Die folgende Darstellung wird nach einführender Beschreibung der Eigenschaften und der historischen Entwicklung der europäischen Billigflugindustrie die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen am Markt mittels der PEST-Analyse darstellen, sowie den Wettbewerb mittels des Fünf-Kräfte-Modells von Porter beleuchten. Ferner werden die Geschäftsmodelle von LCC und Network Airlines (im Folgenden NWA) miteinander verglichen und abgegrenzt sowie anhand von erhobenen empirischen Daten unterstützend erklärt. Dabei werden 25 Low-Cost-Carrier unter verschiedenen Aspekten untersucht, um das Geschäftsmodell der LCC eindeutiger darzustellen und um abschließend kritische Überlegungen zur Strategie der LCC abzuleiten.
Schließlich werden die Ergebnisse der Analysen zusammengefasst und in einem Ausblick zur voraussichtlichen weiteren Entwicklung des Marktes der Billigflieger in Europa münden.
Inhaltsverzeichnis
1 Problemstellung und Vorgehensweise
2 Historische Entwicklung der Billigflugindustrie
2.1 Definition LCC
2.2 Historie
3 Analyse des makroökonomischen Umfelds mit PEST
3.1 Modellbeschreibung
3.2 Politische Faktoren
3.3 Ökonomische Faktoren
3.4 Sozio-kulturelle Faktoren
3.5 Technologische Faktoren
3.6 Ergebnis der PEST-Analyse
4 Marktanalyse mit Hilfe des Fünf-Kräfte-Modells nach Porter
4.1 Modellbeschreibung
4.2 Bedrohung durch neue Konkurrenten
4.3 Bedrohung durch Ersatzprodukte
4.4 Verhandlungsmacht der Lieferanten
4.5 Verhandlungsmacht der Abnehmer
4.6 Rivalität unter bestehenden Unternehmen
4.7 Ergebnis der Marktanalyse
5 Geschäftsmodell der LCC und Abgrenzung zu NWA unter Einbeziehung empirischer Ergebnisse
5.1 Datenerhebung und Definitionen
5.2 Gegenüberstellung der Geschäftsmodelle
5.2.1 Preisgestaltung und Kostenmanagement
5.2.2 Vertrieb
5.2.3 Flughäfen
5.2.4 Flugplanung
5.2.5 Flotte
5.2.6 Personal
5.2.7 Zusammenfassung der Kostenvorteile
6 Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Bachelorarbeit führt eine strategische Analyse des europäischen Marktes für Low-Cost-Carrier (LCC) durch. Das primäre Ziel ist es, das Geschäftsmodell der LCC durch eine Untersuchung des makroökonomischen Umfelds, eine Marktanalyse nach Porter sowie einen empirischen Vergleich mit Network Airlines (NWA) zu erklären und von diesen abzugrenzen.
- Strategische Einordnung der europäischen Billigflugindustrie
- Makroökonomische Umfeldanalyse mittels PEST-Framework
- Branchenstrukturanalyse nach dem Fünf-Kräfte-Modell von M. E. Porter
- Empirischer Vergleich der Geschäftsmodelle von LCC und Network Airlines
- Analyse von Kostenvorteilen und Wettbewerbsdynamiken
Auszug aus dem Buch
4.2 Bedrohung durch neue Konkurrenten
In lukrativen Branchen muss immer wieder mit neuer Konkurrenz gerechnet werden, denn je attraktiver die Branche ist, desto größer ist die Gefahr, dass neue Unternehmen in den Markt eintreten. Wie groß die Möglichkeit eines Eintritts in den Markt ist, hängt von bestimmten Faktoren ab, die in der Literatur als Markteintrittsbarrieren betitelt werden.
Der Wettbewerbsdruck, der auf die etablierten Unternehmen einer Branche wirkt, ist umso größer, je einfacher es für Newcomer ist, in den Markt einzutreten. Neueinsteiger können durch ihren Eintritt in den Markt das Umfeld verändern, indem sie z.B. den Kundenstamm, das Preisniveau oder Marktanteile verändern bzw. für sich gewinnen. Dadurch werden die etablierten Unternehmen gezwungen, entsprechend zu reagieren und müssen sich auf die neue Situation einstellen und sich ggf. anpassen. Die Bedrohung durch neue Wettbewerber ist besonders dann gegeben, wenn sie es schaffen, branchentypische Markteintrittsbarrieren zu meistern.
Wenn eine Airline in Erwägung zieht, in den europäischen Billigfluglinienmarkt einzutreten, bedarf es bestimmter Voraussetzungen und Anreize. Vor allem muss sie sich mit den möglichen Ertragschancen der Branche befassen. Des Weiteren lohnt ein Eintritt in den Markt nur, wenn strategische Vorteile gegenüber den etablierten Unternehmen erwartet werden, sei es durch Strecken, die noch nicht bedient werden oder durch Länder, die auf Grund ihrer Entwicklung jetzt erst dazu in der Lage sind oder jetzt erst einen Bedarf für Personentransport haben.
