Hausarbeiten logo
Shop
Shop
Tutorials
De En
Shop
Tutorials
  • How to find your topic
  • How to research effectively
  • How to structure an academic paper
  • How to cite correctly
  • How to format in Word
Trends
FAQ
Go to shop › Social Work

Häusliche Gewalt speziell in türkischen Herkunftsfamilien

Unter besonderer Berücksichtigung projektbezogener Erfahrungen

Title: Häusliche Gewalt speziell in türkischen Herkunftsfamilien

Bachelor Thesis , 2012 , 49 Pages

Autor:in: Agnes Reikamp (Author)

Social Work

Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Meine Motivation zum Thema leitet sich u.a. von meiner Arbeit (zwei Phasen von insgesamt 26 Wochen Dauer) im HIPPY-Projekt ab. Das Projekt „HIPPY“ der Arbeiterwohlfahrt Berlin-Friedrichshain-Kreuzberg richtet sich an Migrantenfamilien mit Kindern im Alter von 4 bis 5 Jahren. Dabei werden einerseits die Kinder in der Entwicklung ihrer kognitiven Fähigkeiten sowie in der Ausbildung elementarer motorischer Grundfertigkeiten, andererseits deren Eltern in der Einübung des sachgerechten Umgangs mit pädagogischen Materialien gefördert (vgl. Halatci 2011: 3). Im Rahmen dieses Projektes hatte ich auch mit Familien zu tun, in denen mindestens ein Angehöriger Opfer von häuslicher Gewalt war. In eheähnlichen Gemeinschaften und gleichgeschlechtlichen Beziehungen existiert häusliche Gewalt, so dass in der Statistik des Berliner Interventionsprojektes bei häuslicher Gewalt (BIG) für 2010 insgesamt 4,5%, in der Polizeilichen Kriminalstatistik dagegen 23,8% weibliche Täter registriert wurden.
Auch wenn die Opfer häuslicher Gewalt nicht in jedem Falle weiblich und die Täter nicht in jedem Falle männlich sind (z.B. das Paar aus Berlin-Lichterfelde, bei dem die Frau ihren Partner mit mehreren Messerstichen schwer verletzte – vgl. http://www. tagesspiegel.de/berlin/ehedrama-in-lichterfelde/6224912.html) – möchte ich mich auf diese weit überwiegende Konstellation beschränken. Ein wichtiger Moment für mich war aber auch, dass eine junge Frau aus meinem weiteren Bekanntenkreis Opfer eines sogenannten Ehrenmords wurde (vgl. Becker u.a. 2010, http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-80266942.html). Neben dem persönlichen Schockerlebnis war es für mich auch eine Situation, die mir zeigte, dass solche Gewalttaten in der Mehrheitsgesellschaft ohnehin vorhandene Vorurteile gegen die türkischstämmige Bevölkerung bestätigen.
Diese Erfahrungen waren Auslöser dafür, mich mit häuslicher Gewalt in türkischen Familien zu beschäftigen. Dabei stellte sich mir auch die Frage, inwieweit sich die türkische Frauenbewegung mit dieser Problematik auseinandergesetzt hat.
[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Phänomen „Häusliche Gewalt“ – Begriffsbestimmung und Prävention

