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Form und Funktion von redebegleitenden Gesten in technisch vermittelter Kommunikation

Ein Vergleich zum Gestenvorkommen in face-to-face Kommunikation

Title: Form und Funktion von redebegleitenden Gesten in technisch vermittelter Kommunikation

Term Paper (Advanced seminar) , 2011 , 52 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Lukas Sobek (Author), Claudia Strehlow (Author)

Communications - Interpersonal Communication

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Summary Excerpt Details

Redebegleitende Gesten erfüllen in der Kommunikation unterschiedliche Zwecke: Sie nehmen Bezug auf Gegenstände der Rede, strukturieren das Gesagte, lenken die Aufmerksamkeit der Zuhörer, fordern zu Aktionen auf und wirken an der Erschaffung und am Wechsel von Gesprächsrollen mit. Sie sind „verkörperte“ und daher visuell wahrnehmbare Informationen, die den Gehalt der akustisch-sprachlichen Kommunikationsdimension ergänzen, wiederholen, bestärken oder ersetzen. Multimodale Kommunikation rückt die Verständigung der Menschen ab vom sterilen mathematisch-funktionalistischen Modell der Informationsübertragung und akzentuiert die Möglichkeit von sinnlicher, anschaulicher und kreativer Erzeugung (Produktion: auf der Seite des Sprechers) und Anteilnahme (Reproduktion und Empathie auf der Seite des Adressaten) von Erfahrungen, Kenntnissen und Emotionen. Zahlreiche Gesten nehmen typische Form- und Bewegungsparameter aus praktischen Kontexten an, in denen die Hände eingesetzt werden, und werden zur körperlichen Ausdrucksseite eines metaphorischen Ausdrucks: Argumente werden „weggewischt“, wie die Krümel von der Tischplatte; Positionen werden „ergriffen und festgehalten“, wie eine Fernbedienung; eine Sache wird wie mit einem Stift „nachgezeichnet“. Der leiblich-direkte Bezug zur Vorstellungswelt des Sprechers zeigt sich auch in den Darstellungsmöglichkeiten der Hände: Bedeutung kann über zeichnende, agierende, modellierende und repräsentierende Hände/Finger dargestellt werden (Bavelas et. al 1995: 394-405, Fehrmann 2010: 18-36, Ladewig 2010: 89-111, Müller 1998: 110-119, Müller 2010: 37-68).
Weil redebegleitende Gesten oftmals in einem face-to-face Gespräch aufkommen, könnte man meinen, dass sie primär ausgeführt werden, um die Verständnisleistung des Adressaten zu unterstützen. In der Tat wird bei der Interpretation von Gesten oft die Perspektive des Rezipienten eingenommen, um ihre Funktion zu deuten. Methodologisch wird so automatisch der Adressatenbezug der Gesten in die Ergebnisse eingeschleust. Das Ziel dieser Untersuchung ist es, Form und Funktion von Gesten zu untersuchen, die in einer Situation produziert werden, in der es keinen unmittelbar-visuellen Adressatenbezug gibt. Diese Gesten können nicht produziert worden sein, um dem Rezipienten das Verstehen zu erleichtern, weil der Sprecher sich der Abwesenheit seines Gesprächspartners vollkommen bewusst ist. Die Untersuchung ermöglicht damit einen Einblick in die Funktionsleistung von Gesten für den Sprecher.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I Einleitung

II Analytisches Rüstzeug

II.1 Notationskonventionen für Gesten

II.2 Kategorisierungen

III Auswertung und Ergebnisse des Datenmaterials

III.1 Qualitative Merkmale der Gesten während des Telefonates

III.2 Variationsmöglichkeiten für den ausgestreckten Zeigefinger

III.3 Linguistische Eigenschaft von Gesten: Textur

IV Diskussion

V Ausblick

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Form und Funktion von redebegleitenden Gesten in technisch vermittelter Kommunikation im Vergleich zu face-to-face Situationen. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob und wie die Abwesenheit eines visuell wahrnehmbaren Gesprächspartners die Gestenproduktion beeinflusst und welche Rolle Gesten für den Sprecher selbst einnehmen.

  • Analyse der Gestenproduktion bei technisch vermittelter Kommunikation vs. Face-to-Face-Gesprächen
  • Untersuchung der Multifunktionalität und Vagheit von Gesten
  • Einsatz von Gesten als Verbalisierungshilfen und Gedächtnisstützen
  • Bedeutung der Handkonfiguration (insb. Zeigefinger) und des Gestenraums

Auszug aus dem Buch

Erkenntnisinteresse

Weil redebegleitende Gesten oftmals in einem face-to-face Gespräch aufkommen, könnte man meinen, dass sie primär ausgeführt werden, um die Verständnisleistung des Adressaten zu unterstützen. In der Tat wird bei der Interpretation von Gesten oft die Perspektive des Rezipienten eingenommen, um ihre Funktion zu deuten. Methodologisch wird so automatisch der Adressatenbezug der Gesten in die Ergebnisse eingeschleust. Das Ziel dieser Untersuchung ist es, Form und Funktion von Gesten zu untersuchen, die in einer Situation produziert werden, in der es keinen unmittelbar-visuellen Adressatenbezug gibt. Diese Gesten können nicht produziert worden sein, um dem Rezipienten das Verstehen zu erleichtern, weil der Sprecher sich der Abwesenheit seines Gesprächspartners vollkommen bewusst ist. Die Untersuchung ermöglicht damit einen Einblick in die Funktionsleistung von Gesten für den Sprecher selber. Es kann untersucht werden, ob bestimmte Gestentypen in technisch vermittelter und face-to-face Kommunikation bevorzugt werden, ob die Einschränkung beim Telefonat auf nur einen Artikulator (Hand, Arm, Finger) die Gestenproduktion einschränkt, ob die Produktion von bildhaften Gesten wirklich primär von der Anwesenheit des Adressaten abhängt und wie sich die An- bzw. Abwesenheit des Adressaten auf die Produktion interaktiver Gesten auswirkt (Bavelas et. al. 1995: 398).

Zusammenfassung der Kapitel

I Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der redebegleitenden Gesten ein und formuliert das Erkenntnisinteresse hinsichtlich ihrer Funktion in technisch vermittelter Kommunikation.

II Analytisches Rüstzeug: Dieses Kapitel erläutert die methodischen Grundlagen, einschließlich der Notationskonventionen sowie der verwendeten Kategorisierungen für Gestentypen und Darstellungsweisen.

III Auswertung und Ergebnisse des Datenmaterials: Hier werden die Ergebnisse des Vergleichs zwischen Telefonat und Face-to-Face-Kommunikation präsentiert, wobei insbesondere die Qualität, Multifunktionalität und die spezifischen Merkmale der Gesten analysiert werden.

IV Diskussion: Dieses Kapitel diskutiert die erhobenen Daten im Kontext bestehender Theorien und zieht Schlussfolgerungen über die Funktion von Gesten am Telefon.

V Ausblick: Der Ausblick reflektiert die Limitationen der Studie und schlägt Ansätze für weiterführende, breiter angelegte Forschungsarbeiten vor.

Schlüsselwörter

Redebegleitende Gesten, technisch vermittelte Kommunikation, Face-to-face Kommunikation, Gestenanalyse, Zeigefinger, Verbalisierungshilfe, Multifunktionalität, Gestentypen, Korpusanalyse, Kommunikationstheorie, Gestenraum, Multimodalität, Semantik, Kognitive Linguistik, Diskursstruktur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie sich die Kommunikationsform (Telefonat vs. Face-to-Face) auf die Art und Weise auswirkt, wie Menschen ihre Rede mit Gesten begleiten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Kategorisierung von Gesten, der Vergleich ihrer Verwendung in verschiedenen medialen Settings und die Frage nach ihrer kognitiven und kommunikativen Funktion.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es herauszufinden, ob Gesten am Telefon lediglich "Rudimente" sind oder ob sie spezifische Funktionen für den Sprecher selbst erfüllen, wenn kein sichtbarer Adressat vorhanden ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wurde ein empirischer Ansatz gewählt, der auf der Transkription und systematischen Annotation (nach Bressem und anderen) von Videodaten basiert, kombiniert mit einer qualitativen und quantitativen Auswertung.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der detaillierten Auswertung der Daten, der Untersuchung des ausgestreckten Zeigefingers als dominantes Element und der linguistischen Textur von Gesten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Neben dem Grundbegriff der "Gestenanalyse" sind "Multifunktionalität", "Verbalisierungshilfe" und "technisch vermittelte Kommunikation" zentral.

Warum spielt der ausgestreckte Zeigefinger eine so große Rolle in der Analyse?

Die Daten zeigen, dass dieser bei der untersuchten Probandin in beiden Kommunikationsmodi das dominierende Gestenelement ist und für unterschiedlichste Zwecke multifunktional eingesetzt wird.

Welche Rolle spielt die "Vagheit" der Gesten am Telefon?

Die Arbeit stellt fest, dass Gesten am Telefon teils an Eindeutigkeit verlieren, was darauf hindeutet, dass sie primär der eigenen kognitiven Strukturierung und nicht primär der Vermittlung an den Adressaten dienen.

Was bedeutet "Texturfähigkeit" von Gesten in diesem Kontext?

Dies bezieht sich auf die Fähigkeit von Gesten, durch die Verbindung von Bewegungsphasen (strokes) über Haltephasen (holds) zeitlich getrennte Redeteile inhaltlich miteinander zu vernetzen.

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Details

Title
Form und Funktion von redebegleitenden Gesten in technisch vermittelter Kommunikation
Subtitle
Ein Vergleich zum Gestenvorkommen in face-to-face Kommunikation
College
RWTH Aachen University  (Institut für Sprach- und Kommunikationswissenschaft der RWTH Aachen Lehrstuhl für Deutsche Philologie und Germanistisches Institut)
Course
Gestenanalyse: Theoretische und empirische Ansätze
Grade
1,0
Authors
Lukas Sobek (Author), Claudia Strehlow (Author)
Publication Year
2011
Pages
52
Catalog Number
V190250
ISBN (eBook)
9783656147800
ISBN (Book)
9783656148128
Language
German
Tags
Gestenanalyse Multimodalität Cornelia Müller David McNeill technische Kommunikation redebegleitende Gesten co-speech gestures Handgesten
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Lukas Sobek (Author), Claudia Strehlow (Author), 2011, Form und Funktion von redebegleitenden Gesten in technisch vermittelter Kommunikation, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/190250
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