Die Unterrichtsreihe thematisiert mit der Topographie eine zentrale Disziplin der Geographie. Auch wenn die Topographie nur ein Fragment geographischen Wissens ist, so wird sie im Alltag oft mit dem Schulfach Erdkunde synonymisiert. Das topographische Weltbild der Schülerinnen und Schüler wird nicht nur in nahezu allen Unterrichtsfächern durch Karten und kartenähnliche Darstellungen geprägt, sondern bereits im Alltag durch Zeitungen und das Fernsehen. Die Reduktion auf das Wesentliche und die Zentralisierung des eigenen Landes führen zu Verzerrungen in der Ausbildung einer Mental Map . Dem Fach Erdkunde kommt daher die Aufgabe zu, subjektiven Wahrnehmungen entgegenzuwirken und einzelne Fragmente in einen übergeordneten Kontext zu überführen, um den Schülerinnen und Schülern eine objektive Raumorientierung zu ermöglichen.
Die Unterrichtsreihe orientiert sich auf der fachdidaktischen Seite an den aktuellen Diskussionen zur Weiterentwicklung von Unterricht im Bezug auf den Erwerb einer räumlichen Orientierungskompetenz, so dass unter anderem die Aneignung grundlegender topographischer Wissensbestände, der Erwerb einer Kartenkompetenz und die Fähigkeit zur Reflexion von Raumwahrnehmung und -konstruktion wichtige Bestandteile dieses Lernprozess sind.
Ein Blick in den schulischen Alltag zeigt, dass entgegen jeder Erkenntnisse neuen Unterrichts der Erwerb topographischer Fertigkeiten und Fähigkeiten selten ganzheitlich oder handlungsorientiert stattfindet. Hauptstädte, Gebirge und Flüsse werden ähnlich wie Vokabeln auswendig gelernt und in Vertretungsstunden oder Lernzielkontrollen abgefragt. Die bereits beschriebene „Gleichsetzung“ der Topographie mit dem Unterrichtsfach Erdkunde spiegelt sich auch in dem was im Volksmund als Allgemeinwissen verstanden wird wieder.
Zu Beginn der Unterrichtsreihe bestritten die Schülerinnen und Schüler einen in Bewerbungsverfahren für Ausbildungsplätze üblichen Einstellungstest, welcher anschließend in der Kategorie Erdkunde analysiert wurde. Es konnte festgehalten werden, dass dieser sich ausschließlich der topographischen Seite der Geographie zuwendet. Die Schülerinnen und Schüler äußerten den Wunsch sich aufgrund der anstehenden Bewerbungsgespräche auf diese Themeninhalte vorzubereiten.
Inhaltsverzeichnis
1. Thema der Unterrichtsreihe
2. Thema der Unterrichtsstunde
3. Ziele der Unterrichtsstunde (-einheit)
4. Didaktische Schwerpunktsetzung
5. Die Lerngruppe
6. Bezug zu den Kernlehrplänen
7. Verlaufsplan
8. Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, durch eine projektorientierte Unterrichtssequenz die topographischen Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern durch die Entwicklung und Durchführung eines eigenen Lernspiels handlungsorientiert zu fördern und dabei gleichzeitig soziale Kompetenzen im kooperativen Kontext zu stärken.
- Entwicklung topographischer Lernspiele für untere Jahrgangsstufen.
- Förderung der Handlungskompetenz durch Projektunterricht.
- Stärkung kooperativer Lernformen und Teamfähigkeit.
- Binnendifferenzierung durch offene Lernangebote an Stationen.
- Integration fachdidaktischer Anforderungen in handlungsorientierte Konzepte.
Auszug aus dem Buch
Die Lerngruppe
Die 10a ist eine vergleichsweise kleine Lerngruppe von 17 Schülerinnen und Schülern. Zu Beginn des Schuljahres ist die Klasse im Rahmen der Qualifikationsdifferenzierung (Hauptschulabschluss/Realschulabschluss) neu eröffnet worden.
