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"Uh, Ah, Chávez no se va"

Venezolanische Musik zwischen Tradition und Politik

Titel: "Uh, Ah, Chávez no se va"

Wissenschaftlicher Aufsatz , 2010 , 27 Seiten , Note: "-"

Autor:in: Torsten Eßer (Autor:in)

Soziologie - Medien, Kunst, Musik

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

"Lustige" venezolanische Musik habe man 1934 per Kurzwelle erfolgreich von Venezuela nach Berlin übertragen, schrieb 1938 der deutsche Rundfunkingenieur H. Neumann in einem Beitrag des Jahrbuchs Weltrundfunk (Neumann: 89). Eine eher abwertende Meinung über die Musik seines Gastlandes schimmert hier durch. Dabei war so manche Musik in jenen Jahren in Deutschland nicht weniger "lustig", wie das o.g. Beispiel von Willy Rosen aus dem Jahr 1930 zeigt. Francisco Kurt Lange, der Vater der lateinamerikanischen Musikwissenschaft, sagte hingegen 1993, dass "Venezuela in Anbetracht seiner Größe und Einwohnerzahl das musikalisch am besten entwickelte Land Lateinamerikas ist" (zit. bei Labonville: 3). Der musikalische Exportschlager El Sistema spricht dafür. Beide Kommentare sollten den Leser dazu verleiten, sich näher mit der Musik Venezuelas zu beschäftigen. Sie fasziniert durch ihre Vielfalt, trotz der Nachzüglerrolle des Landes im Bereich der Kunstmusik. Das Aufeinandertreffen der indigenen, spanisch-europäischen und afrikanischen Elemente setzte vor allem in der traditionellen Musik starke Energie und Kreativität frei. Trotzdem herrscht besonders in der Ober- und Mittelschicht vor, was die Mexikaner malinchismo nennen, also die Bevorzugung von Kulturprodukten, die aus Europa oder den USA stammen.
Die Musik spielte auch immer wieder eine wichtige Rolle in den politischen Auseinandersetzungen des Landes, sei es bei den Truppen Simon Bolívars oder heute in Hugo Chávez' Programm "Aló, Presidente". Chávez benutzt Musik - manche Musiker schreiben sogar ihm zu Ehren Lieder, während andere, so Soledad Bravo, sich ihm verweigern -, aber er fördert und schützt sie auch über eine Quote, sofern es sich um einheimische Produktionen handelt. Und während Popsänger nach US-amerikanischem Muster die Hitparaden dominieren und ein Teil der Jugend MTV Latino schaut, tanzt der andere Teil joropo oder singt mit der Band Desorden Público das Lied "Políticos Paralíticos".
Der folgende Beitrag behandelt die venezolanische Musik und Musikindustrie im 20. Jahrhundert. Ein kleiner Ausflug in die Geschichte ist jedoch für das bessere Verständnis unerlässlich.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Von der Conquista bis zum 19. Jahrhundert

3. Musik im 20. Jahrhundert und heute

3.1 Kunstmusik

3.1.1 El Sistema - Ein venezolanischer Exportschlager

3.1.2 Salsa

3.1.3 Rockmusik

3.1.4 Popmusik

3.1.5 Rap/ Dancefloor/ Reggaetón

3.1.6 Jazz

3.2 Folklore

3.3 Urbane Klänge

3.1.1 "La política con el arte entra" – Das Protestlied

4. Musikindustrie

5. Medien

6. Bildungssystem/ Kulturpolitik/ Institutionen

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Entwicklung der venezolanischen Musik und Musikindustrie im 20. Jahrhundert unter Berücksichtigung historischer Einflüsse, politischer Rahmenbedingungen und soziokultureller Transformationen.

  • Historische Genese der venezolanischen Musik von der Kolonialzeit bis zum 20. Jahrhundert
  • Strukturelle Analyse der Kunstmusik und die Bedeutung des Erfolgsprojekts "El Sistema"
  • Die Rolle der populären Musikstile wie Salsa, Rock, Pop und Rap als Ausdruck urbaner Identität
  • Politisierung der Musik, insbesondere durch die "Protestlied-Bewegung" und staatliche Einflussnahme
  • Herausforderungen der Musikindustrie im Kontext von Piraterie und wirtschaftlichem Wandel

Auszug aus dem Buch

3.1.1 El Sistema - Ein venezolanischer Exportschlager

Der 1939 geborene Dirigent, Komponist, Volkswirt, Jurist und Politiker José Antonio Abreu ist der Gründer des staatlichen venezolanischen Kinder- und Jugendorchestersystems, das heute von einer Stiftung, der Fundación del Estado para el Sistema Nacional de Orquestas Juveniles e Infantiles, kurz FESNOJIV, betrieben wird. Das erste Orchester rief er 1975 mit elf Kindern in einem Slum in Caracas ins Leben, einerseits, weil es ihn ärgerte, dass in Venezuela nur zwei Sinfonieorchester existierten, in Caracas und Maracaibo, deren Musiker zu über 80 Prozent Ausländer waren, andererseits um die Kinder zu retten.

Valdemar Rodríguez, Klarinettist und Vizedirektor der FESNOJIV, beschreibt die Anfänge: „Es gab nahezu keine Möglichkeit für einen Venezolaner in einem Orchester zu spielen. Die wenigen Musikschulen und Konservatorien waren nicht in der Lage, gute Musiker hervorzubringen. Abreu glaubte, dass das Erlernen eines Instrumentes leichter sei, wenn man es direkt spielt, eben in einem Orchester. Nicht isoliert im Zimmer einer Musikschule, wo jeder für sich alleine spielt. So lernt man vielleicht auch, aber ohne Spaß, denn man macht keine Musik. Mit elf Jugendlichen hat er angefangen, am zweiten Tag waren es 15 usw. und am Ende der Woche 70.“

Abreu selbst beschreibt die Philosophie des Projektes so: „Es bestand eine Notwendigkeit zu zeigen, das die Musik nicht nur eine schöne Kunst ist, sondern auch zur ästhetischen Formung des Menschen beitragen kann und auch eine soziale Funktion hat. Darum wollte ich ein System der Musikerziehung entwickeln, das bald seine Effizienz unter Beweis stellte und gleichzeitig einer großen Zahl von Jugendlichen ermöglichte, schnell ein hohes musikalisches Niveau zu erreichen.“ Bald begann die venezolanische Regierung das Projekt zu unterstützen. Es entstanden bis heute rund 180 Musikzentren (nucleos) und selbst in den abgelegensten Gebieten des Landes existieren Orchester und Chöre, die zusammen rund 275.000 Kindern (2008) ermöglichen ein Instrument zu erlernen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Vielfalt der venezolanischen Musik ein und skizziert die Bedeutung politischer sowie soziokultureller Einflüsse auf die Musiklandschaft des 20. Jahrhunderts.

2. Von der Conquista bis zum 19. Jahrhundert: Das Kapitel beleuchtet die musikalischen Anfänge unter kolonialem Einfluss, die Rolle der Kirche und die Entstehung erster lokaler Musikstrukturen.

3. Musik im 20. Jahrhundert und heute: Dieser umfangreiche Hauptteil analysiert die Ausdifferenzierung in Kunstmusik, die Einflüsse von Popkultur sowie die Entwicklung spezifischer Genres wie Salsa und Rock.

4. Musikindustrie: Die Analyse des Marktes zeigt die ökonomischen Herausforderungen durch internationale Majors, lokale Labels und die Auswirkungen der Piraterie auf die Branche auf.

5. Medien: Hier wird die Entwicklung der Rundfunk- und Fernsehlandschaft in Venezuela und deren Einfluss auf die Verbreitung und Wahrnehmung von Musik dargestellt.

6. Bildungssystem/ Kulturpolitik/ Institutionen: Dieses Kapitel kritisiert die mangelhafte staatliche Musikerziehung außerhalb spezieller Projekte und bewertet die aktuelle Kulturpolitik Venezuelas.

7. Fazit: Die Zusammenfassung bilanziert die Notwendigkeit besserer musikalischer Bildung und qualitativer Förderung, um das nationale Erbe langfristig gegenüber globalen Einflüssen zu sichern.

Schlüsselwörter

Venezuela, Musik, El Sistema, Kunstmusik, Folklore, Salsa, Rockmusik, Protestlied, Ali Primera, José Antonio Abreu, Musikindustrie, Radioquote, kulturelle Identität, Musikpädagogik, Transformation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die facettenreiche Musikgeschichte Venezuelas im 20. Jahrhundert und untersucht, wie politische, soziale und ökonomische Faktoren die Musikproduktion und -rezeption beeinflusst haben.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung der Kunstmusik, der Bedeutung der Volksmusik (Folklore), der Etablierung moderner populärer Stile sowie den strukturellen Problemen und Chancen innerhalb der Musikindustrie und des Bildungssystems.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, ein tiefes Verständnis für das Spannungsfeld zwischen traditioneller venezolanischer Musikkultur und globalen Einflüssen zu schaffen sowie die Bedeutung der Musik für die gesellschaftliche und politische Identität des Landes aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse, historische Dokumente, eine Untersuchung musikwissenschaftlicher Publikationen sowie Informationen zu Tonträgern und Interviews, um ein umfassendes Bild der venezolanischen Musikgeschichte zu zeichnen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Bereiche Kunstmusik (inkl. El Sistema), populäre Genres wie Salsa, Rock, Pop und Rap sowie die Analyse der Musikindustrie, der Medienlandschaft und der kulturpolitischen Rahmenbedingungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Neben dem Kernbegriff "Venezuela" sind vor allem "El Sistema", "Folklore", "Musikindustrie", "Protestlied" und die spezifische "Transformation" von Musikstilen im urbanen Kontext maßgebend.

Welche Rolle spielt "El Sistema" für das Land?

Es ist ein weltweit anerkanntes staatliches Jugendorchestersystem, das nicht nur musikalische Ausbildung bietet, sondern primär als soziales Integrationswerkzeug in ärmeren Schichten fungiert und Kriminalitätsraten senken kann.

Wie beeinflusst die Politik die venezolanische Musik?

Die Politik beeinflusst Musik massiv durch Radioquoten (Ley de Responsabilidad), die Förderung "nationaler Produktion" und die Instrumentalisierung von Liedern für Regierungsprogramme, was Musiker sowohl fördert als auch in ihrer künstlerischen Freiheit einschränken kann.

Ende der Leseprobe aus 27 Seiten  - nach oben

Details

Titel
"Uh, Ah, Chávez no se va"
Untertitel
Venezolanische Musik zwischen Tradition und Politik
Note
"-"
Autor
Torsten Eßer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
27
Katalognummer
V190173
ISBN (eBook)
9783656152644
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Musik; Venezuela Lateinamerika Chavez Kulturpolitik Musikindustrie Ausbildung Geschichte Folklore Rockmusik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Torsten Eßer (Autor:in), 2010, "Uh, Ah, Chávez no se va", München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/190173
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  27  Seiten
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