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Beratung und Begleitung von Menschen mit geistiger Behinderung: Qualitative Ansprüche an ein neues Betreuungsverständnis

Grundverständnis, Methodik und Zielorientierung

Titel: Beratung und Begleitung von Menschen mit geistiger Behinderung: Qualitative Ansprüche an ein neues Betreuungsverständnis

Bachelorarbeit , 2012 , 42 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Moritz Sturmberg (Autor:in)

Pädagogik - Heilpädagogik, Sonderpädagogik

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

1 Einführung
Seit Beginn der 1990er Jahre und mit dem einschneidenden Impuls des Lebenshilfe Kongresses 1994 in Duisburg (Ich weiß doch selbst, was ich will! Menschen mit geistiger Behinderung auf dem Weg zu mehr Selbstbestimmung) ist die Forderung nach mehr Selbstbestimmung und Teilhabe für Menschen mit Behinderung in Deutschland zu einem zentralen Anliegen für die Organisation von Hilfen und die Vorstellung von professioneller Unterstützung im Alltag geworden. Lange wurden Menschen mit Behinderung als passive Empfänger von Hilfsmaßnahmen gesehen. Zunehmend werden sie jedoch als Ratsuchende, als eigenständige und entscheidungsfähige Zielgruppe wahrgenommen.
Mit dem Anspruch einer Hilfe zur Selbsthilfe wird der eher neuartige pädagogische Optimismus einer ressourcen- und kompetenzorientierten Sichtweise auf Menschen mit geistiger Behinderung fokussiert (...). Die Begriffe des „Förderns“ oder „Betreuens“ suggerieren im Kontext von Gleichberechtigung, Selbstbestimmung und Teilhabe mittlerweile schnell ein Bild streng asymmetrischer Beziehungs- und Interaktionskonstellationen, den Gedanken des „Formens“ nach persönlichen und gesamtgesellschaftlichen Normen und Werten sowie den Anspruch des Behütens und Bewahrens vor der Gesellschaft und eigenen Fehlleistungen.
Als Abgrenzung und Neuorientierung gegenüber den bisher gängigen Begriffsbezeichnungen bedient sich aktuellere Literatur in diesem Bewusstsein vermehrt der Begriffe „Begleiter“, „Assistent“ oder „Berater“. Ziel ist es dabei auch, Menschen mit geistiger Behinderung wieder als Subjekt von Interaktionen zu positionieren, anstatt sie durch eine Überhandnahme pädagogischer Konzepte zu objektivieren(...). Unter Bezugnahme auf ein in der Praxis etabliertes Beratungsverständnis, die Rahmenbedingungen professioneller Grundhaltung in der Behindertenhilfe und anhand einer Auseinandersetzung mit beobachtbaren Dilemmata eines Betreuer – Bewohner – Verhältnisses, soll in der vorliegenden Arbeit schließlich der Versuch unternommen werden, den Begriff Beratung hinsichtlich einer Vorstellung von Lebensberatung auszuweiten, was voraussetzt, dass hierbei neben ideologischen und methodischen beraterischen Kompetenzen des Begleiters auch die Kompetenzen gehören, fachübergreifend und nahraumorientiert zu kooperieren sowie Wege zu mehr Selbstbestimmungsrecht und Teilhabe zu organisieren und zu ermöglichen (...).

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einführung

2 Die Verortung professioneller Beratung als pädagogisches Leitbild

2.1 Beratung als sozialpädagogischer Handlungstyp

2.2 Grundüberlegungen des klientenzentrierten Ansatzes nach Rogers

2.3 Kooperative Beratung nach Mutzeck

3 Kontext und Rahmenbedingungen des Beratungsbegriffs in der Begleitung von Menschen mit geistiger Behinderung

3.1 Paradigmenwechsel

3.2 Empowerment und Selbstbestimmung

3.3 Das Normalisierungsprinzip

3.4 Der Inklusionsgedanke

3.5 Exkurs: Spannungsfelder und Handlungsparodoxien alltäglicher Beratungsarbeit

4 Faktoren einer Systematisierung und Auswertung von Beratung und Begleitung

4.1 Zur Implementierung neuer Perspektiven

4.1.1 Das Assistenzkonzept

4.1.2 Das Kundenmodell

4.2 praktisch- methodische Konsequenzen

4.2.1 Das WKS- Modell: Alltags- und Prozessbegleiter

4.2.2 Das Beratungskonzept „So und So“

5 Fazit

6 Ausblick

7 Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht qualitätssichernde Faktoren für die Lebensberatung von Menschen mit geistiger Behinderung, wobei sie den Übergang von einer pädagogischen Betreuung hin zu einer klientenzentrierten und ressourcenorientierten Beratung analysiert und methodische Konzepte zur praktischen Anwendung evaluiert.

