In der heutigen Vergütungslandschaft ist es mittlerweile zum Standard geworden, dass die Mitarbeiter einer Organisation am Erfolg dieser partizipieren sollen. Immer häufiger werden Vergütungsmodelle oder –strukturen sichtbar, bei denen ein Mitarbeiter in Abhängigkeit seines Erfolges, eine entsprechend adjustierte Entlohnung erhält. Hierbei besteht das Entgelt aus zwei Elementen. Zum Einen aus einer fixen und erfolgsunabhängigen Komponente und zum Anderen aus einem variablen, leistungsorientierten Teil. Diese Art der Vergütung lässt sich auch im Bereich des Gesundheitswesens wiederfinden. Hierbei wird davon ausgegangen, dass neben einer fest vereinbarten Kostenerstattung für Gesundheitsausgaben der Leistungserbringer, eine variable Vergütung in Abhängigkeit des Leistungserfolges gezahlt wird. Pay for Performance (P4P) stellt hierbei den zentralen Aspekt dieses Gedankens dar und bedeutet im Kern, dass es ein System der Kostenerstattung gibt, die den Leistungserbringern je nach Erfüllungsgrad der vorgegebenen Leistungskriterien vergüten.
In dieser Arbeit werden zu Beginn die Grundgedanken des P4P-Ansatzes skizziert und die jeweiligen Zielvorstellungen dieser Vergütungsstruktur dargelegt. Es soll verdeutlicht werden, wie dieser Ansatz in die Landschaft des Gesundheitswesens eingeordnet ist und welche Rolle dabei die Leistungserbringer spielen. Im dritten Kapitel wird die Problematik der Erfolgsmessung dargestellt und anhand des Qualitätsmodells nach A. Donabedian beschrieben. Im Schluss werden weitere Problemfelder der Operationalisierbarkeit des Erfolgs im Rahmen des P4P-Ansatzes aufgezeigt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das Konzept des P4P-Ansatzes
3. Das Qualitätsmodell nach A. Donabedian
3.1 Strukturqualität
3.2 Prozessqualität
3.3 Ergebnisqualität
4. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Konzept von "Pay for Performance" (P4P) im Gesundheitswesen als externes Anreizsystem zur Steigerung der Behandlungsqualität. Dabei wird insbesondere die Herausforderung der Messbarkeit von medizinischer Leistung thematisiert und durch das Qualitätsmodell von A. Donabedian strukturell fundiert.
- Grundlagen und Zielsetzungen von P4P-Vergütungsmodellen
- Die duale Struktur von P4P: Erfolgsorientierte Vergütung und Public Reporting
- Theoretische Einordnung durch das Donabedian-Modell (Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität)
- Problematiken der Operationalisierbarkeit von medizinischer Qualität
- Anreizstrukturen für Leistungserbringer im Gesundheitswesen
Auszug aus dem Buch
3. Das Qualitätsmodell nach A. Donabedian
Professor Avides Donabedian (*1919, †2000) war ein amerikanischer Wissenschaftler an der Harvard School of Public Health und veröffentlichte 1966 ein Artikel über die Klassifikation von Methoden zur Qualitätsmessung. Für den Bereich des Gesundheitswesens definierte Professor Donabedian darin den Qualitätsbegriff, als den Übereinstimmungsgrad zwischen den Zielen des Gesundheitswesens und der tatsächlich geleisteten Versorgung. In diesem Modell erarbeitete er drei Dimensionen heraus, um das Verständnis und die Differenzierung des Qualitätsbegriffs im Gesundheitswesen besser darzustellen (Sunol, 2000, S. 452). Diese Systematisierung gilt als Basis für Qualitätsdiskussionen und findet auch bei anderen Wissenschaftlern eine große Anerkennung (Hämmerle, Estelmann & Schwandt, 2007, S. 3). Donabedian (1980, S. 79) gliedert den Qualitätsbegriff in die drei Dimensionen,
Strukturqualität,
Prozessqualität und
Ergebnisqualität.
