Der Usability-Prozess dient der Zielerreichung. Er beschreibt die durchgehende Betreuung eines Angebotes in allen Lebenszyklen: Von der Planung und Konzeption über Umsetzung bis zum Betrieb. In der Usability‐Forschung stehen zwei relevante Methoden zur Verfügung.
Inhaltsverzeichnis
1 Usability als Qualitätskriterium
2 Usability-Forschung
2.1 Usability-Evaluierung
2.2 Usability-Test
3 Usability-Kriterien
3.1 Lesbarkeit
3.2 Gestaltung
3.3 Navigation
3.4 Übersichtlichkeit
3.5 Fehlertoleranz
3.6 Konsistenz
4 Anwendungsbeispiel Mobile App
4.1 Studienaufbau
4.2 QuickWins
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht Usability als entscheidendes Qualitätskriterium für digitale Angebote und analysiert anhand der GMX Mail App für Android, wie durch systematische Usability-Tests Probleme identifiziert und Lösungen abgeleitet werden können.
- Bedeutung der Usability als Erfolgsfaktor für Software und Web-Anwendungen.
- Methodische Ansätze der Usability-Forschung (Evaluierung vs. Testing).
- Kernkriterien für eine benutzerfreundliche Gestaltung von Oberflächen.
- Praktische Durchführung einer Usability-Studie an einem mobilen Prototypen.
- Identifikation und Dokumentation von QuickWins zur Optimierung des User Interfaces.
Auszug aus dem Buch
4.2 QuickWins
Die nachfolgend dargelegten QuickWins sind Erkenntnisse, die aus einer ersten Einschätzung direkt nach Abschluss der Test-Durchführung gezogen worden sind. In der Regel wird eine hohe Übereinstimmung zwischen QuickWins und vollständiger Auswertung erzielt. Auch wenn die QuickWins die wichtigsten Erkenntnisse enthalten, kann nicht gewährleistet werden, dass sie vollständig sind. Der Schwerpunkt im Rahmen der QickWins liegt auf der Dokumentation der Mängel. Zudem wurde aufgrund der umfangreichen Erkenntnisse hierbei eine Auswahl getroffen. Innerhalb der Quickwins werden Screens der jeweiligen Aktion dargestellt und mit einem farbigen Kommentar nach folgender Legende erläutert.
Im Folgenden sollen einige Beispielausschnitte ein mögliches Vorgehen bei der Analyse und Beurteilung im Rahmen eines Usability-Tests veranschaulichen. Dabei wird besonders auf die Aspekte Login, Zentraler Posteingang sowie Nachrichten verwalten eingegangen.
Bereits beim Einrichten des E-Mail-Kontos weist das User Interface der E-Mail Applikation kritische Probleme aus. Der Weiter-Button kann den Nutzer verwirren, da er keine eindeutige Funktion wie beispielsweise „anmelden“ ausdrückt. Der Nutzer ist orientierungslos, da er nicht eindeutig weiß wo er hinkommt, wenn den Button betätigt. Weiterhin könnte seine Inaktivität vor der Eingabe des Passworts kritisch sein. Dadurch entsteht eine hohe Abbruchgefahr, bevor der potenzielle Nutzer die App überhaupt in Gebrauch nimmt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Usability als Qualitätskriterium: Das Kapitel definiert den Begriff der Benutzerfreundlichkeit und erläutert dessen zentrale Rolle als Qualitäts- und Erfolgskriterium anhand wesentlicher Faktoren wie Learnability und Satisfaction.
2 Usability-Forschung: Es wird der Usability-Prozess über den gesamten Lebenszyklus eines Angebots beschrieben sowie die beiden zentralen Methoden der Usability-Evaluierung und des Usability-Tests vorgestellt.
3 Usability-Kriterien: Das Kapitel behandelt die theoretischen Grundlagen der Software-Ergonomie und führt gängige Qualitätskriterien für Bedienoberflächen wie Lesbarkeit, Gestaltung und Navigation ein.
4 Anwendungsbeispiel Mobile App: Anhand der GMX Mail App für Android wird der praktische Ablauf einer Usability-Studie inklusive Testaufbau und der Analyse spezifischer Optimierungspotenziale (QuickWins) demonstriert.
Schlüsselwörter
Usability, Benutzerfreundlichkeit, Usability-Forschung, Usability-Test, Usability-Evaluierung, Software-Ergonomie, Mobile App, User Interface, Interaktionsphase, QuickWins, Fehlertoleranz, Gestaltung, Navigation, Konsistenz, Qualitätssicherung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit dem Konzept der Usability als zentralem Qualitätsmerkmal für digitale Produkte und beleuchtet sowohl theoretische Kriterien als auch die praktische Anwendung durch Usability-Tests.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf dem Usability-Prozess, der wissenschaftlichen Definition von Benutzerfreundlichkeit sowie der angewandten Forschung mittels Evaluierungs- und Testmethoden.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, die Relevanz der Usability für den Produkterfolg zu verdeutlichen und aufzuzeigen, wie durch methodisches Testen konkrete Schwachstellen in der Nutzerführung identifiziert werden können.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf die Usability-Evaluierung (Experten-Review) sowie den Usability-Test mit Probanden unter Einsatz von Beobachtung und Eyetracking-Verfahren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Usability-Kriterien ein konkretes Praxisbeispiel an einer E-Mail-App sowie die Ableitung von sogenannten „QuickWins“ zur schnellen Verbesserung der Oberfläche behandelt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen zählen unter anderem Usability, Benutzerfreundlichkeit, User Interface, Software-Ergonomie und Qualitätsmanagement.
Warum wird im Anwendungsbeispiel besonders auf den Login-Vorgang eingegangen?
Der Login-Vorgang wird als kritischer Punkt identifiziert, da eine verwirrende Button-Beschriftung oder mangelnde Rückmeldung das Risiko für einen frühen Abbruch durch den Nutzer massiv erhöht.
Welche Rolle spielen „QuickWins“ bei der Analyse der GMX Mail App?
QuickWins ermöglichen eine direkte und zeitnahe Identifikation offensichtlicher Mängel unmittelbar nach dem Test, um ohne aufwendige Gesamtauswertung erste Verbesserungsmaßnahmen anzustoßen.
- Arbeit zitieren
- Bachelor of Science Christine Baranowski (Autor:in), 2012, Usability als Qualitätskriterium, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/190359