Der Film findet im Gegensatz zum Medium Buch eine geringere Wertschätzung im Deutschunterricht.
Häufig werden Filme, insbesondere Literaturverfilmungen, lediglich als Unterstützungselement
eingesetzt, nicht jedoch als eigenständiges Medium betrachtet. Neben Epik,
Lyrik und Dramatik bildet der Film die vierte literarische Gattung1 Da das Medium auf visueller,
auditiver und narrativer Ebene arbeitet, ist eine eigene literaturdidaktische Herangehensweise
notwendig.
Der Filmkonsum von Schülerinnen und Schülern ist unterschiedlich stark ausgeprägt, häufig
übersteigt er das Lesen von Büchern. Kinder und Jugendliche werden von Spielfilmen in ihrem
Heranwachsen begleitet, daher sollte Filmdidaktik und speziell die Spielfilmdidaktik einen
höheren Stellenwert im Deutschunterricht erhalten. Ziel der Spielfilmdidaktik sollte dabei
nicht nur das Erweitern von kognitiven Fähigkeiten wie kritischer Reflektion sein. Filme dienen,
wie auch Bücher, dem Sozialisationsprozess und der Persönlichkeits bildung. Interesse,
Motivation, kreatives Arbeiten und Austausch mit anderen sollte bei Schülerinnen und Schülern
durch den Einsatz spielfilmdidaktischer Konzepte und Methoden gefördert werden.
Der Film basiert im Vergleich mit dem Buch auf einer anderen Technik des Erzählens. Um
neue Einsichten über das filmische Erzählen zu gewinnen ist eine Betrachtung der Filmindustrie
empfehlenswert. Einblicke in diese umfangreiche Wirtschafts- und Kunstbranche veranschaulichen
die Komplexität der Filmproduktion und verdeutlichen den Entstehungsprozess
eines Films.
Im Rahmen des Seminars "Spielfilmdidaktik" im Sommersemester 2011 haben wir uns mit
unterschiedlichen Bereichen der Spielfilmdidaktik beschäftigt Diese Arbeit stellt die historischen
Entwicklungen der Filmindustrie in Europa und den USA dar und geht auf den Entstehungsprozess
von Filmen ein.
Inhaltsverzeichnis
1. Spielfilmdidaktik im Deutschunterricht
2. Entwicklung der Filmindustrie
2.1. Europa
2.2. USA
3. Die Entstehung eines Films
3.1. Entwicklung und Finanzierung
3.2. Vorproduktion
3.3. Dreharbeiten
3.4. Nachproduktion
3.5. Vertrieb
3.6. Abspiel
4. Autorenfilm
5. Resümee
6. Präsentation
7. Materialien Gruppenarbeit
7.1. Wer macht was? Vor den Dreharbeiten.
7.2. Wer macht was? Die Dreharbeiten.
7.3. Wer macht was? Nach den Dreharbeiten.
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Diese Arbeit bietet einen fundierten Überblick über die historische Entwicklung sowie die komplexen Strukturen und Abhängigkeiten innerhalb der Filmindustrie. Das Ziel ist es, den Entstehungsprozess eines Films von der ersten Idee bis zum Abspiel im Kino zu beleuchten und dabei die wirtschaftlichen Hintergründe sowie die künstlerischen Gestaltungsmöglichkeiten zu analysieren.
- Historische Entwicklung der Filmindustrie in Europa und den USA
- Strukturanalyse der Filmproduktion und Finanzierung
- Der Einfluss von Marktmechanismen auf künstlerische Entscheidungen
- Vergleich zwischen dem kommerziellen Studiomodell und dem Konzept des Autorenfilms
- Detaillierte Aufschlüsselung der Arbeitsbereiche und Verantwortlichkeiten in der Filmbranche
Auszug aus dem Buch
3.1. Entwicklung und Finanzierung
Die Idee für einen Film kann aus der Idee eines Redakteurs, Drehbuchautors, Regisseurs oder auch Produzenten entstehen. Stoffvorlage können unter anderem Romane, Comics, Theaterstücke, Video-Spiele, aber auch Originalideen sein.
