Evangelikale Schulkultur? – Eine qualitativ-empirische Studie einer Frei-Christlichen Schule. Die folgende Studie soll aufschlüsseln, welche Besonderheiten die Georg-Müller-Schulen als Frei-Christliche Schule vorzuweisen hat. Gibt es überhaupt Besonderheiten, die die Schule ausmachen? Und wenn es welche gibt, wie werden sie von Schülern und Lehrern wahrgenommen und beurteilt?
Die folgende qualitativ-empirische Studie dient dazu, diesen Fragen
nachzugehen. Als Methode wurde die Soziale Photo-Matrix ausgewählt, da sie Zugang zum Unbewussten der Schule verschafft und somit zum Denken anregen kann. Vorbereitend werden Evangelikale Schulen vorgestellt. Zum einen werden vier Schulen und ihre Entstehung sowie deren Motivation zur Gründung erläutert, eine Frei-Christliche Schule zu errichten. Darauf folgt die Präsentation der Georg-Müller-Schulen selbst, vor allem in Bezug auf deren Schulprofil, das sich in ein geistliches und ein pädagogisches Konzept aufteilt. Im Anschluss wird die Methode der Sozialen Photo-Matrix von Burkard Sievers eingehend beschrieben. Woraufhin im vierten Abschnitt die methodische Vorgehensweise vor, während und nach der Durchführung der Sozialen Photo-Matrix erläutert wird. Es folgt eine Darstellung einzelner Bilder mit den dazugehörigen Assoziationen, um einen besseren Einblick in die von den Schülern gewählten Motive zu erhalten. Eine quantitative Auswertung der Motive schließt sich an. Sie dient dazu, um herauszufiltern, welche Motive die Schülerinnen und Schüler als das Besondere für ihre Schule empfinden. Darauf folgt eine Kategorisierung der Assoziationen, woran die Auswertung und Interpretation der aus der quantitativen und qualitativen Auswertung gewonnen Daten anschließt, um dann mit einem Fazit zu schließen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Evangelikale Schulen
2.1 Entstehung evangelikaler Bekenntnisschulen
2.2 Vorstellung der GMS in Bielefeld
3 Die Methode der Sozialen Photo-Matrix von Burkard Sievers
4 Beschreibung der methodischen Vorgehensweise
5 Darstellung einzelner Bilder mit den entsprechenden Assoziationen
6 Quantitative Auswertung der Bilder
7 Kategorisierung der Assoziationen
8 Auswertung und Interpretation der gewonnen Daten aus der quantitativen und qualitativen Untersuchung
9 Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Diese Arbeit untersucht mittels einer qualitativ-empirischen Studie an den Georg-Müller-Schulen (GMS), inwieweit eine evangelikale Schulkultur im Schulalltag wahrnehmbar ist und wie diese durch Schüler und Lehrer beurteilt wird.
- Analyse der Entstehung und des Selbstverständnisses evangelikaler Bekenntnisschulen.
- Einsatz der Methode der Sozialen Photo-Matrix zur Erschließung unbewusster Wahrnehmungen der Schulkultur.
- Quantitative und qualitative Auswertung von Schüler-Fotografien zur Identifikation schulspezifischer Merkmale.
- Kategorisierung von Assoziationen in Bezug auf Ausstattung, Gemeinschaft und christliche Akzente.
- Gegenüberstellung der empirischen Ergebnisse mit dem offiziellen geistlichen und pädagogischen Konzept der GMS.
Auszug aus dem Buch
Die Methode der Sozialen Photo-Matrix von Burkard Sievers
Die Methode der Sozialen Photo-Matrix von Burkard Sievers entspringt der von Gordon Lawrence hervorgebrachten Matrix Sozialer Träume und der Organisatorischen Rollenanalyse.
