Ausgelöst durch die technische Entwicklung und neuen Anwendungsgebiete der modernen Informations- und Kommunikations- (IuK)-Technologien wandeln sich die industriellen Wertschöpfungsaktivitäten seit einigen Jahren in geradezu spektakulärem Ausmaß. Im Rahmen dieser Arbeit wird ein Überblick über Open Innovation und Mass Customization anhand der bestehenden Literatur gegeben und darauf aufbauend Gemeinsamkeiten und Unterschiede relevanter Kriterien zwischen diesen beiden Formen der interaktiven Wertschöpfung herausgearbeitet.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Open Innovation
2.1 “Demand pull” und “Technology Push”
2.2 Der Kunde als Innovator
2.3 Abgrenzung und Charakterisierung von Open Innovation
2.4 Grundgedanken von Toolkits für Open Innovation
3 Mass Customization
3.1 Abgrenzung und Charakterisierung von Mass Customization
3.2 Grundprinzipien von Mass Customization
4 Interaktive Wertschöpfung
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Konzepte Open Innovation und Mass Customization als zentrale Formen der interaktiven Wertschöpfung. Das Ziel besteht darin, durch einen literaturbasierten Überblick die Gemeinsamkeiten und Unterschiede dieser beiden Ansätze herauszuarbeiten, insbesondere in Bezug auf die Rolle des Kunden, die Ausgestaltung des Lösungsraums sowie den Grad und Zeitpunkt der Integration in den Wertschöpfungsprozess.
- Grundlagen von Open Innovation und der Kunde als Innovator
- Die Rolle von Toolkits im Innovationsprozess
- Charakteristika und Grundprinzipien von Mass Customization
- Vergleichende Analyse der interaktiven Wertschöpfung
Auszug aus dem Buch
2.4 Grundgedanken von Toolkits für Open Innovation
In der traditionellen Produktentwicklung nähert sich ein Hersteller durch Variation, Kombination und Evaluation von Lösungsmöglichkeiten für ein Innovationsproblem unter iterativer Spiegelung dieser potenziellen Lösungen an den Bedürfnissen der Nutzer der endgültigen Lösung an. Abb. 1 zeigt dieses Vorgehen im linken Bild. Dieser Trial-and-Error-Prozess ist sehr aufwändig, da er einer stetigen Kommunikation zwischen Nutzer- und Herstellerdomäne bedarf. Desweiteren entstehen durch die “stickiness” von Bedürfnis- und Lösungsinformation hohe Transaktionskosten. „We define the stickiness of a given unit of information in a given instance as the incremental expenditure required to transfer that unit of information to a specified locus in a form usable by a given information seeker. When this cost is low, information stickiness is low; when it is high, stickiness is high.”
Toolkits für Open Innovation verfolgen dagegen die Idee einer Auslagerung dieses Trial-and-Error-Prozess an die Nutzer (Vgl. Abb. 1 rechtes Bild). Ein Toolkit beschreibt eine Entwicklungsumgebung, welche Kunden befähigt, ihre Bedürfnisse iterativ in eine konkrete Lösung zu überführen. Dabei ist der persönliche Kontakt zwischen Kunde und Hersteller nicht zwingend erforderlich. Der Hersteller entwickelt dazu eine Interaktionsplattform (dies kann auch in Zusammenarbeit mit den Nutzern erfolgen), auf der die Nutzer selbst, unter Nutzung eines vorhandenen und im Toolkit abgebildeten Lösungs- raumes, ihre Bedürfnisse konkretisieren und in eine fertige Lösung überführen können.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in den Wandel industrieller Wertschöpfungsaktivitäten durch neue IuK-Technologien ein und definiert Open Innovation sowie Mass Customization als Formen interaktiver Wertschöpfung.
2 Open Innovation: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen von Open Innovation, einschließlich des Lead-User-Ansatzes sowie der Bedeutung von Toolkits für die Nutzerintegration.
3 Mass Customization: Hier werden die Abgrenzung, Charakterisierung und die zentralen Prinzipien der kundenindividuellen Massenproduktion dargestellt.
4 Interaktive Wertschöpfung: Das Kapitel führt beide Konzepte zusammen und differenziert sie anhand der Mitwirkung der Nutzer sowie der Offenheit des Lösungsraums.
5 Fazit: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und betont die Rolle von Informations- und Interaktionswerkzeugen für den Erfolg beider Konzepte.
Schlüsselwörter
Open Innovation, Mass Customization, interaktive Wertschöpfung, Lead-User, Co-Design, Kundenintegration, Toolkit, Lösungsraum, IuK-Technologien, Produktentwicklung, Wertschöpfungskette, Kundenindividuelle Massenproduktion, Informationsstickiness, Innovationsprozess.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Seminararbeit behandelt die beiden Konzepte Open Innovation und Mass Customization als Formen der interaktiven Wertschöpfung.
Welche Themenfelder stehen im Zentrum?
Zentrale Themen sind die Rolle des Kunden in der Wertschöpfung, der Einsatz von technologischen Hilfsmitteln wie Toolkits und die Unterschiede in der Art der Kundenintegration.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, einen Überblick über beide Konzepte zu geben und darauf aufbauend Gemeinsamkeiten und Unterschiede hinsichtlich relevanter Kriterien zu systematisieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Darstellung von Open Innovation, Mass Customization sowie deren vergleichende Analyse im Hinblick auf Wertschöpfungsphasen und Lösungsräume.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Open Innovation, Mass Customization, Interaktive Wertschöpfung, Lead-User und Co-Design geprägt.
Was unterscheidet den Lösungsraum bei beiden Konzepten?
Während Mass Customization von einem festen Lösungsraum ausgeht, wird bei Open Innovation durch die Interaktion mit den Nutzern ein neuer Lösungsraum geschaffen.
Welche Bedeutung haben "Toolkits" im Kontext der Arbeit?
Toolkits dienen als Interaktionswerkzeuge, die Kunden befähigen, ihre Bedürfnisse iterativ in eine konkrete Produktspezifikation oder Lösung zu überführen.
Inwiefern beeinflussen IuK-Technologien die Wertschöpfung?
Sie ermöglichen erst eine hohe Interaktionsintensität bei gleichzeitig vertretbaren Koordinationskosten, was die aktive Einbindung von Kunden erst in diesem Ausmaß realisierbar macht.
- Arbeit zitieren
- Ralf Wagner (Autor:in), 2011, Open Innovation und Mass Customization: Gemeinsamkeiten und Unterschiede entscheidender Charakteristika, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/195514