Keine andere Innovation hat sich innerhalb von sieben Jahren in deutschen Haushalten so schnell verbreitet wie die mobilen Endgeräte. Innerhalb von weniger als sieben Jahren gab es in Deutschland über 50 Millionen Mobilfunknutzer. Das Internet hat für die gleiche Menge an Nutzern über 15 Jahre gebraucht. Der nächste entscheidende Meilenstein dieser Entwicklung war die Einführung der sogenannten Smartphones, wie beispielsweise das iPhone im Jahr 2007. Inzwischen ist jedes dritte verkaufte mobile Endgerät ein Smartphone. Wesentliche Voraussetzung für die zunehmende Verbreitung der Smartphones ist die Verfügbarkeit von erschwinglichen Daten-Flatrates, die die Nutzung des Internets für die breiten Masse überhaupt erst ermöglichen. Die Beliebtheit der Anwendungen - sogenannte Apps - haben die mobilen Datenmengen sprunghaft erhöht, so dass die Netzbetreiber die Kapazitäten der Mobilfunknetze laufend ausbauen müssen, um das Volumen verarbeiten zu können.
Für die Unternehmen ergeben sich neue Konsequenzen aus diesen innovativen und technischen Möglichkeiten. Die Marketingabteilungen haben sich über Jahre bemüht, Ihre Zielgruppen penibel zu analysieren, damit Ihre Botschaften beim richtigen Adressaten ankommen. Mobile Endgeräte sind die persönlichsten und gezieltesten Werbeplattformen, die bei richtiger Anwendung der Faktoren Zeit und Ort auch am relevantesten für die Konsumenten sind.
Zielsetzung dieser Diplomarbeit ist es, eine Hilfestellung für das Verständnis des Mobile Marketing zu liefern, indem der Entwicklungsstand, die Chancen und Risiken und die wichtigsten Mobile Trends dargestellt werden. Hierbei soll ein realistisches Bild über Möglichkeiten und Grenzen des Mediums Mobile für den Marketingeinsatz vermittelt werden. Dabei werden auch die Interaktionsmöglichkeiten anhand von Beispielen im Mobile Marketing Maßnahmen berücksichtigt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Grundlagen
2.1 Begriffliche Abgrenzung der Begriffe der mobilen Ökonomie
2.1.1 Mobile Business
2.1.2 Mobile Commerce
2.1.3 Mobile Marketing
2.2 Entstehung von Mobile Marketing
2.3 Voraussetzungen des Mobile Marketing
2.3.1 Technische Grundlagen und Voraussetzungen
2.3.1.1 Historische Entwicklung der Kommunikationsinfrastruktur
2.3.1.1.1 Langstrecke Kommunikationsinfrastruktur
2.3.1.1.2 Kurzstrecke Kommunikationsinfrastruktur
2.3.1.2 Datendienste und Servicetechnologien
2.3.1.3 Historische Entwicklung der mobilen Endgeräte und Betriebssysteme
2.3.2 Rechtliche Voraussetzungen
2.4 Erfolgsfaktoren des Mobile Marketings
2.4.1 Multimediafähigkeit und Medienkonvergenz
2.4.2 Reichweitenentwicklung
2.4.3 Trends zu messbaren Medien
2.4.4 Spezielle Eigenschaften von mobilen Endgeräten
3. Möglichkeiten
3.1 Möglichkeiten von Mobile Marketing im Rahmen des Marketing Mix
3.2 Klassifizierung von Mobile Marketing Maßnahmen
3.2.1 Mobile Direct Response Marketing
3.2.2 Mobile Permission Marketing
3.2.3 Mobile Advertising
3.3 Instrumente des Mobile Marketing
3.4 Ziele des Mobile Marketing
4. Grenzen
4.1 Herausforderungen des Mobile Marketings
4.2 SWOT Analyse
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Ziel dieser Arbeit ist es, eine Hilfestellung für das Verständnis von Mobile Marketing zu liefern, indem der Entwicklungsstand, die Chancen, Risiken sowie die wichtigsten Trends dargestellt werden. Dabei wird ein realistisches Bild über die Möglichkeiten und Grenzen des Mediums für den Marketingeinsatz vermittelt, unter Berücksichtigung von Interaktionsmöglichkeiten und konkreten Anwendungsbeispielen.
- Technische und rechtliche Grundlagen von Mobile Marketing
- Einordnung von Mobile Marketing in den klassischen Marketing-Mix
- Kategorisierung und Instrumente von Mobile-Marketing-Maßnahmen
- Analyse der Erfolgsfaktoren und Grenzen des Mediums
- Untersuchung von Zielgruppenansprache und Personalisierung
Auszug aus dem Buch
2.3.1.2 Datendienste und Servicetechnologien
Der Erfolg von Mobile Business wurde nicht nur durch die technischen Entwicklungen im Übertragungsbereich herbeigeführt, sondern auch durch die Innovationen im Bereich der Servicetechnologien. Diese sind als einzelne Anwendungen wie z.B. als SMS / MMS, IVR, Apps, QR-Codes usw. bekannt. Werbebotschaften konnten erst mit der Hilfe dieser Servicetechnologien an den Konsumenten versendet werden.
