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Diskussion des Begriffs 'Aufgeklärter Absolutismus'

Der ‚Aufgeklärte Absolutismus’ am Beispiel Brandenburg-Preußens – Bloßes Konstrukt oder treffendes Etikett seiner Zeit

Titel: Diskussion des Begriffs 'Aufgeklärter Absolutismus'

Essay , 2010 , 3 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Julia Neubert (Autor:in)

Geschichte Europas - Neuzeit, Absolutismus, Industrialisierung

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Schon allein der Begriff des „Absolutismus“ ist in der Geschichtsforschung ein streitbarer Begriff. Der „Aufgeklärte Absolutismus’ ist demnach ein Begriffspaar, an dem sich so mancher Historiker stößt. Doch inwiefern ist der „Aufgeklärte Absolutismus“ für die Herrschaftsform des 17. Und 18. Jahrhunderts eine zutreffende Begrifflichkeit, inwiefern überschneiden sich fürstliche Darstellungsansprüche, monarchische Idealvorstellungen und tatsächliche Umsetzung aufklärerischer Vorhaben im enggesteckten Rahmen absolutistischer Politik?
Zunächst sollte eine allzu moderne Interpretation des „Aufgeklärten Absolutismus“ verworfen werden und zugunsten einer zeitgenössischen ersetzt werden. So bedeutete der Begriff nämlich nichts anderes als den Ausbau des monarchischen Herrschaftssystems, „dem die Aufklärung als stabilisierende Ideologie diente.“ Folglich habe eine freiwillige Beschränkung der fürstlichen Machtsphäre nie stattgefunden, sondern sei lediglich zwangsläufig aus der staatlichen Umstrukturierung hervorgegangen. Die Bemühungen um soziale Disziplinierung der Bevölkerung zum Ausbau monarchischer Strukturen seien der Punkt, an dem sich Absolutismus und Aufklärung überschneiden würden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Der ‚Aufgeklärte Absolutismus’ am Beispiel Brandenburg-Preußens – Bloßes Konstrukt oder treffendes Etikett seiner Zeit

1.1 Der Begriff des Absolutismus in der Geschichtsforschung

1.2 Herrschaftsverständnis und die Rolle der Stände

1.3 Die Rolle der Aufklärung bei der Zentralisierung des Staates

1.4 Das neue Selbstverständnis des Monarchen unter Friedrich II.

1.5 Kritische Reflexion des Begriffs „Aufgeklärter Absolutismus“

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Validität des historisch umstrittenen Begriffs „Aufgeklärter Absolutismus“ am Beispiel von Brandenburg-Preußen. Dabei wird analysiert, inwieweit die monarchische Herrschaftsführung unter Friedrich II. tatsächlich aufklärerischen Idealen folgte oder ob es sich primär um eine strategische Instrumentalisierung der Aufklärung zur Festigung absolutistischer Machtstrukturen handelte.

  • Historische Einordnung des Absolutismus-Begriffs
  • Spannungsfeld zwischen monarchischem Machtanspruch und ständischen Mitwirkungsrechten
  • Funktion der Aufklärung als stabilisierende Staatsideologie
  • Transformation des fürstlichen Selbstverständnisses unter Friedrich II.
  • Reflexion über die Konstruktion und Anwendbarkeit historischer Fachbegriffe

Auszug aus dem Buch

Der ‚Aufgeklärte Absolutismus’ am Beispiel Brandenburg-Preußens – Bloßes Konstrukt oder treffendes Etikett seiner Zeit

Schon allein der Begriff des „Absolutismus“ ist in der Geschichtsforschung ein streitbarer Begriff. Der „Aufgeklärte Absolutismus’ ist demnach ein Begriffspaar, an dem sich so mancher Historiker stößt. Doch inwiefern ist der „Aufgeklärte Absolutismus“ für die Herrschaftsform des 17. Und 18. Jahrhunderts eine zutreffende Begrifflichkeit, inwiefern überschneiden sich fürstliche Darstellungsansprüche, monarchische Idealvorstellungen und tatsächliche Umsetzung aufklärerischer Vorhaben im enggesteckten Rahmen absolutistischer Politik?

Zunächst sollte eine allzu moderne Interpretation des „Aufgeklärten Absolutismus“ verworfen werden und zugunsten einer zeitgenössischen ersetzt werden. So bedeutete der Begriff nämlich nichts anderes als den Ausbau des monarchischen Herrschaftssystems, „dem die Aufklärung als stabilisierende Ideologie diente.“ Folglich habe eine freiwillige Beschränkung der fürstlichen Machtsphäre nie stattgefunden, sondern sei lediglich zwangsläufig aus der staatlichen Umstrukturierung hervorgegangen. Die Bemühungen um soziale Disziplinierung der Bevölkerung zum Ausbau monarchischer Strukturen seien der Punkt, an dem sich Absolutismus und Aufklärung überschneiden würden.

