Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Untersuchung der Effektivität von Blended-Learning für die Vermittlung von psychomotorischen Fertigkeiten in der medizinischen/physiotherapeutischen Fortbildung. Zunächst werden in Kapitel 2 die Hintergründe zur Entwicklung des Blended-Learning-Programms näher beschrieben. Dazu wird die Manipulativmassage nach Dr. Terrier dargelegt und die These beleuchtet, ob der Computer ein Ersatz für konventionellen Unterricht sein kann. Weiter werden die aktuellen Möglichkeiten des Online-Lernens insbesondere unter dem Aspekt des kooperativen bzw. kollaborativen Lernens dargestellt. Anschließend werden bestehende E-Learning-Projekte in der Medizin-Ausbildung betrachtet. Besonderes Augenmerk wird im Anschluss daran auf die Effektivitätsuntersuchungen von Computer basiertem Lernen gelegt und die aktuelle Forschungssituation hierzu beleuchtet. In Kapitel 3 wird ausführlich die Evaluation des in der Studie verwendeten Programms erläutert. Schließlich befassen sich die Kapitel 4 und 5 mit den Ergebnissen, der Diskussion und der Schlussfolgerung zur Untersuchung. Am Ende erfolgt eine Zusammenfassung der Arbeit in Kapitel 6.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Aufbau der Arbeit
2. Entwicklung eines Blended-Learning-Programms zur Vermittlung psychomotorischer Fertigkeiten
2.1 Analyse der Weiterbildung in der Manipulativmassage nach Dr. Terrier
2.1.1 Praktische Durchführung der Manipulativmassage
2.1.2 Manipulativmassage der Halswirbelsäulenregion
2.1.3 Manipulativmassage der Lendenregion
2.2 Computer als Ersatz für Unterricht?
2.3 Netzbasiertes Lernen in der therapeutischen Fortbildung
2.4 Ziele des netzbasierten kooperativen Lernens
2.5 Einfluss der Art der Informationsvermittlung
2.6 Blended-Learning / Hybride Lernarrangements
2.6.1 Voraussetzung/Basiskriterien
2.6.2 Kollaboration
2.6.3 Kooperatives Lernen
2.6.3.1 Probleme beim kooperativen Lernen
2.6.3.2 Förderung kooperativen Lernens
2.7 Rollenwandel der Lehrenden
2.8 E-Learning in der medizinischen Ausbildung in Deutschland
2.9 Effektivität von E-Learning
2.10 Didaktische Planung
2.10.1 Zielgruppe
2.10.2 Lehrinhalte und Lernziele
2.10.3 Didaktische Struktur
2.10.3.1 Didaktisches Design des Blended-Learning-Teils
2.10.3.2 Didaktisches Design des Präsenzlehre-Teil
3. Evaluation des Blended-Learning-Programms im Vergleich zum Präsenzlernen-Programm
3.1 Studiendesign
3.1.1 Zielgrößen
3.1.2 Fallzahlschätzung
3.1.3 Probandenrekrutierung
3.1.4 Ein- und Ausschlusskriterien
3.1.5 Randomisierung
3.1.6 Durchführung der Intervention
3.1.6.1 Inhaltlicher und zeitlichter Ablauf der Präsenzunterrichte
3.1.6.2 Inhaltlicher und zeitlicher Ablauf des Blended-Learning
3.1.6.3 Verbesserung der praktischen Fertigkeiten: Erfassung durch zwei Prüfungen
3.1.6.4 Befragung der Teilnehmer nach den beiden Durchgängen mittels eines Fragebogens
3.1.7 Datenerfassung und Auswertung
4. Ergebnisse
4.1 Teilnehmer
4.1.1 Konsort-Flussdiagramme
4.1.2 Teilnahme an Präsenzveranstaltungen
4.1.3 Fortbildungsdurchlauf gemessen an Fortbildungs- und Prüfungsteilnahme
4.2 Ergebnisse der praktischen Prüfungen
4.2.1 Prüfungsergebnisse – Per-protocol-Analyse für das gesamte Studiendesign
4.2.2 Prüfungsergebnisse – Intention-to-treat-Analyse
4.2.2.1 Prüfungsergebnisse – Intention-to-treat-Analyse des ersten Durchgangs
4.2.2.2 Prüfungsergebnisse -Intention-to-treat-Analyse des zweiten Durchgangs
4.3 Ergebnisse der Befragung
4.3.1 Bevorzugte Lernform
4.3.2 Subjektiver Wissenszuwachs
4.3.3 Bezug der Lernmaterialien
4.3.4 Wunsch der Integration in die eigene Berufsausbildung
4.4 Korrelationen der Ergebnisse
4.4.1 Prüfungsergebnis und bevorzugte Lernform
4.4.2 Prüfungsergebnisse und Geschlechtszugehörigkeit
4.4.3 Prüfungsergebnisse im Verhältnis zum Schulabschluss
4.4.4 Subjektiver Wissenszuwachs im Verhältnis zum Alter der Teilnehmer