Der Short Message Service (SMS) stellt einen Telekommunikationsdienst zur Übertragung von Textnachrichten auf Basis des GSM-Standards dar. Mit der Zeit hat sich der Begriff für die Servicetechnologie als auch für die eigentliche Textnachricht selbst eingedeutscht und wurde in den Duden aufgenommen. Mit SMS können schriftliche Kurznachrichten mit zu 160 alphanumerischen Zeichen versendet und empfangen werden.
Der ursprünglich als technisches Abfallprodukt diffamierte Dienst hat sich zum populärsten Kommunikationskanal und zum größten Ertragsbringer der Netzbetreiber entwickelt. Wie im Abbildung 5 zu sehen, wurden im Jahr 2010 in Deutschland 41,3 Milliarden SMS versendet. Der Erfolg von SMS ist nachvollziehbar. SMS ist in der Handhabung einfach, die Kosten sind dem Nutzer bekannt und alle auf den Markt vorhandenen Mobiltelefone können SMS senden und empfangen. Bei einem statistischem Wert von 500 SMS Nachrichten pro Bundesbürger im Jahr 2010, spielt die SMS somit auch im Mobile Marketing eine dominante Rolle.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die rasante Verbreitung mobiler Endgeräte und Smartphones und definiert das Ziel der Arbeit, einen Überblick über den Entwicklungsstand, Chancen und Risiken des Mobile Marketings zu geben.
2. Grundlagen: Dieses Kapitel definiert die Begriffe Mobile Business, Mobile Commerce und Mobile Marketing, analysiert technische Voraussetzungen wie Mobilfunkstandards und beschreibt die Erfolgsfaktoren sowie rechtliche Rahmenbedingungen.
3. Möglichkeiten: Hier werden die Einsatzmöglichkeiten von Mobile Marketing innerhalb des Marketing-Mixes diskutiert, verschiedene Maßnahmen (Response, Permission, Advertising) klassifiziert und spezifische Marketinginstrumente erläutert.
4. Grenzen: Dieser Abschnitt thematisiert die technologischen und marktbezogenen Herausforderungen sowie die Grenzen der Kunden- und Unternehmensakzeptanz, zusammengefasst in einer SWOT-Analyse.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, betont die Notwendigkeit der Integration mobiler Strategien und gibt einen Ausblick auf die steigende Bedeutung des mobilen Endgeräts als Marketinginstrument.
Schlüsselwörter
Mobile Marketing, Mobile Business, Mobile Commerce, Marketing-Mix, Mobile Advertising, Permission Marketing, Direktmarketing, Mobilfunktechnik, Smartphone, App, Kundenbindung, Personalisierung, Ortung, QR-Code, Rechtliche Rahmenbedingungen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Diplomarbeit im Kern?
Die Arbeit analysiert die Grundlagen, Möglichkeiten und Grenzen des Mobile Marketing im Kontext des Business-to-Consumer-Bereichs (B2C).
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Felder sind technische Voraussetzungen, rechtliche Rahmenbedingungen, die Einordnung in den Marketing-Mix sowie eine detaillierte Klassifizierung verschiedener Mobile-Marketing-Maßnahmen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, eine Hilfestellung für das Verständnis von Mobile Marketing zu bieten, indem Entwicklungsstand, Chancen, Risiken und Trends kritisch beleuchtet werden.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und Desk Research, ergänzt durch persönliche Erfahrungen des Autors aus der Praxis von Mobile-Marketing-Kampagnen.
Was deckt der Hauptteil der Arbeit ab?
Der Hauptteil behandelt theoretische Grundlagen, technische Infrastrukturen wie Mobilfunkgenerationen und Endgeräte, rechtliche Voraussetzungen sowie eine systematische Einteilung der Marketing-Maßnahmen.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?
Begriffe wie Mobile Business, Mobile Commerce, Ubiquität, Personalisierung, Permission Marketing, Mobile Advertising und Kundenbindung stehen im Zentrum der Untersuchung.
Warum spielt die rechtliche Komponente eine so große Rolle für das Mobile Marketing?
Da Mobile Marketing auf die Sammlung und Auswertung personenbezogener Daten angewiesen ist, sind strikte rechtliche Vorgaben wie das UWG und TMG essenziell, um Missbrauch zu verhindern und die Kundenakzeptanz zu sichern.
Welche Rolle spielen moderne Smartphones für das Mobile Marketing heute?
Smartphones fungieren als permanente Begleiter („always-on“), die durch Lokalisierbarkeit, Personalisierung und Interaktivität eine wesentlich direktere und effizientere Kundenansprache ermöglichen als klassische Massenmedien.
Warum haben viele Unternehmen noch Schwierigkeiten, mobile Strategien umzusetzen?
Der Arbeit zufolge mangelt es vielen Agenturen und Unternehmen an Fachwissen und an verlässlichen Kennzahlen zur Erfolgsmessung, was die notwendigen Investitionen in diesen neuen Kanal hemmt.
- Arbeit zitieren
- Özgür Üngör (Autor:in), 2012, Grundlagen und Perspektiven des Mobile Marketings, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/194261