Die Schlagzeilen der Presse sind voll mit Meldungen wie: „Ölunfall in der Nordsee!“ oder „Amazonas-Regenwald könnte zur Savanne werden.“
Es scheint als nähmen diese Ereignisse zu und der Mensch nimmt immer weniger Anteil daran. Woran liegt das? Ist das Interesse an der Umwelt durch Sozialisation und Erziehung geschrumpft und verkommen?
Diese Arbeit befasst sich mit dem Thema der kindlichen Naturverbundenheit. Hierfür wird zunächst darauf eingegangen, wie sich das kindliche Weltverstehen entwickelt, und welche Entwicklungsaufgaben, auch in Bezug auf Nachhaltigkeit und Umweltschutz, sich daraus ergeben.
Weiter soll auch die Bedeutung der Naturerfahrungen, unter Betrachtung einzelner Studien, behandelt werden. Hierbei werden sowohl Ängste vor der Natur, als auch der Zusammenhang von Natur- und Sozialerfahrungen aufgegriffen.
(...) Ein weiteres Kapitel befasst sich mit dem Thema der Umwelterziehung in der Schule.
Im Praxisteil dieser Arbeit wird der Frage auf den Grund gegangen, ob Schüler die natürliche oder die vom Menschen geschaffene Umwelt bevorzugen. Dadurch soll die These, ob Sozialisation und Erziehung die Naturverbundenheit beeinflussen, überprüft werden.
Weiter lässt sich daraus ableiten, ob Umwelterziehung heute überhaupt eine Chance haben kann, oder ob überhaupt kein Interesse mehr an und Verbundenheit zur Natur besteht.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort 4
A) Theoretischer Teil
1.0 Die Entwicklung des kindlichen Weltverstehens
1.1 Begriffsdefinition: „Verstehen der Welt“ 5
1.2 Entwicklungsprozess des Weltverstehens 6
1.3 Entwicklungsaufgabe 7
1.4 Risiko für die Erreichung pädagogischer Ziele 9
2.0 Die Bedeutung der Natur für die Entwicklung
2.1 Das dreidimensionale Persönlichkeitsmodell 10
2.2 Wie wertvoll sind Naturerfahrungen? 11
2.3 Angst vor und in der Natur 13
2.4 Zusammenhang von Natur- und Sozialerfahrungen 14
3.0 Schule und Umwelterziehung
3.1 Ziele der Umwelterziehung 14
3.2 Phasen der Umweltbildung 16
3.3 Schulische Aspekte der Umwelterziehung 17
B) Praktischer Teil
4.0 Testreihe: Welche Umwelt, die natürliche oder die vom Menschen geschaffene, bevorzugen Kinder und Jugendliche in den verschiedenen Altersstufen?
4.1 Darstellung und Erläuterung des Fragebogens 21
4.2 Erläuterung der Bilder 22
4.3 Auswertung 24
Schlusswort 41
Literaturverzeichnis 42
Anhang 1 (Fragebogen) 45
Anhang 2 (Elternbrief) 46
Anhang 3 (Übersichten zu einzelnen Auswertungen) 48
Inhaltsverzeichnis
1.0 Die Entwicklung des kindlichen Weltverstehens
1.1 Begriffsdefinition: „Verstehen der Welt“
1.2 Entwicklungsprozess des Weltverstehens
1.3 Entwicklungsaufgabe
1.4 Risiko für die Erreichung pädagogischer Ziele
2.0 Die Bedeutung der Natur für die Entwicklung
2.1 Das dreidimensionale Persönlichkeitsmodell
2.2 Wie wertvoll sind Naturerfahrungen?
2.3 Angst vor und in der Natur
2.4 Zusammenhang von Natur- und Sozialerfahrungen
3.0 Schule und Umwelterziehung
3.1 Ziele der Umwelterziehung
3.2 Phasen der Umweltbildung
3.3 Schulische Aspekte der Umwelterziehung
4.0 Testreihe: Welche Umwelt, die natürliche oder die vom Menschen geschaffene, bevorzugen Kinder und Jugendliche in den verschiedenen Altersstufen?
4.1 Darstellung und Erläuterung des Fragebogens
4.2 Erläuterung der Bilder
4.3 Auswertung
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die kindliche Naturverbundenheit und geht der Frage nach, ob Sozialisation und Erziehung einen Einfluss auf die Bevorzugung natürlicher oder vom Menschen geschaffener Umwelten haben. Ziel ist es zu analysieren, ob Umwelterziehung heute noch eine Chance hat, das kindliche Interesse an der Natur zu bewahren oder neu zu entfachen.
- Entwicklung des kindlichen Weltverstehens
- Bedeutung von Naturerfahrungen für die Persönlichkeitsentwicklung
- Rolle der Schule in der Umwelterziehung
- Empirische Testreihe zur Umweltpräferenz von Schülern
- Einfluss von Geschlecht und Alter auf die Naturverbundenheit
Auszug aus dem Buch
2.3 Angst vor und in der Natur
Obwohl Seen, Wälder, Bäume etc. beliebte Freizeitorte für Kinder darstellen, wie in Abschnitt 2.2 erläutert wurde, sind diese auch mit ängstlichen Gefühlen gekoppelt.