4.4.5 Subjektiver Wissenszuwachs und Bezug der Lernmaterialien
4.4.6 Subjektiver Wissenszuwachs und Wunsch der Integration in die Berufsausbildung
4.4.7 Subjektiver Wissenszuwachs und Bevorzugung der Lernform
4.4.8 Bevorzugte Lernform im Vergleich mit dem Ausbildungsstand
4.4.9 Bevorzugte Lernform und Gruppenzugehörigkeit
4.4.10 Das Verhältnis von Präsenzteilnahme und Bezug der Lernmaterialien
5. Diskussion, Schlussfolgerung
5.1 Limitationen
5.2. Diskussion der Methodik
5.3 Diskussion der Ergebnisse
5.3.1 Diskussion der Prüfungsergebnisse
5.3.1.1 Prüfungsergebnisse – Per-protocol-Analyse
5.3.1.2 Prüfungsergebnisse – Intention-to-treat-Analyse
5.3.2 Diskussion der Befragungsergebnisse
5.3.2.1 Bevorzugte Lernform
5.3.2.2 Subjektiver Wissenszuwachs
5.3.2.3 Bezug der Lernmaterialien
5.3.2.4 Wunsch der Integration von Blended-Learning in die eigene Berufsausbildung
5.3.3 Diskussion der Korrelationen der Ergebnisse
5.3.3.1 Prüfungsergebnis zu bevorzugter Lernform
5.3.3.2 Prüfungsergebnisse und Geschlechtszugehörigkeit
5.3.3.3 Prüfungsergebnisse im Verhältnis zu Schulabschluss
5.3.3.4 Subjektiver Wissenszuwachs im Vergleich zum Alter der Teilnehmer
5.3.3.5 Subjektiver Wissenszuwachs und Bezug der Lernmaterialien
5.3.3.6 Subjektiver Wissenszuwachs und Wunsch der Integration von Blended-Learning in die Berufsausbildung
5.3.3.7 Subjektiver Wissenszuwachs und bevorzugte Lernform
5.3.3.8 Bevorzugte Lernform im Verhältnis zum Ausbildungsstand
5.3.3.9 Bevorzugte Lernform im Verhältnis zur Zugehörigkeit zum Studienarm
5.3.3.10 Präsenzteilnahme und Bezug der Lernmaterialien
5.4 Schlussfolgerung
6. Zusammenfassung (Abstract)
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Dissertation untersucht die Effektivität eines Blended-Learning-Programms zur Vermittlung psychomotorischer Fertigkeiten in der physiotherapeutischen Ausbildung im Vergleich zum klassischen Präsenzunterricht. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob hybride Lernformen bei gleichem Zeitaufwand zu vergleichbaren oder besseren Lernergebnissen führen können, um somit die Anerkennung von E-Learning-Einheiten in der zertifizierten medizinischen Fortbildung zu fördern.
- Vergleich von Blended-Learning und klassischem Präsenzunterricht bei der Vermittlung praktischer Handgriffe (Manipulativmassage nach Dr. Terrier).
- Anwendung des didaktischen 3-2-1-Modells nach Kerres zur Strukturierung der Lernangebote.
- Evaluation durch standardisierte praktische Prüfungen (OSCE-orientiert) und begleitende Befragungen der Auszubildenden.
- Analyse von Einflussfaktoren wie Vorwissen, Lernmotivation, Akzeptanz der Medien und soziodemografischen Merkmalen auf den Lernerfolg.
- Ableitung von Empfehlungen für die Gestaltung zukünftiger Fortbildungsangebote in medizinischen Hilfsberufen.
Auszug aus dem Buch
2.2 Computer als Ersatz für Unterricht?
Das Lernen mit neuen Medien hat bereits seit den siebziger Jahren Konjunktur. Es besteht jedoch eine deutliche Diskrepanz zwischen den hohen Erwartungen, die dem „neuen“ Lernen und Lehren entgegengebracht wurden, und den tatsächlichen Möglichkeiten des mediengestützten Lernens. Bereits während der ersten Euphorie des computergestützten Lernens stellte sich die Frage, ob Medien und Computer Lehrkräfte ersetzen können bzw. ob dies wünschenswert ist. Hierüber wurden vielfach emotionsgeladene Auseinandersetzungen geführt (vgl. Wienold & Kerres, 2002). Aus heutiger Sicht ist die Angst der Lehrer in Zukunft ersetzt werden zu können eher unbegründet.
Kerres (2001) ist der Meinung, dass der Einsatz digitaler Medien keineswegs automatisch zu „irgendwie besseren Lösungen“ als konventionelle Bildungsangebote führt. Die aktuelle Diskussion löst sich vom netzbasiertem Lernen als Alternative zu personalem Unterricht, sondern hält dagegen mehr und mehr die – begründete – Kombination verschiedener medialer und personaler Elemente für sinnvoll (vgl. Kerres, 2002).
