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Psychopathen im Hollywoodkino

Eine vergleichende filmanalytische Untersuchung fiktionaler, realistisch dargestellter und bewusst handelnder Serienmörder, seit Jonathan Demmes "The Silence of the Lambs", mit Fokus auf Figurendarstellung und Charakterentwicklung

Titel: Psychopathen im Hollywoodkino

Lizentiatsarbeit , 2008 , 174 Seiten , Note: 5.0 (Schweiz)

Autor:in: Helena Stamatovic (Autor:in)

Medien / Kommunikation - Film und Fernsehen

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Anziehend und abstossend zugleich, üben Serienmörder spätestens seit Jack the Ripper eine ambi-valente Faszination aus. Sie sind zu einem festen Bestandteil der postmodernen Kultur geworden, was sich in zahlreichen Büchern, Theaterstücken, Kunstwerken und wissenschaftlichen Seminaren nieder-schlägt, die den Serienmord und damit den Serienmörder thematisieren.

Seit den 90er Jahren nimmt sich vor allem der Film immer wieder dieser seriellen Mörder an, ins-besondere Hollywood. Jonathan Demmes Romanverfilmung The Silence of the Lambs gilt diesbezüglich als Wegbereiter. Waren Serienmörder als Filmfiguren bis dahin eher selten anzutreffen, finden sie mit dem Welterfolg von The Silence of the Lambs endgültig den Weg ins Mainstreamkino.

So folgen auf Hannibal Lecter zahlreiche weitere Filmfiguren in dieser Manier, man denke hier beispiels-weise an Mickey Knox (Natural Born Killers), David Allen Griffin (The Watcher) oder Earl Brooks (Mr. Brooks). Diesen Serienmördern ist gemeinsam, dass sie alle fiktionale, aber realistisch dargestellte Figuren sind, welche aus eigenem Willen töten und deren Handlungen sich in einer Welt abspielen, wie sie auch in der Realität vorkommen kann. In der Psychologie des Serienmordes spricht man im Falle dieser bewusst handelnden Serienmörder von Psychopathen.

Angesichts der regelrechten Überschwemmung an solchen Serienmörderfiguren seit The Silence of the Lambs, stellt sich die Frage, ob sich die Darstellung derselben im direkten Vergleich seit Hannibal Lecter verändert hat.

Die Forschungsfragen dieser Studie lauten deshalb wie folgt:

a) Hat sich die Darstellung des männlichen, fiktionalen, realistisch dargestellten und bewusst handelnden Serienmörders im Hollywoodkino seit Jonathan Demmes The Silence of the Lambs verändert?

b) Wie haben sich die Eigenschaften dieser Figur seitdem entwickelt?

Dazu muss zunächst jede Serienmörderfigur einzeln auf Darstellung und Entwicklung hin analysiert werden. Anschliessend wird ein Kategoriensystem mit beschreibenden Kategorien entwickelt. Diese machen die jeweilige Figurendarstellung, sowie die jeweilige Charakterentwicklung sichtbar und ermöglichen am Ende einen Vergleich zwischen den hier analysierten Figuren.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 ZIEL UND AUFBAU DER ARBEIT

I EINFÜHRUNG: SERIENMÖRDER IN DER US-REALITÄT

3 SERIENMORD UND FBI

3.1 DEFINITION UND SERIEMÖRDERTYPOLOGIE GEMÄSS FBI

3.2 DER PSYCHOPATHISCHE SERIENMÖRDER

II DER FIKTIONALE FILM

4 DER FILM ALS NARRATIVER TEXT

4.1 FIKTIONALES ERZÄHLEN

4.2 DAS GENRE

4.3 DAS GENRE PSYCHOTHRILLER

III SERIENMÖRDER IN HOLLYWOOD

5 SERIENMÖRDER ALS FILMFIGUREN

5.1 DIE VERSCHIEDENEN GESICHTER DES FIKTIONALEN SERIENMÖRDERS

5.2 HANNIBAL LECTER UND CO. – REALISTISCHE PSYCHOPATHEN IM FIKTIONALEN FILM

5.3 REALITÄTSNAHE UND REALITÄTSFERNE GEWALTDARSTELLUNGEN IM SERIENKILLERFILM

5.4 EXKURS: DER SERIENMÖRDER ALS FIGUR NARRATIVER DISKONTINUITÄT

5.5 ZUSAMMENFASSUNG & ARBEITSDEFINITIONEN

IV UNTERSUCHUNGSRELEVANTE THEORIEN

6 FIGURENANALYSE IM FILM

6.1 AUFGEBAUTES PERSONENWISSEN IM FILM

6.2 SPEZIFISCHE FUNKTIONSROLLEN UND SOZIALE HANDLUNGSROLLEN

6.3 INDIVIDUALISIERTE FIGUREN

6.4 BACKSTORY UND BACKSTORYWOUND NACH MICHAELA KRÜTZEN

6.5 CHARAKTERENTWICKLUNG

6.6 STABILE CHARAKTERMERKMALE UND VORÜBERGEHENDE GEMÜTSLAGEN

6.7 ZUSAMMENFASSUNG

V EMPIRISCHER TEIL

7 UNTERSUCHUNGSZIELE

8 THEORIEN IM KONTEXT DER UNTERSUCHUNG

8.1 DARSTELLUNG

8.2 CHARAKTERENTWICKLUNG

9 FORSCHUNGSFRAGEN

10 METHODE: FILMANALYSE

11 OPERATIONALISIERUNG UND FORSCHUNGSDESIGN

11.1 STICHPROBE

11.2 GRUNDGESAMTHEIT, UNTERSUCHUNGSZEITRAUM UND FILMAUSWAHL

12 UNTERSUCHUNG

12.1 EINZELANALYSEN

12.1.1 BEISPIELANALYSE THE SILENCE OF THE LAMBS (1991)

12.1.2 ANALYSE VON SE7EN (1995)

12.1.3 ANALYSE VON AMERICAN PSYCHO (2000)

12.1.4 ANALYSE VON SAW II (2005)

12.1.5 ANALYSE VON UNTRACEABLE (2008)

12.2 ZUSAMMENFÜHRUNG DER EINZELANALYSEN

12.2.1 KATEGORIENBILDUNG UND – MODIFIZIERUNG: FIGURENDARSTELLUNG

12.2.2 KATEGORIENBILDUNG: FIGURENENTWICKLUNG

13 FIGURENVERGLEICH

13.1 GEMEINSAMKEITEN

13.2 UNTERSCHIEDE

14 ERKENNTNIS

14.1 KEINE SIGNIFIKANTEN VERÄNDERUNGEN IN DER FIGURENDARSTELLUNG

14.2 VERÄNDERUNGEN IN DER FIGURENDARSTELLUNG

14.3 KEINE SIGNIFIKANTE ENTWICKLUNG DER EIGENSCHAFTEN

14.4 ENTWICKLUNGSTENDENZEN

14.5 BEANTWORTUNG DER FORSCHUNGSFRAGEN & FAZIT

15 SCHLUSSWORT

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die Darstellung und Entwicklung fiktionaler, realistisch dargestellter und bewusst handelnder Serienmörder im Hollywoodkino seit dem Film "The Silence of the Lambs" (1991) systematisch zu untersuchen und zu vergleichen.

  • Analyse der Figurendarstellung (Physis, sozialer Status, Psyche)
  • Untersuchung der Charakterentwicklung im Verlauf von Filmhandlungen
  • Vergleichende Analyse zwischen verschiedenen Serienmörderfiguren
  • Identifikation von Mustern, Gemeinsamkeiten und Unterschieden
  • Kritische Reflexion über die Darstellung von Psychopathen im US-amerikanischen Film

Auszug aus dem Buch

1 Einleitung

Anziehend und abstossend zugleich, üben Serienmörder spätestens seit Jack the Ripper eine ambivalente Faszination aus. In der Zwischenzeit sind sie zu einem festen Bestandteil der postmodernen Kultur geworden, was sich in zahlreichen Büchern, Theaterstücken, Kunstwerken und wissenschaftlichen Seminaren niederschlägt, die den Serienmord und damit den Serienmörder thematisieren. Auch im Film scheint diese zwiespältige Figur nicht an Interesse eingebüsst zu haben, wie Thomas bestätigt:

Serienmord ist en vogue. Auch wenn dieses Phänomen seit dem ersten massenmedialen Boom, [...] Ende der 1980er Jahre [...], als [...] filmisches Thema immer wieder totgesagt wurde, hat es sich längst als fester Bestandteil der Populärkultur etabliert [...].

