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Zur Shop-Startseite › Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)

Die Ethik des Klimawandels

Titel: Die Ethik des Klimawandels

Masterarbeit , 2012 , 88 Seiten , Note: 1.15

Autor:in: Denise Müller (Autor:in)

Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Dass der Klimawandel eine der größten Herausforderungen ist, vor denen die Menschheit heute steht, und dass er Millionen Existenzen bedroht, daran zweifelt kaum noch jemand. Doch dass er auch ein moralisches Problem ist, scheint keinesfalls offensichtlich. Zu behaupten, dass dem Einzelnen angesichts des Klimawandels moralische Verpflichtungen zukommen, ist in der bisherigen Literatur zur Klimaethik alles andere als gängig. Vielmehr wird darin in erster Linie über Politik geredet. Das hat durchaus seine Berechtigung, ist aber nicht ausreichend. Deswegen versucht diese Arbeit zunächst festzustellen, was genau das moralische Problem am Klimawandel ist, und untersucht dies mithilfe der klassischen Normtheorien Kantianismus und Utilitarismus. Bei beiden Theorien wird sie an Grenzen stoßen und sich daher, wie in der Klimaethik oft üblich, mit Gerechtigkeitskonzepten behelfen, wobei aufgezeigt wird, wie Kantianismus beziehungsweise Utilitarismus als begründende Normkonzepte hinter ihnen stehen.
Es wird deutlich werden, dass man zwei Ebenen, auf denen sich Klimaethik abspielt, unterscheiden kann – die des Kollektivs und die des Individuums. Dabei wird gezeigt, mit welchen Argumenten man auf welcher Ebene operieren kann, und warum das Individuum sich aus der Ethik des Klimawandels keinesfalls heraushalten darf.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Klimawandel

2.1 Klima und Treibhauseffekt

2.2 Die globale Erwärmung

2.2.1 Evidenz

2.2.2 Ursachen

2.2.3 Folgen

2.2.4 Maßnahmen

2.3 Eine bequeme Wahrheit

2.3.1 Typen von Klimaskeptikern

2.3.2 Die kalte Sonne

2.4 Zwei unbequeme Wahrheiten

3. Setting the Scene

3.1 Möglichkeit und Notwendigkeit einer Ethik

3.1.1 Freiheit und Verantwortung

3.1.2 Epistemischer Wertanthropozentrismus

3.2 Adressaten einer Ethik des Klimawandels

3.3 Über den Gegenstand der Umweltethik

3.4 Rechtfertigung eines Anthropozentrismus

4. Kantischer Anthropozentrismus

4.1 Der kategorische Imperativ

4.2 Kantische Umweltethik

4.2.1 Nichtinstrumentell

4.2.2 Instrumentell

4.2.3 Verpflichtung gegen Zukünftige

4.3 Grenzen des kantischen Anthropozentrismus

5. Utilitarismus

5.1 Utilitarismus: Ein Überblick

5.1.1 Merkmale utilitaristischer Ethiken

5.1.2 Schwierigkeiten des Utilitarismus

5.1.3 Utilitaristische Umweltethik

5.2 Utilitaristische Klimaethik

5.2.1 Ökonomische Erwägungen

5.2.2 Quasidiskontierende Faktoren

5.2.3 Umgang mit Unsicherheit

5.2.4 Vier Strategien nach Gesang

5.3 Kooperation von Individuen

6. Gerechtigkeit

6.1 Gerechtigkeits- und Spargrundsätze bei Rawls

6.2 Gleiche-pro-Kopf-Anteile bei Singer

6.3 Konvergenzhypothese von Norton

6.4 Kosmopolitische Gerechtigkeit bei Harris

7. Handeln

7.1 Das Kollektiv

7.1.1 Begrenzung

7.1.2 Anpassung

7.1.3 Kompensation

7.1.4 Hemmnisse

7.2 Das Individuum

7.3 Grundsätzliche Schieflagen

8. Zusammenfassung und Fazit

A. Glossar

Zielsetzung & Themen

Die Masterarbeit untersucht den Klimawandel als ethische Herausforderung und analysiert, wie moralphilosophische Ansätze – konkret Kantianismus und Utilitarismus – sowie Gerechtigkeitskonzepte auf dieses globale Problem angewendet werden können, um Handlungsoptionen für Kollektive und Individuen zu begründen.

  • Ethische Bewertung des Klimawandels
  • Kantianischer Anthropozentrismus
  • Utilitaristische Klimaethik
  • Gerechtigkeitstheorien (Rawls, Singer, Harris)
  • Handlungsoptionen und Verantwortung

Auszug aus dem Buch

2.4 Zwei unbequeme Wahrheiten

In der Diskussion um den Klimawandel gibt es zwei unbequeme Wahrheiten. Die eine ist Ausdruck des wissenschaftlichen Konsens, dass sich unser Planet erwärmt und dass der Mensch diese Erwärmung aller Wahrscheinlichkeit nach verursacht hat. Die andere unbequeme Wahrheit ist, und darauf machen Klimaskeptiker aufmerksam, dass dies eben nur ein Konsens und keine Wahrheit ist. Die Prognosen mit Bezug auf den Klimawandel haben zwar teilweise beeindruckend hohe Wahrscheinlichkeiten, aber sie sind eben nicht hundertprozentig sicher.

