziele: Es werden die angestrebten Fach-, Human- und Selbstkompetenzen definiert, wobei der Schwerpunkt auf der Fähigkeit liegt, Vor- und Nachteile der Mitbestimmung zu erörtern und einen eigenen Standpunkt zu entwickeln.
2.4.3 Methodische Gestaltung, Medieneinsatz und geplanter Unterrichtsverlauf: Dieses Kapitel erläutert den Einsatz der Fishbowl-Diskussion zur Förderung des fachlichen Austauschs sowie die Placemat-Methode zur individuellen und gruppenbasierten Positionierung.
3. Persönliches Fazit und Reflektion: Die Arbeit schließt mit einer persönlichen Einschätzung des Autors bezüglich seiner didaktischen Erfahrungen im Umgang mit Rechtsthemen und dem Bedarf an weiterer methodischer Entwicklung in der Vermittlung von Gesetzestexten.
Schlüsselwörter
Betriebliche Mitbestimmung, Einzelhandel, Berufsschule, Unterrichtsplanung, Handlungsorientierung, Lernfelder, Fishbowl-Methode, Placemat-Methode, Mitbestimmungsrecht, Betriebsrat, JAV, Urteilsbildung, Duale Ausbildung, Didaktik Recht, Auszubildende.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit widmet sich der detaillierten Planung einer 90-minütigen Unterrichtsstunde zum Thema "Individuelle Positionsbestimmung zum Recht der betrieblichen Mitbestimmung" für Auszubildende im Einzelhandel.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Rolle und Bedeutung von Betriebsrat und JAV, die Vor- und Nachteile der betrieblichen Mitbestimmung aus Arbeitnehmer- und Arbeitgeberperspektive sowie die Förderung der Diskurs- und Urteilsfähigkeit.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Ziel ist es, ein didaktisches Konzept zu entwickeln, das Auszubildende dazu befähigt, sich kritisch mit der betrieblichen Mitbestimmung auseinanderzusetzen und eine fundierte eigene Haltung gegenüber den betrieblichen Interessenvertretungen zu beziehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Unterrichtsplanung basiert auf dem Prinzip der Handlungsorientierung und nutzt konstruktivistische Methoden wie die Fishbowl-Diskussion und die Placemat-Methode.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse des Bedingungsfeldes der Klasse, die curriculare Einordnung, die didaktische Begründung der Inhalte sowie die detaillierte Beschreibung der methodischen Vorgehensweise und des geplanten Unterrichtsverlaufs.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich vor allem durch Begriffe wie Betriebliche Mitbestimmung, Handlungsorientierung, Berufsschulunterricht, Einzelhandel, Methodik und Urteilsbildung beschreiben.
Warum wird die Fishbowl-Methode eingesetzt?
Die Methode wurde gewählt, um die Diskussionsrunde für alle Schüler überschaubarer zu halten und auch schüchternen Lernenden die Möglichkeit zu geben, ihre Meinung in einem kleineren Rahmen zu äußern.
Warum wird die Placemat-Methode verwendet?
Das Placemat ermöglicht es, dass jeder Schüler zunächst in Einzelarbeit einen eigenen Standpunkt entwickelt, bevor dieser im kommunikativen Austausch innerhalb der Gruppe weiterentwickelt wird.
Welche Rolle spielt die Fallstudie "Jasmin und Alexander"?
Die Fallstudie dient als durchgehender Handlungsleitfaden, durch den sich die Schüler identifizieren können, um praxisrelevante Themen der Mitbestimmung innerhalb der Ausbildung leichter zu verstehen und anzuwenden.
Was ist das persönliche Fazit des Autors?
Der Autor betont, dass die theoretische Ausarbeitung ihm Sicherheit für die Unterrichtspraxis gibt, weist aber gleichzeitig darauf hin, dass er in der Didaktik des Umgangs mit komplexen Gesetzestexten noch weiteren Lernbedarf sieht.
- Arbeit zitieren
- Master of Education / Diplom-Kaufmann (FH) Sebastian Aha (Autor:in), 2011, Individuelle Positionsbestimmung zum Recht der betrieblichen Mitbestimmung, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/198429