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Die Institutionalisierung des Islam in Deutschland

Am Beispiel der Deutschen Islamkonferenz

Titel: Die Institutionalisierung des Islam in Deutschland

Hausarbeit , 2012 , 28 Seiten

Autor:in: Christos-Athenagoras Ziliaskopoulos (Autor:in)

Theologie - Sonstiges

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Ohne darüber nachgedacht zu haben, ist Deutschland zu einem Einwandererland geworden. Mit den Menschen kam auch eine neue Religion: der Islam. Mit dem Islam sind Diskussionen, Auseinandersetzungen und Diskurse entfachtet worden. Nicht nur innerhalb der islamischen Welt findet ein Kulturkampf statt. Auch in Europa ist die Debatte darüber, was die eigene Kultur ausmacht, in vollem Gange. Am deutlichsten zeigen sich die Frontlinien am Umgang mit den Muslimen: Einem Europa, das sich durch seine christlichen Wurzeln definiert, also durch die Abgrenzung vom Islam, liegt ein anderes Konzept zugrunde als einem Deutschland, dem der Islam zumindest potentiell angehört. Wie immer die Antwort ausfällt, sie hat angesichts der demographischen Entwicklung und der weltpolitischen Lage gravierende Auswirkungen auf die Zukunft. In welchem Europa möchten wir leben? Welches Deutschland gestalten wir heute? Unsere Identität als Deutsche, Europäer, Muslime oder Christen ist vielfältiger und ambivalenter, als uns oft eingeredet wird. In Deutschland leben nominell mehr als drei Millionen Muslime. Viele von ihnen besitzen die deutsche Staatsangehörigkeit. In zwanzig bis dreißig Jahren werden in vielen deutschen Städten ein Drittel der Bürger einen muslimischen Hintergrund haben. Bundesinnenminister Schäuble machte mit seiner Regierungserklärung im September 2006 deshalb deutlich: „Der Islam ist Teil Deutschlands und Europas. Der Islam ist Teil unserer Gegenwart und unserer Zukunft “. Die Einberufung der deutschen Islamkonferenz war daher auch eine Aufforderung zur Mitgestaltung dieser Zukunft an die Muslime in Deutschland. Ob der Islam nach Deutschland gehört oder nicht, steht also nicht länger zur Debatte. Die Zukunftsfragen sind vielmehr, wie Muslime ihre Rolle in Staat und Gesellschaft sehen, welchen Beitrag sie zur Entwicklung des demokratischen Gemeinwesens leisten können und welche Voraussetzungen hierfür geschaffen werden müssen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

0. Einführung

1. Islam, Europa und Deutschland

1.1 Islam und Europa

1.2 Der Islam in Deutschland

1.2.1 Das Verhältnis von Staat und Religion in Deutschland

1.2.2 Staatsrechtliche Assymetrien zwischen Kirchen und Islam

1.2.3 Muslime in Deutschland

1.2.4 Muslimische Verbände in Deutschland

2. Institutionalisierung

2.1 Die deutsche Islamkonferenz - DIK

Schluß

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Prozess der Institutionalisierung des Islams in Deutschland, wobei der Schwerpunkt auf der Deutschen Islamkonferenz (DIK) als zentralem Dialogforum liegt. Die Forschungsfrage widmet sich der Frage, wie eine nachhaltige Integration und eine rechtliche Anerkennung muslimischer Gemeinschaften unter den gegebenen staatlichen Rahmenbedingungen in Deutschland realisiert werden kann.

  • Verhältnis von Staat und Religion in Deutschland
  • Strukturelle und rechtliche Herausforderungen bei der Institutionalisierung
  • Rolle der Deutschen Islamkonferenz als Dialogplattform
  • Integrationsmodelle für eine muslimische Minorität
  • Diskurs über Identität, Mitgestaltung und demokratische Teilhabe

Auszug aus dem Buch

1.1 Islam und Europa

Islam und Europa ist kein Gegensatz. Der Dialog zwischen Islam und Europa ist so alt wie der Islam selbst. In Bosnien existiert ein europäischer Islam, der nicht durch Zuwanderung entstanden ist. Außerdem kennt der bosnische Islam eine islamische Einheitsvertretung und eine akademische Theologie - auch das Forderungen, die oft an die Muslime gerichtet werden. Zu den Anschlägen in New York im September 2001, dem Massaker in Madrid im März 2004 und den Bombenanschlägen in London im Juli 2005 gibt es eine Stellungnahme der europäischen Muslime, die sogenannte „Deklaration europäischer Muslime.“ Viele europäische Muslime mit Migrationshintergrund denken heute neu den Bezug zum Herkunftsland, wenden sich kritisch an die muslimische Welt und fordern eine umfassende Führung und ein glaubwürdiges Eintreten für Frieden und Sicherheit in der Welt. Das Ziel ist eine einheitliche Islamische Gemeinschaft, die legitim den Regierungen gegenübertreten könne.

