Es ist knapp über ein Jahr her, dass die deutsche Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika, Fußballfans rund um den Globus mit ihrer frischen, offensiven und technisch brillanten Weise Fussball zu spielen begeisterte. Dabei beeindruckte ein junges deutsches Team mit einem Durchschnittsalter von unter 25 Jahren, ausschließlich aus Bundesliga-Spielern bestehend, die Welt mit wunderschönem und äußerst erfolgreichem Offensivfußball.
Anfang des Jahrtausends, also vor rund zehn Jahren, wäre dieses Szenario noch undenkbar gewesen. Damals war das Medienecho gewaltig, als die deutsche Mannschaft schon in der Vorrunde der Europameisterschaft in Holland und Belgien ausschied. Man warf dem Team vor, dass sie satt und überaltert wären, ohne dass junge Talente in die Kader der Bundesligaclubs drängen würden und sich so für die Nationalelf spielerisch bewerben könnten.
Spätestens dann wurde dem Deutschen Fussball Bund (DFB) bewusst, dass sie etwas unternehmen mussten. Sie reagierten relativ schnell und forderten von allen Clubs der 1. – und 2. Bundesliga eine verpflichtende Einführung von Leistungszentren für Nachwuchsspieler. Man koppelte die Errichtung und Unterhaltung eines Jugendleistungszentrums mit dem Erwerb der Lizenz, ohne die man nicht spielberechtigt für die beiden Profiligen in Deutschland ist. Damit wurde 2001 der Grundstein für eine erfolgreiche Zukunft des deutschen Fußballs gelegt, durch den man heute noch enorm profitiert.
Im Rahmen dieser Arbeit soll dargestellt werden wie die Einführung von Jugendleistungszentren von statten gegangen ist, an welche Rahmenbedingungen das Ganze geknöpft ist, was sie für Wirkungen und wie die Vereine davon profitiert haben. Darüber hinaus soll untersucht werden, ob und in welchem Zusammenhang, die „Local Player“ - Regel, ihren Einfluss zum jetzigen Status hatte. War die Einführung dieser Regel ein „Witz“, so wie es damalige und noch aktuelle Team-Manager der Nationalmannschaft nannte oder wird sie tatsächlich mit Überzeugung durchgesetzt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretischer Teil
2.1. Gesetzliche Grundlagen
2.2 Local Player Regel
3. Analyse der Jugendarbeit
3.1.Sportliches Abschneiden der A-Jugenden
3.2 Verschiedene Konzepte von Jugendarbeiten
3.2.1. Bayer Leverkusen
3.2.2. FSV Mainz 05
3.2.3 Ajax Amsterdam
4. Integration der Jugendspieler in die 1.Mannschaft
4.1. Erklärung der Methodik
4.2. Ergebnisse der Tabelle
4.3. Kategorisierung der Einsatzzeiten
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen der Einführung professioneller Jugendleistungszentren im deutschen Profifußball sowie den Einfluss der sogenannten „Local Player“-Regel auf die Integration von Nachwuchsspielern in die Profikader.
- Strukturelle Rahmenbedingungen von Jugendleistungszentren in der Bundesliga
- Analyse und Vergleich unterschiedlicher Ausbildungskonzepte (Leverkusen, Mainz, Ajax)
- Zusammenhang zwischen sportlichem Erfolg der A-Jugend und Profi-Integration
- Kritische Würdigung der „Local Player“-Regel als Instrument der Nachwuchsförderung
- Empirische Auswertung der Einsatzzeiten von Eigengewächsen in den Lizenzligen
Auszug aus dem Buch
3.2.1. Bayer Leverkusen
Da Bayer Leverkusen eine der erfolgreichsten (A-) Jugenden im deutschen Fussball stellt, ist es sicherlich interessant diese näher zu betrachten und so wird im folgenden Teil das Leverkusener Leistungszentrum mitsamt des Konzeptes ihrer Jugendarbeit kurz dargestellt.
Als eines der wichtigsten Punkte in der Juniorenarbeit für Bayer ist die Persönlichkeitsausbildung seiner Spieler. Diese stellt neben der fußballerischen Ausbildung das Hauptaugenmerk dar. Dabei wird versucht den Spielern eine leistungsorientierte und eigenmotivierte Einstellung zum Spiel- und Trainingsbetrieb beizubringen. Zudem soll ihnen ein selbstkritisches Auseinandersetzen mit der eigenen Leistung und mit den Vorgaben des Trainers näher gebracht werden, damit sie schon früh lernen sich selbst und ihre Leistungen zu reflektieren.