2.1 Definition

2.2 Prävention

2.2.1 BIG-Prävention

2.2.2 Interkulturelle Aspekte bei der Prävention

3. Häusliche Gewalt gegen türkische Frauen und Kinder

3.1 Die Situation in der Türkei

3.2 Exkurs: Entwicklungsschritte und Stationen der türkischen Frauenbewegung

3.3 Die Situation türkischer Migrantinnen in Deutschland

3.4 Die Entwicklung der häuslichen Gewalt in Berlin zwischen 2004 und 2010

3.5 Häusliche Gewalt und Kinder

3.6 Fallbeispiele für die Täter- und die Opferperspektive

3.6.1 Hassan, als Elfjähriger nach Deutschland nachgeholt, ohne Schulabschluss und Berufsausbildung

3.6.2 Yüksel, in Ingolstadt geborener studierter Betriebswirt

3.6.3 Hakan, in München geborener Imbissbesitzer

3.6.4 Serap, mit 16 Jahren zwangsverheiratet

3.6.5 Hatice, eine Importbraut ohne Bindungen in und an Deutschland

3.6.6 Ahmet, als Zehnjähriger Zeuge und Opfer häuslicher Gewalt

4. Hilfsangebote für die Opfer häuslicher Gewalt in Berlin

4.1 Arbeitsansätze der Soziologie in der Arbeit mit Opfern häuslicher Gewalt

4.1.1 Der systemische Ansatz

4.1.2 Der klientenzentrierte Ansatz

4.2 Hilfs- und Beratungsangebote in Berlin

4.2.1 Beratungsstellen

4.2.2 Frauenhäuser

4.2.3 Zufluchtswohnungen

4.2.4 Klientelvergleich der drei Betreuungsformen

5. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht das Phänomen der häuslichen Gewalt innerhalb türkischstämmiger Familien in Deutschland. Dabei wird insbesondere analysiert, inwieweit kulturelle und religiöse Traditionen sowie Migrationserfahrungen die Gewaltstrukturen beeinflussen und welche Anforderungen sich daraus für die soziale Arbeit und bestehende Hilfsangebote ergeben.

  • Häusliche Gewalt als strukturelles Problem in türkischen Herkunftsfamilien.
  • Die Rolle der türkischen Frauenbewegung im historischen und gesellschaftlichen Kontext.
  • Analyse von Fallbeispielen zur Veranschaulichung der Täter- und Opferperspektiven.
  • Effektivität der Berliner Hilfsangebote (Beratungsstellen, Frauenhäuser, Zufluchtswohnungen) für Migrantinnen.
  • Kritische Auseinandersetzung mit theoretischen Ansätzen der Sozialarbeit (systemisch vs. klientenzentriert).

Auszug aus dem Buch

3.6.4 Serap, mit 16 Jahren zwangsverheiratet

Serap stammt aus einer christlichen Familie der Türkei, die 1998, als sie fünf war, nach Deutschland einwanderte und Serap streng-zurückhaltend erzog. Als sie acht Jahre alt war, verabredeten ihr Vater und dessen Bruder die Hochzeit mit Seraps Cousin, ohne das Mädchen auch nur zu informieren. Erst wenige Monate vor dem geplanten Hochzeitstermin erfuhr Serap von dem Plan und wandte sich an eine Jugendeinrichtung, die sie an ein Frauenhaus weitervermittelte. In Gesprächen mit dem Vater stimmte dieser der Aufhebung der Verlobung und auch dem weiteren Schulbesuch Seraps schriftlich zu, bereitete nach der Rückkehr Seraps zu ihrer Familie jedoch weiterhin die Hochzeit vor.

In dieser Phase wurde vor allem psychischer Druck eingesetzt: Überredungsversuche durch Vater und Onkel, Hilfeverweigerung durch die Mutter. Fortgesetzter Widerstand Seraps wurde mit dem Übergang zu physischer Gewalt (Schläge, Tritte) und Todesdrohungen (Messer, Strick) beantwortet. Schließlich wurde sie in der Wohnung eines älteren Bruders unter ständiger Bewachung eingesperrt, während die Eltern an der eigenen Wohnungstür fragende Jugendamtsmitarbeiter damit abfertigten, dass sie selbst nicht wüssten, wo Serap sei. Erst ein Telefonat mit der Kriminalpolizei in einem Augenblick nachlassender Wachsamkeit brachte ihr die Befreiung, die allerdings auch zur endgültigen Trennung von der Familie wurde, da der Vater ihr für solch einen Fall mit dem Tode, d.h. mit Mord drohte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit motiviert sich aus der Erfahrung der Autorin in Projekten der Sozialen Arbeit und beleuchtet die Problematik der häuslichen Gewalt in türkischen Familien.

2. Das Phänomen „Häusliche Gewalt“ – Begriffsbestimmung und Prävention: Es erfolgt eine theoretische Begriffsbestimmung sowie die Darstellung präventiver Ansätze, insbesondere durch die Berliner Initiative gegen Gewalt an Frauen (BIG).

