Einleitung mit Zielsetzung der beiden Rechnungslegungsvorschriften sowie Gang der Untersuchung:
Das Handelsrecht verfolgt mit seinen Rechnungslegungsvorschriften das vorrangige Ziel, die Gläubiger des Bilanzierenden zu schützen. Sie sind nach dem HGB die bedeut-samsten Adressaten von Jahresabschlüssen. Die Rechnungslegungszwecke nach IAS/IFRS sind hingegen anlegerorientiert. Hier stellen Investoren die Hauptadressaten von Jahresabschlüssen dar. Im Gegensatz zum Handelsrecht sind vorrangig die Anleger zu schützen.
Die Intention dieser Arbeit ist es, dem Leser hinsichtlich der zum Teil unterschiedlichen Ansatz- und Bewertungsvorschriften einen vergleichenden Überblick zu verschaffen. Zur Realisierung dieses Ziels sieht die Gliederung des Hauptteiles vor, im zweiten Kapitel „Rückstellungen nach Handelsrecht“ und im dritten Kapitel „Rückstellungen nach IAS/IFRS“ hinsichtlich Ansatz und Bewertung ausführlich darzustellen. Das anschlie-ßende vierte Kapitel befasst sich mit der Darlegung der wesentlichen Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden Rechnungslegungsstandards, bevor die Schlussbetrachtung diese Seminararbeit komplettiert. Um bereits frühzeitig im Hauptteil einen trennscharfen Vergleich zu ermöglichen, beginnen die weiteren Untergliederungspunkte des zweiten und dritten Kapitels jeweils mit Erklärungen der Begrifflichkeiten (Definitionen). Um darüber hinaus Stringenz und Übersichtlichkeit zu gewährleisten, folgen anschließend in der weiteren Untergliederung der Kapitel zwei und drei jeweils die Darstellungen der einzelnen Ansatz- und Bewertungsvorschriften. Das vergleichende und zusammenfassende Kapitel vier „Wesentliche Gemeinsamkeiten und Unterschiede nach HGB und IAS/IFRS“ legt die Ergebnisse dieser Untersuchung dar.
Angesichts des einzuhaltenden Umfanges dieser Seminararbeit sei bereits an dieser Stelle erwähnt, dass Pensionsrückstellungen, aufgrund der Vielzahl an Besonderheiten, Gemeinsamkeiten und Unterschiede innerhalb der beiden Rechnungslegungssysteme, in dieser Seminararbeit nicht näher erläutert werden können.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung mit Zielsetzung der beiden Rechnungslegungsvorschriften sowie Gang der Untersuchung
2 Rückstellungen nach Handelsrecht
2.1.1 Begrifflichkeiten
2.2 Ansatz von Rückstellungen nach HGB
2.2.1 Ziele der Rückstellungsbildung
2.2.2 Verbindlichkeitsrückstellungen
2.2.3 Aufwandsrückstellungen
2.3 Bewertung von Rückstellungen nach HGB
2.3.1 Allgemeine Bewertungsgrundsätze
2.3.2 Besondere Bewertungsgrundsätze
3 Rückstellungen nach IAS/IFRS
3.1.1 Begrifflichkeiten
3.2 Ansatz von Rückstellungen nach IAS/IFRS
3.2.1 Voraussetzungen für Rückstellungen
3.2.1 Verbindlichkeitsrückstellungen
3.3 Bewertung von Rückstellungen nach IAS/IFRS
3.3.1 Allgemeine Bewertungsgrundsätze
3.3.2 Besondere Bewertungsgrundsätze
4 Wesentliche Gemeinsamkeiten und Unterschiede nach IAS/IFRS und HGB
4.1 Übereinstimmungen nach HGB und IAS/IFRS
4.1.1 Gemeinsamkeiten des Ansatzes
4.1.2 Gemeinsamkeiten der Bewertung
4.2 Abweichungen nach HGB und IAS/IFRS
4.2.1 Ansatzunterschiede
4.2.2 Bewertungsunterschiede
5 Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Seminararbeit ist ein rechtsvergleichender Überblick über die unterschiedlichen Ansatz- und Bewertungsvorschriften für Rückstellungen nach dem deutschen Handelsgesetzbuch (HGB) und den internationalen Rechnungslegungsstandards (IAS/IFRS), um die zugrunde liegenden Zielsetzungen der jeweiligen Regelwerke gegenüberzustellen.
