Die vorliegende Arbeit befasst sich mit dem Wandel des Fernsehmarktes in Deutschland. Im Vordergrund steht dabei die Analyse ausgewählter Einflussfaktoren,welche die signifikanten Veränderungen mit sich bringen. Der Wandel wird dabei nicht als ein plötzlicher Moment verstanden, sondern als ein permanenter Prozess, der auf
einer jahrzehntelangen Entwicklung basiert. Dieser Prozess wird durch diverse Faktoren impliziert, wobei in diesem Zusammenhang die entsprechenden Einflussfaktoren in ein Beziehungsgeflecht einzuordnen sind. Diese nehmen nicht nur Einfluss auf den Markt,sondern auch aufeinander und gestalten die Entwicklung dynamisch und komplex.
Der deutsche Fernsehmarkt ist mit rund 37,412 Mio. Fernsehhaushalten
einer der größten Fernsehmärkte Europas. Mit einem Gesamtvolumen an Umsatzerlösen aus Gebühren, Werbung und Abonnements von etwa 11.290 Mio. Euro lässt sich das immense ökonomische Potential dieses Medienmarktsegments erkennen. Auch spiegeln ca. 1.030 gemessene und im Durchschnitt 73 empfangbare Sender (Stand: 2010) eine
ernorme publizistische Vielfalt wieder. Mit seinem im internationalen Vergleich größten free-to-air Angebot und einer nahezu gesamten Abdeckung der Bevölkerung nimmt das Fernsehen eine Leitmedium-Position ein. Der Markt jedoch befindet sich im Wandel. So dramatisch das aus wirtschaftlicher Sicht auch klingen mag. Für das traditionsreiche Medium Fernsehen ist es ein völlig natürlicher Vorgang.
Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist die Analyse ausgewählter Einflussfaktoren, die für den Wandel des deutschen Fernsehmarktes verantwortlich sind. Dabei soll der Leser für den Wandel und die daraus resultierenden Konsequenzen sensibilisiert werden. Auf
dieser Grundlage sollen Voraussagen ermöglicht werden, um neue Strategien für die Akteure der Fernsehlandschaft zu entwickeln. Ich werde mich dabei auf einige wenige Einflussfaktoren konzentrieren. Dabei handelt es sich um technologische, psychologische und soziodemografische Einflüsse. Im Fokus der Analyse stehen die
Akteure der jeweiligen Stufen der Wertschöpfungskette des TV-Marktes.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Hintergrund der Untersuchung
1.2 Ziel und Vorgehensweise
2 Grundlagen des deutschen Fernsehmarktes
2.1 Historische Betrachtung
2.2 Ordnungspolitische Grundlagen
2.3 Die Wertschöpfungskette des Fernsehmarktes
2.3.1 Grundlagen
2.3.2 Programmproduktion
2.3.3 Programmveranstaltung
2.3.4 Programmverbreitung
2.3.5 Zuschauermarkt und Werbemarkt
3 Analyse und die Auswirkungen der Einflussfaktoren
3.1 Untersuchungsmethode
3.2 Technologische Einflussfaktoren
3.2.1 Digitalisierung der Fernsehlandschaft
3.2.1.1 Grundlagen: Digitalisierung und Digitales Fernsehen
3.2.1.2 Auswirkungen der Digitalisierung auf die Programmproduktion
3.2.1.3 Auswirkungen der Digitalisierung auf die Programmveranstaltung
3.2.1.3 Auswirkungen der Digitalisierung auf die Programmverbreitung
3.2.2 Innovationen auf der Endgeräteebene
3.2.2.1 Grundlagen: Digitale Endgeräte und ihre Funktionalität
3.2.2.2 Auswirkungen auf die Produktion
3.2.2.3 Auswirkungen auf die Programmveranstaltung
3.2.2.4 Auswirkungen auf die Programmverbreitung
3.3 Soziodemografische und psychologische Einflussfaktoren
3.3.1 Demografischer Wandel
3.3.1.1 Grundlagen: Der Wandel der Bevölkerungsstruktur in der BRD
3.3.2.2 Auswirkungen auf die Produktion
3.3.2.3 Auswirkungen auf die Programmveranstaltung
3.3.2.4 Auswirkungen auf die Programmverbreitung
3.3.2 Veränderungen im Zuschauerverhalten
3.3.2.1 Grundlagen: Veränderungen im Zuschauerverhalten
3.3.2.2 Auswirkungen auf die Produktion
3.3.2.3 Auswirkungen auf die Programmveranstaltung
3.3.2.4 Auswirkungen auf die Programmverbreitung
4 Schlussbetrachtung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert den Wandel des deutschen Fernsehmarktes unter dem Einfluss technologischer, soziodemografischer und psychologischer Faktoren. Ziel ist es, die dynamischen Veränderungen innerhalb der dreistufigen Wertschöpfungskette (Produktion, Programmveranstaltung und Distribution) zu identifizieren und die Konsequenzen für die Akteure des Marktes aufzuzeigen, um fundierte Zukunftsprognosen zu ermöglichen.
- Technologische Transformation durch Digitalisierung
- Strukturelle Veränderungen der Wertschöpfungskette
- Einfluss des demografischen Wandels auf Programmangebote
- Veränderungen im Zuschauerverhalten und Auswirkungen auf die Werbebranche
- Zukunftsperspektiven für den deutschen Fernsehmarkt
Auszug aus dem Buch
2.3.2 Programmproduktion
Wie schon erwähnt ist die Produktion die erste Stufe der Wertschöpfungskette im Fernsehbereich. Hier werden Inhalte geschaffen oder erworben, welche im weiteren Verlauf der Kette gehandhabt und anschließend auf dem Endgerät erscheinen. Der Produktionsprozess lässt sich grundsätzlich in drei Bereiche teilen: content production, content providing und das content marketing.