Diese Unsicherheit wird vermutlich immer schon aus der Perspektive einer bereits vorhandenen ethischen Intuition her bewertet. Das dürfte auch der Grund dafür sein, weshalb die Diskussion über den Klimawandel oft emotional oder polemisch geführt wird. Dennoch scheint die wissenschaftliche Datenlage so überzeugend, dass die folgenden drei Prämissen, die in dieser Arbeit bei allen philosophischen Betrachtungen vorausgesetzt werden, wohl weitgehend konsensfähig sind (P2a und P2b sind als Erläuterungen von P2 zu verstehen):

P1 Es gibt einen Klimawandel (eine globale Erwärmung).

P2 Der Klimawandel ist vom Menschen mitverursacht.

P2a Erhöhte Treibhausgaskonzentrationen in der Atmosphäre führen zu einem Temperaturanstieg.

P2b Der Mensch erhöht seine Aktivitäten die Treibhausgaskonzentrationen in der Atmosphäre.

P3 Der Klimawandel wird positive und negative Auswirkungen auf Menschen, Tiere und Ökosysteme haben, wobei die negativen Auswirkungen überwiegen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die existenzielle Bedrohung durch den Klimawandel ein und skizziert die methodische Herangehensweise der Arbeit, die sowohl kantianische als auch utilitaristische Ansätze sowie Gerechtigkeitskonzepte integriert.

2. Der Klimawandel: Dieses Kapitel erläutert die naturwissenschaftlichen Grundlagen des Treibhauseffekts, die Belege für die globale Erwärmung und die Haltung der Klimaskeptiker.

3. Setting the Scene: Hier werden die ethischen Voraussetzungen geklärt, insbesondere die Möglichkeit einer Ethik, die Rolle der Freiheit und Verantwortung sowie die Frage, wer Adressat einer Ethik des Klimawandels sein kann.

4. Kantischer Anthropozentrismus: Dieses Kapitel untersucht die Anwendung von Kants kategorischem Imperativ und Umweltethik auf den Klimawandel, inklusive der Pflichten gegenüber zukünftigen Generationen.

5. Utilitarismus: Hier wird der Utilitarismus als konsequentialistische Theorie eingeführt und auf das Klimaproblem angewendet, wobei ökonomische Erwägungen und Strategien nach Gesang diskutiert werden.

6. Gerechtigkeit: Dieses Kapitel vergleicht verschiedene Gerechtigkeitskonzepte, darunter Rawls’ Spargrundsätze, Singers Gleiche-pro-Kopf-Anteile und Harris’ kosmopolitische Gerechtigkeit.

7. Handeln: Abschließend werden konkrete Handlungsstrategien für das Kollektiv und das Individuum beleuchtet, einschließlich Aspekten wie Begrenzung, Anpassung und Kompensation.

8. Zusammenfassung und Fazit: Das Fazit führt die Ergebnisse der philosophischen Analysen zusammen und betont die Dringlichkeit, den Klimawandel als ethisches Problem jetzt anzugehen.

A. Glossar: Das Glossar liefert Definitionen zu zentralen Begriffen der Arbeit.

Schlüsselwörter

Klimawandel, Ethik, Anthropozentrismus, Utilitarismus, Kantianismus, Gerechtigkeit, globale Erwärmung, Klimaskeptiker, Treibhauseffekt, Verantwortung, Handeln, Nachhaltigkeit, Klimapolitik, ökologische Ungerechtigkeit, Umweltschutz

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Masterarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die ethischen Fragestellungen, die mit dem Klimawandel verbunden sind, und untersucht philosophische Ansätze, um menschliches Handeln in diesem Kontext zu begründen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind der Klimawandel aus naturwissenschaftlicher Sicht, die moralphilosophische Einordnung durch Kantianismus und Utilitarismus sowie verschiedene Gerechtigkeitstheorien.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, ein ethisches Fundament für Handlungsoptionen im Klimawandel zu schaffen, das sowohl Kollektive als auch Individuen in die Pflicht nimmt.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit nutzt die Analyse und Synthese bestehender moralphilosophischer Theorien und Gerechtigkeitskonzepte, um diese auf die spezifische Problematik des Klimawandels anzuwenden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Kants Kategorischem Imperativ, utilitaristischen Ansätzen, Gerechtigkeitskonzepten (z.B. nach Rawls und Singer) sowie konkreten Strategien für das Handeln im Kollektiv und Individuum.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Klimawandel, Ethik, Anthropozentrismus, Utilitarismus, Kantianismus, Gerechtigkeit und ökologische Verantwortung.

Welche Rolle spielt die Klimaskeptik in der Arbeit?

Die Autorin setzt sich mit den Argumenten von Klimaskeptikern auseinander, um die Notwendigkeit ethischen Handelns trotz gewisser wissenschaftlicher Unsicherheiten zu unterstreichen.

Warum ist eine kosmopolitische Gerechtigkeit nach Harris für die Argumentation wichtig?

Harris’ Ansatz ist entscheidend, da er die Verantwortung nicht nur bei Staaten, sondern primär bei Individuen sieht und damit die moralische Verpflichtung jedes Einzelnen betont.

Ende der Leseprobe aus 88 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Ethik des Klimawandels
Hochschule
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg  (Institut für Philosophie)
Note
1.15
Autor
Denise Müller (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
88
Katalognummer
V197752
ISBN (eBook)
9783656256267
ISBN (Buch)
9783656258735
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ethik Klima Klimawandel globale Erwärmung Philosophie praktische Philosophie Umweltethik Naturethik Gerechtigkeit anthropogene Erwärmung Kant Utilitarismus Klimaethik Moralphilosophie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Denise Müller (Autor:in), 2012, Die Ethik des Klimawandels, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/197752
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