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Hans Holbein d. Ä. "Die Graue Passion". Farbe und Detail im monochromen Kolorit

Title: Hans Holbein d. Ä. "Die Graue Passion". Farbe und Detail im monochromen Kolorit

Term Paper , 2011 , 24 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Laura Näder (Author)

Art - History of Art

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Summary Excerpt Details

Hans Holbeins "Graue Passion" nimmt in dessen OEuvre wie auch im Vergleich mit der Kunst seiner Zeitgenossen eine Sonderrolle ein. Die spätgotische Bilderfolge erzählt auf zwölf meisterlich gestalteten Tafeln die Leidensgeschichte Christi von dessen Gebet am Ölberg bis zu seiner Auferstehung. Bestehend aus sechs Halbgrisaillen und ebenso vielen ocker-farbigen Camaieudarstellungen waren die Tafeln einst auf den Außen- und Innenflügeln eines Altars angebracht und bildeten so dessen Werk- und Festtagsseite (Abb. 1+2). Wenngleich diese ursprüngliche Darbietungsform der Grauen Passion im Laufe der fünf Jahrhunderte seiner Existenz verloren gegangen ist, mussten die Gemälde selbst nichts von ihrem „Eindruck des Kostbaren, Exquisiten“2 einbüßen. War die monochrome Male-rei im 15. Jahrhundert zwar per se kein stilistisches Phänomen, hebt sich Holbeins Ar-beit doch durch einen differenzierten Umgang mit Technik, Material und Stofflichkeit sowie die charakterisierende Physiognomie seiner Figuren hervor. Alle der zwölf als Einzelbilder konzipierten Tafeln sind szenisch wie koloristisch in das Konzept der Pas-sionsgeschichte integriert, zeichnen sich jedoch individuell durch eine außerordentliche Detailtreue, hauptsächlich im Rahmen der farbigen Modellierungen, aus. Als besondere Gestalt tritt in diesem Zusammenhang die Figur des Christus hervor, die sich beinah epiphanisch aus den dynamischen Szenen abhebt. Wodurch jener Eindruck einer trans-zendente Aura des Leidenden evoziert wird und inwieweit dies Holbeins filigranem Um-gang mit Farbpartien, die sich derart harmonisch in das sonst unifarbene Gesamtkolorit der Bilder einfügen, geschuldet ist, soll Gegenstand der folgenden Arbeit sein. Beginnend mit einer kurzen Begriffsklärung zum Terminus des Grisailles, erfolgt eine Betrachtung der von Holbein dargestellten und verwendeten Stofflichkeiten. Dem schließt sich eine Analyse der Detailarbeiten, sowohl im Bereich der monochromen wie auch der farbigen Ausfertigungen an, die schließlich am Exempel des Christus als herausragende Figur näher exerziert wird. Das abschließende Resümee fasst die gewonnenen Erkenntnisse zusammen und konnotiert diese mit hypothetischen Aussagen zu Zweck und Intension hinter dem monochromen Kolorit der Grauen Passion.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Grisaille - Begriffsklärung

3 Die Finesse von Farbe und Detail im monochromen Kolorit

3.1 Materialität und Materialien

3.2 Die farbigen Details

3.3 Die Lichtgestalt Christi

4 Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die "Graue Passion" von Hans Holbein d.Ä. unter besonderer Berücksichtigung der Verbindung von monochromem Kolorit, technischer Finesse und Detailgenauigkeit. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie Holbein durch den differenzierten Umgang mit Material und Farbe trotz der zurückgenommenen Palette eine transzendente Aura und eine spezifische Charakterisierung seiner Figuren erzeugen konnte.

  • Analyse der maltechnischen Umsetzung des Grisailles bzw. Camaieus
  • Untersuchung des Verhältnisses von dargestellter Materialität und verwendeten Werkstoffen
  • Betrachtung der psychologisierenden Wirkung von Details und Physiognomie
  • Erörterung der bildgestalterischen Strategien zur Inszenierung Christi als Lichtgestalt

Auszug aus dem Buch

3.1 Materialität und Materialien

Die Halb- oder Vollgrisaillemalerei war in der nordalpinen Kunst der Spätgotik und frühen Renaissance als farbästhetisches Konzept durchaus geläufig und diente vornehmlich der Imitation steinerner Oberflächen, wie jener von Reliefs, Skulpturen und Architektur. Unter anderem Jan van Eyck (Abb. 4) oder Rogier van der Weyden (Abb. 5) erschufen in diesem Stil illusionistische Meisterwerke. Vergleicht man diese jedoch mit Holbeins Grauer Passion so wird deutlich, dass dessen Arbeiten zwar „steinfarben“ sind, oberflächenstrukturell jedoch keine Absicht zur Darstellung lithogener Materialität aufweisen.

Dass Holbein die Substanzwiedergabe per se aber beherrschte und im Rahmen der zwölf Passionstafeln auch praktizierte, zeigen exemplarisch die Grablegungs- und die Auferstehungsszene. Der Marmorsarkophag im Hintergrund weist eine evidente Steinstruktur auf und empfindet mit naturrealistischer Präzision die Marmorierung des Werksteins nach, was Holbeins technisches Potential zur Wiedergabe der Stofflichkeit von Steinsubstanz demonstriert. Auch die rauen Bodenfliesen – vermutlich aus Sandstein – welche alle Innenraumszenen im unteren Bildfeld ausstatten, belegen das malerische Ingenium des Künstlers zur illusionistischen Grisaillemalerei. Betrachtet man nun hingegen die Gewänder der Figuren, Rüstungen, Waffen und Gerät der Häscher sowie sonstige Requisiten, die der Raumausstattung dienen, wird ein evidenter Verzicht auf die Materialwiedergabe erkennbar; sowohl im Bezug auf eine mögliche steinimitierende Intension als auch in der generellen Präsentation differenter Stofflichkeit durch die Ausformulierung von Textil- und Gewebemusterungen, reflektierende Metallpartien, Holz oder Leder.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in das Thema ein, stellt die Bedeutung von Holbeins "Grauer Passion" im kunstgeschichtlichen Kontext dar und erläutert die Zielsetzung sowie das methodische Vorgehen der Arbeit.

