[…] Die Geschichte von Karla ist kein Einzelfall und doch liest man über moderne Sklaverei nur sehr wenig. Und obwohl 90% aller Sklaven in Asien leben, spricht die Europol noch immer „von Hunderttausenden Menschenhandelsopfern in der EU.“ Der Handel mit Menschen nimmt somit in der Europäischen Union und auf dem ganzen Globus ein schwer vorstellbares Ausmaß an.
Fasst man den Fall Karla zusammen, die unwürdiger als ein Tier leben musste und wie eine Ware über eine Distanz von mehr als 1.000 Kilometern in ein fremdes Land ausgeliefert worden war, stellt sich die Frage, wie es um die menschliche Würde in einer zunehmend verflochtenen Welt steht. Ist Menschenwürde in einer globalisierten Gesellschaft möglich?
Inhaltsverzeichnis
2. Einleitung: „Die Sklavin Karla“
3. Menschenrechte
3.1 Die Würde des Menschen
3.1.1 Zusatz: Die Würde nach Kant
3.2 Die Menschenwürde als Rechtsgrundlage
3.3 Zusatz: Begründung der Menschenrechte
4. Moderne Sklaverei
4.1 Sklaverei in der globalisierten Gesellschaft
4.2 Zusatz: Sklaverei im Vergleich zu früher
5. „Zwangsarbeit“
5.1 Beispiel: Foxconn
5.2 Zusatz: Beispiel: Sexindustrie
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die zentrale Forschungsfrage, ob die Wahrung der Menschenwürde innerhalb einer zunehmend globalisierten und vernetzten Gesellschaft unter den Bedingungen moderner Sklaverei überhaupt möglich ist. Der Autor analysiert hierzu ethische und rechtliche Grundlagen und stellt diese der empirischen Realität von Ausbeutung und Menschenhandel gegenüber.
- Ethische Begründung der Menschenwürde (Kant, Pufendorf, Tugendhat)
- Rechtliche Verankerung der Menschenrechte im internationalen Kontext
- Mechanismen moderner Sklaverei und Menschenhandel
- Fallbeispiele: Arbeitsbedingungen bei Foxconn und Zwangsprostitution
Auszug aus dem Buch
4.1 Sklaverei in der globalisierten Gesellschaft
Wohl am stärksten missachtet wird die Menschenwürde von Sklavenhaltern und Menschenhändlern. Auch wenn viele Menschen denken, Sklaverei sei längst Vergangenheit, ist sie doch allgegenwärtiger denn je. Mit der Globalisierung sind neue Formen von Sklaverei entstanden, die zig Millionen Menschen betreffen. Bei der Sklaverei sind Menschen von anderen Personen sozial und wirtschaftlich abhängig.
Im Protokoll von Palermo definieren die Vereinten Nationen die Ausbeutung als den eigentlichen Zweck des Menschenhandels. Neben dem Tatzweck, der Ausbeutung, gehört zur Definition von Menschenhandel, dass an den Opfern Gewalt, Betrug oder Ähnliches angewandt wurde.
Die Globalisierung des Menschenhandels und der Sklaverei zeigt sich darin, dass Opfer, wie die anfänglich erwähnte Sklavin Karla, häufig tausende von Kilometern zurücklegen. Die weiten Strecken sind den billigen Transportkosten und den eher unbedeutend gewordenen Staatsgrenzen zu verschulden. Nahezu problemlos lassen sich menschliche Sklaven von einem Land in andere verschieben. Bestellt beispielsweise ein Bordell „Nachschub“ an Prostituierten, dauert es oft nur wenige Stunden bis der Auftrag ausgeführt ist. Für die Polizei heißt das außerdem, dass auffällige Personen von einem Tag auf den nächsten das Land verlassen und kaum noch belangt werden können.
Zusammenfassung der Kapitel
2. Einleitung: „Die Sklavin Karla“: Anhand eines konkreten Fallbeispiels wird die Problematik der modernen Sklaverei eingeführt und die Forschungsfrage zur Vereinbarkeit mit der Menschenwürde aufgeworfen.
3. Menschenrechte: Dieses Kapitel erläutert die philosophischen und juristischen Fundamente der Menschenwürde und leitet daraus die Gültigkeit von Menschenrechten ab.
4. Moderne Sklaverei: Es wird analysiert, wie Globalisierung und moderne kriminelle Strukturen neue, hochgradig rentable Formen der Ausbeutung ermöglichen und wie sich diese von historischer Sklaverei unterscheiden.
5. „Zwangsarbeit“: Anhand der Beispiele Foxconn und Sexindustrie werden reale Bedingungen von Arbeitsausbeutung und Zwangsprostitution untersucht.
6. Fazit: Das Fazit führt die Argumente zusammen und kommt zu dem Schluss, dass ein vollständig menschenwürdiges Leben in der globalisierten Gesellschaft aufgrund der Verflechtung mit Ausbeutungsstrukturen kaum möglich ist.
Schlüsselwörter
Menschenwürde, Moderne Sklaverei, Menschenrechte, Globalisierung, Menschenhandel, Ausbeutung, Zwangsarbeit, Kant, Foxconn, Zwangsprostitution, Arbeitsbedingungen, Ethik, Menschenwürdebegründung, Weltgesellschaft, Grundgesetz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der kritischen Untersuchung, ob die Menschenwürde in einer globalisierten Welt trotz der Existenz moderner Sklaverei gewahrt werden kann.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf der philosophischen Begründung der Menschenwürde, den globalen Strukturen des Menschenhandels sowie konkreten Fällen von Arbeitsausbeutung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob ein menschenwürdiges Leben im Kontext einer vernetzten Welt möglich ist oder ob der eigene Konsum zwangsläufig zur Ausbeutung anderer beiträgt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor stützt sich auf eine Literaturanalyse philosophischer Positionen sowie die Auswertung von Protokollen (z.B. Palermo-Protokoll) und Berichten internationaler Organisationen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden sowohl theoretische Grundlagen (Kant, Locke, Pufendorf) als auch praktische Analysen zu globalen Arbeitsbedingungen und Menschenhandel präsentiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Menschenwürde, Moderne Sklaverei, Ausbeutung und Globalisierung geprägt.
Wie unterscheidet der Autor zwischen historischer und moderner Sklaverei?
Er arbeitet heraus, dass moderne Sklaverei weniger auf legalen Besitzansprüchen basiert, sondern durch ein globales Netz, niedrigere Anschaffungskosten und den Status als „Wegwerfsklaven“ gekennzeichnet ist.
Welche Schlussfolgerung zieht der Autor im Hinblick auf den Konsum?
Der Autor schlussfolgert, dass ein absolut menschenwürdiges Handeln in einer globalisierten Welt nahezu unmöglich ist, sofern man keine vollständige Autarkie anstrebt, da der Konsum meist auf der Ausbeutung anderer basiert.
- Arbeit zitieren
- Kevin Weber (Autor:in), 2012, Moderne Sklaverei - Ist Menschenwürde in einer globalisierten Gesellschaft möglich?, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/197243