- Grundlagen und Definitionen von Rückstellungen im Vergleich
- Ansatzkriterien für Rückstellungen nach HGB und IAS/IFRS
- Bewertungsmethoden und Ermittlung des Erfüllungsbetrags
- Analyse wesentlicher Gemeinsamkeiten und Unterschiede
- Einfluss des Vorsichtsprinzips versus anlegerorientierter Rechnungslegung
Auszug aus dem Buch
2.2.1 Ziele der Rückstellungsbildung
Die Bildung von Rückstellungen verfolgt im Wesentlichen zwei Ziele:
1. Vollständiger bilanzieller Ausweis vergangenheitsbezogener Zahlungsverpflichtungen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einem zukünftigen Abfluss führen.
2. Sicherstellung der zeitgerechten Zuordnung von Aufwendungen (periodengerechte Erfolgsermittlung) zu ihrem jeweiligen Entstehungszeitpunkt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung mit Zielsetzung der beiden Rechnungslegungsvorschriften sowie Gang der Untersuchung: Einführung in die unterschiedlichen Zielsetzungen des HGB (Gläubigerschutz) und der IAS/IFRS (Anlegerschutz) sowie Darlegung des strukturellen Aufbaus der Untersuchung.
2 Rückstellungen nach Handelsrecht: Erläuterung der HGB-spezifischen Definitionen, Ansatzvoraussetzungen für Verbindlichkeits- und Aufwandsrückstellungen sowie der geltenden Bewertungsgrundsätze.
3 Rückstellungen nach IAS/IFRS: Analyse der internationalen Definitionen und der zwingenden kumulativen Voraussetzungen für die Passivierung von Rückstellungen unter Berücksichtigung der IAS-Standards.
4 Wesentliche Gemeinsamkeiten und Unterschiede nach IAS/IFRS und HGB: Direkter Vergleich der beiden Rechnungslegungssysteme hinsichtlich Ansatz- und Bewertungsunterschieden, insbesondere bei der Abzinsung und Schätzung von Verpflichtungen.
5 Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Bewertung der Analyseergebnisse mit dem Fazit, dass trotz konzeptioneller Übereinstimmungen im Kern, deutliche Unterschiede in der Anwendung und Auslegung aufgrund der divergierenden Rechnungslegungsziele bestehen.
Schlüsselwörter
Rückstellungen, HGB, IAS, IFRS, Bilanzierung, Bewertung, Erfüllungsbetrag, Verbindlichkeiten, Aufwandsrückstellungen, Vorsichtsprinzip, Rechtsvergleich, Ansatzkriterien, Rückstellungsbildung, Abzinsung, Periodenabgrenzung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit einem rechtsvergleichenden Vergleich der Bilanzierung von Rückstellungen nach deutschem Handelsrecht (HGB) und den internationalen Rechnungslegungsstandards (IAS/IFRS).
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentral sind die unterschiedlichen Ansatz- und Bewertungsvorschriften für Rückstellungen sowie deren Einordnung in die jeweiligen Zielsetzungen der Rechnungslegungssysteme.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, dem Leser einen strukturierten Überblick über die Unterschiede und Gemeinsamkeiten bei der Rückstellungsbilanzierung zu verschaffen, um Transparenz über die unterschiedlichen Rechnungslegungsphilosophien zu schaffen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine rechtsvergleichende Analyse der einschlägigen Vorschriften unter Einbeziehung von Fachliteratur und den entsprechenden Standards.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Darstellung der Rückstellungsbilanzierung nach HGB, nach IAS/IFRS sowie einen direkten Vergleich der Gemeinsamkeiten und Unterschiede.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen gehören Rückstellungen, HGB, IFRS, Ansatzkriterien, Bewertungsgrundsätze und Gläubiger- beziehungsweise Anlegerschutz.
Wie unterscheidet sich die Bewertung langfristiger Rückstellungen?
Während das HGB einen durchschnittlichen Marktzinssatz der letzten sieben Jahre verlangt, sieht IAS/IFRS einen risikolosen aktuellen Marktzinssatz für die Abzinsung vor.
Warum sind Aufwandsrückstellungen nach IAS/IFRS kritisch zu sehen?
Nach IAS/IFRS ist die Passivierung von Innenverpflichtungen unbekannt, da diese das Kriterium der "Verpflichtung gegenüber Dritten" nicht erfüllen, was eine zentrale Abweichung zum HGB darstellt.
- Arbeit zitieren
- Tobias Schlömer (Autor:in), 2011, Vergleich der Bilanzierung von Rückstellungen nach IAS/IFRS und HGB, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/191940