Diese Ängste hängen häufig mit dem hohen Maß an Phantasie bei Kindern zusammen. Weiter gefördert wird diese durch Märchen, Mythen und Medien. So sind Beispiele für kindliche Befürchtungen: im Wald verloren zu gehen, wie Hänsel und Gretel, oder von Tieren gefressen zu werden, wie Rotkäppchen (Gebhard 2009, S. 88).
Dunkelheit, Unübersichtlichkeit, Einsamkeit oder Stille sind weitere Faktoren der Natur, die durch mangelnde Erfahrung, Angst einflößend wirken können. Teile dieser Ängste beruhen jedoch nicht nur auf kindlicher Einbildung, sondern sind durchaus ernst zu nehmen.
„Man kann beim Klettern von einem Baum fallen, kann in einem Wasser ertrinken, kann ängstigenden Tieren begegnen. Natur ist nicht immer die schöne, harmonische Natur, in der man sich sicher und aufgehoben fühlt, sondern auch die bedrohliche, die Quelle von verschiedensten Ängsten sein kann (Gebhard 2009, S. 88).“
Zusammenfassung der Kapitel
1.0 Die Entwicklung des kindlichen Weltverstehens: Das Kapitel erläutert den kognitiven Prozess des Weltverstehens und betont die Bedeutung angeborener sowie erfahrungsbasierter Lernprozesse für das Verständnis der natürlichen Umwelt.
2.0 Die Bedeutung der Natur für die Entwicklung: Hier wird die Rolle der Natur für die seelische und kognitive Entwicklung des Kindes sowie die Entstehung von Ängsten und deren Zusammenhang mit Naturerfahrungen thematisiert.
3.0 Schule und Umwelterziehung: Dieser Teil befasst sich mit den Zielen der Umwelterziehung, den verschiedenen historischen Phasen der Umweltbildung und der zentralen Rolle der Schule als Instanz für systematisches Umweltwissen.
4.0 Testreihe: Welche Umwelt, die natürliche oder die vom Menschen geschaffene, bevorzugen Kinder und Jugendliche in den verschiedenen Altersstufen?: Im Praxisteil wird mittels einer Befragung von 104 Schülern analysiert, welche Umweltpräferenzen vorliegen und inwieweit diese durch Geschlecht oder Alter beeinflusst werden.
Schlüsselwörter
Naturverbundenheit, Umwelterziehung, Umweltbildung, kindliches Weltverstehen, Naturerfahrungen, Persönlichkeitsmodell, ökologisches Bewusstsein, Sozialisation, Umweltpräferenz, empirische Untersuchung, Schülerbefragung, Nachhaltigkeit, Umweltpädagogik, Naturkognition, Freizeitgestaltung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die kindliche Verbundenheit zur Natur und analysiert, welchen Einfluss Sozialisation und Erziehung auf die Bevorzugung der natürlichen Umwelt gegenüber einer künstlichen, menschengemachten Umwelt haben.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zu den Schwerpunkten zählen die psychologische Entwicklung des Kindes im Kontext der Natur, die Bedeutung von Naturerfahrungen, die Rolle der Schule in der Umweltbildung sowie eine empirische Untersuchung der Umweltpräferenzen bei Schülern.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, zu überprüfen, ob Sozialisation und Erziehung die Naturverbundenheit von Kindern und Jugendlichen beeinflussen und ob Umwelterziehung heute noch effektiv zur Bewahrung dieser Verbundenheit beitragen kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit kombiniert eine theoretische Aufarbeitung der psychologischen Grundlagen mit einer empirischen Testreihe, bei der 104 Schüler im Alter von 9 bis 17 Jahren mittels Fragebögen und Bild-Ranglisten befragt wurden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Abschnitt, der die Entwicklung des Weltverstehens und die Bedeutung der Natur für die Persönlichkeit beleuchtet, sowie einen praktischen Teil, der die Ergebnisse der durchgeführten Schülerbefragung darstellt und interpretiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Naturverbundenheit, Umwelterziehung, Umweltbildung, kindliches Weltverstehen, Sozialisation und Umweltpräferenz geprägt.
Warum bevorzugen viele Kinder laut Studie den MP3-Player in der Rangliste?
Die Befragung zeigt, dass insbesondere Jungen den MP3-Player als sehr attraktiv einstufen, was auf eine hohe Bedeutung technischer Konsumgüter in der heutigen jugendlichen Lebenswelt hindeutet.
Welche Bedeutung kommt der Biene als Naturobjekt zu?
Interessanterweise belegt das Bild der Biene in der Umfrage den letzten Platz, was die Autorin auf anerzogene Ängste vor Stichen und die Wahrnehmung der Natur als potenziell bedrohlich zurückführt.
Hat der schulische Unterricht einen messbaren Einfluss auf das Umweltbewusstsein?
Ja, die Arbeit schlussfolgert auf Basis herangezogener Studien, dass die Schule eine unverzichtbare Instanz für den Aufbau eines systematischen ökologischen Wissens ist, da das Elternhaus diese Rolle oft nur noch unzureichend ausfüllt.
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- Bachelor of Education Yvonne Schyrer (Author), 2011, Biophilie: Die angeborene Liebe zur Natur, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/197970