Die am häufigsten angeführten Gründe für das Lehren und Lernen mit Bildungsmedien sind Innovation, neue Qualitäten des Lehrens und Lernens sowie die Hoffnung auf Kosteneinsparungen im Bildungswesen (vgl. Kerres, 2001).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Notwendigkeit regelmäßiger Fortbildungen für Physiotherapeuten und untersucht, ob E-Learning/Blended-Learning eine effektive Alternative zur Zertifizierung von Fortbildungspunkten darstellen kann.
2. Entwicklung eines Blended-Learning-Programms zur Vermittlung psychomotorischer Fertigkeiten: In diesem Kapitel werden die theoretischen Grundlagen der Manipulativmassage nach Dr. Terrier sowie didaktische Konzepte für hybride Lernarrangements und die Planung des spezifischen Blended-Learning-Programms erläutert.
3. Evaluation des Blended-Learning-Programms im Vergleich zum Präsenzlernen-Programm: Es wird das methodische Design der vergleichenden Studie beschrieben, inklusive der Randomisierung, der Durchführung der Intervention und der Erfassung der praktischen Fertigkeiten durch standardisierte Prüfungen.
4. Ergebnisse: Die Ergebnisse der praktischen Prüfungen sowie der begleitenden Befragungen zur Akzeptanz und zum subjektiven Wissenszuwachs werden deskriptiv und korrelativ dargestellt und analysiert.
5. Diskussion, Schlussfolgerung: Die Arbeit schließt mit einer kritischen Reflexion der Studienergebnisse, einer Diskussion methodischer Limitationen und der Schlussfolgerung, dass Blended-Learning eine effektive und akzeptierte Methode für die Vermittlung praktischer Fertigkeiten darstellt.
6. Zusammenfassung (Abstract): Eine prägnante Übersicht über Zielsetzung, Studiendesign, Durchführung und Hauptergebnisse der Untersuchung.
Schlüsselwörter
Blended-Learning, Manipulativmassage, Physiotherapie, psychomotorische Fertigkeiten, E-Learning, OSCE, medizinische Fortbildung, hybride Lernarrangements, kooperatives Lernen, Evaluation, Didaktik, Wissenszuwachs, Präsenzunterricht, berufliche Qualifikation, Medizinausbildung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Dissertation primär?
Die Arbeit untersucht, ob ein Blended-Learning-Ansatz bei der Vermittlung psychomotorischer Fertigkeiten (konkret der Manipulativmassage) genauso effektiv ist wie der klassische Präsenzunterricht.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die didaktische Gestaltung hybrider Lernumgebungen, die Anwendung des 3-2-1-Modells nach Kerres, die Besonderheiten kooperativen Lernens im Netz sowie die medizinische Fortbildungssituation für Physiotherapeuten.
Was ist das primäre Ziel der Studie?
Das primäre Ziel ist es, evidenzbasierte Daten zu liefern, um die Anerkennung von Online-basierten Lernanteilen in der zertifizierten Fortbildung für Physiotherapeuten zu unterstützen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wurde eine randomisierte, kontrollierte Studie durchgeführt, in der zwei Gruppen jeweils Blended-Learning und Präsenzunterricht durchliefen (gekreuztes Design), gefolgt von einer standardisierten praktischen Prüfung durch einen verblindeten Prüfer.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begründung des didaktischen Designs, die detaillierte Darstellung des Studienverlaufs und die statistische Auswertung der erzielten Prüfungsergebnisse sowie der Teilnehmerbefragungen.
Welche Keywords charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Schlagworte sind Blended-Learning, Manipulativmassage, Physiotherapie, psychomotorische Fertigkeiten, medizinische Fortbildung und Evaluation.
Warum wurde ausgerechnet die Manipulativmassage nach Dr. Terrier gewählt?
Diese Methode wurde gewählt, weil sie hohe Anforderungen an die psychomotorischen Fertigkeiten stellt und die Teilnehmer zum Studienbeginn über kein Vorwissen verfügten, was die Vergleichbarkeit der Lernfortschritte sicherstellte.
Wie wurde die praktische Kompetenz der Teilnehmer gemessen?
Die praktische Fertigkeit wurde in Form einer circa zehnminütigen mündlich-praktischen Prüfung evaluiert, die sich an der OSCE-Prüfungsform (Objective Structured Clinical Examination) orientierte und von einem Fachexperten durchgeführt wurde.
Was ist das zentrale Ergebnis der Arbeit?
Die Studie zeigt, dass Blended-Learning bei der Vermittlung praktischer Fertigkeiten effektiv ist und nicht schlechter abschneidet als klassischer Unterricht, bei gleichzeitig hoher Akzeptanz durch die Lernenden.
- Quote paper
- Manfred Eglmeier (Author), 2008, Wie effektiv ist E-Learning bei der Vermittlung praktischer Fertigkeiten?, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/196237