Die textliche Vorlage für einen Film stellt das Drehbuch dar. Je nach Art des Films, aber auch nach Ländern, unterscheidet sich die Form des Drehbuchs. Exposé und Treatment sind wichtige Bestandteile eines Spielfilmdrehbuchs. In einem Exposé werden die Filmhandlung, die Hauptfiguren sowie die zeitliche Einordnung und der Stil des Films schematisch dargestellt. Das Treatment stellt die Handlung und die Charaktere präziser dar als das Exposé, jedoch noch ohne Handlungstext. Nach abschließender Weiterentwicklung des Treatments steht dann als Drehvorlage das Drehbuch mit Handlungstext, Dialogen, Regieanweisungen, Kameraeinstellungen etc. zur Verfügung.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Spielfilmdidaktik im Deutschunterricht: Dieses Kapitel erläutert die Bedeutung des Mediums Film im schulischen Kontext und die Notwendigkeit einer spezifischen didaktischen Herangehensweise.
2. Entwicklung der Filmindustrie: Hier werden die historischen Ursprünge der Filmindustrie, unterteilt in die europäischen Anfänge und die Entwicklung in den USA, detailliert beschrieben.
3. Die Entstehung eines Films: Dieser Abschnitt bietet eine prozessorientierte Analyse der Filmherstellung, unterteilt in die Phasen Entwicklung, Vorproduktion, Dreh, Nachproduktion, Vertrieb und Abspiel.
4. Autorenfilm: Das Kapitel befasst sich mit der Definition des Autorenfilms und dem Spannungsfeld zwischen der künstlerischen Freiheit des Regisseurs und industriellen Produktionsvorgaben.
5. Resümee: Ein abschließender Überblick, der die Komplexität der Branche zusammenfasst und die Abhängigkeiten in der Filmproduktion hervorhebt.
6. Präsentation: Dieses Kapitel dokumentiert die Gliederung und Inhalte der begleitenden Seminarpräsentation.
7. Materialien Gruppenarbeit: Eine praxisorientierte Aufarbeitung der Rollenverteilung und Arbeitsabläufe in den verschiedenen Phasen der Filmproduktion.
Schlüsselwörter
Filmindustrie, Spielfilmdidaktik, Filmproduktion, Drehbuch, Filmfinanzierung, Hollywood, Major-Studios, Autorenfilm, Vorproduktion, Nachproduktion, Vertrieb, Kinomarkt, Filmwirtschaft, Produktionsprozess, Medienmanagement
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Struktur und der historischen Entwicklung der Filmindustrie sowie dem systematischen Prozess der Filmherstellung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind die ökonomische Entwicklung der Filmbranche, die Phasen der Filmproduktion (vom Exposé bis zum Vertrieb) und das künstlerische Selbstverständnis des Autorenfilms.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, Transparenz über die komplexen Zusammenhänge und Abhängigkeiten zu schaffen, die einen Film vom Konzept bis zur Kinoleinwand begleiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine deskriptive und strukturanalytische Untersuchung, die auf historischer Recherche und der Darstellung von Industrieprozessen basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Entwicklung in Europa und den USA, eine detaillierte Beschreibung des Filmherstellungsprozesses sowie eine Diskussion über den Autorenfilm.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Filmindustrie, Filmproduktion, Finanzierung, Major-Studios und Autorenfilm.
Welche Rolle spielt die Finanzierung in der US-amerikanischen Filmindustrie im Vergleich zu Europa?
Während in den USA meist Eigenfinanzierung durch große Studios (Majors) dominiert, sind Produktionen in Europa oft stärker von öffentlichen Fördermitteln und Auftragsproduktionen abhängig.
Wie hat sich die Bedeutung von Hollywood-Stars historisch entwickelt?
Die Arbeit zeigt den Wandel vom anfangs namenlosen Darsteller zum "Star-System", bei dem Schauspieler zu wichtigem Kapital und Vertrauenspersonen der Studios wurden.
Welche Rolle spielt das Testpublikum im Produktionsprozess?
Testpublikum dient als Marktforschungsinstrument, um durch Feedback eventuelle Änderungen an Schnitt oder Story vor dem Kinostart vorzunehmen und so den kommerziellen Erfolg zu sichern.
- Arbeit zitieren
- Stephanie Töpert (Autor:in), 2011, Filmindustrie - Historische Entwicklungen in Europa und den USA, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/193648