2 Grisaille - Begriffsklärung: Hier werden die Fachbegriffe "Grisaille", "Camaieu" und "Halbgrisaille" definiert und im Kontext der "Grauen Passion" auf die Tafeln der Werkfolge bezogen.

3 Die Finesse von Farbe und Detail im monochromen Kolorit: Dieses Kapitel bildet das Kernstück der Untersuchung und analysiert detailliert Holbeins Technik, den Umgang mit Materialien, die Bedeutung der Details für die Figurencharakterisierung und die Inszenierung Christi.

3.1 Materialität und Materialien: Der Fokus liegt auf dem Vergleich zwischen illusionistischer Steinimitation und Holbeins spezifischem Verzicht auf diese bei den Figuren, zugunsten einer anderen Form der Detaildarstellung.

3.2 Die farbigen Details: Dieses Kapitel widmet sich dem gezielten Einsatz von Farbe, etwa bei den Inkarnaten oder der Goldverarbeitung, und dessen Wirkung auf die Wahrnehmung der Physiognomie.

3.3 Die Lichtgestalt Christi: Die Analyse konzentriert sich hier auf die kompositorische und koloristische Hervorhebung Christi, um seine transzendente Aura und passive Rolle innerhalb des dynamischen Geschehens zu erklären.

4 Resümee: Das Schlusskapitel fasst die Ergebnisse zusammen und würdigt die "Graue Passion" als komplexes, singuläres Werk, das weit über die bloße Technik des Grisailles hinausgeht.

Schlüsselwörter

Hans Holbein d.Ä., Graue Passion, Grisaille, Camaieu, Halbgrausaille, Tafelmalerei, Spätgotik, Passionsgeschichte, Christus, Materialität, Farbdifferenzierung, Goldvergoldung, Physiognomie, Kunstgeschichte, Maltechnik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den Werkzyklus "Die Graue Passion" von Hans Holbein d.Ä. im Hinblick auf seine künstlerische Gestaltung, Materialität und die spezifische Wirkung der Farbgebung.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die Technik des Grisailles bzw. Camaieus, die Differenzierung von Stofflichkeiten, der Einsatz von farbigen Akzenten zur Charakterisierung und die bildtheoretische Inszenierung Christi.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es zu ergründen, wie Holbein durch ein "erlesenes, reduziertes Kolorit" und handwerkliche Finesse eine besondere Wirkung und transzendente Aura erzeugt, die sich von reinen Imitationsmalereien abhebt.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit verfolgt einen kunsthistorischen Analyseansatz, der eine Begriffsklärung, eine detaillierte Untersuchung von Technik und Material sowie eine motivische und kompositorische Werkanalyse umfasst.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Materialität, die Analyse farbiger Details (wie Inkarnat und Gold) sowie die Betrachtung der Inszenierung Christi als zentrale Lichtgestalt innerhalb der Passionsszenen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Hans Holbein d.Ä., Graue Passion, Grisaille, Camaieu, Materialität, Farbdifferenzierung, Physiognomie und Christus.

Wie unterscheidet sich Holbeins Grisaille von anderen zeitgenössischen Beispielen?

Im Gegensatz zu Zeitgenossen, die das Grisaille vornehmlich zur Nachahmung steinerner Oberflächen nutzten, zeigt Holbein in der "Grauen Passion" keine Absicht zur Darstellung lithogener Materialität, sondern eine eigenständige, subtile Technik.

Welche Rolle spielt die Figur des Knechts Malchus?

Malchus dient als exemplarische Fallstudie für Holbeins Detailreichtum in der Kostümierung, welche durch bizarre Details und fiktive Elemente die Charakterisierung der Widersacher unterstützt.

Wie erreicht Holbein die Darstellung Christi als transzendente Lichtgestalt?

Durch die zentrale Platzierung, das helle Inkarnat als optischen Kontrast, eine stoische Mimik und eine bewusste Isolation von der Dynamik der ihn umgebenden Häscher wird Christus als "Lichtgestalt" inszeniert.

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Details

Title
Hans Holbein d. Ä. "Die Graue Passion". Farbe und Detail im monochromen Kolorit
College
University of Heidelberg  (ZEGK – Institut für Europäische Kunstgeschichte)
Course
Darstellungen der Passion Christi im Mittelalter
Grade
1,3
Author
Laura Näder (Author)
Publication Year
2011
Pages
24
Catalog Number
V194719
ISBN (eBook)
9783656200802
ISBN (Book)
9783656205050
Language
German
Tags
Hans Holbein Passion Christus grau Mittelalter Grisaille Graue Passion Farbdetail Gold monochrom Spätgotik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Laura Näder (Author), 2011, Hans Holbein d. Ä. "Die Graue Passion". Farbe und Detail im monochromen Kolorit, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/194719
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