In dieser Seminararbeit wird untersucht, ob staatliche Umverteilung sinnvoll ist und welche Ziele damit erreicht werden sollen. Es werden unterschiedliche Wohlfahrtsstaaten-Modelle klassifiziert, um unterschiedliche normative Theorien der Umverteilungspolitik mit einzuschließen. Diese Arbeit erörtert, wie der Staat auf die primäre Einkommensverteilung einwirken kann, um eine Angleichung über die Bevölkerung in der Volkswirtschaft zu erreichen. Es werden darüber hinaus einige Messungen vorgestellt, welche die durch den Staat generierte Verteilungswirkung verdeutlichen werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Grundlagen der Verteilungspolitik
2.1 Ziele der Verteilungspolitik
2.1.1 Verteilungspolitik als abgeleitetes Ziel
2.1.2 Verteilungspolitik als eigenständiges Ziel
2.2 O’Higgins Modell für die personelle Einkommensverteilung
2.2.1 Einführung des Modells
2.2.2 Diskussion des Ansatzes
3 Die Klassifikation der Wohlfahrtsstaaten nach Esping-Andersen
3.1 Das Fundament des Modells
3.2 Die Einteilung der Klassifikationsgruppen
4 Analyse der Verteilungswirkung
4.1 Die unterschiedliche Wirkung der Umverteilung
4.2 Umverteilung – Einflussfaktoren
5 Schluss und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Verteilungswirkungen staatlicher Steuer-, Transfer- und Güterbereitstellungspolitik in verschiedenen Wohlfahrtsstaaten, wobei Deutschland, die USA und Schweden als repräsentative Prototypen für unterschiedliche wohlfahrtsstaatliche Regime nach Esping-Andersen analysiert werden.
- Grundlagen und Ziele der Verteilungspolitik
- Modelltheoretische Ansätze zur Erfassung der personellen Einkommensverteilung
- Klassifizierung von Wohlfahrtsstaaten und deren Strategien
- Analyse der Umverteilungseffekte und deren Einflussfaktoren
- Vergleich der Auswirkungen auf die Armutsrisikoquote
Auszug aus dem Buch
3.1 Das Fundament des Modells
Esping-Andersens Klassifikation von Staaten wird erstellt durch Gewichten der Staaten anhand der beiden Variablen Dekommodifizierung und Stratifizierung.
Die Dekommodifizierung basiert auf der Denkweise, dass Einkommensquellen oder die Arbeitskraft in einer Marktwirtschaft, mehr oder weniger stark, wie eine Ware gehandelt werden [vgl. ESP-90]. Durch seinerseits wenig oder gar nicht beeinflussbare Faktoren wie Krankheit, Katastrophen, Konjunkturzyklen oder andere Umstände bedingt, kann ein Mensch seinen Job verlieren. Solange der Mensch keinen neuen Job gefunden hat, ist es ihm nicht möglich seinen Lebensunterhalt zu bestreiten und er ist auf staatliche Hilfe angewiesen.
Der Grad der Dekommodifizierung bezieht sich auf den Umfang der Ansprüche im Sinne der Eventualitäten, für die Leistungen bereitgestellt werden (wie beispielsweise Krankheit, Arbeitslosigkeit oder Alter), den Einkommensersatz, also die Leistungshöhe im Vergleich zum normalen Verdienst bzw. Lebensstandard und dem Zugang zu Leistungen im Sinne von Voraussetzungen oder Einschränkungen des Leistungsanspruchs (wie beispielsweise Bedürftigkeit oder frühere Beitragszahlungen) [vgl. HEI-09, S.10-12].
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Forschungsgebiet der wohlfahrtsstaatlichen Auswirkungen auf die Einkommensungleichheit ein und differenziert zwischen funktioneller und personeller Einkommensverteilung.
2 Grundlagen der Verteilungspolitik: Hier werden die theoretischen Ziele der Verteilungspolitik sowie das O’Higgins-Modell zur Erfassung der personellen Einkommensverteilung detailliert vorgestellt.
3 Die Klassifikation der Wohlfahrtsstaaten nach Esping-Andersen: Dieses Kapitel erläutert die Kriterien der Dekommodifizierung und Stratifizierung, um Wohlfahrtsstaaten in liberale, korporatistische und sozialdemokratische Systeme einzuteilen.
4 Analyse der Verteilungswirkung: Eine vergleichende Analyse der Verteilungseffekte in Deutschland, den USA und Schweden unter Berücksichtigung von Steuern, Transfers und öffentlichen Gütern.
5 Schluss und Ausblick: Eine kritische Reflexion des statischen Ansatzes der Arbeit sowie ein Ausblick auf mögliche methodische Erweiterungen für zukünftige Forschungsarbeiten.
Schlüsselwörter
Verteilungspolitik, Wohlfahrtsstaat, personelle Einkommensverteilung, Gini-Koeffizient, Esping-Andersen, Dekommodifizierung, Stratifizierung, Umverteilung, Transferleistungen, Armutsrisikoquote, Sozialversicherung, Primärverteilung, Sekundärverteilung, Markteinkommen, Verfügbares Einkommen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Auswirkungen staatlicher Politikbereiche (Steuern, Transfers, Güterbereitstellung) auf die Verteilung von Einkommen in verschiedenen Wohlfahrtsregimen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themenfelder umfassen die Ziele der Verteilungspolitik, die Klassifikation von Wohlfahrtsstaaten sowie eine empirisch gestützte Analyse von Umverteilungseffekten.
Was ist die Forschungsfrage der Arbeit?
Die Arbeit untersucht, wie staatliche Eingriffe die personelle Einkommensverteilung in verschiedenen Wohlfahrtsstaatstypen verändern und welche Rolle unterschiedliche Regimetypen dabei spielen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Verfasser nutzt einen statischen, modelltheoretischen Ansatz, um den Ist-Zustand der Einkommensverteilung unter Anwendung des O’Higgins-Modells und der Esping-Andersen-Klassifikation zu vergleichen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil erfolgt eine detaillierte Gegenüberstellung der Länder Deutschland, USA und Schweden hinsichtlich ihrer Verteilungswirkung und der Einflussfaktoren wie Sozialabgaben und Progressivität.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Verteilungspolitik, Dekommodifizierung, Gini-Koeffizient, Sozialtransfers und die Einteilung in liberale, korporatistische oder sozialdemokratische Wohlfahrtsstaaten.
Warum wird Schweden als Referenz für geringe Ungleichheit angeführt?
Aufgrund seines sozialdemokratischen Wohlfahrtsmodells erzielt Schweden durch hohe Transferleistungen und staatliche Güterbereitstellung eine vergleichsweise hohe Angleichung der Einkommen.
Welche Rolle spielt die Armutsrisikoquote in der Analyse?
Die Armutsrisikoquote dient als zusätzlicher Indikator, um die Effektivität der verschiedenen Sozialmodelle in Bezug auf die Absicherung von Bevölkerungsgruppen zu bewerten.
- Arbeit zitieren
- Martin Schlotter (Autor:in), 2012, Verteilungswirkung staatlicher Steuer-, Transfer- und Güterbereitstellungspolitik, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/196506