Die Notwendigkeit der Bildung ist allen Muslimen Europas heute klar und am Scheidweg zwischen Euro-Islam und Ghetto-Islam stellt die muslimische Gemeinschaft in Europa den notwendigen Entwicklungsprozess unter die Formel: Assimilation nein, Integration ja. Eine neue Generation selbstbewusster europäischer Muslime wächst heran, die die Kulturen verlinkt und Islam und Moderne verbindet, was deutlich wird durch: Loyalität gegenüber dem Land, Partizipation durch Dialog und eine vernünftige Gläubigkeit. In diesem Sinne kann es einzig darum gehen, ob es gelingt, gemeinsam mit den Muslimen in Europa tragfähige Modelle zu entwickeln, die es ihnen ermöglichen, unter Bejahung grundlegender europäischer Werte ihren Glauben zu praktizieren und ihren Beitrag zur Entwicklung der europäischen Gesellschaften zu leisten.

Zusammenfassung der Kapitel

0. Einführung: Es wird die gesellschaftliche Relevanz des Islams in Deutschland thematisiert und die Einberufung der Deutschen Islamkonferenz als notwendige Antwort auf die Zukunftsfragen muslimischer Teilhabe eingeordnet.

1. Islam, Europa und Deutschland: Dieses Kapitel analysiert das Verhältnis von Islam und Europa, beleuchtet das staatsrechtliche Verhältnis von Religion und Staat in Deutschland und beschreibt die soziologische Situation der Muslime sowie die Rolle der Verbände.

2. Institutionalisierung: Hier wird der Status des Islams im demokratischen Gefüge diskutiert und die Deutsche Islamkonferenz als langfristiger Kommunikationsprozess und religionspolitischer Meilenstein detailliert dargestellt.

Schluß: Die Arbeit resümiert, dass eine dauerhafte Institutionalisierung nur durch die Überwindung ethnischer Aufspaltung und durch gegenseitigen Respekt zwischen Staat und muslimischer Gemeinschaft gelingen kann.

Schlüsselwörter

Islam, Deutschland, Deutsche Islamkonferenz, DIK, Integration, Institutionalisierung, Religionsverfassungsrecht, muslimische Verbände, Wertekonsens, Identität, Dialogforum, Migrationsgesellschaft, Religionsfreiheit, Staat-Kirche-Verhältnis, Euro-Islam.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit behandelt die Institutionalisierung des Islams in Deutschland und analysiert dabei insbesondere die Rolle der Deutschen Islamkonferenz (DIK) als zentrales Instrument für diesen Prozess.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zu den Kernpunkten gehören das rechtliche Verhältnis von Staat und Religion, die soziologische Lage der Muslime, die Funktion muslimischer Verbände sowie die politische Gestaltung der Integration.

Welches primäre Ziel verfolgt der Autor mit dieser Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es aufzuzeigen, wie die Institutionalisierung des Islams als organisierte Religionsgemeinschaft unter Beachtung der deutschen Rechtsordnung und unter demokratischen Vorzeichen erfolgreich gestaltet werden kann.

Welche wissenschaftliche Methodik liegt der Arbeit zugrunde?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Auswertung von Fachliteratur, religionssoziologischen Studien, rechtlichen Dokumenten sowie einer Analyse der offiziellen Prozesse und Ergebnisse der Deutschen Islamkonferenz.

Was wird im Hauptteil der Arbeit schwerpunktmäßig behandelt?

Der Hauptteil setzt sich intensiv mit der Entstehung und den Strukturen der DIK sowie den Herausforderungen der muslimischen Verbände auseinander, darunter die Anerkennung als Körperschaft des öffentlichen Rechts.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie "Institutioneller Dialog", "Religionsverfassungsrecht", "Integrationspolitik" und "Muslimische Identität" geprägt.

Inwiefern spielt das Konzept der "Gleichstellung" eine Rolle?

Das Konzept der Gleichstellung ist zentral, da die rechtliche Ungleichbehandlung muslimischer Gemeinschaften gegenüber den christlichen Kirchen ein Hauptproblem darstellt, das im Zuge der Institutionalisierung gelöst werden soll.

Warum wird die Deutsche Islamkonferenz als "vorbildlos" bezeichnet?

Der Autor bezeichnet sie so, da sie als ein langfristiger, institutionalisierter Kommunikationsprozess zwischen staatlichen Stellen und muslimischen Repräsentanten neue Wege für die gesellschaftliche Integration einer Religion in Deutschland beschreitet.

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Institutionalisierung des Islam in Deutschland
Untertitel
Am Beispiel der Deutschen Islamkonferenz
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main  (Institut für Studien der Kultur und Religion des Islam)
Veranstaltung
Islam im europäischen Kontext
Autor
Christos-Athenagoras Ziliaskopoulos (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
28
Katalognummer
V192871
ISBN (eBook)
9783656186830
ISBN (Buch)
9783656187486
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Islam Institutionalisierung Deutsche Islamkonferenz Islam in Deutschland Muslime in Deutschland Integration Islamischer Religionsunterricht Islam im europäischen Kontext
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Christos-Athenagoras Ziliaskopoulos (Autor:in), 2012, Die Institutionalisierung des Islam in Deutschland , München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/192871
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  28  Seiten
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