Unterrichtsstunde zum Drama Wilhelm Tell, in der sich die SuS mit den Handlungsoptionen der Figuren aufgrund der Herrschaft der Vögte auseinandersetzen.
Inhaltsverzeichnis
1. Lernbedingungen
1.1 Lerngruppenbeschreibung
1.2 Lernvoraussetzungen – Lernausgangslage und Lernstand
2. Didaktische Überlegungen
2.1 Didaktische Begründung des Themas
2.2 Didaktische Analyse des Materials
2.3 Didaktisches Zentrum der Stunde
3. Methodische Überlegungen zur Stunde
4. Anhang
4.1 Literaturverzeichnis
4.1.1 Primärliteratur
4.1.2 Sekundärliteratur
4.2 Tabellarische Übersicht über den Verlauf der Unterrichtseinheit
4.3 Geplanter Stundenverlauf
4.4 Zitate für den Einstieg
4.5 Hausaufgaben
4.6.1 Plakate für stummes Schreibgespräch
4.6.2 Plakate für stummes Schreibgespräch (antizipiertes Ergebnis)
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Unterrichtsstunde ist es, dass die Schülerinnen und Schüler (SuS) die Handlungsoptionen und Motive der Figuren im Drama "Wilhelm Tell" vor dem Hintergrund der Willkürherrschaft der Vögte analysieren. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, wie sich die Figuren durch ihre spezifischen Verhaltensweisen und Handlungsentscheidungen gegenüber der Unterdrückung positionieren und welche Beweggründe diesen Taten zugrunde liegen.
- Analyse von Verhaltensweisen und Handlungsmotiven zentraler Dramenfiguren.
- Erfassung der Auswirkungen von Willkürherrschaft auf die Bevölkerung.
- Entwicklung von Hypothesen zu künftigen (Re)aktionen der Figuren.
- Förderung der Perspektivübernahme und Textinterpretation durch die Methode des Schreibgesprächs.
- Verständnis des Wandels von passiven Untertanen hin zu aktivem, politischem Widerstand.
Auszug aus dem Buch
2.2 Didaktische Analyse des Materials
Die im Einstieg verwendeten Zitate (vgl. 4.4) können den vier zentralen Personen(gruppen) Tell, Eidgenossen, Landadel und Vögte zugeordnet werden. Das Zitat Tells „Der Starke ist am mächtigsten allein“ (V. 437) bietet den SuS die Lernchance Tells Haltung zum politischen Geschehen nachzuvollziehen. Ich gehe nicht davon aus, dass in Bezug auf die Zuordnung des Zitats Schwierigkeiten zu erwarten sind. Tell vertritt die Ansicht, dass solange man friedlich bleibe und sich zurückziehe, nichts zu befürchten habe. Zusammenschlüsse, wie sie die Eidgenossen planen, helfen nicht. Jeder sei jeder auf sich gestellt, insofern wolle er dem Bund nicht beitreten. Dennoch sei er im konkreten Fall zu jeder Hilfeleistung bereit, was u.a. seine selbstlose Tat in Szene I,1 verdeutlicht, als er Baumgarten vor den Landenbergischen Reitern rettet.
Das Zögern Tells führte bei einigen SuS zu Irritationen, denn sie erwarteten, dass Tell der Hauptakteur des Widerstands sei. Im Verlauf des Dramas wandelt sich Tell zum Freiheitskämpfer, „dessen Handeln das Befreiungswerk der Eidgenossen in Gang bringt und vollendet“, indem er Geßler tötet, um seine eigene Freiheit zu bewahren. Um die Tragweite dieses Wandels erfassen zu können, müssen die SuS jedoch zunächst das Heraushalten Tells aus der Politik nachvollziehen und begründen können. Ein Alternativzitat Tells für den Einstieg hätte Vers 435 sein können: „Ein jeder zählt nur sicher auf sich selbst“, da dies ebenfalls Tell als Einzelkämpfer charakterisiert. Ich habe mich jedoch dagegen entschieden, da Tell im Verlauf des Dramas aufgrund seiner Handlung Stärke und Macht beweist und sich V. 437 somit sinnvoller in den Gesamtzusammenhang integrieren lässt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Lernbedingungen: Dieser Abschnitt beschreibt die Zusammensetzung, Motivation und Leistungsstruktur des A-Kurses der Jahrgangsstufe 9 sowie deren Schwierigkeiten bei der Textrezeption.
2. Didaktische Überlegungen: Hier wird die Wahl des Dramas "Wilhelm Tell" begründet, das Lernziel der Verhaltensanalyse von Figuren dargelegt und die didaktische Reduktion für die Lerngruppe erklärt.
3. Methodische Überlegungen zur Stunde: Dieser Teil erläutert den Einsatz der Methode "Schreibgespräch" als Mittel zur Aktivierung stillerer Schüler und zur tieferen Auseinandersetzung mit literarischen Motiven.
4. Anhang: Enthält neben dem Literaturverzeichnis auch eine tabellarische Verlaufsplanung, den konkreten Stundenverlauf sowie die verwendeten Arbeitsmaterialien für das Schreibgespräch.
Schlüsselwörter
Wilhelm Tell, Friedrich Schiller, Dramenanalyse, Schreibgespräch, Unterrichtsentwurf, Willkürherrschaft, Widerstand, Figurenkonstellation, Lernausgangslage, Handlungsmotive, Methodenkompetenz, Deutschunterricht, Sekundarstufe I, Rollenverständnis, Transferleistung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit stellt einen Entwurf für einen Unterrichtsbesuch im Fach Deutsch in einer 9. Klasse dar, der sich mit Schillers Drama "Wilhelm Tell" befasst.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Unterdrückung des Volkes durch Vögte, die verschiedenen Handlungsoptionen der Figuren und die Legitimität von Widerstand.
Was ist das primäre Ziel der Stunde?
Die SuS sollen aus der Perspektive der Figuren deren Verhalten und Handlungsweisen erfassen, begründen und daraus Hypothesen für den weiteren Verlauf des Dramas ableiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Methodisch liegt der Schwerpunkt auf dem "stummen Schreibgespräch", um eine vertiefte inhaltliche Auseinandersetzung und die Beteiligung aller Schüler zu fördern.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in didaktische Überlegungen, die Analyse des Materials sowie die methodische Planung der konkreten Unterrichtsstunde.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Wilhelm Tell, Figurenkonstellation, Schreibgespräch, Widerstand und Handlungsmotive definiert.
Warum wurde das "Schreibgespräch" als Methode gewählt?
Das Schreibgespräch wurde gewählt, um die durchschnittliche mündliche Beteiligung der Lerngruppe zu erhöhen und ein effizientes Arbeiten zu gewährleisten, da es zur Konzentration auf Kernaussagen zwingt.
Welche Rolle spielt die Figur Wilhelm Tell in dieser Stunde?
Tell wird zunächst als unpolitischer Einzelkämpfer charakterisiert, wobei seine Haltung durch Zitate analysiert wird, um das Verständnis für seine spätere Wandlung zum Freiheitskämpfer vorzubereiten.
- Arbeit zitieren
- Sarah Müller (Autor:in), 2012, Ist der Starke am mächtigsten allein? – Unterdrückung und Widerstand in Schillers 'Wilhelm Tell', München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/190568