Vier zuvor eingeteilte Gruppen präsentieren verschiedene Sichtweisen auf den NATO-Doppelbeschluss, die bereits auf den Computer übertragen wurden und anschließend als Kopie ausgeteilt werden. Sie verknüpfen die inhaltlichen Aussagen und Forderungen mit dem Rückbezug auf den Kontext ihrer Entstehung und vertiefen somit die Auseinan-dersetzung mit der Wettrüstproblematik. Anschließend diskutieren sie selbstständig und diskurshaft die Legitimität bzw. Tragweite der 1977 initiierten und 1983 beschlossenen Regelungen auf der Sach- und Werturteilsebene.
Inhaltsverzeichnis
0. Individuelle Kompetenzschwerpunkte des Lehrenden
1. Thema der Unterrichtsreihe und Themen der einzelnen Stunden
2. Kompetenzen und Standards
2.1 Individueller Kompetenzstand
2.2 Individuelle Kompetenzentwicklung der Lernenden
2.3 Sitzplan inkl. Werten der oben angegebenen Diagnosematrix
3. Unterrichtsvoraussetzungen
3.1 Allgemeine Unterrichtsvoraussetzungen:
3.2 Spezielle Unterrichtsvoraussetzungen für diese Stunde:
4. Sachanalyse
5. Basaltext
6. Begründung der Lehr- und Lernstruktur
7. Verlaufsplanung ( Tabellarischer Unterrichtsverlauf )
8. Antizipation von Schwierigkeiten
Zielsetzung & Themen der Unterrichtseinheit
Diese Arbeit entwirft eine Unterrichtsstunde für eine gymnasiale Lerngruppe im Fach Geschichte, die sich kritisch mit dem NATO-Doppelbeschluss und seinem historischen Kontext auseinandersetzt. Ziel ist es, dass die Schülerinnen und Schüler durch multiperspektivische Analysen die komplexe Kontroverse zwischen Friedenssicherung und Wettrüsten verstehen und ein eigenes, reflektiertes Sach- und Werturteil formulieren.
- Analyse kontroverser historischer Positionen zum NATO-Doppelbeschluss.
- Unterscheidung zwischen Sach- und Werturteilen in der politischen Debatte.
- Reflexion über die Rolle von Abschreckung versus Entspannung im Kalten Krieg.
- Erörterung der ethischen Verantwortung und Utopien in der Sicherheitspolitik.
Auszug aus dem Buch
4. Sachanalyse
Durch die Handlungsfreiheit der Siegermächte innerhalb ihrer Zonen „verstärkten sich zentri-fugale Kräfte, entstanden in raschem Tempo voneinander abgegrenzte Verwaltungs- und Wirt-schaftsräume“ (Morsey, S. 5). Diese Verankerung Deutschlands in den sich bildenden und konträr zueinander stehenden Blöcken seiner Besatzungsmächte führte schließlich auf nationa-ler Ebene zur Teilung. Diese Entwicklung kann aber zugleich als repräsentativ für das interna-tionale Geschehen angesehen werden, in dem die Vertreter verschiedener Ideologien geistig immer mehr Abstand voneinander nahmen und rüstungstechnisch gleichzuziehen versuchten. Abgesehen von Stellvertreterkriegen und Konflikten, die auf dem Boden und zu Lasten von Drittstaaten ausgetragen wurden, standen sich die Supermächte USA und UdSSR in direkter Konfrontation nur in den Statistiken ihrer Rüstungsanalytiker gegenüber.
Bundesrepublik und DDR versinnbildlichten über Jahrzehnte diesen ideologischen Stellungskrieg und wären in den Szenarien der meisten Strategen auch potentiell erster Kriegsschauplatz gewesen. Dem An griff konventioneller Streitkräfte drohte als wirkungsvollste Konteraktion der atomare Gegen-schlag, das ‚Gleichgewicht des Schreckens‘ schuf einen wackligen Frieden.
Zusammenfassung der Kapitel
0. Individuelle Kompetenzschwerpunkte des Lehrenden: Der Autor reflektiert seine eigene Rolle in der Unterrichtsgestaltung, insbesondere die Moderation diskursiver Prozesse im Plenum.
1. Thema der Unterrichtsreihe und Themen der einzelnen Stunden: Dieses Kapitel gibt einen tabellarischen Überblick über die gesamte Unterrichtssequenz zum Ost-West-Konflikt.
2. Kompetenzen und Standards: Es wird dargelegt, wie die Stunde zu den Anforderungen des Rahmenlehrplans und der Kompetenzentwicklung beiträgt.
3. Unterrichtsvoraussetzungen: Hier werden die Lernvoraussetzungen der Lerngruppe sowie die spezifischen Bedingungen für die geplante Stunde analysiert.
4. Sachanalyse: Dieses Kapitel liefert den historischen Hintergrund des NATO-Doppelbeschlusses im Kontext des Kalten Krieges.
5. Basaltext: Eine zusammenfassende Darstellung der Motive Schmidts und der Reaktionen auf den Doppelbeschluss zur Information der Schülerinnen und Schüler.
6. Begründung der Lehr- und Lernstruktur: Erläuterung der didaktischen Entscheidungen und der methodischen Herangehensweise der Unterrichtsstunde.
7. Verlaufsplanung ( Tabellarischer Unterrichtsverlauf ): Detaillierter Ablaufplan der Phasen, Medien und Schüleraktivitäten der Stunde.
8. Antizipation von Schwierigkeiten: Reflektion über mögliche Herausforderungen während der Stunde und entsprechende Lösungsstrategien.
Schlüsselwörter
NATO-Doppelbeschluss, Kalter Krieg, Wettrüsten, Friedenssicherung, Abschreckung, Sachurteil, Werturteil, Ost-West-Konflikt, Rüstungskontrolle, Bundesrepublik, UdSSR, Friedensbewegung, INF-Vertrag, Historische Kontroverse, Sicherheitspolitik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit konzipiert eine Geschichtsstunde für die Oberstufe zur Thematik des NATO-Doppelbeschlusses und dessen Bedeutung im Kalten Krieg.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind das Wettrüsten, das Konzept der nuklearen Abschreckung, die politische Kontroverse in der Bundesrepublik und das Ringen um Abrüstung.
Was ist das primäre Ziel der Unterrichtsstunde?
Das Ziel ist die Förderung der Urteilskompetenz, wobei Schülerinnen und Schüler lernen sollen, den NATO-Doppelbeschluss multiperspektivisch zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf das Prinzip der Problemorientierung und Kontroversität, angelehnt an den Beutelsbacher Konsens.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die historischen Rahmenbedingungen, die widerstreitenden Positionen von Regierung, Opposition und Friedensbewegung sowie die Bedeutung von Verträgen zur Rüstungskontrolle.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Besonders prägend sind Begriffe wie NATO-Doppelbeschluss, Abschreckung, Friedenssicherung und politische Urteilsbildung.
Welche Rolle spielen die "Murmelphasen" in der Planung?
Sie dienen dazu, Hemmungen bei der Meinungsäußerung abzubauen und den Schülern einen niederschwelligen Einstieg in die Plenumsdiskussion zu ermöglichen.
Warum wird der INF-Vertrag thematisiert?
Er dient als historisches Beispiel für den erfolgreichen Abschluss von Abrüstungsbemühungen, um die Frage nach dem "Ende" des Kalten Krieges zu erörtern.
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- Dr. G. (Author), 2012, Unterrichtsstunde NATO-Doppelbeschluss Sachgegenstand „Konflikt und Konfliktlösung im Kontext des Ost-West-Gegensatzes“, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/192744