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Psychoanalyse und literarische Moderne

Bundesgenossenschaft und Doppelgängerscheu

Title: Psychoanalyse und literarische Moderne

Seminar Paper , 2010 , 23 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: M.A. Laura Dorfer (Author)

German Studies - Modern German Literature

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Summary Excerpt Details

Das Verhältnis von Literatur und Psychoanalyse in der literarischen Moderne zu untersuchen, bedeutet den Blick auf ein Forschungsfeld zu richten, das durch mannigfache Widersprüche, Analogien und Wechselwirkungen geprägt ist. Bereits ein flüchtiges Betrachten lässt die Un-terschiede der Disziplinen deutlich hervortreten: So bildet die Literatur eine Ausdruckform der Schönen Künste, während die Psychoanalyse sich als gestandene Naturwissenschaft prä-sentiert. Doch wiewohl Wesen und Arbeitsweise der beiden Disziplinen von großer Diver-genz sind, so befinden sich Literatur und Psychoanalyse dennoch seit jeher in einer Spiegel-beziehung. Beide Ansätze bearbeiten das selbige Themenfeld – die menschliche Psyche – und erzeugen, wenn auch auf verschiedene Weise, die nämlichen Ergebnisse. Resultat der beson-deren Beziehung der Disziplinen ist die Ambivalenz von Bewunderung und Doppelgänger-scheu für das Spiegel-Ich: Denn so wie die Beziehung in einer konstruktiven Bundesgenos-senschaft münden kann, so vermag sie ebenso Verwirrungen und Streitigkeiten im Urheber-recht der Erkenntnisse zu erzeugen.

Tatsache ist, die frühe Moderne ist voller Berührungspunkte und Korrelationen der beiden Richtungen, so dass unzweifelhaft postuliert werden kann, dass eine jede ohne den Einfluss der anderen nicht die selbige wäre. Die hiesige Arbeit nimmt sich zum Ziel, das Beziehungs-geflecht von Literatur und Psychoanalyse zu eruieren. Hierbei folgt sie der Kernthese Thomas Anz’, dass eine Verwissenschaftlichung des literarischen modernen Diskurses und eine ana-loge Literarisierung der Wissenschaft die Symptomatik dieser Wechselwirkung bilden. An-hand dieser zwei Grundtendenzen werden in der Folge die konkreten Einzelentwicklungen, die sich in dem Forschungsfeld ereigneten, nachvollzogen. Dabei bilden sie gleichsam Aus-gangspunkt, Rahmen und formales Gerüst der Arbeit

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Zur Beziehungskonstellation von Psychoanalyse und literarischer Moderne

3. Die Literarisierung der Psychoanalyse

3.1. Von Krankengeschichten, die wie Novellen zu lesen sind

3.2 Visualisierung und Legitimierung der Psychoanalyse anhand literarischer Fallgeschichten

4. Die Verwissenschaftlichung des literarischen Diskurses der Moderne

4.1 Literarische Adaptionen der Psychoanalyse

4.2 Die psychoanalytische Dichter-Theorie

4.3 Psychoanalytische Literaturinterpretation

5. Schlusswort

6. Bibliographie

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das komplexe Beziehungsgeflecht zwischen der Psychoanalyse und der Literatur der Moderne um 1900. Ziel ist es, die wechselseitige Beeinflussung zu eruieren, die sich in einer Verwissenschaftlichung des literarischen Diskurses einerseits und einer Literarisierung der wissenschaftlichen psychoanalytischen Praxis andererseits manifestiert.

  • Wechselwirkungen zwischen Literatur und Psychoanalyse
  • Methoden der Literarisierung in Freuds Krankengeschichten
  • Psychoanalytische Ansätze zur Kreativität und Dichter-Theorie
  • Strategien der psychoanalytischen Literaturinterpretation
  • Konflikte und Synergien in der Beziehung beider Disziplinen

Auszug aus dem Buch

3.1 Von Krankengeschichten, die wie Novellen zu lesen sind

Wiewohl Sigmund Freud bemüht war, die Divergenz der Methodiken von Literatur und Psy choanalyse zu betonen, ist zu konstatieren, dass er selbst geneigt war, sich der Verfahren der Literatur zu bedienen, um die Analysefähigkeiten der eigenen Methodik zu vervollkommnen. Während die zeitgenössischen Fachkollegen Freuds einen rein naturwissenschaftlichen Um gang mit den Phänomenen des Lebens, der Psyche und den entsprechenden physiologischen Theorien und Therapien beschieden und sich in der medizinischen Anamnese auf die Schilde rung des Typus und des Verlaufs der Phänomene beschränkten, skizzierte Freud in seinen Krankengeschichten die Erlebensgeschichte der Patienten und suchte sich ihnen in seiner kli nischen Praxis mittels einem ‚dichterischen’ Verstehen anzunähern.19 Als Zielsetzung galt dem Psychoanalytiker dabei nicht etwa die Objektivität der lebensgeschichtlichen Fakten zu eruieren, sondern das subjektive Erleben des Patienten zu fassen. Die Methodik Freuds wies insofern eine interpretatorische Komponente auf, die für naturwissenschaftliche Arbeiten die ser Zeit geradezu außergewöhnlich war.

Freud selbst war sich der Besonderheit seines Vorgehens durchaus bewusst. Er hegte ambiva lente Empfindungen für den zugleich reizvollen und wissenschaftlich fragwürdigen Ansatz der Beschäftigung mit der menschlichen Psyche und äußerte sich gleichsam skeptisch sowie rechtfertigend über den eher literarisch denn wissenschaftlich anmutenden Stil:

Ich bin nicht immer Psychotherapeut gewesen, sondern bin bei Lokaldiagnosen und Elektroprognostik erzogen worden wie andere Neuropathologen, und es berührt mich selbst noch eigentümlich, daß die Krankengeschichten, die ich schreibe, wie Novellen zu lesen sind, und daß sie sozusagen des ernsten Gepräges der Wissenschaftlichkeit entbehren. Ich muß mich damit trösten, daß für dieses Ergebnis die Natur des Gegenstandes offenbar eher verantwortlich zu machen ist als meine Vorliebe; Lokaldiagnos tik und elektrische Reaktionen kommen bei dem Studium der Hysterie eben nicht zur Geltung, während eine eingehende Darstellung der seelischen Vorgänge, wie man sie vom Dichter zu erhalten gewohnt ist, mir gestattet, bei Anwendung einiger weniger psychologischer Formeln doch eine Art von Einsicht in den Hergang einer Hysterie zu gewinnen.20

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Die Einleitung steckt das Forschungsfeld zwischen Literatur und Psychoanalyse ab und postuliert die Kernthese der gegenseitigen Durchdringung beider Disziplinen.

2. Zur Beziehungskonstellation von Psychoanalyse und literarischer Moderne: Dieses Kapitel beleuchtet die kulturgeschichtlichen Rahmenbedingungen um 1900, die durch eine Tendenz zur Verwissenschaftlichung der Poesie und Literarisierung der Psychiatrie geprägt waren.

3. Die Literarisierung der Psychoanalyse: Es wird analysiert, wie Freud literarische Verfahren in seine Krankengeschichten integrierte und wie Literatur ihm als Inspirationsquelle sowie Beweismittel diente.

4. Die Verwissenschaftlichung des literarischen Diskurses der Moderne: Dieser Teil untersucht, wie Literaten psychoanalytische Konzepte adaptierten, Freuds Dichter-Theorie und die Ansätze zur psychoanalytischen Literaturinterpretation.

5. Schlusswort: Das Schlusswort resümiert die historische Bedeutung der Allianz beider Disziplinen und hebt die Entstehung der psychoanalytischen Literaturwissenschaft als bleibendes Erbe hervor.

6. Bibliographie: Das Verzeichnis der verwendeten Quellen und Literatur.

Schlüsselwörter

Psychoanalyse, Literaturwissenschaft, Literarische Moderne, Sigmund Freud, Krankengeschichten, Ödipuskomplex, Kreativität, Unbewusstes, Narzissmus, Textinterpretation, Dichter-Theorie, Hermeneutik, Interdisziplinarität, Literatur, Moderne.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit analysiert das komplexe und spannungsreiche Verhältnis zwischen der Psychoanalyse und der literarischen Moderne um 1900.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Kernbereichen gehören die wechselseitige Beeinflussung von Wissenschaft und Literatur, die künstlerische Verarbeitung psychologischer Konzepte sowie die Anwendung psychoanalytischer Deutungsmuster auf literarische Texte.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist die Eruierung des Beziehungsgeflechts, konkret die Verwissenschaftlichung des literarischen Diskurses und die parallele Literarisierung wissenschaftlicher Erkenntnisverfahren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, die historische Kontexte sowie die theoretischen Grundlagen Freuds mit der Untersuchung spezifischer literarischer Adaptionen und Interpretationsstrategien verknüpft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden Freuds narrative Strategien in seinen Fallgeschichten, der literarische Rückgriff auf psychoanalytische Termini sowie Freuds Theorien zur Kreativität und Interpretation von Literatur detailliert analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Psychoanalyse, literarische Moderne, Kreativitätstheorie, Unbewusstes, Autororientierte Interpretation und die Synthese beider Disziplinen.

Warum interessierte sich Freud für Dichter?

Freud bewunderte die intuitive Fähigkeit der Dichter, menschliche Psyche und unbewusste Vorgänge darzustellen, was ihn zur Erforschung der künstlerischen Kreativität motivierte.

Wie unterscheidet sich die autororientierte von der werkorientierten Interpretation?

Während die autororientierte Methode biografische Informationen des Autors zur Interpretation des Werks heranzieht, konzentriert sich die werkorientierte Interpretation ausschließlich auf die im Text offenliegenden Strukturen, Figuren und Motive.

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Details

Title
Psychoanalyse und literarische Moderne
Subtitle
Bundesgenossenschaft und Doppelgängerscheu
College
University of Siegen
Course
Kulturelle Moderne I
Grade
1,0
Author
M.A. Laura Dorfer (Author)
Publication Year
2010
Pages
23
Catalog Number
V190821
ISBN (eBook)
9783656153863
ISBN (Book)
9783656154310
Language
German
Tags
Sigmund Freud psychoanalytische Literaturinterpretation psychoanalytische Literaturwissenschaft Nervenkunst Worms Anz Dichtertheorie Jensen Gradiva Traumdeutung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M.A. Laura Dorfer (Author), 2010, Psychoanalyse und literarische Moderne , Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/190821
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