  • Professionelle Beratung als pädagogisches Leitbild
  • Kontextuelle Rahmenbedingungen und Paradigmenwechsel (Empowerment, Inklusion)
  • Methoden der assistenzorientierten Begleitung (WKS-Modell)
  • Das Beratungskonzept „So und So“ für Menschen mit geistiger Behinderung
  • Herausforderungen und Handlungsparodoxien in der Beratungsarbeit

Auszug aus dem Buch

4.1.1 Das Assistenzkonzept

Der Begriff der Assistenz lässt sich abgeleitet vom lateinischen Herkunftswort „assistentia“ mit „Beistand, Mithilfe oder Unterstützung“ übersetzen. Professionelle Helfer können somit auch als Unterstützer bezeichnet werden. Das Assistenzkonzept erscheint aus alltagspraktischer Sicht in Hinsicht auf die Zielgruppe häufig angebrachter als der Beratungsbegriff und zeigt dennoch eine deutliche Abwendung vom überholten Bild des „Betreuers“. Assistenz ist für die Professionellen das Spiegelbild zur Forderung nach Selbstbestimmung und Empowerment von Menschen mit Behinderung. Weit weniger als Veränderungen der Arbeitsgestaltung werden in den vergangenen Jahren Anpassungsleistungen und Veränderungen im Selbstverständnis der Professionellen diskutiert und gefordert. Dem Konzept der Assistenz wird als handlungsleitendes pädagogisches Prinzip eine große Bedeutung zugeschrieben und begründet sich auf der Selbstbestimmt- Leben- Bewegung (vgl. Glasenapp, 2010, S.121). Es bleibt dennoch unklar, inwieweit sich Assistenz in der Praxis überhaupt realisieren lässt. Gröschke (2004) sieht ein Problem von Betreuungs- und Assistenzbeziehungen in der Behindertenhilfe und Psychiatrie durch ihr Grundmotiv „care“ statt „friendship“, was letztendlich unter stationären oder ambulanten Bedingungen notwendigerweise zu eher „kurativ-asymmetrischen“ anstatt „dialogisch-symmetrischen“ Verhältnissen führt (zit. n. Glasenapp, 2010, S.212). Professionelle in der Behindertenhilfe sind allein schon entsprechend ihres Arbeitsvertrags keine Assistenten. Im Gegenteil sind die Aufgabenbereiche und Einbindungen in organisatorische Abläufe eine Assistenz sogar hinderlich.

Persönliche Assistenz kann aus der Sicht Betroffener weiterreichend auch meinen, dass Menschen mit Behinderung quasi als Arbeitgeber fungieren, indem sie bestimmen, was eine assistierende Person (Helfer) tun soll (vgl. u.a. Wocken, 2011, S.56). Aus dieser Perspektive geht das Konzept sogar darüber hinaus, was seitens der Sozialen Arbeit in der Absicht einer neuen Helferkultur eingefordert wird. Es basiert nicht auf einer gleichberechtigten, symmetrischen Arbeitsbeziehung, sondern einem asymmetrischen Dienstleistungsverhältnis, an dessen „oberen“ Ende sich der Assistenznehmer befindet.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einführung: Die Einleitung beleuchtet den Wandel in der Behindertenhilfe hin zu mehr Selbstbestimmung und definiert die Notwendigkeit professioneller Beratungsmethoden.

2 Die Verortung professioneller Beratung als pädagogisches Leitbild: Dieses Kapitel verortet Beratung theoretisch durch den klientenzentrierten Ansatz nach Rogers und die kooperative Beratung nach Mutzeck.

3 Kontext und Rahmenbedingungen des Beratungsbegriffs in der Begleitung von Menschen mit geistiger Behinderung: Es werden der historische Paradigmenwechsel, Empowerment, das Normalisierungsprinzip sowie der Inklusionsgedanke als fundamentale Rahmenbedingungen diskutiert.