Osteuropa ist ein gutes Beispiel für eine solche Region mit Potenzial, wie die später dargelegten empirischen Ergebnisse dieser Arbeit zeigen werden. Es gibt nur wenige Airlines in der vorliegenden Stichprobe, die diesen Teil des europäischen Markts bedienen, was auf mangelnde Kaufkraft oder zu geringe Infrastruktur zurückzuführen sein kann.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Problemstellung und Vorgehensweise: Definition des Untersuchungsgegenstandes der strategischen Analyse europäischer LCC und Vorstellung der verwendeten Analysemethoden.
2 Historische Entwicklung der Billigflugindustrie: Begriffsdefinition von Low-Cost-Carriern sowie Darstellung der historischen Liberalisierungsprozesse des europäischen Luftverkehrs.
3 Analyse des makroökonomischen Umfelds mit PEST: Untersuchung der externen politischen, ökonomischen, sozio-kulturellen und technologischen Faktoren, die den Markt für Billigflieger beeinflussen.
4 Marktanalyse mit Hilfe des Fünf-Kräfte-Modells nach Porter: Bewertung der Branchenattraktivität durch Analyse von Wettbewerb, Kundenmacht, Lieferantenmacht sowie Ersatzprodukten.
5 Geschäftsmodell der LCC und Abgrenzung zu NWA unter Einbeziehung empirischer Ergebnisse: Detaillierter Vergleich zwischen LCC und NWA hinsichtlich Preisgestaltung, Vertrieb, Betrieb und Kostenstrukturen auf Basis empirischer Daten.
6 Zusammenfassung und Ausblick: Resümee der Analyseergebnisse und Einschätzung der zukünftigen strategischen Entwicklung des europäischen LCC-Marktes.
Schlüsselwörter
Low-Cost-Carrier, LCC, Network Airlines, NWA, Strategische Analyse, PEST-Analyse, Fünf-Kräfte-Modell, Porter, Luftverkehr, Billigflugindustrie, Geschäftsmodell, Kostenmanagement, Wettbewerbsvorteil, Marktanteil, Luftverkehrssteuer
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit einer strategischen Analyse der europäischen Low-Cost-Carrier-Branche und deren Wettbewerb mit klassischen Network Airlines.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Arbeit deckt die historische Entwicklung, die makroökonomischen Rahmenbedingungen, die Branchenstrukturanalyse und einen direkten Vergleich der Geschäftsmodelle ab.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Erläuterung des LCC-Geschäftsmodells und dessen Abgrenzung zu Network Airlines, um Rückschlüsse auf die Strategien und Marktchancen zu ziehen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?
Die Untersuchung nutzt das PEST-Modell für die Umfeldanalyse und das Fünf-Kräfte-Modell nach Michael E. Porter für die Marktanalyse sowie eine empirische Datenauswertung.
Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil analysiert die Einflussparameter auf die Branche und vergleicht konkret Preisgestaltung, Vertrieb, Flugplanung, Flotte und Personalkosten zwischen LCC und NWA.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die wichtigsten Begriffe umfassen Low-Cost-Carrier, Wettbewerbsstrategie, Luftverkehrsmarkt, Kostenführerschaft und Branchenstrukturanalyse.
Warum spielt die Luftverkehrssteuer eine so große Rolle für LCC?
Da LCC eine aggressive Kostenführerschaft verfolgen, belasten solche Steuern ihre Ticketpreisgestaltung überproportional und können die Nachfrage sowie die Rentabilität auf bestimmten Strecken gefährden.
Was unterscheidet das Geschäftsmodell der LCC von dem der Network Airlines?
LCC konzentrieren sich auf eine radikale Kostenreduktion, Punkt-zu-Punkt-Verbindungen und Verzicht auf Zusatzleistungen, während NWA komplexere Hub-and-Spoke-Systeme und differenzierte Serviceangebote nutzen.
Welche Bedeutung haben Sekundärflughäfen für Billigflieger?
Sie dienen als entscheidender Kostenvorteil durch niedrigere Gebühren und ermöglichen oft schnellere Turn-around-Zeiten für die Fluggeräte, was die operative Effizienz erhöht.
Wie reagieren die Airlines auf den zunehmenden Preisdruck?
LCC setzen auf zunehmende IT-Automatisierung, Zusatzgebühren („versteckte Kosten“) und versuchen teilweise, durch Hybrid-Strategien auch Geschäftsreisende zu gewinnen.
- Quote paper
- Philipp Heinrich Claudius Fischer (Author), 2011, Billigflieger im Raum Europa: Eine strategische Analyse, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/198243