Die Bilanz eines Unternehmens gliedert sich nach § 266 HGB in eine Aktiv- und eine Passivseite. Für Analysezwecke lassen sich hieraus vier Grundkonzeptionen von Bilanzkennziffern ableiten. An ihrer Ausprägung sollen wichtige Kennzahlen typisiert und interpretiert werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Vertikale Bilanzstruktur
2.1. Kennziffern der Finanzierung
2.2. Kennziffern der Konstitution
3. Horizontale Bilanzstruktur
3.1. Kennziffern der Investition
3.2. Kennziffern der Liquidität
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit zielt darauf ab, die verschiedenen Bilanzkennziffern systematisch zu ordnen und ihre Bedeutung für die Analyse von Unternehmensentscheidungen auf Basis des HGB zu erläutern, wobei die Zusammenhänge zwischen den verschiedenen Betrachtungsweisen im Vordergrund stehen.
- Systematische Einteilung in vertikale und horizontale Bilanzstruktur
- Analyse der Finanzierung und Kapitalstruktur
- Beurteilung der Vermögenskonstitution und Anlagenintensität
- Untersuchung von Investitionskennzahlen und Anlagendeckung
- Ermittlung der Liquiditätsgrade zur Beurteilung der Zahlungsfähigkeit
Auszug aus dem Buch
1. Einführung
In der Bilanz (§266 HGB) spiegeln sich die Unternehmensentscheidungen wider. Aus den verschiedenen Fragestellungen und Betrachtungen haben sich in der Praxis eine Vielzahl von Bilanzkennziffern entwickelt und etabliert. Die Bilanz wird in Aktiva und Passiva gegliedert. Während die Aktivseite der Bilanz das Anlage- und Umlaufvermögen voneinander unterscheidet, charakterisiert die Passivseite das Eigen- und Fremdkapital. Für Analysezwecke lassen sich die Bilanzkennziffern vertikal und horizontal ableiten und interpretieren.
Die vertikale Betrachtungsweise nimmt auf der Aktivseite Bezug auf den Vermögensaufbau [Konstitution] und auf der Passivseite auf die Kapitalstruktur [Finanzierung]. Die horizontale Beobachtung dient der Analyse von Deckungsgraden [Investition] und der Zahlungsfähigkeit [Liquidität] der betrachteten Unternehmen. In den folgenden Kapiteln werden die zentralen Kennziffern vorgestellt. Hierbei handelt es sich nicht um eine abschließende Aufzählung, sondern es soll vielmehr ein wesentlicher Zusammenhang der Betrachtungsweisen hergestellt werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Dieses Kapitel stellt die Grundlagen der Bilanzgliederung nach § 266 HGB dar und führt in die Unterscheidung zwischen vertikalen und horizontalen Betrachtungsweisen von Bilanzkennziffern ein.
2. Vertikale Bilanzstruktur: Hier werden Kennziffern behandelt, die sich ausschließlich auf eine Seite der Bilanz beziehen, unterteilt in Finanzierungskennzahlen (Passivseite) und Konstitutionskennzahlen (Aktivseite).
2.1. Kennziffern der Finanzierung: Dieser Abschnitt analysiert die Zusammensetzung des Kapitals durch Kennzahlen wie den Verschuldungskoeffizienten, die Fremdkapitalquote und die Eigenkapitalquote.
2.2. Kennziffern der Konstitution: Hier steht die Vermögensstruktur im Fokus, wobei Kennzahlen wie die Vermögenskonstitution, Anlagenintensität und Umlaufintensität zur Beurteilung herangezogen werden.
3. Horizontale Bilanzstruktur: Dieser Abschnitt widmet sich den Kennzahlen, die Verbindungen zwischen Aktiv- und Passivseite herstellen, um Deckungsgrade und Liquidität zu bewerten.
3.1. Kennziffern der Investition: Hier werden Kennzahlen zur Anlagendeckung sowie die goldene Bilanzregel erläutert, um die Fristenkongruenz zwischen Kapitalbindung und Kapitalüberlassung zu prüfen.
3.2. Kennziffern der Liquidität: Dieses Kapitel behandelt die Liquiditätsgrade (1. bis 3. Grades) sowie die Tilgungsfähigkeit, um die kurzfristige Zahlungsfähigkeit eines Unternehmens zu bewerten.
Schlüsselwörter
Bilanz, Kennziffern, HGB, Finanzierung, Konstitution, Investition, Liquidität, Eigenkapitalquote, Fremdkapitalquote, Anlagenintensität, Anlagendeckungsgrad, Goldene Bilanzregel, Zahlungsfähigkeit, Kapitalstruktur, Vermögensstruktur
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der systematischen Darstellung und Erläuterung von Bilanzkennziffern, die aus der Bilanzstruktur nach § 266 HGB abgeleitet werden können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themenfelder sind die vertikale Bilanzstruktur (Finanzierung und Konstitution) sowie die horizontale Bilanzstruktur (Investition und Liquidität).
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, ein Verständnis für die verschiedenen Bilanzkennziffern zu schaffen und die Zusammenhänge zwischen den betrachteten Bilanzpositionen zur Unternehmensanalyse aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine betriebswirtschaftliche Analyse- und Systematikmethode angewandt, um Bilanzkennziffern deduktiv aus der Gliederung der Bilanz herzuleiten und zu interpretieren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Vorstellung von Finanzierungs- und Konstitutionskennziffern sowie Kennziffern zur Investition und Liquidität inklusive deren Berechnungsformeln.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Bilanz, Eigenkapitalquote, Fremdkapitalquote, Anlagendeckungsgrad, Liquidität, Goldene Bilanzregel und Anlagenintensität.
Was besagt die goldene Bilanzregel in Bezug auf die Anlagendeckung?
Die goldene Bilanzregel fordert eine Fristenkongruenz, das heißt, langfristig gebundenes Vermögen (Anlagevermögen) sollte durch langfristig zur Verfügung stehendes Kapital (Eigenkapital oder langfristiges Fremdkapital) finanziert sein.
Warum ist die Unterscheidung zwischen Liquidität 1., 2. und 3. Grades wichtig?
Die Differenzierung ermöglicht eine abgestufte Analyse, inwieweit kurzfristige Verbindlichkeiten durch unterschiedlich schnell verfügbare Vermögenswerte (liquide Mittel, Forderungen oder das gesamte Umlaufvermögen) gedeckt werden können.
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- Ralph Altherr (Author), 2012, Bilanzkennziffern im Bilanztableau, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/192318