4 Faktoren einer Systematisierung und Auswertung von Beratung und Begleitung: Das Hauptkapitel analysiert das Assistenzkonzept sowie das Kundenmodell und stellt praxisorientierte Modelle wie das WKS-Modell und das Konzept „So und So“ vor.

5 Fazit: Das Fazit resümiert die Eignung der vorgestellten Ansätze für die Zielgruppe und betont die Notwendigkeit von Kreativität und Einfühlungsvermögen seitens der Berater.

6 Ausblick: Der Ausblick fordert eine stärkere Integration von Beratung in die Alltagsbegleitung und eine kontinuierliche Weiterentwicklung der professionellen Kompetenzen.

7 Literaturverzeichnis: Umfassende Zusammenstellung der verwendeten wissenschaftlichen Quellen.

Schlüsselwörter

Beratung, Lebensberatung, Menschen mit geistiger Behinderung, Behindertenhilfe, Empowerment, Selbstbestimmung, Assistenzkonzept, Inklusion, Normalisierungsprinzip, klientenzentrierter Ansatz, WKS-Modell, Prozessbegleiter, Soziale Arbeit, Pädagogik, Alltagsbegleitung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den qualitätssichernden Faktoren für die Lebensberatung von Menschen mit geistiger Behinderung und analysiert, wie professionelle Beratung unter dem Leitbild der Selbstbestimmung gestaltet werden kann.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören der Paradigmenwechsel in der Behindertenhilfe, die Anwendung des klientenzentrierten Ansatzes sowie die Implementierung von Assistenz- und Beratungskonzepten.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, ein Grundverständnis für professionelle Beratung in der Behindertenhilfe zu schaffen und methodische Ansätze zu evaluieren, die den Bedürfnissen der Zielgruppe gerecht werden.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und setzt sich kritisch mit etablierten Beratungskonzepten sowie dem Assistenz- und dem WKS-Modell auseinander.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil erörtert die theoretischen Grundlagen, die soziokulturellen Kontextbedingungen der Inklusion sowie konkrete methodische Konsequenzen für die tägliche Beratungs- und Begleitungspraxis.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Empowerment, Assistenzkonzept, klientenzentrierte Beratung und Inklusion definieren.

Wie unterscheidet sich das WKS-Modell von traditioneller Betreuung?

Das WKS-Modell entkoppelt die Rolle des Mentors/Betreuers durch eine Aufteilung in Alltagsbegleiter und Prozessbegleiter, um Abhängigkeitsverhältnisse zu reduzieren und die Selbstständigkeit des Klienten zu fördern.

Welche Rolle spielen „Innere Helfer“ im Konzept „So und So“?

„Innere Helfer“ dienen dazu, komplexe Persönlichkeitsaspekte der Klienten greifbar zu machen und durch gezielte Fragestellungen Entlastung im Beratungsprozess zu schaffen.

Warum ist der Begriff „Beratung“ bei Menschen mit geistiger Behinderung kritisch zu hinterfragen?

Traditionelle Beratungsansätze sind oft zu stark sprachorientiert und defizitär geprägt; daher erfordert die Arbeit mit dieser Zielgruppe eine methodische Anpassung, die über das klassische „Belehren“ hinausgeht.

Ende der Leseprobe aus 42 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Beratung und Begleitung von Menschen mit geistiger Behinderung: Qualitative Ansprüche an ein neues Betreuungsverständnis
Untertitel
Grundverständnis, Methodik und Zielorientierung
Hochschule
Universität zu Köln  (DP Heilpädagogik, Lehrstuhl Arbeit und berufliche Rehabilitation)
Veranstaltung
Rehabilitation, Pädagogik, Psychologie, Soziologie
Note
1,3
Autor
Moritz Sturmberg (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
42
Katalognummer
V197443
ISBN (eBook)
9783656236610
ISBN (Buch)
9783656237754
Sprache
Deutsch
Schlagworte
beratung methodik zielorientierung Empowerment Inklusion Begleitung Menschen mit geistiger Behinderung Assistenz Kundenorientierung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Moritz Sturmberg (Autor:in), 2012, Beratung und Begleitung von Menschen mit geistiger Behinderung: Qualitative Ansprüche an ein neues Betreuungsverständnis, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/197443
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Leseprobe aus  42  Seiten
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