Seit einigen Jahren kommt es verstärkt zu Reorganisationsbestrebungen im Bereich des Öffentlichen Dienstes. Die Anforderungen und Erwartungen an den Öffentlichen Dienst stimmen nicht mehr mit jenen der Vergangenheit überein. Bedingt durch das Negativwachstum der Wirtschaft, kommt es zu einer Mindereinnahme von Steuern durch den Staat und somit stellt sich die Frage nach der Finanzierbarkeit der öffentlichen Verwaltung.
Die daraus folgende Diskussion ist nicht nur von sachlichen, sondern vielfach auch von unsachlichen Argumenten geprägt. Vielfach werden den Vertretern des Öffentlichen Dienstes nicht nur Negativattribute zugeschrieben, sondern es wird auch das Handeln dieser als nicht zeitgemäß, d.h. nicht kundenorientiert im Sinne eines modernen Dienstleisters wahrgenommen.
Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Fragestellung, inwieweit die Organe der Arbeitsinspektion im Umfeld des Aufsichtsbezirkes des Arbeitsinspektorates St. Pölten als Archetyp des „klassischen Beamten“ in Verbindung mit der Zuschreibung negativer Attribute auftreten, oder ob diese nicht viel mehr, ob ihrer Kundenorientierung, als Typus eines modernen Dienstleisters bezeichnet werden können.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
1.1 AUSGANGSLAGE UND PROBLEMSTELLUNG
1.2 FORSCHUNGSGEGENSTAND
1.3 ZIELSETZUNG UND PERSÖNLICHE MOTIVATION
1.4 METHODIK
2. THEORETISCHE GRUNDLAGEN
2.1 VERWALTUNG
2.1.1 Geschichte der Verwaltung und des Arbeitnehmerschutzes aus österreichischer Sicht
2.1.2 Die öffentliche Verwaltung und der „Öffentliche Dienst“
2.1.3 Die „moderne“ öffentliche Verwaltung
2.2 BEGRIFFSDEFINITIONEN
2.2.1 New Public Management (NPM)
2.2.2 Good Governance
2.2.3 Electronic Government (auch E-Government)
2.2.4 Wirkungsorientierte Haushaltsführung
2.2.5 Die Organe der Arbeitsinspektion
2.2.6 Arbeitgeberin bzw. Arbeitgeber, Bezirksverwaltungsbehörden und Amtssachverständige
3. ERHEBUNG
3.1 BEFRAGUNGSPLAN UND BESTIMMUNG DER INTERVIEWTEILNEHMER
3.2 BEFRAGUNGSVERFAHREN
4. ERGEBNISSE
4.1 Kontaktarten mit den Organen der Arbeitsinspektion
4.1.1 Aus der Sicht der Amtssachverständigen
4.1.2 Aus der Sicht der Vertreter der Arbeitgeberin bzw. des Arbeitgebers
4.1.3 Aus der Sicht der Vertreter der Behörden
4.2 Wahrnehmung der Organe der Arbeitsinspektion
4.2.1 Aus der Sicht der Amtssachverständigen
4.2.2 Aus der Sicht der Vertreter der Arbeitgeberin bzw. des Arbeitgebers
4.2.3 Aus der Sicht der Vertreter der Behörden
4.3 Weitere Ergebnisse aus den Interviews mit den Behördenvertretern
5. AUSWERTUNG
5.1 BESTÄTIGUNG ODER FALSIFIZIERUNG DER HYPOTHESEN
5.2 ANTWORT ZUR FORSCHUNGSFRAGE
6. AUSBLICK
7. ZUSAMMENFASSUNG
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, inwieweit die Organe der Arbeitsinspektion im Aufsichtsbezirk St. Pölten heute eher als moderne Dienstleister mit Kundenorientierung wahrgenommen werden oder ob ihnen weiterhin das veraltete Image des klassischen, bürokratischen Beamten anhaftet.
- Modernisierung des öffentlichen Dienstes und New Public Management
- Empirische Untersuchung des Rollenbildes der Arbeitsinspektion
- Analyse der Wahrnehmung durch verschiedene Stakeholder (Arbeitgeber, Behörden, Sachverständige)
- Gegenüberstellung von traditionellem Beamtentum und moderner Serviceorientierung
Auszug aus dem Buch
1.2 Forschungsgegenstand
Die bereits erwähnten sich ändernden Anforderungen und Erwartungen stellen an die öffentliche Verwaltung, resultierend aus der gesellschaftlichen Entwicklung mit den zunehmenden Ansprüchen der Bürgerinnen und Bürger, anspruchsvolle Herausforderungen. Die Herausforderungen bestehen insofern, weil sich das Anspruchsdenken der Bürgerinnen und Bürger im Hinblick auf die öffentliche Verwaltung dahingehend geändert hat, als dass von dieser nunmehr ein zeitgemäßes, d.h. kundenorientiertes Handeln verlangt wird. Auch im Bewusstsein, dass die „ …. Übertragung des Kundenbegriffs auf die öffentliche Verwaltung ….“10,, im Sinne eines privatwirtschaftlichen Plans, nicht übertragbar ist.
