In der Hausarbeit wird die Vereinbarkeit von Beruf und Familie Deutschlands mit der Schwedens vergleichen, um untersuchen zu können, inwiefern das schwedische Modell des Wohlfahrtsstaats vorteilhafter für erwerbstätige Eltern ist.
Einleitend werden die drei Idealtypen der unterschiedlichen Wohlfahrtsregime nach Esping-Andersen vorgestellt, um die beiden Länder vorab zu charakterisieren.
Im Anschluss daran werden die Sozialausgaben Deutschlands und Schwedens beschrieben, um einen Einblick über deren Sozialstaatlichkeit zu liefern.
Danach wird die Vereinbarkeit von Beruf und Familie in beiden Staaten untersucht. Um besser auf die jeweiligen Länder eingehen zu können, werden diese getrennt voneinander bearbeitet. Zu Anfang werden die aktuellen Situationen auf dem Arbeitsmarkt der beiden Wohlfahrtsstaaten erläutert, auch deren Steuersysteme kommen zur Sprache. Im Vordergrund steht hier die Erwerbstätigkeit der Eltern, insbesondere die der Frauen, beziehungsweise der Mütter.
Im Fazit werden die Hauptthesen und Ergebnisse zusammengefasst. Ein Ausblick über die Herausforderungen der Politik in Deutschland wird gegeben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Idealtypen der Wohlfahrtsregime nach Esping-Andersen
2.1 Die Sozialstaatlichkeit Deutschlands und Schwedens
3. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie in Deutschland und Schweden
3.1 Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie in Deutschland
3.2 Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie in Schweden
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Hausarbeit vergleicht die Vereinbarkeit von Beruf und Familie in Deutschland und Schweden, um zu untersuchen, inwiefern das schwedische Wohlfahrtsstaatsmodell vorteilhafter für erwerbstätige Eltern ist und welche strukturellen Unterschiede in der Sozial- und Familienpolitik bestehen.
- Wohlfahrtsregime nach Esping-Andersen
- Sozialstaatlichkeit und Sozialausgaben im Vergleich
- Arbeitsmarktsituation und Erwerbsbeteiligung von Eltern
- Einfluss von Steuersystemen auf die Vereinbarkeit
- Familienpolitische Maßnahmen und Kinderbetreuung
Auszug aus dem Buch
3.2 Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie in Schweden
In Schweden lag die Erwerbslosenquote im Juli 2011 bei 7,4%, was bei einer Gesamtbevölkerung von rund 9,1 Millionen Einwohnern einen Anteil von 673.400 Erwerbslosen ausmacht (Grafik 1).
Der schwedischen Gesellschaft liegt die Gleichstellung der Geschlechter zugrunde, somit können sowohl Männer als auch Frauen gleichermaßen ihrer Erwerbsarbeit nachgehen und die Familie umsorgen. Beispielsweise sind 47% der Abgeordneten im schwedischen Reichstag weiblich. Die Geschlechtergleichstellung bezieht sich nicht nur auf deren Erwerbs- und Familienleben, sondern generell auf die Chancengleichheit in allen Lebensbereichen.
In Schweden bestehen ebenfalls Frauen- und Männerdomänen der Berufswelt, welche ähnlich den deutschen Verhältnissen sind. Frauen sind überproportional in sozialen Berufsfeldern tätig, Männer indessen in handwerklich-technischen Bereichen. Der Geschlechteranteil der gesamten aktiv erwerbstätigen Bevölkerung ist jedoch ausgeglichener als in Deutschland (Grafik 4).
Seit Anfang der 1960er Jahre stieg die Frauenerwerbsquote stark an, sodass Schweden im europäischen Vergleich im Jahre 2009 den zweiten Platz belegt. Es sind ungefähr 70% (Stand 2009) aller Frauen erwerbstätig, wobei fast 40% (Stand 2007) von ihnen einer Teilzeitbeschäftigung nachgehen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit erläutert das Ziel des Ländervergleichs zwischen Deutschland und Schweden hinsichtlich der Vereinbarkeit von Beruf und Familie unter Berücksichtigung verschiedener Wohlfahrtsregime.
2. Idealtypen der Wohlfahrtsregime nach Esping-Andersen: Es werden die theoretischen Grundlagen der drei Wohlfahrtsregime vorgestellt und Deutschland dem konservativen sowie Schweden dem sozialdemokratischen Typ zugeordnet.
2.1 Die Sozialstaatlichkeit Deutschlands und Schwedens: Dieses Kapitel analysiert die Höhe und Verteilung der Sozialausgaben beider Länder und stellt Gemeinsamkeiten sowie nationale Schwerpunkte in der Sozialpolitik heraus.
3. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie in Deutschland und Schweden: Einleitend werden die Relevanz der Thematik sowie die methodische Grundlage durch den Mikrozensus für den nachfolgenden Ländervergleich dargelegt.
3.1 Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie in Deutschland: Die aktuelle Situation der Erwerbstätigkeit von Eltern, geschlechtsspezifische Unterschiede sowie steuerliche Rahmenbedingungen in Deutschland werden kritisch betrachtet.
3.2 Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie in Schweden: Der Fokus liegt auf der Gleichstellungspolitik, den flexiblen Elternurlaubsregelungen und dem dualen Versorgermodell in Schweden.
4. Fazit: Die Arbeit fasst die Ergebnisse zusammen, stellt das schwedische System als erfolgreicheres Modell für die Vereinbarkeit dar und leitet daraus politische Reformbedarfe für Deutschland ab.
Schlüsselwörter
Wohlfahrtsregime, Vereinbarkeit, Beruf und Familie, Deutschland, Schweden, Esping-Andersen, Sozialstaatlichkeit, Sozialausgaben, Erwerbstätigkeit, Gleichstellung, Familienpolitik, Elternurlaub, Mikrozensus, Steuersystem, Kinderbetreuung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie Deutschland und Schweden die Vereinbarkeit von Beruf und Familie organisieren und vergleicht dazu die jeweiligen sozialpolitischen Strukturen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Mittelpunkt stehen die Wohlfahrtsregime, das Ausmaß der staatlichen Sozialleistungen, die Arbeitsmarktbeteiligung von Frauen und Müttern sowie die steuerliche Behandlung von Familien.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es zu analysieren, ob das schwedische Wohlfahrtsmodell vorteilhafter für erwerbstätige Eltern ist als das deutsche System.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt einen vergleichenden Ansatz und stützt sich dabei primär auf Sekundärdaten, wie etwa den Mikrozensus und statistische Angaben zu Sozialausgaben.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einordnung nach Esping-Andersen, eine Analyse der Sozialausgaben und eine detaillierte Betrachtung der Arbeitsmarktsituation in beiden Ländern.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Wohlfahrtsregime, Gleichstellung der Geschlechter, Familienpolitik, Erwerbsbeteiligung und Dekommodifizierung sind zentrale Begriffe.
Welche Rolle spielt das schwedische "Speed-Premium"?
Es dient als Anreiz für kurze Geburtenabstände, damit Eltern, insbesondere Mütter, nach einer Teilzeitphase nicht durch einen sinkenden Anspruch auf Elterngeld benachteiligt werden.
Warum wird Schweden als "universeller Sozialstaat" bezeichnet?
Diese Bezeichnung ergibt sich unter anderem aus der separaten Besteuerung der Ehepartner und der Ausrichtung auf eine weitreichende Gleichstellung aller Lebensformen.
- Arbeit zitieren
- Christiane Böhm (Autor:in), 2011, Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie in Deutschland und Schweden, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/193743