Nicht jeder Regelbruch ist ein Bruch im wahren Sinne des Wortes. Unstrittig ist, dass ein Regelbruch nur von einem Wesen, einem konstruierenden Gehirn hochkomplexer neuronaler Vernetzungen, versehen mit Mut, List, Egoismus und einer Portion schöpferischer Zerstörung, erdacht werden kann. Sobald ein Computer eine Regel bräche, würde es einer künstlichen Intelligenz gleichen, da Computer nur beschriebenen und diktierten Befehlen folgen oder in bestimmten Situationen einem festgelegten Ablauf folgen.
An dieser Stelle besann sich der Autor und tat es dem Erstbenannten gleich, welches zu folgendem Ergebnis führte:
• Nach der Eröffnung durch die Begriffsbestimmungen: »Regel«, »Norm«, »Bruch«, »Zäsur« und »Erfolg« folgten die Beispiele, die beträchtlich zur Faktenkonstatierung der Idiosynkrasie (oder Eigentümlichkeit) beitrugen.
• Zwei Beispiele für Zäsuren sind die easyApotheke und Carglass, welche Regeleinschnitte oder Regelverletzungen darstellen, die die konsistente Einheit der Regel jedoch nicht neutralisiert.
• Ein Beispiel (Wunderloop) ist ein klassischer Bruch, wie er in jedem Standardwerk über Regelbrüche nachgelesen werden kann.
• Als primus inter pares ist die minder ausgeprägte Strafenintensität zu nennen, welche sogar bis zum gänzlichen Fehlen reicht (siehe Kapitel 4.3).
• Im finalen Schritt wurden die Erfolgsmerkmale: »individuelle Einheitlichkeit«, »Awareness«, »Franchise«, »Lean-Management«, »Intermediarität« und »Strafenbewusstsein« festgehalten.
Diese Arbeit zeigt demnach, dass nicht jeder Regelbruch ein Bruch im wahrsten Sinne des Wortes ist.
Inhaltsverzeichnis
1. Die Einleitung
2. Die Begriffsbestimmungen
2.1 Der Begriff der »Regel«
2.2 Der Begriff der »Norm«
2.3 Der Begriff des »Bruchs« im Vergleich zur »Zäsur«
2.4 Der Begriff des »Erfolgs«
3. Eine Auswahl bifurkatorischer Signale
3.1 Das konkurrenzorientierte Signal
3.2 Das informationsorientierte Signal
3.3 Das humanorientierte Signal
4. Die selektierten Beispiele für Zäsuren und einen Bruch
4.1 Die adaptive Zäsur – am Beispiel der easyApotheke
4.2 Die alternierende Zäsur – am Beispiel von Wunderloop
4.3 Die addierende Zäsur – am Beispiel von Carglass
5. Die Konklusion und die Indikatoren
5.1 Die exploitierten Erfolgsdeterminanten
5.2 Die inapparenten Indikatoren zur erfolgreichen Regelzäsur
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, Sachverhalte zu identifizieren, die zur Existenz einer Regelzäsur beitragen, um Unternehmen in die Lage zu versetzen, verkannte Zäsuren von echten Regelbrüchen zu unterscheiden und daraus unternehmerischen Erfolg zu generieren.
- Analyse und Differenzierung der Begriffe Regel, Norm, Bruch und Zäsur
- Untersuchung von bifurkatorischen Signalen als Einflussfaktoren auf den Unternehmenserfolg
- Praktische Fallstudien zur adaptiven, alternierenden und addierenden Zäsur (easyApotheke, Wunderloop, Carglass)
- Ableitung von Erfolgsindikatoren für eine erfolgreiche Regelzäsur in der Unternehmensführung
Auszug aus dem Buch
Die adaptive Zäsur – am Beispiel der easyApotheke
Die adaptive Zäsur soll anhand des Konzeptes der easyApotheke erörtert und näher ausgeführt werden. Doch zuvörderst ist es von Nöten ein gewisses Hintergrundswissen darzulegen, damit deduktive Schlüsse gezogen werden können.