Diese Kundenorientierung, die Öffnung der Verwaltung gegenüber den Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger11, weicht stark vom Archetyp12 des „klassischen Beamten“, dem Negativattribute zugeschrieben werden, demnach dieser „…. ein bisschen kleinkariert, pedantisch und langweilig“13 ist, ab. Auch entspricht das geforderte Erscheinungsbild des Öffentlichen Dienstes nicht mehr den negativen Vorurteilen wie Immobilität, Ärmelschonermentalität oder Reformfeindlichkeit.14 „Der öffentliche Dienst entwickelt sich …. kräftig weiter – und wird zum modernen Dienstleister …..“15
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Darstellung der Ausgangslage, der Problemstellung sowie der Zielsetzung und Methodik der wissenschaftlichen Untersuchung.
2. THEORETISCHE GRUNDLAGEN: Erläuterung der geschichtlichen Entwicklung der Verwaltung, des Arbeitnehmerschutzes sowie wichtiger Begriffsdefinitionen wie New Public Management und E-Government.
3. ERHEBUNG: Detaillierte Beschreibung der Befragungsplanung und des methodischen Vorgehens zur Durchführung der Experteninterviews.
4. ERGEBNISSE: Zusammenstellung und Analyse der aus den Experteninterviews gewonnenen Erkenntnisse zu Kontaktarten und der Wahrnehmung der Arbeitsinspektion.
5. AUSWERTUNG: Zusammenfassende Beantwortung der aufgestellten Hypothesen sowie der zentralen Forschungsfrage.
6. AUSBLICK: Reflexion über die zukünftige Notwendigkeit der Verwaltungsmodernisierung und weiterführende Forschungsaspekte.
7. ZUSAMMENFASSUNG: Abschließendes Resümee der Bachelorarbeit und der gewonnenen empirischen Ergebnisse.
Schlüsselwörter
Arbeitsinspektion, öffentlicher Dienst, New Public Management, moderne Verwaltung, Kundenorientierung, Arbeitnehmerschutz, Experteninterviews, Verwaltungsreform, Bürgernähe, fachliche Expertise, Dienstleister, Beamte, Behörden, St. Pölten, Effizienz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das Image und die Rollenwahrnehmung der Organe der Arbeitsinspektion im Aufsichtsbezirk St. Pölten im Kontext moderner Verwaltungsreformen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten zählen der Wandel der öffentlichen Verwaltung, New Public Management, Kundenorientierung im öffentlichen Sektor und die Rolle des Arbeitnehmerschutzes.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es zu klären, ob die Organe der Arbeitsinspektion noch als Archetyp des klassischen, negativen Beamten oder bereits als moderne, kundenorientierte Dienstleister wahrgenommen werden.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Der Autor führte qualitative Experteninterviews mit verschiedenen Stakeholdern wie Amtssachverständigen, Behördenvertretern und Arbeitgebern durch.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, die Erhebungsmethode sowie die detaillierte Auswertung und Ergebnisdarstellung der durchgeführten Expertenbefragungen.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?
Begriffe wie New Public Management, Kundenorientierung, fachliche Kompetenz, Verwaltungsmodernisierung und Arbeitnehmerschutz prägen die Untersuchung.
Wie stehen die Interviewten zur fachlichen Kompetenz der Arbeitsinspektion?
Die befragten Experten (Arbeitgeber und Behördenvertreter) beurteilen das fachliche Niveau ausnahmslos positiv und schätzen das Arbeitsinspektorat als bewährte Ansprechpartner ein.
Inwiefern beeinflusst das „klassische Beamtenbild“ die Arbeitsinspektion?
Die Studie kommt zu dem Schluss, dass die Organe der Arbeitsinspektion das klassische, negative Beamtenbild weitgehend abgelegt haben und als moderne, lösungsorientierte Dienstleister agieren.
- Quote paper
- Peter Seewald MSc (Author), 2012, Die Organe der Arbeitsinspektion - Typus des modernen Dienstleisters, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/196819