Schon längst haben Wirtschaft und Marketingexperten die Zielgruppe der jüngsten Verbraucher unserer Gesellschaft erkannt. Für Werbeexperten eröffnen sich, durch neue Medien wie dem Internet, völlig neue Zugänge eine junge Zielgruppe individuell, zielgerichtet und schnell zu erreichen. Fernsehen ist neben der Nutzung des Internets immer noch eine der häufigsten Freizeitaktivitäten bei Kindern. Laut der KIM-Studie 2010, bei der Basisuntersuchungen zum Medienumgang bei Kindern im Alter von sechs bis dreizehn Jahren vorgenommen wurden, stellte sich heraus, dass ein Fernsehgerät und Handy in nahezu allen Haushalten vorhanden ist. (siehe Abb. 1)
Wo sind die Grenze? Hat die Werbung ihre Ethik verloren? Wie sollen Kinder Werte und Normen entwickeln lernen, wenn sie sogar an den Supermarktkassen noch einmal der Verlockung von Süßigkeiten ausgesetzt sind? Diese Fragen möchte ich in meiner Arbeit versuchen zu beantworten und zu diskutieren.
Und wer ist schuld daran? Sind es die Unternehmen, die Werbeagenturen oder gar die Familien, welche den Medienkonsum ihrer Sprösslinge nicht kontrollieren? Oder sind die Bedenken in öffentlichen Diskussionen unserer Gesellschaft mit dem Ruf nach ei-nem Werbeverbot für Kinder unbegründet? Meine Ausarbeitung stellt sich dieser Frage und ergründet wo mögliche Ansätze eine Sensibilisierung der Thematik liegen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffsbestimmungen
2.1 Was ist Werbung?
2.2 Was ist Ethik?
3. Werbung und Ethik
3.1 Werbewirkung bei Kindern
3.2 Bewertung der Werbung durch Kinder
3.3 Auswirkungen von Werbung auf die Werteentwicklung
3.4 Die Frage nach der Verantwortung
4. Zusammenfassung
5. Literaturverzeichnis
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Diese Semesterarbeit untersucht die ethischen Implikationen der kommerziellen Werbung, die explizit auf Kinder als Zielgruppe ausgerichtet ist, und analysiert, wie diese Werbeformen die Werteentwicklung und das Konsumverhalten beeinflussen.
- Analyse der Wirkung von Fernsehwerbung auf Kinder
- Untersuchung der ethischen Verantwortung von Unternehmen und Eltern
- Bewertung von Werbestrategien gegenüber einer jungen Zielgruppe
- Diskussion über die Rolle von Medienkompetenz und Erziehung
Auszug aus dem Buch
3.1 Werbewirkung bei Kindern
Die genaue Wirkung von Werbung auf Kinder ist wissenschaftlich bisher nur spärlich erforscht. Den Werbemachern ist dies durchaus bewusst. Und dennoch wird trotz allem weiter geworben, denn welches Wirtschaftsunternehmen will schon freiwillig den Wettbewerbern das Feld überlassen?
Das Kapitel „Werbewirkung bei Kindern“ konzentriert sich hauptsächlich auf die Wirkung von Fernsehspots. Die Ursache liegt darin begründet, dass Kinder oftmals Werbung mit Fernsehwerbung verbinden. Besonders gut geht dies aus dem folgenden Beispiel hervor.
Eine Studie, welche sich mit der Thematik der Webewirksamkeit bei Kindern beschäftigt, ist die Bielefelder Studie „Kinder und Werbung“. In diesem Forschungsprojekt um Dieter Baacke aus den Jahren 1995/1996 wurden im Raum Bielefeld und Halle 1600 Kinder im Alter von 6 bis 13 Jahren in Interviews zum Thema Werbung befragt. Es wurde die subjektive Wahrnehmung der Werbung und die relevanten Werbeträger analysiert. (vgl. Böhm-Kasper, 1997, S.166-185)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Bedeutung von Kindern als Zielgruppe für die Werbeindustrie durch neue Medien und den intensiven TV-Konsum.
2. Begriffsbestimmungen: Dieses Kapitel definiert die grundlegenden Begriffe Werbung als Marketinginstrument sowie Ethik als Lehre vom richtigen Handeln.
3. Werbung und Ethik: Der Hauptteil analysiert die ethische Problematik der Werbeflut auf Kinder, die Wirkungsmechanismen von TV-Spots und die Verantwortung von Gesellschaft und Eltern.
4. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung resümiert, dass eine frühzeitige Aufklärung und Medienkompetenz die beste Strategie sind, um Kinder vor den negativen Auswirkungen der Werbung zu schützen.
5. Literaturverzeichnis: Hier sind sämtliche im Text verwendeten Quellen und wissenschaftlichen Publikationen aufgelistet.
Schlüsselwörter
Werbung, Kinder, Ethik, Werbewirkung, Medienkompetenz, Konsumverhalten, Werteentwicklung, Fernsehwerbung, Marketing, Zielgruppe, Verantwortung, Sozialisation, Medienkonsum, Werte, Erziehung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der ethischen Vertretbarkeit von Werbung, die sich an Kinder richtet, und analysiert deren Auswirkungen auf die Entwicklung von Kindern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Werbewirkung bei Kindern, die Bedeutung von Ethik im Marketing, die Rolle der Eltern beim Medienkonsum und die Förderung von Medienkompetenz.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die moralischen Grenzen von Werbung zu hinterfragen und zu diskutieren, wie Kinder durch Medienbildung zu einem kritischen Umgang mit Konsum befähigt werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, in der Studien zum Medienverhalten und zur Werbewirkung (wie die Bielefelder Studie oder KIM-Studie) herangezogen und ethisch reflektiert werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die Werbewirkung bei Kindern, wie Kinder Werbung bewerten, welchen Einfluss Werbung auf die Werteentwicklung nimmt und wer die Verantwortung für den Schutz der Kinder trägt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Werbung, Kinder, Ethik, Medienkompetenz, Konsumverhalten und Werteentwicklung charakterisiert.
Wie unterscheidet sich die Wahrnehmung von Werbung je nach Alter?
Jüngere Kinder sind oft empfänglicher für die Versprechungen der Werbung, während die kritische Distanz und das Verständnis für die Verkaufsabsicht mit zunehmendem Alter steigen.
Welche Rolle spielen Schulen bei diesem Thema?
Der Autor diskutiert die Rolle der Schulen sowohl als Unterstützer fragwürdiger Marketingkampagnen als auch als potenzielle Orte der Vermittlung von Medienkompetenz.
Warum ist das Beispiel der „Tony-Taler-Aktion“ von Kellogs relevant?
Es dient als Fallbeispiel für eine kommerzielle Kampagne, die Schulen instrumentalisiert und zeigt, wie kritisch solche Kooperationen aus ethischer Sicht zu hinterfragen sind.
Ist ein striktes Werbeverbot für Kinder die Lösung?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass ein Verbot weniger zielführend ist als die Förderung einer aktiven Medienerziehung durch Eltern und Schulen.
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- Sebastian Reichenbach (Author), 2011, Kinder und Werbung - Die Ethik der Werbung, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/193679