Medienwissenschaftliche Untersuchung zum Unfall des ehemaligen Thüringer Ministerpräsidenten Dieter Althaus, anhand empirischer Beispiele aus der "Thüringer Allgemeinen Zeitung".
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das Skandalkonglomerat
3. Die Berichterstattung in der „Thüringer Allgemeinen“
3.1 Der Unfall
3.2 Die Verurteilung
3.3 Zwischen Tabuisierung und Eigennutz: Der Umgang Althaus' mit der Presse
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern die Berichterstattung der Regionalzeitung „Thüringer Allgemeine“ über den ehemaligen Ministerpräsidenten Dieter Althaus im Zusammenhang mit dessen Skiunfall, der juristischen Verurteilung und seinem Medienumgang als Skandalberichterstattung gewertet werden kann. Ziel ist es, die Skandalisierungsdynamik im regionalen Kontext zu analysieren.
- Analyse der medialen Skandalisierungsprozesse im Fall Althaus.
- Untersuchung der regionalen Berichterstattung vs. überregionaler Skandalisierung.
- Anwendung theoretischer Skandaldefinitionen (u.a. Burkhardt, Hondrich) auf das Ereigniskonglomerat.
- Evaluierung der Rolle von Tabuisierung und medialer Selbstinszenierung.
Auszug aus dem Buch
3.3 Zwischen Tabuisierung und Eigennutz: Der Umgang Althaus' mit der Presse
Der fragwürdige Umgang mit der Presse seitens Althaus fand zwar hauptsächlich, jedoch nicht nur nach seiner Verurteilung wegen fahrlässiger Tötung statt. So gab es einen Tag nach der Beerdigung von Althaus Vater, fast nirgends ein Foto, welches den Ministerpräsidenten bei der Beerdigung zeigt, außer in der „Bild“. Die Veranstaltung wurde unter anderem von der Polizei weiträumig abgegrenzt, so dass ein Schnappschuss von Althaus eigentlich unmöglich war. Außerdem herrschte striktes Fotografierverbot. Trotzdem konnte das Boulevardblatt in der Ausgabe vom 11. und 12. Februar jeweils ein Foto der Beerdigung zeigen, eines davon inklusive Althaus, welcher eigentlich die ganze Zeit lang abgeschirmt war.
Wenn nun vermutet wird, dass der Bild-Fotograf schlicht geschickter als die Vertreter der anderen Medien war, so verwundern doch immernoch zwei Dinge. Zum einen handelt es sich bei den Fotografien nicht um Schnappschüsse, sondern um kompositorisch gut aufgebaute Bilder, für welche sich anscheinend Zeit genommen wurde. Dies war jedoch unter den gegebenen Umständen der Beerdigung kaum möglich. Zum anderen hat sich Althaus nie über diese Fotografien beschwert, geschweige denn rechtliche Schritte gegen „Bild“ eingeleitet. Dies wäre jedoch angesichts der Ernsthaftigkeit der Veranstaltung sowie dem ausdrücklichen Fotografierverbot zu erwarten gewesen. In der TA wird dieser Vorfall jedoch nie erwähnt, geschweige denn skandalisiert.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Thematik ein und begründet die Analyse der regionalen Berichterstattung über den Fall Dieter Althaus.
2. Das Skandalkonglomerat: Dieser Abschnitt erarbeitet theoretische Grundlagen der Skandalforschung und definiert das Ereigniskonglomerat um Dieter Althaus.
3. Die Berichterstattung in der „Thüringer Allgemeinen“: Die Analyse der konkreten Zeitungsbeiträge unterteilt sich in die Kapitel 3.1 Der Unfall, 3.2 Die Verurteilung sowie 3.3 Zwischen Tabuisierung und Eigennutz: Der Umgang Althaus' mit der Presse.
4. Fazit: Die Ergebnisse der Untersuchung werden zusammengeführt, wobei der eher geringe Grad an Skandalisierung in der Regionalzeitung hervorgehoben wird.
Schlüsselwörter
Dieter Althaus, Thüringer Allgemeine, Skandal, Skandalisierung, Regionalzeitung, Medienethik, Boulevardjournalismus, Machtbefugnis, Moralbruch, Berichterstattung, Skiunfall, Verurteilung, Inszenierung, Journalismus, Politik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie die „Thüringer Allgemeine“ über Skandalereignisse rund um den Politiker Dieter Althaus berichtete und ob dabei eine echte Skandalisierung stattfand.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der medialen Berichterstattung über den Skiunfall, die anschließende juristische Verurteilung und das Verhältnis des Politikers zu den Medien.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Erforschung der Skandalisierungsdynamik durch eine Regionalzeitung und der Vergleich mit theoretischen Skandalmodellen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine inhaltsanalytische Betrachtung der entsprechenden Ausgaben der „Thüringer Allgemeinen“ unter Heranziehung politikwissenschaftlicher Skandaltheorien angewandt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden der Unfall, das juristische Verfahren und der mediale Umgang des Politikers detailliert anhand der Presseberichte seziert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Skandal, Skandalisierung, Medieninszenierung, Dieter Althaus und Regionalberichterstattung.
Warum wurde ausgerechnet die „Thüringer Allgemeine“ als Untersuchungsobjekt gewählt?
Die Wahl fiel auf diese Zeitung, da sie als größte Regionalzeitung Thüringens die Ereignisse aus einer spezifisch regionalen Perspektive aufarbeitete, die sich von überregionalen Medien unterschied.
Zu welchem Schluss kommt die Untersuchung bezüglich des Skandals?
Die Arbeit kommt zu dem Ergebnis, dass die „Thüringer Allgemeine“ eine nur sehr schwache Skandalisierung betrieb und der Fall Althaus eher als eine Abfolge einzelner Ereignisse und nicht als durchgängiger Skandal behandelt wurde.
- Quote paper
- B.A. Christian Rödig (Author), 2011, Der Skandal um Dieter Althaus in der Zeitung "Thüringer Allgemeine", Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/192394