3. Häusliche Gewalt gegen türkische Frauen und Kinder: Dieses Kapitel analysiert die Situation in der Türkei, die Geschichte der Frauenbewegung sowie die Lebensrealität türkischer Migrantinnen in Deutschland unter Berücksichtigung von Fallbeispielen.

4. Hilfsangebote für die Opfer häuslicher Gewalt in Berlin: Hier werden soziologische Arbeitsansätze (systemisch, klientenzentriert) diskutiert und das Berliner Hilfssystem inklusive Beratungsstellen und Zufluchtsformen detailliert beschrieben.

5. Fazit: Die Autorin resümiert, dass die Gewaltproblematik eine konsequente Anwendung deutschen Rechts erfordert und betont die Notwendigkeit, türkische Familien frühzeitig und zielgerichtet durch Bildungsarbeit zu erreichen.

Schlüsselwörter

Häusliche Gewalt, Türkische Migrantinnen, Prävention, Frauenhaus, Soziale Arbeit, Systemischer Ansatz, Zwangsheirat, Ehrenmord, Integration, Familienhierarchie, Berlin, Beratungsangebote, Geschlechterrollen, Psychische Gewalt, Migrationshintergrund.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Ausmaß und die Hintergründe häuslicher Gewalt innerhalb von türkischstämmigen Familien in Deutschland und beleuchtet die Rolle professioneller Hilfsangebote.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus?

Neben der Begriffsbestimmung stehen die soziokulturellen Ursachen, die historische Entwicklung der türkischen Frauenbewegung sowie die Wirksamkeit von Unterstützungsstrukturen für Betroffene im Vordergrund.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die spezifischen Lebensumstände von betroffenen Frauen und Kindern aufzuzeigen und die Notwendigkeit kultursensibler, aber konsequent rechtsstaatlicher Interventionsansätze zu begründen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?

Die Autorin stützt sich auf eine Literaturanalyse, die Auswertung polizeilicher Kriminalstatistiken (PKS) sowie die qualitative Zusammenfassung von Experteninterviews und Fallbeispielen aus der Praxis.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Analyse des Gewaltbegriffs, die spezifische Situation in türkischstämmigen Familien und die Evaluation der Berliner Hilfslandschaft für Opfer.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird wesentlich durch Begriffe wie häusliche Gewalt, Migrationshintergrund, Frauenhäuser, Zwangsheirat und soziologische Interventionsansätze definiert.

Welche Rolle spielen Kinder in den untersuchten Familienkonstellationen?

Kinder sind häufig sowohl Zeugen als auch selbst Opfer von Gewalt. Die Autorin betont, dass diese traumatischen Erlebnisse und die oft gewaltaffine Sprache die künftigen Bildungschancen der Kinder massiv gefährden.

Wie bewertet die Autorin die Anwendung des deutschen Rechts bei Migrantenfamilien?

Die Autorin fordert eine schnelle und konsequente Anwendung des deutschen Rechtsstaatsprinzips ohne inhaltliches Zugeständnis an kulturelle oder religiöse „Traditionen“, die die Unterordnung der Frau legitimieren.

Excerpt out of 49 pages  - scroll top

Details

Title
Häusliche Gewalt speziell in türkischen Herkunftsfamilien
Subtitle
Unter besonderer Berücksichtigung projektbezogener Erfahrungen
Author
Agnes Reikamp (Author)
Publication Year
2012
Pages
49
Catalog Number
V195984
ISBN (eBook)
9783656221845
ISBN (Book)
9783656222149
Language
German
Tags
häusliche gewalt herkunftsfamilien berücksichtigung erfahrungen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Agnes Reikamp (Author), 2012, Häusliche Gewalt speziell in türkischen Herkunftsfamilien, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/195984
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  49  pages
Hausarbeiten logo
  • Facebook
  • Instagram
  • TikTok
  • Shop
  • Tutorials
  • FAQ
  • Payment & Shipping
  • About us
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint