Die Weltwirtschaftskrise und die daraus folgenden Arbeitslosenzahlen und Rückgänge bei
Ausgaben im sozialen Bereich haben die Fortschritte auf dem Weg zu den Millenniumszielen
im Jahr 2009 deutlich gebremst. Schätzungen der Vereinten Nationen kommen zu dem Ergebnis,
dass als Folge der weltweiten Krise zwischen 47 und 84 Millionen Menschen mehr in
extremer Armut verbleiben oder zusätzlich in Armut geraten3. Während aus globaler Sicht
dennoch die Chance besteht, die Ziele im geplanten Zeitrahmen zu erreichen, gehen die Vereinten
Nationen davon aus, dass sie in der Subsahara-Region Afrikas nicht mehr erreicht werden
können4.
Dabei haben auch Hilfsprogramme und Maßnahmen im Rahmen der internationalen Entwicklungshilfe
keine entsprechenden Fortschritte in der Entwicklung gebracht. Der MIT fordert
daher, in der Entwicklungszusammenarbeit künftig verstärkt auf wirtschaftliche Zusammenarbeit
mit dem afrikanischen Kontinent zu setzen5.
Inhaltsverzeichnis
1. Die wirtschaftliche Entwicklung in Ländern der Subsahara-Region
1.1 Entwicklungsziele und tatsächliche Entwicklung
1.2 Hindernisse und Herausforderungen für die wirtschaftliche Entwicklung
1.3 Allgemeine Entwicklungsstrategien
2. Chancen durch den nachhaltigen Baumwollanbau
2.1 Durchführbarkeit des nachhaltigen Baumwollanbaus in der Subsahara-Region
2.2 Die Bedeutung internationaler Initiativen
3. Notwendige Rahmenbedingungen und politische Voraussetzungen
3.1 Die WTO und der Abbau von Baumwoll-Subventionen
3.2 Entwicklung geeigneter Strategien
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die wirtschaftliche Situation in der Subsahara-Region Afrikas und analysiert, inwiefern der nachhaltige Anbau von Baumwolle als Instrument zur Armutsbekämpfung und wirtschaftlichen Entwicklung dienen kann. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie durch verbesserte Rahmenbedingungen und marktwirtschaftliche Initiativen die Abhängigkeit von Rohstoffexporten reduziert und soziale sowie ökonomische Standards in den Erzeugerländern angehoben werden können.
- Millenniums-Ziele und sozioökonomische Entwicklungshindernisse in Afrika
- Die Geographie- und Institutionen-Hypothese als Erklärungsansätze für wirtschaftliche Stagnation
- Potenziale und Herausforderungen des nachhaltigen Baumwollanbaus
- Rolle internationaler Handelsallianzen wie "Cotton made in Africa"
- Einfluss der WTO und globaler Subventionspolitik auf afrikanische Produzenten
Auszug aus dem Buch
1.1 Entwicklungsziele und tatsächliche Entwicklung
Im Rahmen der 55. UN-Generalversammlung im Jahre 2000 definierten 189 Mitgliedstaaten eine Reihe von Zielsetzungen in Hinblick auf die Entwicklung in der Dritten Welt, die bis zum Jahr 2015 erreicht werden sollten. Als wichtigste Eckpunkte dieser so genannten Millenniums-Ziele können die folgenden genannt werden:
• Reduzierung des Anteils der Menschen, die in extremer Armut und Hunger leben, auf die Hälfte
• Generelle Durchsetzung der Grundschulbildung
• Gleichberechtigung der Frauen, Schaffung gleicher Voraussetzungen in der höheren Bildung
• Reduzierung der Sterblichkeitsrate von Kindern unter 5 Jahren um zwei Drittel
• Reduzierung der Sterblichkeitsrate unter Müttern um drei Viertel
• Verhinderung der weiteren Ausbreitung und Zurückdrängen von Aids, Malaria und anderen bedrohlicher Krankheiten
• Integration der Prinzipien einer nachhaltigen Entwicklung in die Politik und Programme der Länder, Schutz bzw. Zurückgewinnung der Umweltressourcen, Reduzierung des Anteils von Menschen ohne Zugang zu sauberem Trinkwasser und grundlegender medizinischer Versorgung um die Hälfte und Verbesserung der Lebensbedingungen von mindestens 100 Millionen Slumbewohnern (bis 2020).