Im weiteren Verlauf werden die einzelnen Qualitätsindikatoren näher beschrieben und im Kapitel vier dieser Arbeit mit weiteren Problemfeldern der Messbarkeit zusammenfassend dargestellt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Das Kapitel führt in die Vergütungslandschaft ein und erläutert die Relevanz von Pay for Performance als System zur Steigerung der Qualität im Gesundheitswesen.
2. Das Konzept des P4P-Ansatzes: Es wird das Zwei-Komponentenschema aus erfolgsorientierter Vergütung und Public Reporting als Anreizsystem zur Leistungssteuerung und Transparenzschaffung detailliert erläutert.
3. Das Qualitätsmodell nach A. Donabedian: Die Dimensionen Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität werden als theoretisches Fundament zur Messung medizinischer Versorgungsqualität eingeführt.
3.1 Strukturqualität: Dieses Kapitel definiert die organisatorischen, finanziellen und personellen Voraussetzungen, die als Basis für die Leistungserbringung dienen.
3.2 Prozessqualität: Hier werden die unmittelbaren Behandlungsschritte und deren Vergleich mit Guidelines zur Optimierung der Behandlungsabläufe beleuchtet.
3.3 Ergebnisqualität: Dieses Kapitel betrachtet den Behandlungserfolg und die tatsächliche Verbesserung des Gesundheitszustandes des Patienten als Outcome der Versorgung.
4. Zusammenfassung: Die Kernaussagen werden gebündelt und kritische Aspekte wie die Patiententreue sowie die Notwendigkeit konsensfähiger Leistungsziele für eine erfolgreiche P4P-Implementierung diskutiert.
Schlüsselwörter
Pay for Performance, P4P, Gesundheitswesen, Qualitätsmodell, A. Donabedian, Strukturqualität, Prozessqualität, Ergebnisqualität, Anreizsystem, Public Reporting, medizinische Versorgung, Leistungserbringer, Vergütung, Qualitätsmessung, Effizienz
Häufig gestellte Fragen
Was ist das grundlegende Thema der Arbeit?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Einsatz von Pay for Performance (P4P) als leistungsorientiertes Vergütungsinstrument zur Verbesserung der Qualität in der medizinischen Versorgung.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die Themenfelder umfassen die Definition von P4P, die Rolle von Public Reporting, das Qualitätsmodell von A. Donabedian sowie die Herausforderungen der Messbarkeit von Gesundheitsleistungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Zusammenhänge zwischen leistungsorientierter Vergütung und der Qualitätssicherung durch wissenschaftliche Modelle zu analysieren und Problemfelder der Operationalisierung aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse und die Anwendung des theoretischen Qualitätsmodells nach Donabedian zur Einordnung des P4P-Ansatzes.
Was bildet den inhaltlichen Schwerpunkt des Hauptteils?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des P4P-Konzepts und die detaillierte Untersuchung des Donabedian-Modells mit seinen drei Dimensionen.
Welche Schlagworte charakterisieren diese Publikation?
Wichtige Begriffe sind P4P, Qualitätsmanagement, Leistungsvergütung, Public Reporting und die Dimensionen der Qualitätssicherung im Gesundheitswesen.
Wie unterscheidet sich die Strukturqualität von der Prozessqualität?
Die Strukturqualität bezieht sich auf die Rahmenbedingungen und Ressourcen, während die Prozessqualität die konkreten Behandlungsschritte und deren Einhaltung von Vorgaben betrachtet.
Warum spielt das Public Reporting eine wichtige Rolle bei P4P?
Es fungiert als indirektes, nicht-monetäres Anreizsystem, das durch Transparenz und Reputation Druck auf Leistungserbringer ausübt, die Qualität zu verbessern.
- Arbeit zitieren
- Jens Dell´Anna (Autor:in), 2012, Pay for Performance (P4P) im Gesundheitswesen, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/191100