Überall in unserem Alltag begegnen uns: Stars. Ob beim Arztbesuch im Wartezimmer in einer Zeitschrift, in einem Café in der Tageszeitung, auf dem Weg zur Arbeit auf dem U-Bahn-Monitor oder zu Hause auf dem Fernseherbildschirm. Über Stars wird in allen Medien permanent berichtet: In Zeitungen, Zeitschriften, Fernsehen, Radio und im Internet. Überall und ständig erhält man die neusten, medienvermittelten News aus dem Leben von Filmstars wie Brangelina & Co. und anderen Stars aus der Musik-und Fernsehbranche, sowie aus Politik und Sport. Suggeriert wird dabei meist das zauberhafte und ausschweifende (Luxus-)Leben der Stars, das für seine Zuschauer meist unerreichbar ist und aber auch Verhaltensweisen wie Starallüren oder Drogenexzesse zeigt, bei denen jeder „Normalbürger“ schnell von der Gesellschaft als nicht kompatibel ausgegrenzt werden würde – es aber bei einem Star toleriert und oft sogar bewundert wird. Für Ihre Zuschauer sind Stars oft Leitbilder in Form von Idolen, Schönheitsidealen oder Trendsetter und bieten Projektionsflächen für die Wünsche und Träume seiner Fans an. Am wichtigsten ist dabei das jeweilige Image des Star, dass ihn unverwechselbar und einzelartig machen soll, auf dem sein ganzes Selbstverständnis ruht und vor allem auch seinen Marktwert bestimmt. Bei der Konstruktion und Erhaltung des Images eines Stars agiert dabei im Hintergrund ein über Jahrzehnte ausgeklügeltes Starproduktionssystem, dass die Schauspieler erst zu Stars mit bestimmten Profilen heranwachsen lässt und nur ein Ziel vor Augen hat: Die möglichst gewinnbringende Vermarktung des Stars in einem Hollywood-Film, beziehungsweise des Filmes an sich. Die Produktion eines Filmes ist für die Produktionsfirmen eine finanziell hoch riskante Investition, da nie genau vorausgesagt werden kann, ob ein Film möglichst viele Menschen an die Kassen der Kinos lockt und einen satten Gewinn abliefert oder aber wenigstens die Produktionskosten einspielt. Die US-Filmindustrie ist der zweitgrößte Exportfaktor in der Handelsbilanz von US-Amerika. 2004 betrugen die durchschnittlichen Produktionskosten für einen Hollywood A-Movie 63,8 Millionen US$. Die durchschnittlichen Marketingkosten alleine für den US-Amerikanischen Markt betrugen 39 Millionen US$. Damit betrugen die durchschnittlichen Gesamtkosten für ein „A-Movie“ über 100 Millionen US$. Gleichzeitig wird aber nur jeder dritte Spielfilm ein Erfolg.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der Star-Begriff
3. Der Starkult
4. Die Starproduktion
4.1 Agenturen
4.2 Personal Manager
4.3 Public Relations
4.4 Medienrechtsanwälte
5. Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Diese Arbeit untersucht die systematische Produktion und Vermarktung von Hollywood-Stars unter Berücksichtigung der ökonomischen Strukturen und Akteure. Dabei wird analysiert, wie das Image eines Stars als strategisches Mittel zur Marktpositionierung und Ertragsmaximierung in der Filmindustrie eingesetzt wird.
- Die historische Entwicklung des Starkults und seine ökonomischen Hintergründe
- Die Rolle von Agenturen bei der Talentrekrutierung und marktstrategischen Steuerung
- Die Bedeutung von PR-Beratern für das Image-Management und die Gatekeeper-Funktion
- Die duale Rolle von Personal Managern und Medienrechtsanwälten im System
- Strukturwandel in Hollywood von vertikalen zu horizontalen Organisationsformen
Auszug aus dem Buch
4.1 Agenturen
Der Akteur, der vermutlich als erstes mit dem zu entwickelnden Star in Kontakt kommt, ist die Agentur. Nach dem California Labor Code ist eine Agentur: „A person or corporation who engages in the occupation of procuring, offering, promising, or attempting to procure employment for an artist or artists“. Sie veranstaltet beispielsweise Castings, um neue Talente zu akquirieren und agiert als Zwischenperson oder Vermittler zwischen Schauspieler, Regisseur, Drehbuchautor und Produktion. Die Agenturen haben dadurch, dass sie den Nachschub von Stars regeln können, eine große Macht auf die Produktion.
Ovitz von der CAA (eine der dominierenden Top-Agenturen Hollywoods) nutzte diese Abhängigkeit gekonnt aus, so dass Drehpläne und Budgets kontrollierte und so die Produktionen von der Agentur noch weiter abhängig machte. Ovitz führte auch das sogenannte „Packaging“ und die „Packaging Fee“ dafür ein, dass die Agentur ein Paket aus Schauspieler, Produzent und Drehbuch schnürte und wird als Ausdruck weiteres Eingreifens der Agenturen in die Entscheidungskompetenzen der Filmproduktion verstanden. Ob es das „Packaging“ tatsächlich gibt oder nicht, ist umstritten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Phänomen der Starproduktion ein und definiert den Fokus auf die marktwirtschaftlichen Mechanismen hinter Hollywood-Stars.
2. Der Star-Begriff: Dieses Kapitel erläutert die theoretische Definition des Stars als Image-Konstrukt und seine Funktion als Identifikationsfigur für das Publikum.
3. Der Starkult: Der Starkult wird als historisch gewachsener Prozess beschrieben, der durch Zuschauerbedürfnisse und den Konkurrenzkampf der Filmstudios entstand.
4. Die Starproduktion: Hier werden die zentralen Akteure – Agenturen, Personal Manager, PR-Berater und Medienrechtsanwälte – im System der modernen Starproduktion detailliert analysiert.
5. Fazit: Das Fazit fasst die ökonomische Logik der Starproduktion zusammen und bewertet den Wandel von vertikalen zu horizontalen Marktstrukturen.
Schlüsselwörter
Hollywood, Starproduktion, Starkult, Image-Management, Filmindustrie, Agenturen, Personal Manager, Public Relations, Medienrechtsanwälte, Marktstrategie, Kommerzialisierung, Packaging, Gatekeeper, Marktwirtschaft, Filmproduktion
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der systematischen Entstehung und Vermarktung von Stars in der Hollywood-Filmindustrie.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die ökonomischen Akteure der Starbranche, der Einfluss der Filmstudios sowie die strategische Imagebildung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Hollywoodstars als ökonomisch relevante Marken produziert werden und welche Akteure diesen Prozess steuern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und einer deskriptiven Untersuchung der Branchenstrukturen und Marktakteure.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Rollen von Agenturen, Personal Managern, Public Relations-Experten und Medienanwälten sowie den historischen Strukturwandel Hollywoods.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär durch Begriffe wie Starproduktion, Image-Management, Hollywood-System und ökonomische Akteure beschreiben.
Was bedeutet der „Packaging-Mythos“?
Er beschreibt die diskursive Macht von Agenturen, ganze Film-Pakete zu schnüren, wodurch Produktionen in eine Abhängigkeit von der Agentur geraten.
Warum hat sich das Verhältnis zwischen PR-Beratern und Presse verändert?
Früher warben PR-Berater um Pressegunst; heute kontrollieren sie als „Gatekeeper“ den Informationsfluss, da die Presse auf den Zugang zu Stars angewiesen ist.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2011, Wie Hollywoodstars gemacht werden – Die systematische Starproduktion von Brangelina & Co., München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/195906