Seit den 90er Jahren nimmt sich vor allem der Film immer wieder dieser seriellen Mörder an, insbesondere Hollywood. Jonathan Demmes Romanverfilmung The Silence of the Lambs gilt diesbezüglich als Wegbereiter. Waren Serienmörder als Filmfiguren bis dahin eher selten anzutreffen, finden sie mit dem Welterfolg von The Silence of the Lambs endgültig den Weg ins Mainstreamkino. So folgen auf Hannibal Lecter zahlreiche weitere Filmfiguren in dieser Manier, man denke hier beispielsweise an Mickey Knox (Natural Born Killers), David Allen Griffin (The Watcher) oder Earl Brooks (Mr. Brooks). Diesen Serienmördern ist gemeinsam, dass sie alle fiktionale, aber realistisch dargestellte Figuren sind, welche aus eigenem Willen töten und deren Handlungen sich in einer Welt abspielen, wie sie auch in der Realität vorkommen kann. In der Psychologie des Serienmordes spricht man von diesen bewusst handelnden Serienmördern von Psychopathen. Ein Psychopath leidet gemäss Definition an einer Persönlichkeitsstörung. Das Töten aus eigenem Willen kann eindeutig als Persönlichkeitsstörung betrachtet werden, deshalb werden in der vorliegenden Arbeit die Begriffe Psychopath und psychopathisch für diejenigen Serienmörder verwendet, welche aus eigenem Willen töten.

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Einführung in die Faszination des Serienmordes als popkulturelles Phänomen und Begründung des Fokus auf den psychopathischen Serienmörder seit "The Silence of the Lambs".

2 ZIEL UND AUFBAU DER ARBEIT: Beschreibung der Studienziele, der methodischen Vorgehensweise zur Analyse von Darstellung und Entwicklung der Figuren sowie der strukturelle Aufbau der Untersuchung.

3 SERIENMORD UND FBI: Historische Einordnung des Begriffs Serienmörder und kritische Beleuchtung der FBI-Definitionsansätze sowie der Rolle des FBI bei der medialen Konstruktion des Phänomens.

4 DER FILM ALS NARRATIVER TEXT: Theoretische Grundlagen zur Narratologie, zur Definition von Genres und spezifisch des Psychothrillers als erzählendes Konstrukt.

5 SERIENMÖRDER ALS FILMFIGUREN: Analyse der filmischen Entwicklung der Serienmörderfigur, Kategorisierung verschiedener Figurentypen und Definition der für die Arbeit relevanten Begriffe.

6 FIGURENANALYSE IM FILM: Detaillierte theoretische Betrachtung von Methoden zur Figurenanalyse, darunter Personenwissen, Funktionsrollen, Backstory, Backstorywound und Charakterentwicklung.

7 UNTERSUCHUNGSZIELE: Definition der Ziele der empirischen Untersuchung, insbesondere die Identifikation von Gemeinsamkeiten, Unterschieden und Entwicklungstendenzen.

8 THEORIEN IM KONTEXT DER UNTERSUCHUNG: Erläuterung, wie die zuvor vorgestellten theoretischen Modelle auf die Analyse der Serienmörder im Film konkret angewendet werden.

9 FORSCHUNGSFRAGEN: Präzise Formulierung der zentralen Forschungsfragen zu Darstellung und Eigenschaftsentwicklung der untersuchten Serienmörderfiguren.

10 METHODE: FILMANALYSE: Beschreibung der filmanalytischen Methode, inklusive der Verwendung von Sequenzprotokollen und Schlüsseldialogen zur Datenaufbereitung.

11 OPERATIONALISIERUNG UND FORSCHUNGSDESIGN: Detaillierte Darstellung der Stichprobenziehung, der Filmauswahlkriterien und des Untersuchungsdesigns.

12 UNTERSUCHUNG: Durchführung der Einzelanalysen ausgewählter Filme ("The Silence of the Lambs", "Se7en", "American Psycho", "Saw II", "Untraceable") und Zusammenführung der Ergebnisse.