Das Fürstenselbstverständnis des 17. Und 18. Jahrhunderts beruhte auf einer ganz eigenen Ideologie: Der Monarch verstand sich nicht nur als uneingeschränkter Alleinherrscher, seine Position war zudem gottgewollt. Diese Wertevorstellung auf einem Idealtypus beruhend birgt an sich schon die Problematik in sich, dass eine Person allein schwerlich uneingeschränkte Macht ausüben kann. So hatte ein Monarch doch immer ein System, welches er weitgehend zu instruieren suchte, aber die Ausübung seiner Macht konnte ein Herrscher kaum allein bewerkstelligen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Der ‚Aufgeklärte Absolutismus’ am Beispiel Brandenburg-Preußens – Bloßes Konstrukt oder treffendes Etikett seiner Zeit: Einleitende Untersuchung des Spannungsfeldes zwischen absolutistischen Herrschaftsformen und aufklärerischen Ambitionen unter besonderer Berücksichtigung der preußischen Geschichte.

1.1 Der Begriff des Absolutismus in der Geschichtsforschung: Diskussion der Problematik, den Begriff „Absolutismus“ als historisch präzise Kategorie auf die Herrschaftspraxis des 17. und 18. Jahrhunderts anzuwenden.

1.2 Herrschaftsverständnis und die Rolle der Stände: Analyse der tatsächlichen Machtverhältnisse, bei denen die Stände als bedeutender Machtfaktor und finanzielle Stütze dem Idealbild eines absolutistischen Alleinherrschers entgegenstanden.

1.3 Die Rolle der Aufklärung bei der Zentralisierung des Staates: Erörterung der Aufklärung als Instrument zur Rationalisierung und Bürokratisierung des Staatswesens sowie zur Schwächung patrimonialer Gewaltstrukturen.

1.4 Das neue Selbstverständnis des Monarchen unter Friedrich II.: Untersuchung der Wandlung des Monarchen vom gottgewollten Herrscher zum „primes inter pares“, der seine Legitimation durch „gute Regentschaft“ und gesellschaftliche Reformen zu sichern suchte.

1.5 Kritische Reflexion des Begriffs „Aufgeklärter Absolutismus“: Zusammenfassende Einschätzung, dass Begriffe als hilfreiche Konstrukte zur Strukturierung historischer Komplexität dienen, auch wenn sie in der praktischen Ausführung ideelle Diskrepanzen aufweisen.

Schlüsselwörter

Aufgeklärter Absolutismus, Friedrich II., Brandenburg-Preußen, Geschichtsforschung, Herrschaftsform, Ständegesellschaft, Aufklärung, Zentralisierung, Bürokratisierung, Monarchie, Machtanspruch, historische Konstrukte, Regierungsform, politische Theorie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit diskutiert, inwieweit der Begriff „Aufgeklärter Absolutismus“ eine historisch zutreffende Bezeichnung für die Herrschaftsform unter Friedrich II. in Brandenburg-Preußen darstellt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Themen umfassen die Definition des Absolutismus, das Verhältnis des Monarchen zu den Ständen, die Instrumentalisierung der Aufklärung für staatliche Zentralisierungsprozesse und das veränderte Selbstbild preußischer Herrscher.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Ziel ist es zu klären, ob die aufklärerischen Reformen als tatsächliche Beschränkung fürstlicher Macht zu werten sind oder ob sie lediglich der Stabilisierung monarchischer Strukturen dienten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine essayistische Form der Diskursanalyse, um historische Begrifflichkeiten kritisch zu hinterfragen und deren Anwendbarkeit auf die preußische Geschichte zu prüfen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Entmachtung der Stände, die Rolle der Bürokratie als Rationalisierungsinstrument und die ideelle Neuorientierung des Monarchen unter dem Einfluss aufklärerischer Ideale.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen zählen Aufgeklärter Absolutismus, Friedrich II., Machtanspruch, Zentralisierung, Stände und politische Ideologie.

Wie definiert Friedrich II. seine Rolle nach aufklärerischem Vorbild?

Er wandelte sich vom gottgewollten Alleinherrscher zum „primes inter pares“ (Erster unter Gleichen), der sich seine Legitimation durch die Förderung des Gemeinwohls und die Liebe des Volkes verdienen wollte.

Warum ist laut Autor die vollständige Verwerfung des Begriffs „Aufgeklärter Absolutismus“ nicht sinnvoll?

Die Autorin argumentiert, dass Begriffe Konstrukte sind, die helfen, komplexe Zusammenhänge zu ordnen; eine Ablehnung aufgrund kleinerer inhaltlicher Diskrepanzen würde die gesamte historische Lexik entwerten.

Ende der Leseprobe aus 3 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Diskussion des Begriffs 'Aufgeklärter Absolutismus'
Untertitel
Der ‚Aufgeklärte Absolutismus’ am Beispiel Brandenburg-Preußens – Bloßes Konstrukt oder treffendes Etikett seiner Zeit
Hochschule
Universität Potsdam  (Historisches Institut)
Veranstaltung
Proseminar BM-RE Friedrich und die Aufklärung
Note
1,3
Autor
Julia Neubert (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
3
Katalognummer
V190784
ISBN (eBook)
9783656154174
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Friedrich II. Preußen Absolutismus Aufgeklärter Absolutismus Absolutist Antimachiavellismus Anti-Machiavell Friedrich der Großen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Julia Neubert (Autor:in), 2010, Diskussion des Begriffs 'Aufgeklärter Absolutismus', München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/190784
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Leseprobe aus  3  Seiten
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