• Bildung einer globalen Partnerschaft für Entwicklung
Zusammenfassung der Kapitel
1. Die wirtschaftliche Entwicklung in Ländern der Subsahara-Region: Dieses Kapitel erläutert die globalen Entwicklungsziele sowie die spezifischen geographischen und institutionellen Faktoren, die den wirtschaftlichen Fortschritt in der Region hemmen.
2. Chancen durch den nachhaltigen Baumwollanbau: Hier wird untersucht, wie nachhaltige Anbaumethoden und internationale Kooperationen wie "Cotton made in Africa" ökonomische Vorteile und eine bessere Marktposition für afrikanische Kleinbauern schaffen können.
3. Notwendige Rahmenbedingungen und politische Voraussetzungen: Das letzte Kapitel analysiert den Einfluss internationaler Handelsstreitigkeiten, insbesondere im Kontext der WTO-Subventionspolitik, und diskutiert notwendige strukturelle Reformen zur Stärkung der lokalen Wirtschaft.
Schlüsselwörter
Subsahara-Afrika, Wirtschaftliche Entwicklung, Baumwollanbau, Nachhaltigkeit, Millenniums-Ziele, Armutsbekämpfung, Welthandel, WTO, Baumwoll-Subventionen, Institutionen-Hypothese, Geographie-Hypothese, Cotton made in Africa, Infrastruktur, NEPAD, Marktwirtschaft
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den wirtschaftlichen Entwicklungsperspektiven der Länder im südlichen Afrika und untersucht das Potenzial des Baumwollanbaus als Treiber für nachhaltiges Wirtschaftswachstum.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Themen umfassen die sozioökonomischen Rahmenbedingungen in der Subsahara-Region, die Auswirkungen von Handelsbarrieren und Subventionen sowie die Chancen, die durch nachhaltige Produktionsstandards entstehen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es zu analysieren, wie durch den Anbau von Baumwolle unter verbesserten Bedingungen eine Win-Win-Situation für Kleinbauern, Unternehmen und die Umwelt geschaffen werden kann, um Armut effektiv zu bekämpfen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine analytische Untersuchung, die auf Basis von Fachberichten, UN-Daten, institutionellen Studien und politikwissenschaftlichen Theorien (Geographie- und Institutionen-Hypothese) argumentiert.
Was steht im Hauptteil im Fokus?
Im Hauptteil werden zunächst die Entwicklungshemmnisse Afrikas diskutiert, gefolgt von einer detaillierten Analyse der Durchführbarkeit und der internationalen Handelsaspekte des nachhaltigen Baumwollsektors.
Was charakterisiert die Arbeit inhaltlich?
Die Arbeit zeichnet sich durch die Verknüpfung von makroökonomischen Handelsfragen (WTO) mit mikroökonomischen Lösungsansätzen für afrikanische Agrarbetriebe aus.
Wie bewertet der Autor die Rolle der Baumwoll-Subventionen?
Der Autor stellt fest, dass Baumwoll-Subventionen der Industrienationen zwar ein zentrales Fairnessproblem darstellen, sie jedoch nur einen Teil der komplexen Problemlage ausmachen, die auch strukturelle Defizite in den afrikanischen Staaten umfasst.
Welche Rolle spielt die Initiative "Cotton made in Africa" laut Autor?
Die Initiative wird als erfolgreiches Modell angeführt, das durch eine Nachfrageallianz von Unternehmen eine Win-Win-Situation schafft, ohne dabei ein Nischenprodukt zu bleiben, sondern einen breiten Markt zu bedienen.
Welchen Einfluss haben Institutionen auf die Entwicklung?
Laut der Institutionen-Hypothese ist die Qualität des institutionellen Rahmens, wie Rechtsgrundlagen und Korruptionsfreiheit, eine entscheidende Ursache für den Erfolg oder das Scheitern von Entwicklungsprozessen in afrikanischen Ländern.
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- Marcel Rank (Author), 2012, Entwicklungsperspektiven für die Länder des südlichen Afrika und Chancen durch den Baumwollanbau, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/190324