Im Laufe der Jahre haben sich unter den Jahrgängen und einzelnen Lernenden zahlreiche Vorurteile verankert. Neben dieser Tatsache haben viele der Schülerinnen und Schüler erhebliche Schicksalsschläge erleben müssen. Auch der recht kurze Findungszeitraum von einem halben Jahr und die Streichung der Abschlussfahrt nach England, als Konsequenz der immer wieder auftretenden Disziplinschwierigkeiten und Konfliktsituationen, bilden keine guten Voraussetzungen für eine gruppendynamische Entwicklung. Daraufhin haben sich in der Klasse überwiegend zwei bis drei Schüler in Kleinstgruppen zusammengefunden und von den anderen Gruppen abgegrenzt oder ausgrenzen lassen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Thema der Unterrichtsreihe: Hier wird die Bedeutung der Topographie als geographische Disziplin erläutert und die Notwendigkeit handlungsorientierter Lernformen begründet.
2. Thema der Unterrichtsstunde: Dieses Kapitel spezifiziert das Ziel der Stunde, bei dem Schüler in Kleingruppen Konzepte für ihre Lernspiele entwickeln.
3. Ziele der Unterrichtsstunde (-einheit): Es werden die angestrebten Handlungs-, Methoden- und Sozialkompetenzen detailliert dargelegt.
4. Didaktische Schwerpunktsetzung: Der Fokus liegt hier auf dem induktiven Ansatz des Projektunterrichts zur Förderung methodischer und fachlicher Kompetenzen.
5. Die Lerngruppe: Dieses Kapitel analysiert die gruppendynamischen Herausforderungen und die Ausgangslage der 10a.
6. Bezug zu den Kernlehrplänen: Hier wird die Anbindung der Projektarbeit an die offiziellen Lehrvorgaben für das Fach Erdkunde nachgewiesen.
7. Verlaufsplan: Der tabellarische Verlaufsplan strukturiert die Phasen der Unterrichtsstunde von der Begrüßung bis zur Reflexion.
8. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten fachdidaktischen und lehrplanbezogenen Quellen.
Schlüsselwörter
Projektunterricht, Topographie, Erdkunde, Handlungskompetenz, Kooperatives Lernen, Stationenlernen, Lernspiele, Geographiedidaktik, Unterrichtsentwurf, Sozialkompetenz, Binnendifferenzierung, Schülermotivation, Lernzirkel, Kartenkompetenz, Raumorientierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschreibt einen Unterrichtsentwurf für den Geographieunterricht in einer 10. Klasse, in dem Schüler durch die Entwicklung topographischer Lernspiele ihre Fach- und Sozialkompetenzen erweitern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die fachdidaktische Bedeutung von Topographie, die Anwendung von Projektunterricht und die Förderung kooperativer Lernformen in einer herausfordernden Lerngruppe.
Was ist das primäre Ziel der Unterrichtseinheit?
Das primäre Ziel ist der Erwerb einer Handlungskompetenz, indem Schüler selbstständig ein topographisches Lernspiel entwickeln und für jüngere Jahrgänge konzipieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Unterrichtsreihe nutzt das Prinzip des Projektunterrichts und des Stationenlernens, um die Lernenden von der passiven Konsumentenrolle in eine aktive, planende Rolle zu führen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die didaktische Begründung, die Analyse der spezifischen Lerngruppe, den Bezug zum Kernlehrplan sowie den konkreten tabellarischen Verlaufsplan für die Durchführungsphase.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Projektunterricht, Topographie, Handlungskompetenz und Kooperatives Lernen geprägt.
Warum wird in dieser spezifischen 10. Klasse Projektunterricht eingesetzt?
Aufgrund von Vorurteilen, Frustration und mangelndem Sozialverhalten soll durch transparente Strukturen und aktive Partizipation die Lernmotivation gesteigert werden.
Welche Rolle spielen die "Ideenbörse" und der "Kriterienkatalog"?
Diese dienen als methodische Hilfsmittel, um den Schülern bei der Konzeptentwicklung Orientierung zu bieten und die Einhaltung fachsprachlicher und inhaltlicher Kriterien sicherzustellen.
- Quote paper
- Sarah Swienty (Author), 2012, „Wir entwickeln ein Erdkundespiel für die 5. bis 7. Klassen“ – Durchführungsphase des Projektunterrichts für die Entwicklung eines topographischen Lernspiels , Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/191967