Wenn wir von content production sprechen, so ist damit die eigentliche Produktion von Inhalten gemeint. Dies kann in Form von Auftragsproduktionen geschehen oder in Form von Eigenproduktionen. Bei der Auftragsproduktion beauftragt ein Programmveranstalter eine entsprechende Produktionsfirma diverse Inhalte zu produzieren oder erwirbt die Rechte an schon bestehenden Einzelprogrammen. Diese Vorgehensweisen sind typisch für kleinere Sender, da diese Variante relativ kostengünstiger ist als Eigenproduktionen. Bei den größeren Fernsehveranstaltern kommt es unter anderem auch zu Eigenproduktionen, wobei ein Großteil des Programms selbst erstellt wird. Dabei findet eine vertikale Integration der Fernsehsender auf der Stufe der Produktionsunternehmen statt. Diese vertikale Konzentration findet sowohl bei privaten als auch öffentlich-rechtlichen Sendern statt. Als weitere Beschaffungsarten von Programminhalten kann man noch die Koproduktion, die Kofinanzierung, die Übernahme von Programmen und den reinen Programmkauf benennen. Beim content providing spricht man von einem Zusammenstellen der Inhalte zu Programmen, was auch der eigentlichen Aufgabe der Fernsehsender entspricht. Die dritte Art der Produktion nennt sich content marketing. Dabei handelt es sich um die Vermarktung von Fernsehprogrammen zum Zwecke der Werbefinanzierung. Produktionsinhalte lassen sich in drei Sorten gliedern: Fiktionale Unterhaltung (Spielfilme, Serien), nicht-fiktionale Unterhaltung (Shows, Sport, Musik) und Information (News, Reportagen, Dokus). Nachdem die Inhalte produziert sind, müssen sie von den Fernsehsendern, im nächsten Schritt in die richtige Form gebracht werden. Aus mehreren Einzelsendungen entsteht ein für den Zuschauer zusammengestelltes Fernsehprogramm.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung erläutert den Hintergrund des deutschen Fernsehmarktes und definiert die Zielsetzung sowie die methodische Vorgehensweise der Analyse.
2 Grundlagen des deutschen Fernsehmarktes: Dieses Kapitel liefert das notwendige Basiswissen über die historische Entwicklung, die ordnungspolitischen Rahmenbedingungen und die dreistufige Wertschöpfungskette des Fernsehens.
3 Analyse und die Auswirkungen der Einflussfaktoren: Der Hauptteil untersucht detailliert technologische Innovationen, soziodemografische Veränderungen und das sich wandelnde Zuschauerverhalten sowie deren Auswirkungen auf Produktion, Programm und Verbreitung.
4 Schlussbetrachtung und Ausblick: Das abschließende Kapitel fasst die gewonnenen Erkenntnisse zusammen und wagt einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung des deutschen Fernsehmarktes.
Schlüsselwörter
TV-Markt, Fernsehen, Wandel, Demografie, Digitalisierung, Wertschöpfungskette, Programmproduktion, Programmveranstaltung, Programmverbreitung, Zuschauerverhalten, Werbemarkt, Medienmanagement, Konvergenz, Innovation, Medientechnologie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert den fortlaufenden Wandlungsprozess des deutschen Fernsehmarktes und untersucht die wesentlichen Faktoren, die diesen Prozess vorantreiben und beeinflussen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Arbeit konzentriert sich primär auf die Auswirkungen technologischer Innovationen (Digitalisierung), soziodemografischer Veränderungen (demografischer Wandel) und psychologischer Faktoren auf das Zuschauerverhalten.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, die Einflussfaktoren auf den TV-Markt zu systematisieren und aufzuzeigen, wie diese die verschiedenen Stufen der Wertschöpfungskette verändern, um daraus Strategien für die Akteure abzuleiten.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Der Autor nutzt eine systematische Analyse der Wertschöpfungskette des Fernsehens und führt die Einflussfaktoren auf die Bereiche Produktion, Programmveranstaltung und Distribution zurück.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die technologische Analyse (Digitalisierung und Endgeräte) sowie die Untersuchung demografischer und psychologischer Aspekte (Bevölkerungswandel und Nutzerverhalten).
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Medienkonvergenz, Digitalisierung, Wertschöpfungskette im TV-Bereich, demografischer Wandel und Nutzerinteraktion beschreiben.
Inwiefern beeinflusst die Digitalisierung die Programmproduktion?
Die Digitalisierung führt zu effizienteren Produktionsabläufen, Kostensenkungen durch neue Speichertechnologien und einer steigenden Relevanz von User Generated Content sowie interaktiven Formaten.
Warum ist das Zuschauerverhalten ein kritischer Faktor für private Sender?
Da private Sender in der Regel werbefinanziert sind, bedroht das zunehmende Umgehen von Werbung durch neue Technologien (z.B. Timeshifting, VOD) das traditionelle Erlösmodell und erfordert neue Geschäftsstrategien.
- Arbeit zitieren
- Bartosz Mazur (Autor:in), 2010, Der deutsche TV-Markt im Wandel, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/192143