Die Matrix Sozialer Träume spricht Träumen nicht nur die Eigenschaft zu, ein Eigentum des Träumenden, sondern vielmehr eine soziale Rolle zu sein. In dieser sozialen Rolle tragen sie zur Deutung der Lebens- und Arbeitswelt bei. Dabei wird davon ausgegangen, dass jeder in einer Institution von dem Umfeld, in dem er lebt und arbeitet, auch träumt. Absicht ist es, von den Träumen zu berichten und Assoziationen darüber abzugeben. Dieses Assoziieren gilt nicht nur für die eigenen, sondern auch für die Träume der anderen im Raum. Die Assoziationen bieten die Grundlage dafür, sich über die Gedanken zu den Träumen und der Verbindungen der einzelnen Träume klar zu werden. Dabei sind auch Träume mit gesellschaftlicher Substanz vorstellbar. Oftmals träumen die Anwesenden von ihrer jeweilige Position in der Institution und den damit verbundenen, verdrängten Spannungen. Die Matrix bietet also in demselben Maße Assoziationen, wie Teilnehmer anwesend sind. Sie ermöglicht zudem, sich frei vom Drang zur Einheitlichkeit und der allseitigen Auffassung zu äußern, da nicht das Individuum im Mittelpunkt der Diskussion steht sondern der Traum bzw. in der sozialen Photo-Matrix das Bild.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in die Forschungsfrage, ob und wie eine evangelikale Schulkultur an der Georg-Müller-Schule (GMS) wahrnehmbar ist.
2 Evangelikale Schulen: Überblick über die Motivation zur Gründung evangelikaler Bekenntnisschulen und Vorstellung des spezifischen Profils der GMS in Bielefeld.
3 Die Methode der Sozialen Photo-Matrix von Burkard Sievers: Theoretische Herleitung der gewählten Forschungsmethode zur Erschließung des Unbewussten in Organisationen.
4 Beschreibung der methodischen Vorgehensweise: Darstellung der praktischen Durchführung der Studie, einschließlich der Auswahl der Bildmotive durch die Schüler.
5 Darstellung einzelner Bilder mit den entsprechenden Assoziationen: Exemplarische Analyse ausgewählter Fotos und der damit verbundenen Gedanken von Schülern und Lehrkräften.
6 Quantitative Auswertung der Bilder: Statistische Zusammenfassung der am häufigsten gewählten Motive zur Identifikation von Schwerpunkten der Schülerwahrnehmung.
7 Kategorisierung der Assoziationen: Zusammenführung der vielfältigen Einzeleindrücke in neun übergeordnete Kategorien, um inhaltliche Trends abzubilden.
8 Auswertung und Interpretation der gewonnen Daten aus der quantitativen und qualitativen Untersuchung: Zusammenführung der Ergebnisse und Vergleich mit den konzeptionellen Grundlagen der GMS.
9 Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Ausgangsfrage und Reflexion über die Methodik sowie die unbewusste Wahrnehmung des Schulprofils.
Schlüsselwörter
Evangelikale Schulen, Georg-Müller-Schulen, Soziale Photo-Matrix, Schulkultur, christliche Anthropologie, qualitative Forschung, Schulalltag, Mitgestaltung, Gemeinschaft, Werteverfall, pädagogisches Konzept, Lehrer-Schüler-Verhältnis, Religionspädagogik, Schulprofil, Empirie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die spezifische Schulkultur einer evangelikalen Freien Christlichen Schule anhand einer qualitativ-empirischen Studie.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Kernbereichen gehören das pädagogische und geistliche Schulkonzept, die gelebte Gemeinschaft sowie die Wahrnehmung der schulischen Ausstattung und Umgebung durch die Schüler.
Was ist das primäre Ziel der Studie?
Das Ziel ist es, herauszufinden, ob eine evangelikale Prägung an der Georg-Müller-Schule für die Akteure sichtbar ist und wie diese in den Kategorien des Schulalltags konkret in Erscheinung tritt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt die „Soziale Photo-Matrix“ nach Burkard Sievers, eine Methode, bei der Teilnehmer Fotos von ihrer Umgebung machen, die anschließend gemeinsam assoziativ interpretiert werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst die theoretische Einbettung der evangelikalen Schulbewegung, die methodische Vorgehensweise, eine detaillierte Bildauswertung und die Kategorisierung der gewonnenen Daten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Schulkultur, Soziale Photo-Matrix, evangelikale Erziehung, Gemeinschaft, Mitgestaltung und christliche Werte.
Warum spielt das "Forum" in der Analyse eine so zentrale Rolle?
Das Forum wurde von den Schülern am häufigsten fotografiert, da es als zentraler Treffpunkt dient und die Gemeinschaftsstrukturen sowie das Bestreben nach Mitgestaltung der Schüler am besten widerspiegelt.
Welche Bedeutung haben die "christlichen Akzente" für die Ergebnisse?
Diese Akzente, wie etwa der „Raum der Stille“ oder die Wandgestaltungen mit Bibelversen, dienen als ständige Erinnerung an das christliche Profil, wobei ihre Wirkung vor allem in der unbewussten Identitätsbildung der Schule liegt.
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- Anonym (Autor:in), 2010, Evangelikale Schulkultur, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/191282