Die Verantwortlichen legen großen Wert, dass ihre Spieler die Fähigkeit für einen großen Teamgeist entwickeln, der alle Bayer 04 Nachwuchsteams auszeichnet und vom Trainer- und Betreuerstab vorgelebt wird. Dieser Teamgeist bildet die Basis für sportlich gute Leistungen und ist gekoppelt an ein freundliches Auftreten der Spieler nach außen. Außerdem ist die Teilnahme an internationalen Turnieren und Reisen ein wichtiger Bestandteil der Ausbildung, womit man den Spieler interessante sportliche sowie außersportliche Erfahrungen vermittelt und gleichzeitig zeigt, dass die Teilnahme am internationalen Wettbewerb im Seniorenbereich stets das Ziel ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beschreibt die Ausgangslage des deutschen Fußballs nach der Weltmeisterschaft 2010 und führt in die Thematik der verpflichtenden Leistungszentren und der „Local Player“-Regel ein.
2. Theoretischer Teil: Erläutert die gesetzlichen Anforderungen des DFB an Leistungszentren sowie die Definition und Zielsetzung der „Local Player“-Regel.
3. Analyse der Jugendarbeit: Vergleicht die sportlichen Erfolge verschiedener A-Jugenden und analysiert die unterschiedlichen Ausbildungsphilosophien der Vereine Leverkusen, Mainz und Ajax Amsterdam.
4. Integration der Jugendspieler in die 1.Mannschaft: Untersucht empirisch den Zusammenhang zwischen erfolgreicher Jugendarbeit und der tatsächlichen Einsatzzeit von Eigengewächsen im Profibereich.
5. Fazit: Fasst zusammen, dass die Einführung der Leistungszentren den deutschen Fußball nachhaltig positiv verändert hat und die „Local Player“-Regel entgegen kritischer Stimmen zu einer verbesserten Durchlässigkeit für junge Talente führt.
Schlüsselwörter
Jugendleistungszentrum, Local Player Regel, Nachwuchsförderung, DFB, Profifußball, Bundesliga, Juniorenausbildung, Einsatzquote, Talententwicklung, A-Jugend, Lizenzligen, Vereinsphilosophie, Integration, Fußballökonomie, Zertifizierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die strukturellen Auswirkungen der Einführung von verpflichtenden Jugendleistungszentren im deutschen Profifußball.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Im Zentrum stehen die Rahmenbedingungen für die Nachwuchsförderung, der Vergleich verschiedener Ausbildungskonzepte und die Rolle der „Local Player“-Regel.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, zu untersuchen, ob ein Zusammenhang zwischen erfolgreicher Jugendarbeit und der Integration dieser Spieler in die Profimannschaften besteht und wie effektiv die „Local Player“-Regel hierbei agiert.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Der Autor nutzt eine vergleichende Analyse von Daten zur Jugendarbeit sowie eine statistische Auswertung von Einsatzquoten von Nachwuchsspielern in den 1. und 2. Bundesligateams.
Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der theoretischen Richtlinien des DFB, die Analyse von Vereinsbeispielen und eine tabellarische Auswertung der Integration von Jugendspielern.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Jugendleistungszentrum, Local Player Regel, Nachwuchsförderung, Bundesliga und Integration von Nachwuchsspielern.
Was zeichnet die Jugendarbeit von Bayer Leverkusen besonders aus?
Leverkusen legt ein starkes Hauptaugenmerk auf die Persönlichkeitsausbildung sowie die Entwicklung eines ausgeprägten Teamgeistes durch internationale Turniere und eine enge Verzahnung mit dem Seniorenbereich.
Welches Fazit zieht der Autor zur „Local Player“-Regel?
Der Autor bewertet die Regel als positiv, da die Untersuchung zeigt, dass Vereine die Regel nicht missbrauchen, sondern Eigengewächse bei entsprechender Qualität durchaus zu Führungsspielern heranreifen.
- Quote paper
- Adin Beslic (Author), 2012, Die Auswirkungen der Einführung professioneller Jugendzentren im Fussball, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/195063