13 FIGURENVERGLEICH: Gegenüberstellung der analysierten Figuren zur Herausarbeitung von Gemeinsamkeiten und Unterschieden in Bezug auf Darstellung und Entwicklung.

14 ERKENNTNIS: Diskussion der gewonnenen Ergebnisse, Beantwortung der Forschungsfragen und Fazit zur Figurendarstellung und -entwicklung.

15 SCHLUSSWORT: Zusammenfassender Rückblick und Ausblick auf die Bedeutung der Serienmörderfigur im modernen Filmkontext.

Schlüsselwörter

Serienmörder, Hollywoodkino, Psychopath, Figurenanalyse, Charakterentwicklung, Filmanalyse, The Silence of the Lambs, Backstorywound, Narratologie, Psychothriller, Filmfigur, Repräsentation, Sozialkritik, Gewalt, Mord

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit der Darstellung und Entwicklung männlicher, fiktionaler und realistisch dargestellter psychopathischer Serienmörder im Hollywoodkino seit dem Film "The Silence of the Lambs".

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen umfassen die filmanalytische Untersuchung der Figurendarstellung (Physis, sozialer Status, Psyche), die Identifikation narrativer Muster und die kritische Analyse der Motivation hinter den Taten der Serienmörder.

Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?

Das primäre Ziel ist es, zu klären, ob sich die Darstellung des psychopathischen Serienmörders in Hollywood seit 1991 verändert hat und wie sich die Eigenschaften dieser Figuren über diesen Zeitraum entwickelt haben.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?

Die Autorin nutzt Methoden der filmanalytischen Figurenanalyse, basierend auf Theorien von Lothar Mikos und Lajos Egri, und erstellt Sequenzprotokolle sowie Vergleichstabellen zur systematischen Auswertung.

Was wird im Hauptteil der Untersuchung behandelt?

Im Hauptteil erfolgen Einzelanalysen von fünf ausgewählten Filmen (u.a. "Se7en", "American Psycho", "Saw II"), deren Ergebnisse anschließend in einer vergleichenden Gegenüberstellung zusammengeführt werden.

Welche Schlüsselbegriffe definieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind "Psychopath", "Backstorywound", "gameplayer" (als Figurentypus), "Serienmörder-Typ" und die filmanalytischen Konzepte zur Beschreibung fiktionaler Charaktere.

Warum spielt die Unterscheidung von "fiktional" und "faktual" eine Rolle?

Die Unterscheidung ist zentral, um zu verdeutlichen, dass Filmfiguren narrativen Gesetzmäßigkeiten folgen und nicht direkt mit realen Psychopathen gleichgesetzt werden können, auch wenn sie realistisch dargestellt sind.

Welche Rolle spielt Hannibal Lecter in dieser Studie?

Hannibal Lecter dient als Ausgangspunkt und Vergleichsmaßstab der Analyse, da er die Figur des psychopathischen Serienmörders im Mainstreamkino entscheidend etabliert hat.

Ende der Leseprobe aus 174 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Psychopathen im Hollywoodkino
Untertitel
Eine vergleichende filmanalytische Untersuchung fiktionaler, realistisch dargestellter und bewusst handelnder Serienmörder, seit Jonathan Demmes "The Silence of the Lambs", mit Fokus auf Figurendarstellung und Charakterentwicklung
Hochschule
Université de Fribourg - Universität Freiburg (Schweiz)
Note
5.0 (Schweiz)
Autor
Helena Stamatovic (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
174
Katalognummer
V191461
ISBN (Buch)
9783656163046
ISBN (eBook)
9783656163183
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Filmanalyse Serienmörder Silence of the lambs American Psycho Charakterentwicklung FBI Serienmord Filmfiguren Figurenanalyse Einzelanalysen Figurenentwicklung Untraceable Saw Se7en Seven Serienmördertypologie Profiling Psychopath fiktionales Erzählen Psychothriller Film Hannibal Lecter narrative Diskontinuität realitätsnahe Gewaltdarstellung realitätsferne Gewaltdarstellung Serienkiller Backstory Backstorywound Charaktermerkmale fiktional Figurendarstellung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Helena Stamatovic (Autor:in), 2008, Psychopathen im Hollywoodkino, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/191461
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  174  Seiten
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