Als Spiritus Rector fungierte Oliver Blume, der im Jahr 2006 – nach einem vorherigen erfolglosen Etablierungsversuch einer Versandapotheke via eBay – die erste Discountapotheke eröffnete sowie die easyApotheke Kooperationsgesellschaft mbH gründete. Nachdem zwei Jahre später ca. 30 Apotheken das immergleiche Konzept übernommen hatten, wurde die GmbH in eine (Holding) AG transformiert, welche die grundlegende und drei Tochtergesellschaften implizierte:
• die easyApotheke Kooperationsgesellschaft mbH,
• die easyApotheke Versandhandel GmbH,
• die easyApotheke Immobilienentwicklung und Verwaltung GmbH,
• die easyApotheke Trade Marketing GmbH.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Die Einleitung: Diese Einleitung führt in die wissenschaftliche Fragestellung ein, inwieweit die regelbezogene Zäsur als Konstante für einen erfolgreichen Regelbruch kultiviert werden kann.
2. Die Begriffsbestimmungen: Dieses Kapitel definiert und differenziert die zentralen Begriffe Regel, Norm, Bruch, Zäsur und Erfolg, um eine theoretische Grundlage für die weiteren Analysen zu schaffen.
3. Eine Auswahl bifurkatorischer Signale: Hier werden Signale aus dem Unternehmensumfeld – konkurrenz-, informations- und humanorientiert – untersucht, die einen maßgeblichen Einfluss auf den Erfolg oder Misserfolg von Prozessen haben.
4. Die selektierten Beispiele für Zäsuren und einen Bruch: In diesem Kapitel werden die theoretischen Ansätze anhand der Fallbeispiele easyApotheke, Wunderloop und Carglass in der Unternehmenspraxis validiert.
5. Die Konklusion und die Indikatoren: Das letzte Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und leitet allgemeingültige Indikatoren für eine erfolgreiche Regelzäsur ab, die über den Einzelfall hinausgehen.
Schlüsselwörter
Regelzäsur, Regelbruch, Unternehmensführung, Zäsur, Lean-Management, Erfolgsdeterminanten, Bifurkation, Franchise, Corporate Communication, Unternehmensstrategie, Innovationsmanagement, Norm, Marktentwicklung, Prozessoptimierung, Unternehmensentwicklung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Konzept der "Regelzäsur" als Alternative zum klassischen Regelbruch und analysiert, wie Unternehmen diese zur erfolgreichen Differenzierung und Effizienzsteigerung einsetzen können.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themen umfassen die begriffliche Abgrenzung von Regeln und Normen, die Analyse bifurkatorischer Signale sowie die Fallstudien zur Anwendung dieser Konzepte bei easyApotheke, Wunderloop und Carglass.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, inwieweit die regelbezogene Zäsur als prädeterminierende Konstante kultiviert werden kann, um einen erfolgreichen Zugang zum Regelbruch zu ermöglichen, ohne destruktiven Einfluss auf das Unternehmen auszuüben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer genealogischen Analyse und begrifflichen Bestimmungen, die anschließend durch Fallbeispiele und eine Indikatorenanalyse validiert werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Begriffe, die Untersuchung von Marktsignalen und die praktische Anwendung anhand der selektierten Unternehmen (easyApotheke, Wunderloop, Carglass).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die wichtigsten Schlagworte sind Regelzäsur, Regelbruch, Lean-Management, Erfolgsdeterminanten, Bifurkation und Franchise-Systeme.
Warum unterscheidet der Autor zwischen einem Bruch und einer Zäsur?
Der Autor argumentiert, dass ein Bruch eine irreversible Trennung und oft negative Konsequenzen (Strafe) impliziert, während eine Zäsur ein kontrollierter Einschnitt in einem bestehenden System ist, der den Systemcharakter wahrt und Synergien ermöglicht.
Welche Rolle spielt das Franchise-Modell in den untersuchten Beispielen?
Das Franchise-Modell dient als Instrument zur schnellen Verbreitung von Konzepten, zur Reduzierung pekuniärer Blockaden und zur Standardisierung, was bei easyApotheke und Carglass maßgeblich zum Erfolg beigetragen hat.
Was ist das Ergebnis der Analyse zu Wunderloop?
Wunderloop wird als Beispiel für einen klassischen Bruch innerhalb der Werbebranche identifiziert, der letztlich in der Insolvenz endete, nachdem versucht wurde, durch eine aggressive Profilierung von Internetnutzern neue Marktanteile zu gewinnen.
- Quote paper
- Steven Tandler (Author), 2011, Die Regelzäsur: Zur schneidigen Prädeterminante eines erfolgsträchtigen Regelbruchs im betriebswirtschaftlichen Bezugskontext, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/194582