Wie ist diese Organisation aufgebaut und welche Rolle kommt der UN-Charta, der Verfassung der Vereinten Nationen, zu? Dies soll Gegenstand dieser Hausarbeit werden. Die Grundlagen liefert dabei die Theorie des Symbolischen Interaktionismus, die zuerst in ihrem Wesen erklärt werden soll. Dabei soll auf die von Herbert Blumer entwickelten Prämissen, sowie auf die Grundsätze der Symbolischen Interaktion eingegangen werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der symbolische Interaktionismus
2.1 Die Bedeutung des symbolischen Interaktionismus nach Blumer
2.2 Grundlagen des symbolischen Interaktionismus
2.2.1 Die Beschaffenheit des gesellschaftlichen Zusammenlebens
2.2.2 Soziale Interaktion
2.2.3 Objekte
2.2.4 Der Mensch als handelnder Organismus
2.2.5 Die Beschaffenheit des menschlichen Handelns
2.2.6 Verknüpfung von Handlungen
3. Die Vereinten Nationen
3.1 Entstehungsgeschichte
3.2 Die Organisation der Vereinten Nationen
3.3 Die soziale Interaktion innerhalb der Vereinten Nationen
3.4 Die Charta als Symbol der Vereinigten Nationen
4. Ausblick und Kritik am Symbolischen Interaktionismus
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Struktur und Funktion der Vereinten Nationen durch die theoretische Linse des symbolischen Interaktionismus nach Herbert Blumer, um die Organisation als ein durch soziale Interaktion konstruiertes Gebilde zu verstehen.
- Grundlagen des symbolischen Interaktionismus nach Herbert Blumer.
- Analyse der Vereinten Nationen als soziale Gruppe.
- Die UN-Charta als symbolisches Objekt mit Bedeutungswandel.
- Soziale Interaktion und Rollenverteilung innerhalb der UN-Organe.
- Kritische Reflexion der theoretischen Anwendbarkeit.
Auszug aus dem Buch
3.4 Die Charta als Symbol der Vereinigten Nationen (Objekt)
Blumer geht davon aus, dass sich die Welt der Menschen und ihren Gruppen aus Objekten zusammensetzt (Blumer 1981: 331). Auch die Charta stellt ein solches Objekt dar.
Die Charta ist die Verfassung der Vereinten Nationen und beinhaltet die „Regeln und Pflichten der Mitgliedsstaaten“ (Vereinte Nationen 2004 3) sowie die der einzelnen Organe, welche bereits weiter oben genannt wurden. Desweiteren hält dieser Vertrag der Völker die „Grundprinzipien der internationalen Beziehungen“ (Vereinte Nationen 2004 3) fest. Ihre Hauptaufgabe liegt jedoch in der Regelung der Arbeitsabläufe, d.h. wie die einzelnen Aufgaben der Mitglieder aufeinander abgestimmt sind.
Nach Blumer stellt sie ein „abstrakt-kulturelles Objekt“ (Münch 2002: 331) dar, die innerhalb einer sozialen Interaktion der 5 ständigen Mitglieder der Vereinten Nationen entworfen wurde. Sie ist also innerhalb einer Interaktion, wie es die zweite Prämisse Blumers besagt, entstanden. (Blumer 1981: 322)
Blumer geht ebenfalls davon aus, „dass Menschen Dingen gegenüber auf der Grundlage von Bedeutungen handeln, die diese Dinge für sie besitzen“ (Blumer 1981: 322). Die Mitglieder der Vereinten Nationen müssen sich in ihren Handlungen also auf ihre Ver-fassung beziehen, denn durch sie werden ihre Aufgaben definiert. Bereits weiter oben wurde ein Teil der Aufgaben der einzelnen Organe erwähnt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung stellt die Bedeutung von Organisationen für den Weltfrieden dar und führt die Zielsetzung der Arbeit sowie die theoretische Grundlage des symbolischen Interaktionismus ein.
2. Der symbolische Interaktionismus: Dieses Kapitel erläutert die zentralen Prämissen von Herbert Blumer, insbesondere die soziale Konstruktion von Bedeutung, die Rolle von Objekten und die Natur sozialen Handelns.
3. Die Vereinten Nationen: Hier wird die Entstehung und Organisation der UN beschrieben sowie die soziale Interaktion der Mitglieder und die Bedeutung der Charta im Sinne der Theorie analysiert.
4. Ausblick und Kritik am Symbolischen Interaktionismus: Das abschließende Kapitel reflektiert über zukünftige Herausforderungen der UN und übt Kritik an den Grenzen der Theorie des symbolischen Interaktionismus bei der Erklärung rationaler Interpretationsprozesse.
Schlüsselwörter
Symbolischer Interaktionismus, Herbert Blumer, Vereinte Nationen, UN-Charta, Soziale Interaktion, Weltfrieden, Objektkonstruktion, Rollenübernahme, Bedeutungswandel, Internationale Beziehungen, Soziologie, Handlungstheorie, Organisation, Weltorganisation, Friedenssicherung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die Vereinten Nationen (UNO) nicht nur als politische Organisation, sondern wendet soziologische Theorien an, um die interne Funktionsweise und die Bedeutung der UN-Charta zu erklären.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Felder sind die Theorie des symbolischen Interaktionismus nach Herbert Blumer sowie die praktische Anwendung dieser Konzepte auf die Strukturen und Akteure der Vereinten Nationen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es zu zeigen, wie die Vereinten Nationen durch das Handeln und die wechselseitigen Interpretationen ihrer Mitglieder sowie durch die Charta als symbolisches Objekt konstruiert und aufrechterhalten werden.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt einen theoretisch-analytischen Ansatz, bei dem Blumers Prämissen als Interpretationsrahmen für das Verständnis einer komplexen internationalen Organisation dienen.
Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen des symbolischen Interaktionismus und verknüpft diese direkt mit der Entstehungsgeschichte, den Organen und der sozialen Interaktionsdynamik innerhalb der Vereinten Nationen.
Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind „soziale Interaktion“, „handeln nach Bedeutung“, „abstrakt-kulturelle Objekte“ sowie die „Verknüpfung von Handlungen“ im Kontext der internationalen Politik.
Wie unterscheidet sich die UN-Charta laut der Autorin von anderen Dokumenten?
Die Charta wird nicht nur als rechtliches Regelwerk verstanden, sondern als „abstrakt-kulturelles Objekt“, dessen Bedeutung sich durch die ständige Interpretation und das Handeln der Mitgliedsstaaten erst konstituiert.
Warum wird am Ende Kritik an der Theorie geübt?
Die Autorin kritisiert, dass der symbolische Interaktionismus Schwierigkeiten hat, rationale Interpretationsprozesse und übergeordnete Aushandlungsprozesse zu erklären, weshalb sie ergänzend die phänomenologische Soziologie als geeignetere Alternative für bestimmte Aspekte vorschlägt.
- Arbeit zitieren
- Isabel Kreßner (Autor:in), 2006, Die Charta der Vereinten Nationen, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/193430